Nichts als Ärger

14. Mai 2009, Torsten Wieland

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Man weiß, dass es nichts mehr zu gewinnen gibt, man geht ins Stadion und ärgert sich trotzdem.

Über den Gegner, der – bei aller Anerkennung für die Gabe zum schnellen und präzisen Offensivspiel – vor allem das Zeitschinden meisterlich beherrscht. In der zweiten Halbzeit hatte man den Eindruck, dass die ärztlichen Betreuer des VfB die Stuttgarter mit dem höchsten Laufpensum waren, wodurch deren fliederfarbenen Jogginganzüge im 80er-Jahre-Stil zu den heimlichen Stars des Abends mutierten.

Über den Schiedsrichter, der statt der anstehenden sechs nur die üblichen drei Minuten nachspielen ließ.

Vor allem aber über die eigene Mannschaft. Über die peinliche Tatsache, dass es die erfolgreichste Taktik gegen Schalke 04 ist, wenn man die königsblaue Mannschaft sich selbst überlässt.
In dieser scheiß Saison 08/09 hätte Schalke auch ganz ohne Gegner regelmäßig 0:0 gespielt. Weil Halil Altintop auch auf des Gegners Torlinie noch nach hinten ablegt. Weil Orlando Engelaar einen Großteil seiner Spielzeit damit verbringt, den Ball zwischen seinen langen Beinen zu suchen. Weil Ivan Rakitic nur dann ein kreativer Offensivspieler ist, wenn sich alle Akteure zuvor darauf einigen, sich nicht zu hektisch zu bewegen. Weil diese Mannschaft zwar gut stehen und ordentlich kämpfen, aber eben überhaupt nicht spielen kann.
Auch ganz ohne Gegner gewinnt Schalke nur dann 1:0, wenn zumindest eine Schiedsrichter anwesend ist, der – warum auch immer – irgendwann mal einen Freistoß gibt. Fußball geht meines Erachtens irgendwie anders.

Kommentare

11 Kommentare zu “Nichts als Ärger”

  1. Phil am 14. Mai 2009, um 08:28 Uhr

    Alles richtig.
    Ich ärger’ mich auch gerade schwarz noch ‘ne Karte für Hoffenheim zu haben, während sich das spannendste Saisonfinale aller Zeiten anbahnt.
    Die muss ich mal irgendwie noch loswerden…

  2. zechbauer am 14. Mai 2009, um 09:18 Uhr

    Ich habe gestern die WDR-Schlusskonferenz gehört, und dort wurde eine immense Nachspielzeit wegen der vielen Unterbrechungen angekündigt. Meine Freundin sagte: “Die kriegen doch eh nur drei Minuten – ist doch immer so.” Jepp, genau so war’s.

    Und ehrlich gesagt, ich finde es langsam peinlich und auch sehr ärgerlich wenn ich sehe wie unsere Schiedsrichter diese vollkommen willkürlich gewählte Anzahl von nachzuholenden Spielminuten beschließen. Dann kann man’s doch auch sein lassen. Drei Minuten gibt’s ohnehin immer – egal wie das Spiel läuft.

  3. O-Jay am 14. Mai 2009, um 09:31 Uhr

    Sehr schön analysiert, da fehlt nur der Krstajic mittendrin. Ich bin froh, zum ersten Mal überhaupt freiwillig daheim geblieben zu sein (hatte ich schon nach dem Leverkusen-Spiel beschlossen). Das Spiel habe ich dann in ersten HZ mehr, in der zweiten HZ weniger aufmerksam verfolgt. Auch kurios: Mann zuhause, Frau im Stadion.

    Angesichts des sich abzeichnenden Herzschlag-Finales klemme ich mir eventuell auch das Hoffenheim-Spiel und ziehe die Premiere-Konferenz vor. Wobei ich das schönste Schalker Saisonerlebnis dann leider live verpasse: den Abpfiff des letzten Heimspiels 08/09.

  4. Die Gnade der späten Heimkunft ? « angedacht am 14. Mai 2009, um 11:38 Uhr

    [...] zu schade, Hitzlsperger beruhigte, und Marica zeigte sich, wie soll ich sagen, taktisch gewieft. Im Königsblog sieht Torsten darin freilich eher Zeitspiel – vermutlich nicht zu unrecht, aber wer will das [...]

  5. Jan am 14. Mai 2009, um 11:39 Uhr

    Schlimmer ist noch, daß man – als Berliner Schalker – dem vermeintlichen Höhepunkt des Jahres, dem Schalke-Spiel in Berlin, nicht mehr entgegenfiebert; sondern sich beinahe fatalistisch dem selbstgewählten Schicksal ergibt: Man hat ‘ne Karte, also geht man hin. Vorfreude? Auf was? Hertha wird spielen wie immer. Nicht sexy, aber effektiv. Schalke wird spielen wie immer. Auch nicht sexy, und Effektivität, naja, auch kein Begriff, den man zwangsläufig mit Schalke 2008/09 verbindet. Und weil die Herthaner aller Voraussicht nach “galliger” sein werden, während sich die Blauen schon mental in der Sommerpause wähnen werden, wird Hertha 1, 2 Tore schießen und folglich 1:0 oder 2:0 gewinnen. Da würde ich fast drauf wetten. Wenn’s mir nicht so egal wär’.

  6. WEB 0.4 am 14. Mai 2009, um 12:01 Uhr

    Finde ich alles auch…

  7. Andy am 14. Mai 2009, um 12:02 Uhr

    …nehme aber trotzdem gerne eure Karten!

  8. sequencer am 14. Mai 2009, um 12:09 Uhr

    Ich, kein Freund von Quälix, werde wohl in den nächsten Tagen einen kleinen Magath-Schrein errichten, mit Mini-”Hügel-der-Schmerzen” und kleinem Medizinball. Dann werde ich ihm, dem Erlöser, regelmäßig opfern und hoffen das er es schafft auf Schalke ein paar Schädel zu knacken (rein bildlich gesprochen) um diese verfahrene Situation aus jenen (den Schädeln) zu vertreiben und die Pflänzchen Hoffnung und Selbstvertrauen im Mutterboden der Erkenntnis zu verankern. Auf das in Körper und Geist gestählte Gesellen uns wieder mit allerlei Ballkunst erfreuen dürfen.

    Wow, ich werde mir noch mal die Inhaltsstoffe meines Hustensaftes durchlesen.

  9. Andy am 14. Mai 2009, um 14:26 Uhr

    Ich weiss nicht ob dass die richtige Seite ist, um übersetze Manowar-Lyrics zu posten!

  10. Frank Dubberke am 14. Mai 2009, um 15:05 Uhr

    Würde gar nicht mehr mit den meisten Stammakteuren spielen, sondern jetzt
    schon die jungen Spieler Erfahrung sammeln
    lassen. Kenia (scheint ja jetzt endlich fit zu sein) , Latza, Zambrano. Willen werden die Jungs zeigen, da sie sich präsentieren wollen.
    Dafür komme ich gerne auch noch mal gegen die Hoppis, was ich sowieso mache, was interessiert mich wer Meister wird?! ;-)

  11. Netto statt Brutto? : Königsblog am 14. Mai 2009, um 20:35 Uhr

    [...] wenn ich länger über die Idee von Jens Jeep nachdenke, wenn ich den VfB Stuttgart am 13.05.09 in Gelsenkirchen ertragen muss, wenn man sich eben gerade über die perfekte Ausführung dieser offiziell zu [...]

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