Blatter will Stehplätze abschaffen

… weil es dann so angenehm ruhig wird.

Die Zäune könnten Stück für Stück entfernt werden. Der Wegfall von Stehtribünen soll helfen. Blatter: „Sitzende Menschen sind ruhig.“

Bemerkenswert, dass bislang restlos alle Medien Überschriften verwenden, die an der eigentlichen Nachricht vorbei gehen.



16 Kommentare zu “Blatter will Stehplätze abschaffen”

  1. zechbauer sagt:

    Sitzen is für’n Arsch – aber schon klar, dass man langfristig alles dafür tut, ein zahlungskräftiges Operettenpublikum in die Stadien zu bekommen. Doch der Tag wird kommen, an dem sich alles wundert warum in den Stadien keine Stimmung mehr ist (vielleicht spielen sie dann künstliches Getöse von den Rängen über die Lautsprecher).

  2. tumulder sagt:

    @zechbauer
    Ich weiß gar nicht, bestand nicht sogar einmal der Verdacht, daß dies schon einmal während einer Fernsehübertragung gemacht wurde. Ich meine mich da erinnern zu können, finde jedoch den entsprechenden Link nicht mehr. Vielleicht kann sich Torsten ja erinnern.

  3. Mahqz sagt:

    Dann steh ich halt auf den Stühlen…

  4. Ruhe ist die erste Zuschauerpflicht. « angedacht sagt:

    […] also auch die Zuschauer. Und damit sie ruhig sein können, sollen sie sitzen […]

  5. zechbauer sagt:

    @tumulder: Gut möglich. Ich hab‘ so was Ähnliches mal bei Bayer Leverkusen erlebt, allerdings gaben die sich keine Mühe, die Unterstützung vom Band zu verbergen – fand ich höchst peinlich.

    Den klinisch reinen und politisch korrekten Fußballsport haben ja schon mehrere versucht zu initiieren. Einige Auswüchse sieht man ja mittlerweile in englischen Stadien (zumindest in der Premier League). Gott bewahre!

  6. probek sagt:

    vielleicht spielen sie dann künstliches Getöse von den Rängen über die Lautsprecher

    Rängengetöse – allerdings echtes, live aus anderen Ecken des Stadions übertragen – konnte man im Münchner Olympiastadion schon vor Jahren aus den Lautsprechern vor der Haupttribüne hören.

  7. probek sagt:

    (nebenbei: blockquote funzt in den Kommentaren nicht?)

  8. Torsten Wieland sagt:

    Doch, tut es. In deinem Kommentar war allerdings nur der kursiv-Tag gesetzt. Ich war mal so frei …

  9. Torsten Wieland sagt:

    Ich hörte vor Jahren schon davon, dass in Leverkusen die Fans über Mikrofone mit Stadionbeschallungsanlagenanschluss verstärkt werden würden. Ich hielt es eigentlich für ein böses Gerücht, aber wenn das in München tatsächlich so ist, mag das auch in Leverkusen schon länger so sein.

  10. Mahqz sagt:

    gewesen sein. ;-) Ist seit ca 2-3 Jahren wieder abgeschafft.

  11. Torsten Wieland sagt:

    gewesen sein. ;-) Ist seit ca 2-3 Jahren wieder abgeschafft.

    Oh, fühlten sich die VIPs gestört?

  12. Mahqz sagt:

    Ich weiss nicht, aber u.a. auf jeden Fall, weil der Capo nicht mehr die Anlage nutzt. Im Block selbst hat mans eh nicht mitbekommen, musste mich da auch auf Leute von den Sitzern verlassen. ;-)

  13. Trainer Baade sagt:

    Zum Singen keine Zeit, deshalb werden Fangesänge jetzt von der Stadiontechnik über Lautsprecher eingespielt. Das ist das größte Armutszeugnis, das man einer Zuschauerschaft machen kann.

    Falls sich doch mal zwei, drei Berliner Schnauzen zum Singen bemühen und ihr stetiges Nörgeln einstellen, werden diese Gesänge per Mikrofon vor dem Fanblock eingefangen und um ein Vielfaches verstärkt. So glauben die restlichen Zuschauer, dass sie in einem Hexenkessel sind.

    Das schrieb ich am 2. Dezember 2005, leider ohne die Quelle zu verlinken. Ich weiß allerdings noch genau, dass ich mir das nicht ausgedacht habe. Die Formulierung ist wohl etwas missverständlich, es wurden keine Fangesänge „eingespielt“, sondern eben die existierenden verstärkt. Dezember 2005, Hertha BSC Berlin.

  14. Torsten Wieland sagt:

    Gute Güte, nicht dass gleich noch jemand kommt und mir erzählt, dass das bei uns auch schon seit Jahren gang und gäbe ist …

  15. probek sagt:

    aber wenn das in München tatsächlich so ist, mag das auch in Leverkusen schon länger so sein.

    So war. In München gibt es das bei den Bayern (mindestens seit dem Umzug in die Arena) meines Wissens auch nicht mehr. Oder es fällt mir einfach nicht (mehr) auf, weil das Gehör nachgelassen hat oder weil ich ob des damaligen Entsetzens auf psychologische Verdrängung setze.

    Halte das aber eher für unwahrscheinlich. Denn angesichts des bei Bundesligaspielen, sagen wir mal, eher vornehm zurückhaltenden Münchner Publikums, würde es schon sehr auffallen, wenn plötzlich von oben (da hängen die Lautsprecher) ein enthusiastischer Mob zu hören wäre. Die Zuschauer müssen außerdem schon in den Pausen lautstark genug werbebedröhnt werden, da freut es mich, wenn wenigstens während des Spiels möglichst wenig aus den Lautsprechern zu hören ist.

    PS:

    In deinem Kommentar war allerdings nur der kursiv-Tag gesetzt.

    Ja. Weil der blockquote-Tag nicht funktionierte und ich ihn dann per Kommentar-Edit ersetzte … aber vermutlich hatte ich mich nur vertippt, es geht ja.

  16. Matthias sagt:

    In den ersten Jahren der Bundesliga wurde in den TV-Zusammenfassungen die Stadion-Atmosphäre aus der Konserve eingespielt. Es war anscheinend zu aufwändig, Bild und Ton aufzuzeichnen, schnell zu schneiden und per Motorradkurier ins Sendezentrum zu bringen. Also wurden Bundesligaspiele nur als „Stummfilm“ aufgezeichnet. Das ganze fiel schließlich auf, als bei einem Spiel mit 5.000 Zuschauern beim Tor der Auswärtsmannschaft auf einmal ein Jubel ausbrach, der selbst in einem vollbesetzten 80.000-Mann-Stadion kaum zu erreichen ist. Die ARD musste kleinlaut ihre Trickserei zugeben und hat sich danach davon verabschiedet. Das wurde vor ein paar Jahren mal in einer XY-Jahre-Bundesliga-Sondersendung erzählt.

    Meine Freundin schwört übrigens Stein und Bein darauf, dass RTL bei den Formel-1-Übertragungen ebenfalls trickst. Sie hat vor ein paar Jahren mal ein Qualifying (damals noch nach dem alten Modus) gesehen, bei dem gerade kein Auto auf der Strecke war. Dennoch hörte man mit schöner Regelmäßigkeit das pfeiffende Dröhnen vorbeifahrender Rennwagen.

    Was ich mich bei Auswärtsspielen der Schalker frage ist, warum es (wie bspw. in Berlin üblich) erlaubt ist, dass der Stadionsprecher sich während des Spiels zu Wort meldet und Spielszenen zum Anlass nimmt, das Publikum anzuheizen („Das war eine tolle Parade von unserem Keeper Jaroslav….“ oder „Ein geiler Schuss von unserer Nummer 10….“). Ich meine, ich hätte mal gehört, dass dies nicht den Statuten entspricht.

    Zum Thema Blatter: Lass‘ den Alten mal reden. Dass er und seine [Leute] Feinde des Fußballs sind, beweisen sie täglich auf’s neue. Zum Glück wird innerhalb der UEFA kein Wert auf Blatters Gefasel gelegt. Die Bundesliga wird mittlerweile von anderen Ligen offen um die Stehplätze beneidet. Dieses Markenzeichen wird sich die DFL nicht zerstören lassen.

    [Edit: An Stelle der Eckklammern wurde ein Teil moderiert; T.W.]

Schreibe einen Kommentar