Artikel im Juli 2009

Nichtmal 6

Der 27 Jahre alte Verteidiger steht seit Anfang 2008 in Frankreich beim AJ Auxerre unter Vertrag (bis 2011). In der vergangenen Saison stand er bei den Franzosen in sechs Spielen auf dem Platz und belegte mit seinem Team in der Ligue 1 den achten Platz.

So beschreibt kicker.de Robert Popov, einen Spieler, der gerade im Training des FC Schalke 04 getestet wird.

„In 6 Spielen auf dem Platz“, das lässt das Herz eines Schalke-Fans nicht gerade vor Aufregung hüpfen. Es zuckt kaum noch, wenn man weiterwühlt und es einem zu dünken beginnt, dass Herr Popov in der letzten Saison nicht mal zu 6 Einsätzen kam:
Laut fussballdaten.de, laut transfermarkt.de, weltfussball.de, sport-dienst.fussball.de oder auch soccernet.espn.go.com bestritt Robert Popov seine 6 Einsätze für AJ Auxerre in der Rückrunde der Saison 07/08. Für die letzte Saison steht da jeweils eine 0.

Naja, ist bestimmt trotzdem ’n Fußballgott.

Safety First

Mit dem neuen Sponsorenaufdruck sind die Kicker und die trikottragenden Fans des VfL Bochum fortan auch bei Nebel gut zu erkennen.

Ultras shoppen

Man mag zu den Ultras stehen wie man will, das haben sie nicht verdient …

Die Unbill, aktuell

Gab es schon mal eine langweiligere Sommerpause, eine langweiligere Transferphase als diese?

Während Fans langweiligerer Clubs möglicherweise die Frage nicht verstehen wird es sicher auch Schalker geben, die mir von öden Phase anno irgendwann erzählen können. Ich selbst verdränge Langeweile gerne aus meinem Gedächtnis, zuviel Ruhe ist nicht mein Ding. Natürlich bin ich mir der janusköpfigkeit der Sache bewusst. Sicherlich liegt dem Populismus Meister Magaths auch ein Körnchen Wahrheit zu Grunde, wenn er anführt, dass lange „zuviel geredet und zu wenig gearbeitet wurde“, auf Schalke, in unserem Unterhaltungsverein. Und ich will mich ja auch noch nicht beschwerden, Jupp Schnusenberg soll sich bloß nicht zu wieder vermehrter Redseligkeit aufgerufen fühlen. Aber Herr Magath sollte sich zumindest abgewöhnen, Gerüchte mit allzu klaren Statements abzubügeln. Ein bisschen mehr Wischiwaschi, ein bisschen mehr Schalke darf schon sein.

Den Fuji-Cup habe ich mir nicht angeschaut. Nicht aus Prinzip und nicht wegen zuviel Werbung. Tatsächlich kenne ich Leute, die zu dieser Veranstaltung erstmals zu einem Fußballspiel in der Arena auf Schalke waren, die einen schönen Nachmittag hatten und mir begeistert davon erzählten. Überragenden Fußball hatten sie nicht erwartet. Sie haben alles richtig gemacht. Ich hatte gehofft, dass Schalke dieses Mini-Turnier nicht gewinnen würde. Das ist eindrucksvoll geglückt. Alles egal, hätte sich nicht ausgerechnet Schalkes einziger offensiver Mittelfeldspieler, der mehr als 19 Lenze zählt und schon mal ein Bundesligaspiel absolviert hat, derart verletzt, dass Magath zitiert wird, dass das vielleicht ein paar Wochen dauern könne.

Es passiert nicht viel auf Schalke, anderswo geht aber auch nicht gerade die Luzi ab …

Klein Kalle schnippt wie bekloppt in der Klasse des Fußballs, weil er Florentino beim Abschmieren von Popel unter die Bank gesehen hat. Klein Kalles Bank ist selbst arg schmierig, was der ruhige Klaus petzen könnte. Klein Kalle wird wissen, dass Frau Cas ihn nicht ernst nimmt, dass sein Schnippen nur stört. Aber er ist halt gerne laut.

Im Fall Huntelaar erlebt die Bundesliga gerade mal wieder, dass sie das vierte Rad am Dreirad des europäischen Fußballs ist. Stuttgart hat Geld. In der Bundesliga sind die Stadien voll, die Meisterschaften sind relativ spannend. Und doch scheint es, als käme ein freiwilliger Wechsel zum VfB Stuttgart für einen Spieler wie Klaas-Jan Huntelaar wirklich nur dann in Frage, wenn ihn jeder andere Club in Spanien, England oder Italien nicht haben will.

Und Ralf Fährmann hat sich die Hand gebrochen. Als Herr Hoeneß um Manuel Neuer buhlte, galten in Schalker Fankreisen die Tatsachen, dass es eben München sei und dass Fährmann nicht mehr da ist, als die entscheidenden Unmöglichkeiten. Ralf Fährmann schund Eindruck in seinen drei Profispielen als Schalker. Dazu wirkte er sympathisch. Niemand, der ihm seinen Wechsel verübelte, der ihm etwas Schlechtes gönnen würde. Möge er genesen, die Nummer 1 bei der Eintracht werden und somit den Ruhm Lothar Matuschaks weiter mehren.

Alles wenig aufregend. Hartes Brot für den Fußballblogger und Gerneschreiber. Wenn also die Frequenz neuer Beiträge in diesem Blog derzeit nicht allzu hoch ist, liegt es nicht an der Unlust des Autors. Eher wohl an dessen Unfähigkeit, im Gewöhnlichen das Spannende zu sehen. Gerne ließe ich mich aber mit der Nase auf Interessantes stoßen, mich zurechtweisen, mich wachrütteln, eines Besseren belehren; nur zu!
Ich jedenfalls langweile mich gerade.

4 Jahre

Gestern vor 83 Jahren wurde Ivica Horvat geboren.

Ivica Horvat war der 7. Trainer des FC Schalke 04 seit Einführung der Bundesliga. Er übernahm die Mannschaft im Sommer 1971, wurde Vizemeister und gewann den DFB-Pokal. In der Folge konnten keine ähnlichen Erfolge wiederholt werden, auch weil Leistungsträger seiner Mannschaft im Zuge des Bundesligaskandals gesperrt wurden. Das manipulierte Spiel des FC Schalke 04 fand vor Horvats Amtsantritt statt.

Ivica Horvat blieb 4 Jahre lang Trainer des FC Schalke 04. Damit ist er bis heute nach Huub Stevens der Schalke-Trainer mit der zweitlängsten Amtszeit überhaupt. Außerdem begann und endete diese vierjährige Tätigkeit zwischen den Spielzeiten, also „ordentlich“, was auf Schalke seit Bundesligabeginn nur noch ein weiteres Mal vorkam (Diethelm Ferner, 1983-1986).

4 Jahre, 1.460 Tage, zwischen den Spielzeiten begonnen und aufgehört – würde er seinen Vertrag erfüllen, zöge Felix Magath gleich.

Ivica Horvat wurde noch einmal Trainer des FC Schalke. Im Sommer 1978 übernahm er den Job von Uli Maslo, durfte allerdings nur 23 Spieltage lang wirken. Nach einer Heimniederlage gegen den VfL Bochum war für ihn Schluß. Ivica Horvat beendete damit seine Trainerkarriere.

Ordentlich reden

Ich find diese Interview klasse. Kloppo kann ordentlich reden und ohne die ganzen Fussballer-Phrasen genauso wenig Inhalt transportieren.

User Kempe im Forum bei westline.de bezüglich eines Interviews mit Jürgen Klopp bei derwesten.de. Zweifellos wusste dabei Borussias Trainer seinen Status als „King Of Lip Service“ zu untermauern.

Und wie gehst Du mit Doping um?

Claudia Pechstein wurde von der Internationalen Eislauf-Union wegen Blutdopings gesperrt. Im Radsport werden alle Nase lang Athleten des Dopings überführt. Jetzt werden sogar schon Pferde der Queen gedopt. Der Betrug ist scheinbar überall wo es etwas zu gewinnen gibt. Als aufgeklärter Geist muss man immer mit allem rechnen.
Aber wie soll man als ein den Sport liebender Fan damit umgehen? Wie mit dem Verdacht, wie, wenn der Verdacht zur Gewissheit wird?

Eisschnelllauf, Frau Pechstein, interessiert mich kaum. Pferde interessieren mich schon gar nicht, nicht mal die der Queen. Die Tour de France stand mir in meinem bisherigen TV-Sport-Fan-Dasein schon näher.
Nun hätte ich schon vor Jahren auf die Frage, ob bei der Tour de France gedopt wird, mit einem Ja geantwortet. Angeschaut habe ich mir dieses „Event“ dennoch, es war eben so, bis die Berichterstattung eingeschränkt wurde, Doping zum hauptsächlichen Thema wurde und ich das Interesse an dem Rennen verlor. Damit entschwand auch das ungute Gefühl.

Sehr viel schwieriger ist es, wenn einem ein Sport wirklich wichtig ist. Vor rund 20 Jahren verliebte ich mich in Baseball. Noch ohne Internet gab ich ein Heidengeld für VHS-Aufzeichnungen von einigermaßen aktuellen Spielen aus. Ich verfolgte nächtens Play-Off-Spiele via Weltempfänger und zahlte am Bahnhofskiosk 3 Mark für die europäische Ausgabe der USA Today, von der mich nur die eine Seite mit den Baseballstatistiken des Vortages interessierte. Ich lernte das Spiel zu spielen, sog die Geschichte in mich auf, war begeistert von dem, was sich über ein Jahrhundert in Zahlen nachvollziehen ließ und von denen, die sich immer wieder daran maßen. Auch von dem jungen Barry Bonds, dem Modellathleten, der den Ball aus dem Stadion schlagen konnte, der wie ein Hase um die Bases huschte und ein flinker Feldspieler war.
Einige Zeit später wurde Doping im Baseball ein immer größeres Thema. Nach und nach fiel ein Jahrzehnte alter Rekord nach dem anderen, gebrochen durch Spieler, denen man ihre Leistung nicht mehr glaubte. Auch und gerade durch Barry Bonds, der längst nicht mehr flink huschte, dafür aber als eine Art Home-Run-Monster mehr Bälle aus Stadien der großen Ligen drosch, als je ein Profi zuvor.

Und wie ist es mit dem Fußball?
Es gibt viel zu gewinnen. Fußball ist ein großes Geschäft und Fußball ist ein Hochleistungssport, in dem Kraft und Ausdauer die Grundlage aller Kunst bilden. Die Belastung ist für Spieler derart hoch, dass vielfach Schmerzmittel bereits prophylaktisch und regelmäßig geschluckt werden. Aber auf der Dopingliste stehende Substanzen werden so gut wie nie nachgewiesen. Und Fußball wird als sauberer Sport verkauft. Mit gesundem Menschenverstand ist dies nicht überein zu bringen.

Wie aber geht man um, mit diesem Verdacht? Wie reagiert man, wenn – stellen wir es uns einmal vor – im Profifußball, in der Bundesliga, ein Dopingsumpf aufgetan wird, wenn keine Guten mehr übrig bleiben, an die man guten Gewissens glauben kann? Wenn dumm stellen nicht mehr geht, wenn diejenigen, die verharmlosen, nicht mehr für voll genommen und belächelt werden?

Ich liebe Baseball nach wie vor. Wenn ich einen geschlagenen Ball höre oder einen Handschuh rieche bin ich sofort wieder dabei. Immer noch finde ich es spannend, die Spiele zu verfolgen, immer noch hoffe ich auf die nächste Meisterschaft für „mein Team“. Und trotzdem ist ein Teil des Zaubers wohl für immer dahin. Ich hoffe nicht mehr auf das Brechen von Rekorden, eher wünsche ich mir, dass die alten Bestand haben mögen. Und wenn ich hierzulande einigermaßen informierten Leuten die Faszination dieses Sports näher bringen möchte, geht dies nicht mehr ohne das Thema Doping. Das Aber schwingt immer mit.
Da liegt ein Schatten auf dem Sport, der einem einen guten Teil an Freude stiehlt. Auch das ist ein Teil des Betrugs durch Doping.