Artikel im Juni 2009

Klare Ansage

Ey, Pokal!

So rief Mesut Özil gestern Abend seine Mannschaft zusammen. Die meisten U21-Europameister waren nach der Medaillen-Verleihung am tätschelnden Dr. Zwanziger und am Pokal vorbei, immer weiter maschiert. Die Fähigkeit zur klaren Ansage zeichnet Führungsspieler aus.

Bernd Dreher folgt auf Oliver Reck

Bernd Dreher wird der neue Torwart-Trainer bei Schalke 04. Wie Revier Sport heute berichtet, wird Dreher am Montag beginnen und die Nachfolge von Oliver Reck antreten, dessen auslaufender Vertrag von Felix Magath nicht verlängert wurde.

Dabei wird Felix Magath zitiert:

Bernd Dreher hat in Oliver Kahn jahrelang den besten Torhüter der Welt trainiert. Er ist der Richtige, um die gute Arbeit von Oliver Reck auf Schalke fortzuführen und unseren Schlussmann Manuel Neuer noch ein Stückchen besser zu machen.

Und Wikipedia weiß:

Bernd Dreher gilt als technisch versierter Fußballspieler, was für einen Torhüter nicht selbstverständlich ist. So wurde er von Ex-Trainer Felix Magath in Testspielen bisweilen als Stürmer eingesetzt.

Bernd Dreher verließ den FC Bayern, als Jürgen Klinsmann dort als Cheftrainer begann. Dabei wähnte er sich damals in einer sehr ähnlichen Position wie Oliver Reck heute.

Auch diese Personalie ist offensichtlich kein Schnellschuss. Felix Magath holt in Dreher einen Mann den er seit langer Zeit kennt und dessen Arbeit er einzuschätzen weiß. Das Gefühl, dass auf Schalke Entscheidungen nach einem Plan ungesetzt werden, ist ein gutes.

Der Berg ruft

… vielleicht nicht, aber er filmt.
Ich bin mir nicht sicher, aber ich denke nicht, dass in Wolfsburg auf „Mount Magath“ schon mal Fans standen, um den Profis bei der Anstrengung zuzuschauen. Ich bin mir auch nicht sicher, dass es Meister Magath gefällt, dass es auf Schalke so ist.
Aber wenn sich die Gelegenheit bietet, schauen wir auch hin. Zumal sich selbst die Schreiber der Club-Homepage derart über die Treppenläufe freuen, dass man meinen könnte, unter den vorherigen Trainern sein stets nur Fußball-Tennis gespielt worden.

Nach fast 90 Minuten intensiven Trainings gingen die Spieler vom Platz, doch die Schicht war noch lange nicht beendet: Auf der Gegengeraden des Parkstadions wartete noch ein halbstündiger Treppenlauf. Insgesamt 108 Stufen lagen pro Auf- und Abstieg vor den Spielern. Doch auch das Trainer-Team ließ es sich nicht nehmen, den Gipfel mehrmals gemeinsam mit seinen Schützlingen zu erklimmen. Den schweißtreibenden Abschluss bildete ein Lauf über die steinernen Sitzreihen – 55 Stufen im doppelten Abstand.


Und nachmittags ging’s dann nochmal durch den Park bei Schloss Berge

[Gefunden von @tommes04]

Magath Macht

Es ist schon eine scheiß Situation. Ich mag Mike Büskens. Jeder Schalker mag Mike Büskens. Wenn er davon spricht, dass er Schalke 04 liebt, geht jedem Fan das Herz auf. Dabei ist er immer glaubwürdig, obwohl ein Profi, zurückhaltend, sympathisch. Und trotzdem verstehe ich auch Meister Magaths Entscheidung, ihn nicht als Co-Co-Co-Trainer zu beschäftigen.

Mike Büskens hatte auf jegliche Journalisten-Anfrage äußerst cool reagiert. Wenn Magath da wäre würde gesprochen werden. Jetzt kam Magath, es wurde gesprochen. Mike Büskens wurde der Job als Trainer von Schalke II angeboten; Büskens wollte Co-Trainer werden. Magath wollte ihn nicht als Co-Trainer haben. The man to blame? Clemens Tönnies. Weil Tönnies auf der Pressekonferenz, in der Magath zum neuen Chef auf Schalke ausgerufen wurde, eine Weiterbeschäftigung der verdienten Leute Büskens, Mulder und Reck versprach.

Nun ist von Coolness keine Spur mehr. In „Revier Sport“ führte Heiko Buschmann ein Interview mit Büskens. Buschmann, seit Jahren ein für Schalke zuständige Journalist, stellt dem seit 17 Jahren auf Schalke aktivem Buyo die passenden Fragen. „Wie haben Sie die Demmission aufgenommen?“ „Wie ist es, so abserviert zu werden?“ Anschließend verfasst Buschmann einen entsprechenden Kommentar

Die Traditionalisten unter den Fans, die Werte wie die absolute Identifikation mit dem Klub hoch halten, müssten sich eigentlich schon jetzt von dem Machtmenschen aus Wolfsburg abwenden – und Clemens Tönnies […] bei der Jahreshauptversammlung am kommenden Sonntag die Hölle heiß machen.
Mag der Unternehmer aus Rheda seine Geschäfte in der Fleischbranche nicht immer nach den Richtlinien einer Ethikkommission führen, auf Schalke waren bisher Aufrichtigkeit und das Einhalten von Versprechen noch meistens gerne gesehen.
Doch Tönnies’ Wort scheint ungefähr so viel Wert zu sein wie die Aktie von Borussia Dortmund. Auch beim Nachbarn hat man sich auf der Suche nach dem ganz großen Wurf böse verspekuliert.

Kaum also trifft Magath seine erste Entscheidung, schon ist die Schalker Seele zutiefst erschüttert. Das Problem dabei: Diese Seele ist schizophren, sie weiß nicht was sie will.
Einerseits will sie den Verein im ursprünglichen Sinne hochhalten. Sie will diejenigen, die Zeiten prägten, ehren und für immer unangetastet, in welchen Ämtern auch immer, teilhaben lassen. Gleichzeitig will sie einen modernen und erfolgreichen Club sehen, will auf allen Posten nur die Besten haben, erfolgsorientiert, vorne dabei. Olaf Thon wusste bis zuletzt wohl selbst nicht was er konnte oder wollte und ging. Andreas Müller wurde von großen Teilen der Gemeinde exkommuniziert, weil es nicht mehr reichte, nur ein Eurofighter zu sein. Und Mike Büskens wollte nicht irgendwo im Verein bleiben, sondern Co-Trainer sein.

Aber Schalke hat einen Wechsel vorgenommen. Weil Schalke zuletzt sportlich nicht erfolgreich war. Aber auch, weil es an Führung fehlte, weil unter Andreas Müllers Leitung vieles wischiwaschi war, weil es eben nicht kompromisslos in eine, die richtige Richtung ging. Immer sprachen alle, immer schienen viele zu entscheiden. Und letztendlich war es weder so erfolgreich wie erhofft, noch so nachhaltig, als dass man immer weiter hätte hoffen können.
Schalke hat den „Machtmenschen“ Felix Magath eingekauft. Und mit ihm sein Konzept. Ihm wurde bewusst die gesamte Macht über den sportlichen Bereich gegeben, damit er, der mit seiner Art die entsprechende Erfolge nachgewiesen hat, führen kann. Magath hat sein Team, ihm sind Bernd Hollerbach und Seppo Eichkorn wichtig. Für einen dritten Mann hat er keine Verwendung.

Man muss wissen was man will. Ich bin froh, dass Clemens Tönnies Magath geholt hat. Auch wenn es mit leid tut, dass Buyo nicht bekommt, was er sich erhoffte, und ich ihm, bei Gott, alles Gute wünsche.

Jetzt wirds intensiv

Intensität ist das Schlüsselwort aller Trainingsformen für Leistungssteigerungen bieten sich verschiedene Varianten von Intervallen an bei denen sich Phasen hoher zuweilen maximaler Intensität mit kurzen Phasen der Erholung abwechseln wobei die Erholungsphasen ausreichen um die nächste Belastungsspitze zu ermöglichen aber nie zu einer völligen Erholung führen Stichwort Hügelläufe eine Steigerung der Grundlagenausdauer kann über eine lange Belastung bei gerade noch nicht intensiver Intensität erreicht werden grundsätzlich beruht jede Verbesserung auf eine körperliche Anpassung in einer Erholungsphase weshalb zu jedem Trainingsplan auch Einheiten mit niedriger Intensität gehören Felix Magath eilt der Ruf voraus dass seine Mannschaften grundsätzlich bis aufs Letzte austrainiert sind zweifelsohne versteht er was von der notwendigen Balance eines Trainingsplans und ist vielmehr Fachmann als nur der vielbeschriebene Quälix gleich in seinem ersten Interview als Schalker stellt er auf ironische Art und Weise symbolisch den von vielen Fußballern gehassten langen Lauf zur Steigerung der Grundlagenausdauer dar mit seiner Sprache weder Punkt noch Komma sind zuverlässig herauszuhören das einzige zu hörenden Satzzeichen ist ein Ausrufezeichen nach dem auf Schalke sehr geschätzten Wort Arbeiten!


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(14:06 Min)
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Alles eine Sache des Timings

Auch „Beliebtheit“. Vor zwei Wochen machte die Nachricht von den beliebtesten Bundesligavereinen die Runde. Werder Bremen war dabei die Nummer eins, gefolgt von der TSG Hoffenheim …

trotz einer enttäuschenden Rückrunde und aller Vorbehalte gegen den Mäzen und SAP-Gründer Dietmar Hopp. Entscheidend für die hohen Werte war der Studie zufolge die Art des Auftritts: Mit attraktivem Offensivfußball und sichtbarer Spielfreude bezwangen die jungen Außenseiter selbst Traditionsvereine.

schrieb AP.

Schalke 04 landete auf Rang 3, höchst respektabel, nach einer Saison mit erneutem Trainerrauswurf, dem schlechtesten Tabellenplatz seit anno Tobak und den Possenspielen um die Trainer bzw. Managersuche, inklusive Tönnies-Kahn-Liveticker mit Pinkelzeiten.
Laut Studie war außerdem Jürgen Klinsmann nach Klopp und Löw der drittbeliebteste Trainer, und der VfL Wolfsburg taucht unter den beliebtesten 10 Vereinen nicht auf, obwohl sich Sportfive, Initiator der Umfrage in seiner Pressemitteilung sogar auf die Meisterschaft des VfL bezieht (unten):

Die wohl spannendste Fußballbundesliga-Saison seit Jahren hat ein verändertes Bild der deutschen Fußballlandschaft gezeichnet. Neben dem knappen Meisterschaftsrennen mit dem Überraschungserfolg des VfL Wolfsburg sorgten weitere Ereignisse für Abwechslung […] Wie sich solche Entwicklungen auf den Fußballmarkt auswirken, zeigt die siebte Fußballstudie von Sportfive.

Ich habe trotzdem noch mal nachgefragt und die Antwort erhalten, auf die ich einiges gewettet hätte.

Hallo Herr Wieland,

der Befragungszeitraum lag zwischen dem 17. November und 7. Dezember 2008.

Grüße aus Hamburg

Vielleicht bin ich ein Pingel aber ich denke, diese Info hätte mit in die Meldung gehört.

Afrikas Rhythmus und Leidenschaft

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uuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuup! Vuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu
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[via Sepp Blatter]