Gab es schon mal eine langweiligere Sommerpause, eine langweiligere Transferphase als diese?
Während Fans langweiligerer Clubs möglicherweise die Frage nicht verstehen wird es sicher auch Schalker geben, die mir von öden Phase anno irgendwann erzählen können. Ich selbst verdränge Langeweile gerne aus meinem Gedächtnis, zuviel Ruhe ist nicht mein Ding. Natürlich bin ich mir der janusköpfigkeit der Sache bewusst. Sicherlich liegt dem Populismus Meister Magaths auch ein Körnchen Wahrheit zu Grunde, wenn er anführt, dass lange „zuviel geredet und zu wenig gearbeitet wurde“, auf Schalke, in unserem Unterhaltungsverein. Und ich will mich ja auch noch nicht beschwerden, Jupp Schnusenberg soll sich bloß nicht zu wieder vermehrter Redseligkeit aufgerufen fühlen. Aber Herr Magath sollte sich zumindest abgewöhnen, Gerüchte mit allzu klaren Statements abzubügeln. Ein bisschen mehr Wischiwaschi, ein bisschen mehr Schalke darf schon sein.
Den Fuji-Cup habe ich mir nicht angeschaut. Nicht aus Prinzip und nicht wegen zuviel Werbung. Tatsächlich kenne ich Leute, die zu dieser Veranstaltung erstmals zu einem Fußballspiel in der Arena auf Schalke waren, die einen schönen Nachmittag hatten und mir begeistert davon erzählten. Überragenden Fußball hatten sie nicht erwartet. Sie haben alles richtig gemacht. Ich hatte gehofft, dass Schalke dieses Mini-Turnier nicht gewinnen würde. Das ist eindrucksvoll geglückt. Alles egal, hätte sich nicht ausgerechnet Schalkes einziger offensiver Mittelfeldspieler, der mehr als 19 Lenze zählt und schon mal ein Bundesligaspiel absolviert hat, derart verletzt, dass Magath zitiert wird, dass das vielleicht ein paar Wochen dauern könne.
Es passiert nicht viel auf Schalke, anderswo geht aber auch nicht gerade die Luzi ab …
Klein Kalle schnippt wie bekloppt in der Klasse des Fußballs, weil er Florentino beim Abschmieren von Popel unter die Bank gesehen hat. Klein Kalles Bank ist selbst arg schmierig, was der ruhige Klaus petzen könnte. Klein Kalle wird wissen, dass Frau Cas ihn nicht ernst nimmt, dass sein Schnippen nur stört. Aber er ist halt gerne laut.
Im Fall Huntelaar erlebt die Bundesliga gerade mal wieder, dass sie das vierte Rad am Dreirad des europäischen Fußballs ist. Stuttgart hat Geld. In der Bundesliga sind die Stadien voll, die Meisterschaften sind relativ spannend. Und doch scheint es, als käme ein freiwilliger Wechsel zum VfB Stuttgart für einen Spieler wie Klaas-Jan Huntelaar wirklich nur dann in Frage, wenn ihn jeder andere Club in Spanien, England oder Italien nicht haben will.
Und Ralf Fährmann hat sich die Hand gebrochen. Als Herr Hoeneß um Manuel Neuer buhlte, galten in Schalker Fankreisen die Tatsachen, dass es eben München sei und dass Fährmann nicht mehr da ist, als die entscheidenden Unmöglichkeiten. Ralf Fährmann schund Eindruck in seinen drei Profispielen als Schalker. Dazu wirkte er sympathisch. Niemand, der ihm seinen Wechsel verübelte, der ihm etwas Schlechtes gönnen würde. Möge er genesen, die Nummer 1 bei der Eintracht werden und somit den Ruhm Lothar Matuschaks weiter mehren.
Alles wenig aufregend. Hartes Brot für den Fußballblogger und Gerneschreiber. Wenn also die Frequenz neuer Beiträge in diesem Blog derzeit nicht allzu hoch ist, liegt es nicht an der Unlust des Autors. Eher wohl an dessen Unfähigkeit, im Gewöhnlichen das Spannende zu sehen. Gerne ließe ich mich aber mit der Nase auf Interessantes stoßen, mich zurechtweisen, mich wachrütteln, eines Besseren belehren; nur zu!
Ich jedenfalls langweile mich gerade.