2:1 in Nürnberg Magath macht Schalke mobil
FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung
August 2009 – Felix Magath hat die neue Saison beim FC Schalke 04 mit einem Sieg begonnen, doch von einer meisterlichen Darbietung war das neue Team des …
So tauchte der Link in den News auf. „Gewonnen, aber nicht meisterlich!“: Eine Aussage die es wert ist, zum Schwachsinn der Woche ernannt zu werden. Und das nicht mal bei Bild, Spox oder RP-Online.
Lesen wollte ich den Text natürlich doch, in Gänze … und fand den Halbsatz nicht!
Ein Fehler? Ein falscher Teaser zum Link? Nein. Unter dem Text war folgender, erster Kommentar zu lesen.
unsachlich
Markus Schulze (leser-faz)
Schalke war also von einer „meisterlichen Darbietung weit entfernt“. Das stimmt natürlich, aber was ist daran so überraschend, dass Christian Eichler das herausstellen muss. Ist Schalke für den Berichterstatter etwa Meisterschaftsfavorit?
Farfan hat sich also beim Biertrinken verletzt gemeldet, wie in dem Bericht extra noch einmal erwähnt hat. Christian Eichler scheint die Aufklärung der Sache schlicht entgangen zu sein oder er unterschlägt sie den FAZ-Lesern bewusst? Warum fragt man sich da.
Schließlich reitet Eichler auf Magaths aufgenommenen Aussprüche beim Vorbereitungsspiel in Saarbrücken noch einmal herum und offenbart damit, dass er selbst wohl noch nie selbst Fußball gespielt hat oder gar Trainer einer Mannschaft war.
Sorry, aber da fragt man sich welche Schalker Laus Eichler über die Leber gelaufen ist; mit jedem sid- oder dpa-Spielbericht wird man als Leser jedenfalls besser und vor allem sachlicher über dieses Spiel informiert.
Das Verlangen nach einer meisterlichen Darbietung war also nicht der einzige Blödsinn. Und doch ist das alles im Text nicht mehr zu finden! Im Gegenteil, jetzt ist Christian Eichlers Veröffentlichung plötzlich ein durchaus lesenswerter, unterhaltsamer Text. Wie kann so was geschehen? Ich weiß es nicht.
Immerhin eine Wende zum Guten.







Der Kollege von der Bild hat es am Sonntag morgen im DSF so schön selbstentlarvend auf den Punkt gebracht: Interessant sind nicht die Fakten, also was Magath z.b. wortwörtlich sagt, sondern ob es sich in den bisherigen Kontext, also in das existierende Bild von Schalke einordnen lässt.
Hier geht es somit um stumpfe Bestätigung von Vorurteilen, um den Erhalt der auflagenfördernden Stereotypen. Eigene Meinungen findet man daher im Sportjournalismus nur selten.
Gut, dass Manni jetzt wenigstens ab und an den Mund aufmacht. Sein Hinweis auf die Unverschämtheit der Spieltagzerfledderung wurde prompt vom wortgewaltigen Wontorra einkassiert. Möge der sich besser heute als morgen ins überfällige Abseits labern.
dass die bildzeitung schreibt was sie schreibt und wie sie es schreiben will wird niemand ändern können. die große aufmerksamkeit für unseren verein in dem blatt birgt auch vorteile für den verein.
entsetzt kann man nur zur kenntnis nehmen, wie andere, sich angeblich besserem journalismus verschreibende autoren, unreflektiert den dreck aus der mistschleuder aufgreifen ohne es zu merken… hier geht es ja zum glück nur um fussball, denkt man an andere themen kann man schon angst kriegen.
journalisten sollten es wie herr wieland in seinem wunderbaren blog machen: schnauze halten oder richtig bearbeiten, d.h. mal einen eigenen gedanken zu fassen. ;)
dass hier nix halbes zur “vereinsliedproblematik” steht verdient lob!