Endlich ist’s wieder sportlich: Für die Relegation!

16 Jahre lang musste der Drittplatzierte der zweiten Bundesliga aufsteigen, obwohl er zumeist nicht reif dazu war. Nun ist endlich Schluss damit, endlich wurde der Fehler der Abschaffung der Relegationsspiele revidiert.

In der Saison 1981/1982 startete die eingleisige 2. Bundesliga. Es gab zwei direkte Aufsteiger, der Tabellendritte musste sich mit dem Drittletzten der 1. Liga auseinandersetzen. Spannend war das fast immer, nur im ersten Jahr gewann eine Mannschaft beide Spiele. Dreimal musste ein drittes Spiel die Entscheidung bringen. Ein echter Höhepunkt zum Saisonabschluss. Meistens war der Zweitligist allerdings am Ende nicht stark genug. In sieben von zehn Fällen gewann der Erstligist das Kräftemessen.

In der Saison 1991/1992 kamen die Vereine der neuen Bundesländer dazu. Ein Jahr lang spielte die erste Liga mit 20 Mannschaften, darunter Dynamo Dresden und Hansa Rostock. Rostock stieg sofort ab und aus der in diesem Jahr zweigeteilten 2. Liga schaffte es keiner der 6 Ostvereinen, sich für das Oberhaus zu qualifizieren. Fortan gab es je drei direkte Auf- und Absteiger. Mit dem erleichterten Aufstieg ohne Relegation, war wohl auch die Hoffnung des DFB verbunden, der eine oder andere Verein aus den neuen Bundesländern möge in Zukunft das Ungleichgewicht zwischen Ost und West in der 1. Liga mildern.

Direkt in der nächsten Saison stieg der VfB Leipzig als erster Drittplazierter ohne Relegation in die erste Liga auf. Was folgte waren die Aufstiege einer ganzen Reihe von Vereinen, die für die 1. Liga zu schwach waren. 10 von 16 Clubs stiegen spätestens im dritten Jahr wieder ab, sechs umgehend. Auch Leipzig hielt sich nur eine Saison.

Nun soll sich der Drittplazierte wieder mit dem Drittletzten der 1. Liga messen. Zugegeben, für die 2. Liga mag das ein Nachteil sein. Bislang lebte die 2. Liga davon, dass fast jeder Club über kurz oder lang um den Aufstieg mitspielen konnte. Die Liga war durchlässig wie ein Schweizer Käse, was gut war, den welcher Club will schon in der 2. Liga stranden?!
Dennoch ist der Fußballkalender wieder um eine Attraktivität reicher. Das bringt Geld, und daran kann ich nichts schlechtes finden, solange der Sport nicht darunter leidet. Und das tut er hierbei nicht.

Nur zwei Spiele, die über eine Saison entscheiden, sind unfair? Sicher kann es dabei Unglück geben. Falsche Schiedsrichterentscheidungen. Plötzliche Verletzungen wichtiger Spieler, ausgerechnet jetzt. Sicher wäre es fairer, wenn es mehr Spiele zu dieser Entscheidung hätte. Vielleicht eine „Best Of Seven“-Serie nach amerikanischem Vorbild, bei der eine Mannschaft viermal gewinnen muss? Eine entsprechende Ente bei kicker.de würde ich mir wünschen, nur des Aufschreis wegen …

Ich bin mit zwei Spielen zufrieden. Die Fehlentscheidungen, die Verletzen, das Unglück, alles das gibt es auch am letzten Spieltag. Dadurch entstehen die Geschichten, die auch in 20 Jahren noch erzählt werden. Die Historie vieler Vereine erzählt davon, nicht nur die des Clubs, welchem dieses Blog gewidmet ist. Wieso sich Fehlentscheidungen und Zufälle insbesondere in Relegationsspielen auswirken sollen, kann ich nicht nachvollziehen.

Ich halte die Relegationsspiele für fair. Der Zweitligist muss eben besser sein als der Erstligist. Und damit beweisen, dass er an seiner statt in Liga 1 gehört. So ist Sport.

[Dieser Beitrag erschien erstmals im Oktober 2007 bei Drei Ecken, ein Elfer. Heute hier, der Aktualität wegen.]



20 Kommentare zu “Endlich ist’s wieder sportlich: Für die Relegation!”

  1. jens [catenaccio] sagt:

    interessanter Artikel! Danke!

  2. Matthias sagt:

    Ich bin ebenfalls ein großer Befürworter der Relegation und würde sogar so weit gehen, dass außer dem Meister der zweiten Bundesliga kein Aufsteiger ohne Relegation feststehen sollte. Auf diese Weise würde der „Meisterkampf“ in der zweiten Liga einen höheren Stellenwert erlangen, als es die zu dieser Saison eingeführte Alu-Radkappe vermag. In den letzten Jahren war es zu oft so, dass der bereits vier Spieltage vor Schluss feststehende Aufsteiger die Liga komplett vernachlässigt hat und am Ende nicht als Meister, sondern als Zweiter oder Dritter aufstieg. Eine Relegation „Vorletzter BL vs. Zweiter 2.BL“ und „Drittletzter BL vs. Dritter 2.BL“ wäre für mich deshalb ein Stückweit reizvoller.

    Im übrigen glaube ich, dass es in den relegationslosen Jahren zu einer Verdichtung der Leistungsstärke zwischen den beiden Ligen gekommen ist. Früher war der Drittletzte der Bundesliga immer der haushohe Favorit der Relegation. Das würde ich heute nicht mehr unterschreiben. Für mich geht Nürnberg sogar mit ein wenig mehr Rückendwind als Cottbus in die Entscheidungsspiele. Das wird auf jeden Fall spannend werden.

    Das einzige, was mich in diesem Jahr stört, ist die offensichtliche Terminuneinigkeit, die die DFL bei der Relegation angesetzt hat. Mit Nürnberg und Cottbus klappt das jetzt zwar mit den Spielen am Donnerstag und Sonntag, aber was wäre denn gewesen, wenn einer der beiden im Pokalfinale gestanden hätte? (Mainz stand immerhin im Halbfinale und hätte theoretisch ja auch Dritter werden können – dann hätten wir den Salat gehabt). Werden die Relegationstermine zukünftig also immer erst auf Zuruf festgelegt? Das fände ich ehrlich gesagt ziemlich suboptimal.

  3. Sebastian sagt:

    Ich finde Durchlässigkeit gut und die Relegation eine Bestrafung für denjenigen Klub, der eine wirklich gute Saison gespielt hat. Das hat sicher mit der eigenen Erfahrung von verlorenen Relegationsspielen (furchtbares Elfmeterschießen in Osnabrück 2000) zu tun.
    Für mich klingen Deine Argumente zu sehr nach Abschottung. Wenn man diesen folgen würde, könnte man auch den Meister in einer separaten Runde ausspielen und ebenso die UEFA-Cup Plätze. Doch wenn man sich für eine Liga entscheidet, dann sollte tatsächlich die Leistung über eine gesamte Saison entscheidend sein. Damit erwirbt sich ein Verein das Anrecht auf den Aufstieg oder eben den Abstieg. Und ich empfinde das Argument, die Vereine würden sowieso bald wieder absteigen als schwach. Denn durch die Durchlässigkeit haben wir in Deutschland sehr starke untere Ligen. Die zweite Liga ist zum Beispiel keine Klopperliga mehr. Und das hängt sicher damit zusammen, dass viele Spieler auch in der ersten Liga Erfahrung sammeln konnten.

  4. Manfred sagt:

    Relegation ist vor allem mal eine strunzdumme Wortwahl: relegatio bedeutet im Latein, dass man fortschickt, entfernt, ausschließt, verweist, verbannt, zurückweist.
    Und auch ich stimme wie Sebastian nicht mit dir überein und finde die Entscheidungsspielereien sinnlos. Deine Liste mit den Vereinen, die ohne diesen Stuß als Dritte der 2. Liga aufstiegen, zeigt doch auch, daß -abgesehen von Leipzig und Ulm- alle anderen Vereine nach wie vor (oder, wie Fortuna Düsseldorf, nun wieder) in der 1. oder 2. Bundesliga spielen.
    Die Teams, die als 16. aus der Bundesliga abstiegen, lesen sich wie folgt:
    1992: Stuttgarter Kickers (als 17. aus der einmaligen 20er Liga)
    1993: VfL Bochum
    1994: 1.FC Nürnberg
    1995: VfL Bochum
    1996: 1.FC K’lautern
    1997: Fortuna D’dorf
    1998: Karlsruher SC
    1999: 1.FC Nürnberg
    2000: SSV Ulm 1846
    2001: SpVgg Unterhaching
    2002: SC Freiburg
    2003: Arminia Bielefeld
    2004: Eintracht Frankfurt
    2005: VfL Bochum
    2006: 1.FC K’lautern
    2007: 1. FSV Mainz 05
    2008: 1.FC Nürnberg

    Fast identisches Bild wie bei den Aufsteigern: hier sind es 3 Teams -Stuttgarter Kickers, U’haching und Ulm- die nicht mehr in der 1. oder 2. Liga spielen.
    Reif? Unreif? Weder-noch, oder?
    Ich kann diesem ganzen Playoffgegurke nirgends etwas abgewinnen, dann soll man lieber gleich sagen: die letzten beiden Teams der 1. Buli steigen ab, die ersten beiden der 2. Buli auf und gut. Das wäre sicher auch so lange im Sinne des Veranstalters und der ganzen profitgierigen Mischpoke, wie nicht ein potentieller Zuschauermagnet wie zuletzt der 1.FC Köln als Dritter nicht aufgestiegen wäre.
    Und jetzt Cottbus-Nürnberg? Wer braucht das denn?
    Osnabrück-Paderborn? Aua…

  5. Torsten Wieland sagt:

    @Sebastian: Dass die Stärke der 2. Bundesliga durch den Auf- und Abstieg bedingt wird, darüber lohnt es sich mal nachzudenken. Sicher bin ich mir da nicht. Auch nicht was die Behauptung angeht, dass die 2. Liga tatsächlich so stark ist. Gemessen woran? Da fehlen einfach Vergleichsmöglichkeiten.

    Wenn man diesen folgen würde, könnte man auch den Meister in einer separaten Runde ausspielen und ebenso die UEFA-Cup Plätze.

    Nein, das ist was anderes, weil hierbei die Kandidaten gegen die gleichen Gegner und zweimal gegeneinander gespielt haben. Hier vergleicht die Tabelle Gleiches mit Gleichem.

    Für mich klingen Deine Argumente zu sehr nach Abschottung.

    Du meinst, ich hätte eigentlich im Sinn, die Fluktuation weitestmöglich einzudämmen? Nein, nichts liegt mir ferner. Ich freue mich nur sehr auf die spannenden Relegationsspiele und finde die meisten Gegenargumente unausgegoren.
    Natürlich ist die Regelung „zwei Aufsteiger, einer in die Relegation“ ein Kompromiss zwischen sportlichem Vergleich (s. Matthias‘ Kommentar) und Attraktivität der 2. Liga. Aber ein ganz guter, wie ich meine.

  6. tumulder sagt:

    Relegation ist gut. Auch wenn das Argument der Abschottung gegen die unteren Ligen natürlich nicht von der Hand zu weisen ist, muß man jedoch resümieren, daß die benötigte Punktzahl für einen Nichtabstiegsplatz in den letzten 15 Jahren stetig gesunken ist. Mußten in den 90er Jahren seit der Einführung der 3 Punkte Regel etwa 37 Punkte eingefahren werden, reichten in den letzten Jahren auch 34 Punkte. Trend sinkend. Außreißer nach oben und unten bestätigen wie immer die Regel. Ich halte diesen Trend für eine Auswirkung des direkten Aufstiegs des Zweitliga Dritten und direkten Abstiegs des Erstliga Sechszehnten. Über ein oder zwei Spielzeiten mag sich das vielleicht nicht stark auf die Leistungsdichte einer Liga auswirken, aber auf Dauer sind die Auswirkungen doch zu spüren. Die Bundesliga hat im internationalen Vergleich über die letzten 15 Jahre an Bedeutung verloren. Der Aufwand innerhalb der Liga bestehen zu können ist gesunken, gerade für Mannschaften, die nicht regelmäßig oder generell einen internationalen Wettbewerb anstreben, und die Vereine richten ihre Kader dementsprechend aus. Was sich natürlich auch auf die Spitzenmannschaften der Liga auswirkt. Ich nenne hier einmal als krasses Beispiel den FCB, der diese Saison mit zweieinhalb Stürmern und viel Durchschnitt in die Saison gestartet ist und dennoch die direkte Qualifikation zur Championsleague erreicht hat. Genauso wie Schalke letzte Saison mit dem berühmten Rumpelfußball noch den dritten Platz erreichte, da gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich immer wieder leicht Punkte eingefahren wurden. Das ist meiner Meinung nach ein Teufelskreis, der jetzt vielleicht auch mit der neu eingeführten Relegation, deren Ziel es ist schwache Mannschaften von der Ersten Liga fern zu halten, durchbrochen werden kann. Die Auswirkungen, auch des Wegfalls des Inter-Toto-Cups, wird man vielleicht erst in ein paar Jahren zu spüren bekommen. In Tabellenhälfte 1 mehr Wettbewerb, in Tabellenhälfte 2 mehr Qualität. Das wäre das optimale Ergebnis.

  7. berka sagt:

    Nichts gegen Relegationsspiele, aber:

    wendet man die gleiche Betrachtung auf die jeweils zweitplazierten Direkt-Aufsteiger aus der 2. Liga an, kommt man zum Ergebnis dass diese noch schwächer waren:
    (ebenfalls) 6 stiegen unmittelbar wieder ab (zweimal war dies übrigens der MSV Duisburg!),
    5 stiegen im verflixten 2. Jahr wieder ab.
    Lediglich 5 Vereine konnten sich länger halten:
    Wolfsburg ’97 (bis heute)
    Freiburg ’98 (bis 2002)
    Gladbach ’01 (bis 2007)
    Bielefeld ’04 (bis 2009) und
    Hoffenheim ’08 (bis heute).

    Vielleicht sollte man die Vereine auf Platz 3 aufsteigen lassen und die Zweiten in die Relegation schicken?

  8. sequencer sagt:

    Kurze (nicht repräsentative) Umfrage unter Arbeitskollegen, alle sind für Relegationsspiele. Meistens ist es die Freunde auf zwei hoffentlich spannende Spiele. Und falls noch etwas Geld für die beiden Vereine generiert wird (weiß da jemand etwas genaueres?), kann es auch nicht schaden.

    Vielleicht sollte man ne twtpoll starten ;-)

  9. Stefan (Weltsicht Südtribüne) sagt:

    Ich würde auch sagen, dass das Argument, die Drittplatzierten der 2.Liga wären nicht reif für die 1. nicht stimmt. Meist sind es die ersten oder zweiten, die gleich wieder absteigen. Die Dritten halten sich da erstaunlich gut.

    Ansonsten finde ich Relegation so albern wie Play-Offs. Genauso gut könnte man am Ende der Saison die Meisterschaft in einem Finale zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten austragen. Wäre auch spannend und brächte noch mehr Geld.

  10. sequencer sagt:

    Ich finde, man kann Relegation nicht mit Play-Offs vergleichen. Hin- und Rückspiel und der Drops ist gelutscht. Ein einziges Entscheidungsspiel an einem neutralen Ort fände ich auch interessant, mit allen Unwägbarkeiten eines Finales.

    Und wie Matthias schon geschrieben hat, wenn die Stärke der Teams so unterschiedlich wären, wäre es für den Drittletzte der Bundesliga kein Problem jedes Relegationsspiel zu gewinnen.

    Die Bundesliga bekommt immer den stärkeren Verein.
    Das kann nichts Schlechtes sein.

  11. Torsten Wieland sagt:

    Ich merke, die Aufstieg / Abstieg Tabelle hätte ich weglassen sollen. Vielleicht ist es wirklich ein zu schwaches Argument. Vielleicht gibt es auch nur viel zuviel Interpretationsspielraum, wie viele Jahre in welcher Liga wie viel wert sind und ab wann welcher Club wo als etabliert gelten kann. Aber sei’s drum: Das ist auch nicht das Wichtigste.

    Die anderen, mittlerweile allesamt aufgeführten Argumente reichen m. E. völlig aus.
    Bemerkenswert finde ich, wieviele Leute sich daran stören, dass „die Liga“ mit diesen Relegationsspielen Geld verdient. Scheint fast das Haupt-bäh-Argument zu sein.

  12. O-Jay sagt:

    Grundsätzlich finde ich die Wiedereinführung der Relegationsspiele positiv, verbindet man doch einige Spannung damit. Der Fußball wäre ohne die Relegation doch um mindestens eine Geschichte ärmer, wenn man beispielsweise an die Auseinandersetzung 1986 zwischen Dortmund und Fortuna Köln denkt.

    Wobei ich das jetzt rein vom emotionalen Standpunkt betrachte und gar keine Zahlenkaspereien bemühen will.

    So gesehen kann ich die diesjährigen Spiele allerdings nicht entspannt genießen, da ich gefühlsmäßig mächtig mit dem Club drin hänge. Für den FCN kommt die Wiedereinführung wahlweise ein Jahr zu spät oder ein Jahr zu früh. Im letzten Jahr hätte man sich als 16. noch retten können, dieses Jahr wäre man als 3. direkt aufgestiegen. Schon kurios.

    Wie es mit den Einnahmen aussieht, weiß ich nicht detailliert. Jedoch bemerkte der Premiere-Kommentator am Sonntag während der Partie gegen 1860 etwas von ca. 500.000 EUR Mehreinnahmen für den Club durch das weitere (ausverkaufte) Heimspiel. Ob diese Zahl in etwa zutrifft und In welcher Höhe da noch eine Beteiligung an den TV-Einnahmen dazu kommt, weiß ich nicht.

  13. Stefan (Weltsicht Südtribüne) sagt:

    OK, kann ich verstehen, dass Du als Gazprom-Fan Geld als Hauptargument siehst :-P
    Mir geht es aber primär um den sportlichen Wert. Da ackert (oder versagt) man 34 Spiele lang und dann hängt es doch wieder an zwei Relegationsspielen?

  14. Stadtneurotiker sagt:

    Ich freue mich auch auf die Relegationsspiele . Daß dadurch nochmal Geld eingespielt wird, stört mich weniger, als wenn ein unsinniger Ligapokal ausgetragen wird, der sportlich wirklich ohne Wert ist.

    Außerdem verkürzt sich die Sommerpause um eine Woche… ;-)

  15. O-Jay sagt:

    @ Stefan: das kam wohl ein bisschen falsch rüber. Der genannte fiskalische Aspekt war lediglich als Antwort auf den Einwurf von sequencer gedacht, hätte wohl besser ein @ mit einfügen sollen. Ich habe ja auch den Spannungsaspekt deutlich an erster Stelle genannt. Wieviel Geld in diesen beiden Spielen verdient wird, ist mir persönlich sowas von egal.

    Ich dachte immer, ich wäre Fan des FC Schalke 04 …
    Der FC bekommt von REWE nur Naturalien ausgezahlt? ;-)

  16. berka sagt:

    Der Vollständigkeit halber hier noch das Ergebnis der Auswertung für die jeweils ersten der 2. Bundesliga. Die sind tatsächlich erfolgreicher.
    Nur drei (Bochum 94, Bielefeld 99, Köln 06) stiegen umgehend wieder ab.
    Vier erwischte es im 2. Jahr, weitere vier nach drei oder 4 Jahren.

  17. madcynic sagt:

    Ich halte die Relegationsspiele für fair. Der Zweitligist muss eben besser sein als der Erstligist. Und damit beweisen, dass er an seiner statt in Liga 1 gehört. So ist Sport.

    Mit demselben Argument kann man auch den letzten der Bundesliga gegen den ersten der zweiten Liga spielen lassen. Und den vorletzten gegen den zweiten. Und den 4. gegen den 15.

    Zwei Spiele sollten doch wirklich nicht Maßstab sein und eine ganze Saison ruinieren (oder eben retten) können. Als Fan eines NOFV-Vereins hab ich die Relegation schon einmal erlebt, beim Aufstieg aus der Oberliga in die damals drittklassige Regionalliga. Da spielte der 1. FC Magdeburg, dreifacher DDR-Meister, gegen den BFC Dynamo (zehnfacher DDR-Meister). Beide waren Meister ihrer Liga geworden, Magdeburg gewann 5-2 (on aggregate, wie die Engländer sagen), Dynamo stieg nicht auf und ging in Insolvenz. Bei umgekehrtem Ergebnis wäre der FCM pleite gegangen (isser ja auch ein Jahr später). Will sagen: Relegation versaut Planungssicherheit, behindert die Transferarbeit und verringert die Durchlässigkeit.

    Das ist allerdings im Sprung von Liga 3 zu Liga 2 deutlicher zu sehen als zwischen den ersten beiden Klassen. Vor der Ligenreform gab es für die 3. Liga 4 Aufsiegsplätze in zwei Staffeln mit insgesamt 36 (Norm, 37 zuletzt). Jetzt sind es nur noch 2,5, und nur noch 3 Abstiegsplätze. Die Fluktuation in Liga 3 liegt also bei 5,5 Teams pro Saison – und das bei 20 Mannschaften. Deutlich zuwenig, wie ich finde.

  18. Torsten Wieland sagt:

    Relegation versaut Planungssicherheit, behindert die Transferarbeit und verringert die Durchlässigkeit.

    Wie soll’s denn nun sein, will man Planungssicherheit oder Durchlässigkeit?

    Wenn es in der Saison einigermaßen spannend ist, und das war es in den letzten Jahren in der Regel, gibt es immer drei bis fünf Clubs, die bis zum letzten Spieltag nicht wissen, in welcher Liga sie nach der Sommerpause spielen werden. Cottbus und Nürnberg erlangten nun 8 Tage nach Borussia Mönchengladbach Planungssicherheit. Dafür verdienten sie durch die Relegation ein paar Euros dazu, die vielleicht eine Verpflichtung mehr ermöglichen.

    Kurz: Die Argumente um Sicherheit und behinderter Transferarbeit halte ich für Kokolores.

  19. Matthias sagt:

    Faszinierend an den diesjährigen Relegationsspielen fand ich, dass sich sowohl in der 1. Liga (Nürnberg) als auch in der 2. Liga (Paderborn) jeweils der unterklassige Club verdient und recht ungefährdet durchgesetzt hat. Wie ich finde, ist dies ein tolles erstes Indiz für meine vor ein paar Tagen geäußerte These, dass die Leistungsdichte zwischen den Ligen zugenommen hat. Dafür muss man den Vereinen, der DFL und auch dem DFB, unter dessen Regie die 3. Liga eingeführt wurde, zunächst einmal ein Kompliment aussprechen.

    Auch wenn es früher anders war: Der drittletzte Platz ist heute nicht mehr gleichbedeutend mit dem de-facto-Klassenerhalt. Der dritte Platz ist ebenso keine vergebene Aufstiegschance.

    Wenn man dann noch die Jubelbilder aus Nürnberg und Osnabrück betrachtet, die in Nichts den Szenen nach dem DFB-Pokalfinale nachstanden, dann muss man als neutraler Fußballfreund doch einfach die Relegation lieben. Lieber ein daramtisches Saison-Nach-Finale (selbst wenn es durch die Reduzierung auf zwei Spiele ungerecht sein könnte) als ein mehr oder minder stoisch akzeptierter Aufstieg als Tabellendritter am vorletzten Spieltag. Sowohl Paderborn als auch Nürnberg haben sich durch die Relegation einen emotionalen Höhepunkt verschafft, der Schwung für die nächste Saison bringen kann. Und dass beide Vereine jetzt auch noch mit etwas mehr Geld durch eine ausverkaufte Hütte mehr in die Sommerpause gehen, halte ich keinesfalls für schändlich.

    Ich bin deshalb weiterhin 104%ig Pro Relegation!

  20. Das Übrige zum Donnerstag | Königsblog sagt:

    […] Da findet ein Europacup-Endspiel statt, und kaum jemanden interessiert es. Ich hab’s nicht gesehen. Das Relegationsspiel heute sehe ich mir an. Ich mag die Relegation. […]

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