Es ist schon eine scheiß Situation. Ich mag Mike Büskens. Jeder Schalker mag Mike Büskens. Wenn er davon spricht, dass er Schalke 04 liebt, geht jedem Fan das Herz auf. Dabei ist er immer glaubwürdig, obwohl ein Profi, zurückhaltend, sympathisch. Und trotzdem verstehe ich auch Meister Magaths Entscheidung, ihn nicht als Co-Co-Co-Trainer zu beschäftigen.
Mike Büskens hatte auf jegliche Journalisten-Anfrage äußerst cool reagiert. Wenn Magath da wäre würde gesprochen werden. Jetzt kam Magath, es wurde gesprochen. Mike Büskens wurde der Job als Trainer von Schalke II angeboten; Büskens wollte Co-Trainer werden. Magath wollte ihn nicht als Co-Trainer haben. The man to blame? Clemens Tönnies. Weil Tönnies auf der Pressekonferenz, in der Magath zum neuen Chef auf Schalke ausgerufen wurde, eine Weiterbeschäftigung der verdienten Leute Büskens, Mulder und Reck versprach.
Nun ist von Coolness keine Spur mehr. In „Revier Sport“ führte Heiko Buschmann ein Interview mit Büskens. Buschmann, seit Jahren ein für Schalke zuständige Journalist, stellt dem seit 17 Jahren auf Schalke aktivem Buyo die passenden Fragen. „Wie haben Sie die Demmission aufgenommen?“ „Wie ist es, so abserviert zu werden?“ Anschließend verfasst Buschmann einen entsprechenden Kommentar …
Die Traditionalisten unter den Fans, die Werte wie die absolute Identifikation mit dem Klub hoch halten, müssten sich eigentlich schon jetzt von dem Machtmenschen aus Wolfsburg abwenden – und Clemens Tönnies [...] bei der Jahreshauptversammlung am kommenden Sonntag die Hölle heiß machen.
Mag der Unternehmer aus Rheda seine Geschäfte in der Fleischbranche nicht immer nach den Richtlinien einer Ethikkommission führen, auf Schalke waren bisher Aufrichtigkeit und das Einhalten von Versprechen noch meistens gerne gesehen.
Doch Tönnies’ Wort scheint ungefähr so viel Wert zu sein wie die Aktie von Borussia Dortmund. Auch beim Nachbarn hat man sich auf der Suche nach dem ganz großen Wurf böse verspekuliert.
Kaum also trifft Magath seine erste Entscheidung, schon ist die Schalker Seele zutiefst erschüttert. Das Problem dabei: Diese Seele ist schizophren, sie weiß nicht was sie will.
Einerseits will sie den Verein im ursprünglichen Sinne hochhalten. Sie will diejenigen, die Zeiten prägten, ehren und für immer unangetastet, in welchen Ämtern auch immer, teilhaben lassen. Gleichzeitig will sie einen modernen und erfolgreichen Club sehen, will auf allen Posten nur die Besten haben, erfolgsorientiert, vorne dabei. Olaf Thon wusste bis zuletzt wohl selbst nicht was er konnte oder wollte und ging. Andreas Müller wurde von großen Teilen der Gemeinde exkommuniziert, weil es nicht mehr reichte, nur ein Eurofighter zu sein. Und Mike Büskens wollte nicht irgendwo im Verein bleiben, sondern Co-Trainer sein.
Aber Schalke hat einen Wechsel vorgenommen. Weil Schalke zuletzt sportlich nicht erfolgreich war. Aber auch, weil es an Führung fehlte, weil unter Andreas Müllers Leitung vieles wischiwaschi war, weil es eben nicht kompromisslos in eine, die richtige Richtung ging. Immer sprachen alle, immer schienen viele zu entscheiden. Und letztendlich war es weder so erfolgreich wie erhofft, noch so nachhaltig, als dass man immer weiter hätte hoffen können.
Schalke hat den „Machtmenschen“ Felix Magath eingekauft. Und mit ihm sein Konzept. Ihm wurde bewusst die gesamte Macht über den sportlichen Bereich gegeben, damit er, der mit seiner Art die entsprechende Erfolge nachgewiesen hat, führen kann. Magath hat sein Team, ihm sind Bernd Hollerbach und Seppo Eichkorn wichtig. Für einen dritten Mann hat er keine Verwendung.
Man muss wissen was man will. Ich bin froh, dass Clemens Tönnies Magath geholt hat. Auch wenn es mit leid tut, dass Buyo nicht bekommt, was er sich erhoffte, und ich ihm, bei Gott, alles Gute wünsche.

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Absolut meine Meinung. Der Kommentar spiegelt das Problem auf Schalke wider: Man weiß, dass sich was ändern muss, will das irgendwie auch. Gleichzeitig ist man aber nicht bereit, die Veränderungen zu akzeptieren.. bzw. es wird von der Presse als nicht akzeptabel beschrieben. Da braucht der Magath ne dicke Haut, die er wohl auch hat.
Für mich schreit hier vor allem das Sommerloch. Wenn Büskens und Co. die Signale, die Magath immer wieder und wieder aus Puerto Rico, Wolfsburg und was weis ich nicht woher gesendet hat, nicht verstanden haben, dann zeugt das auch von einer gewissen Naivität. Magath hat immer betont mit seinem bisherigen Co-Trainern weiter arbeiten zu wollen.
Fachlich gibt es, so glaube ich, keinen Zweifel an der Richtigkeit, dass Magath mit seinem eigenen Team antritt. Ein klarer Schnitt, ohne Schalker Seilschaften, ist nötig.
Dennoch sehe ich Magath und Tönnies in dieser Geschichte sehr schwach: Magath war Anfang Juni klar, dass er keinen Bedarf für das Schalker Personal hatte – warum dann nicht kommunizieren und diesen eine Chance geben, andere Vereine zu finden? Seine Erklärungen “Urlaub in PR, Kopf nicht frei” sind ganz, ganz arm.
Notfalls hätte “lebenslang” Tönnies” nachhaken müssen – in meinen Augen geht man mit verdienten Angestellten so nicht um!
Ich verstehe zudem nicht, warum die Bringschuld bei Buyo liegen sollte, der noch bis 2010 vertraglich gebunden ist.
Verstehe die Aufregung nicht. Stillosigkeit ist auch ein Teil des jetzigen Schalke. Wie wurde Assauer gegangen. Was hat man mit Slomka gemacht, bevor der überhaupt angefangen hat? Thon wurde noch nicht mal beachtet, Krstajic wurde auch nicht ordentlich verabschiedet, wie sich das gehört.
Gibt also ne Menge Beispiele,mehr hab ich dabei jetzt auf die Schnelle nicht parat.
Ich finde es als Schalkefan echt beschämend wie hier mit Menschen umgegangen wird, die Teil von S04 waren und den Verein mitgeprägt und auch zu Erfolgen geführt haben.
Magath ist als Neuling bei S04 für mich außen vor, der hat ganz andere Probleme zu lösen, als
die der Co-Trainer. Tönnies, Schnusenberg und Peters sind hier in der Bringschuld. Man sollte halt nichts ansprechen, bevor darüber nicht gesprochen wurde und zwar mit allen Verantwortlichen, ob neu oder bereits da. Aber das scheint in GE unmöglich zu sein. Jeder muss sich äußern. Und müssen sie Stellung beziehen oder einen Schlußstrich ziehen wird das auch ohne jedes Gefühl für die Situation gemacht.
Ich hoffe inständig,dass die Mission Magath klappt und er sein Konzept voll durchziehen kann
ohne, dass einer der Profilneurotiker sich meldet.
Büskens wünsche ich alles Gute und denke, dass er sicher einen echte Trainerjob bekommen wird, den er auch verdient, um weiter in diesem Beruf zu reifen.
Dem FC Bayern-Fan bei Reviersport kommt es m.E. einzig und allein auf “Krawall” an, denn das ist knalliger und verkauft sich (angeblich) besser. Da lanciert man schonmal selbst irgendwelche Fanwut (oder Spielerwut oder Offiziellenwut, eigentlich völlig egal), über die man sich dann zwei Ausgaben später wieder ordentlich entrüsten kann.
Ich finde, dieser Blog hier ist viel zu gut, um sich auf so ein Machwerk zu stützen.
Wo war übrigens die Aufregung als Hubert Neu, immerhin verdienter Schalke vor dem Abstieg Retter- und Eurofighter-Co-Trainer, 1999 gehen mußte?
Schalke braucht einen Starken Mann, den es seit Assauers Niedergang (und der war vor seinem Weggang) nicht mehr gab. Jetzt haben wir ihn! Und wenn ein Büskens rasiert wird, dann ist das gut und richtig. Er hat das Zeug sich überall durchzubeissen und genau das wird er tun. Klar hätte er von Magaths Erfahrung profitieren können, aber darum darf es Magath jetzt nicht gehen. Und, wer weiss, vielleicht sieht man sich in besseren Zeiten ja wieder…
Andy,
Dein Posting ist mir völlig unverständlich. Was soll “gut und richtig sein”, einen Büskens “zu rasieren”? Warum die Häme?
Einem Angestellten teilt man rechtzeitig mit, dass mit ihm nicht geplant wird, fertig. Dies wurde, wie ich finde auf peinliche Art, versäumt.
Magath schneidet alte Zöpfe ab. Eurofighter hin oder her, dass hat den Verein in den letzten Jahren auch nicht geholfen. Magath hat ein Zeichen gesetzt. Und nicht Magath hat ein Jobversprechen abgegeben, sonder Tönnies (und zwar ohne Rücksprache mit Magath). Wer Magath kennt, weiß, dass ihn genau diese Aussage von Tönnies dazu veranlasst haben könnte, so zu handeln.
Ich persönlich finde es in der aktuellen Situation gut, dass auch vor großen Namen kein Halt gemacht wird …
Gruß
Kai
Wie wer wo wann was gesagt hat und was nicht, war nicht Inhalt meines Postings. Sondern lediglich die Aussage, dass ich Magaths Entscheidung für eine Richtige, Gute halte! Das hat mit Häme aber auch gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, wie ich bereits schrieb. Ich wünsche ihm von Herzen nur das Beste. Aber nur weil er sich unglaublich verdient gemacht hat und ein echter Schalker ist, heisst das nicht, dass er auch momentan auf Schalke am besten aufgehoben ist.
Mike hätte doch weiter bei Schalke arbeiten können. Etwas anderes wurde nie versprochen.
Dass Magath nicht den nächsten / ewigen Interimstrainer als Co-Co-Praktikant-Co-Trainer wollte ist doch wohl klar. Und einen Über-die-Schulter-Schau-Praktikanten voll bezahlen gäbs dann auch nur bei uns.
Mike wollte die angebotene Stelle nicht, also geht er (aus eigenem Antrieb).
Anders sieht es bei Mulder und Reck aus, hier könnte man sich eher aufregen, aber die sind anscheinend nicht so beliebt. Das nenne ich schizophren.
Von außen betrachtet sind die aktuellen Entscheidungen die einzig richtigen. Ich halte nichts davon, verdiente Spieler auf Gedeih und Verderb in einer Funktion unterzubringen. Entweder man steht 100% hinter einem Büskens und macht ihn zum Chef, oder er muss gehen. Um degradiert zu werden, hat er zuviel geleistet.
Schalke hat sich für Magath entschieden und damit dafür, seinen Weg kompromisslos zu unterstützen. Alles alte wird eingerissen und komplett neu aufgebaut.
Als Gladbacher kann ich nur sagen: Man sollte nicht nostalgisch werden, sondern Professionalität den Vorzug geben. Alte Recken haben einen Bonus, den sie meistens nicht rechtfertigen können.
@Dülp: Ich bin mal gespannt, wie “professionell” das wird in GE. Das Hauptproblem ist doch immer wieder, auch in diesem Fall, dass die Selbstdarsteller aus der Führung einfach nicht die Klappe halten können.
Aber: Sowohl in diesem Fall als auch bei Neuer hat Magath ganz klare Ansagen gemacht, die anscheinend auch von allen akzeptiert werden, zumindest lese ich nichts gegenteiliges. Da kann ein Tönnies was von kaufmännischer Schmerzgrenze erzählen wie er will. Und dass Magath anscheinend das letzte Wort hat, ist auf jeden Fall schon mal ein Fortschritt zu vorher. Andererseits muss man ja auch mal berücksichtigen, wie lang die Amtszeit von Magath bis jetzt ist… da wird noch einiges an Kommentaren von diversen Sprechblasen auf ihn zukommen… am besten, der lässt die nach solchen Sprüchen mal die Treppen hochlaufen. Vielleicht überlegen die sich solche Sätze dann in Zukunft zwei Mal.