Also wir sind jetzt mal Erster.
Aber im ernst, darum geht’s nicht.
Schalke ist nicht so stark wie der VfL Wolfsburg. Schalke überbrückt das Mittelfeld nicht so schnell wie der VfB Stuttgart und würde der FC Bayern München sein gesamtes Potenzial abrufen, hätte dagegen sicher kaum eine Mannschaft eine Chance.
Zu Dritt standen wir in Block N1 – O-Jay, kurtspaeter, ich – als Jefferson Farfán das 3:0 erzielte und ich sagte:
Schön! Hat er sich verdient.
Und kurtspaeter sagte:
Haben wir uns verdient. Endlich wieder Fußball!
Darum geht’s.
Es geht darum, dass Schalke 04 auch nach einer 2:0 Führung zur Halbzeit weiter nach vorne gespielt hat. Dass Jefferson Farfán jedem Ball hinterher gegangen ist, auch jedem selbst verlorenen Ball, und dass Levan Kenia auch beim Stand von 3:0 in der 83. Minute noch derart auf Bochums Torwart Phillip Heerwagen losgestürmt ist, dass dieser den Ball ins Aus klären musste: Sowas will man sehen, auf Schalke. Ich will sowas sehen.
Es war bei weitem nicht alles toll, gerade in der ersten Halbzeit spielte Schalke streckenweise doch recht bieder. Aber der VfL Bochum – brombeerfarben angetreten, was meine Tochter (1) mit bezauberndem Lächeln zu einer Modefarbe machen kann, was aber auf dem Fußballplatz furchtbar fremd aussieht – machte es Schalke nicht allzu schwer, versuchte defensiv sicher zu stehen und setzte wenig Hoffnung in den eigenen Angriff.
Ivan Rakitic gelang dennoch kaum etwas. Aber anders als in den letzten Jahren wird nun für Konkurrenzsituationen gesorgt: Obwohl Ivan Rakitic vor beiden Toren in der ersten Halbzeit den letzten Pass spielte, sich also 2 „Scorerpunkte“ verdiente, sah Felix Magath seine Leistung wie wir und wechselte ihn zur Halbzeit aus.
Mineiro, Neuzugang und 90 Minuten auf dem Platz, war hingegen sehr präsent. Jede Kombination nach vorne lief über ihn und bei jedem Bochumer Angriff stand er im Weg. Rafinha war gewohnt stark, Carlos Zambrano neben Marcelo Bordon souverän und Christoph Moritz spielte nicht nur eine weitere ordentliche Erstligapartie, sondern erzielte auch noch sein erstes Bundesligator.
Wenn sich der VfL hinten einrichtete war noch das umständliche Schalke zu sehen. Dann wurde aussenrum gespielt, ohne den entscheidenden Pass in die Tiefe. Wenn es aber etwas Platz gab wurde versucht schnell zu spielen, dann wurde kombiniert, dann wurde der Abschluss gesucht. So fielen alle drei Tore: Aus dem Spiel heraus, nachdem sehr flott lange Wege überbrückt wurden. Nach Spielzügen also, die man „Konter“ nennen würden, wären sie eine bloße Reaktion, aus denen Fußball heute aber besteht und die nur noch nach klassischen Kontern aussehen, wenn die gegnerische Mannschaft zu weit aufgerückt ist.
Eine bis zuletzt rennende Schalker Mannschaft, gute Stimmung, ein 3:0 Sieg gegen Bochum. Hat Spaß gemacht, das erste Heimspiel der Saison! Darum geht’s.






