Der vierfache Armin

Von den 15 jüngst nichtabgestiegenen Erstligaclubs werden sieben in der kommende Saison auf jeden Fall mit einem neuen Trainer antreten. Zu zwei weiteren Clubs gibt’s entsprechende Gerüchte, Hertha ist dabei nicht mal mit eingerechnet. Dass bislang bereits vier Trainer ihre Jobs von sich aus aufgaben, ist dabei eine neue Qualität.

Wo ist die Kontinuität im Trainergeschäft geblieben?

… fragt ein Schwabe. Dabei kann er die bloße Anzahl der Trainerwechsel in dieser Saison eigentlich nicht meinen, viel gewechselt wurde schon immer. Eher meint er wohl das Beibehalten der Regel, dass ein Club seinen Trainer rauszuschmeißen, und dieser nicht von selbst zu gehen hat.

Armin Veh trat nach dem 8. Spieltag der Saison 03/04 als Trainer von Hansa Rostock zurück, worauf Hansa nicht vorbereitet war. Sieben Tage später übernahm er in seiner Heimatstadt Augsburg den Trainerjob beim hiesigen FC und veranlasste damit Hansa-Profi René Rydlewicz festzustellen, dass dies das Hinterhältigste und Feigste sei, was er je im Fußball erlebt habe.
Und nun also gleich der vierfache Armin: Felix Magath verlässt den goldenen Garten um den unsteten Riesen zu reiten. Hans Meyer verspürt wenig Lust, sich in der kommenden Spielzeit entlassen zu lassen. Daum ist lieber wieder Gott in Istanbul, statt sich des Prinz-Poldi-Problems anzunehmen. Und Martin Jol wechselt von einem „fantastischen Club“ zu einem noch „fantastischeren Club“ mit Perspektive.

In den Fan-Foren wird nun der Rydlewicz gegeben. Ist der Rauch erst mal verzogen bleibt die nüchterne Frage: Erleben wir so etwas zukünftig öfter? Werden demnächst jährlich alle Trainer ausgetauscht, wobei die Erfolglosen gefeuert werden und die Guten von sich aus gehen? Zu sicher sollte man sich seines Übungsleiters jedenfalls in keinem Fall mehr sein. Die Kontinuität besteht lediglich darin, dass sich stets alles verändert; so wie der Status des Armin Veh, vom Joblosen zum Nachfolger von Felix Magath im goldenen Garten.



3 Kommentare zu “Der vierfache Armin”

  1. Stefan (Weltsicht Südtribüne) sagt:

    Vielleicht zeigt es einfach nur, dass der Stellenwert guter Trainer inzwischen gestiegen ist? Und dass sie das wissen und zu nutzen verstehen.
    Heute ist nun einmal noch mehr der Trainer für den Erfolg der Mannschaft verantwortlich und weniger der Star oder die Stars. Die Trainer, die erfolgreich arbeiten, sind damit in einer komfortableren Verhandlungsposition als früher.

    PS: Du hast mir mein Blogthema für heute geklaut.

  2. berka sagt:

    „verlässt den goldenen Garten um den unsteten Riesen zu reiten“
    Was für ein Bild! :)
    War der Riese nicht auch ein bisschen ratlos (nur der Formulierung wegen, ‚unstet‘ passt zweifellos besser).

  3. derGraf sagt:

    und jetzt auch noch Kloppo xD

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