Gearscht, gearschter, am gearschtesten. Wer seinen Club zu Auswärtsspielen begleiten will, freut sich über Samstagsspiele. Wer sich teure Bundesligatickets nebst Fahrkosten leistet, muss freitags noch arbeiten. Und Sonntagabend durch die Republik zu cruisen ist auch nur bedingt entspannend, wenn montags früh der Wecker klingelt.
Letzte Woche haben sich Fans der Borussia aus Mönchengladbach in einem offenen Brief an die DFL gewandt. Darin beschweren sie sich über eine ungerechte Verteilung in der Spielansetzung. Und in der Tat: Bis zum 10. Spieltag, bis zu dem für alle Vereine also 5 Auswärtsspiele auf dem Plan stehen, muss die Borussia viermal sonntags durch das Land reisen, während vier andere Clubs überhaupt nicht betroffen sind. Noch schlimmer trifft es nur die Fans des HSV.
Die Hamburger werden tatsächlich bis Ende Oktober überhaupt kein Auswärtsspiel an einem Samstag bestreiten. Alle fünf Spiele waren oder sind für sonntags angesetzt. Und die Gegner sind keinesfalls um die Ecke. Schon nach Gelsenkirchen sinds 350 km, nach Frankfurt knappe 500 km, und zum ersten Saisonspiel gings direkt mal nach Freiburg, wozu rund 750 km zurückgelegt werden mussten. Und weil man ja doch wieder nach Hause will, werden Hamburger Allesfahrer bis Ende Oktober die sonntägliche Ruhe unserer Republik mit ergoogleten 4.232 Autokilometern gestört haben.

[via @haeby]







Lächerlich. Frag mal nach bei den Hardcorefans von Luch Energia Wladiwostok.
http://www.fanlager.de/interna.....12610.html
Da ist auch der tatsächliche Spieltag dann eher nebensächlich ;)
Was sagt uns das über die Vereine am unteren Ende dieser Auflistung? Sind dort ähnlich wankelmütige Zuschauer anzutreffen wie bei einem nicht zu verachtenden Anteil der Bundestagswähler? “Ich gehe hin, ich gehe nicht…” Oder besser gefragt: Kriegen München, Leverkusen und Hoffenheim wirklich nur am Samstag ihre ausgebauten Drive-In-Restaurants voll? Was zur Hölle macht eigentlich Nürnberg da unten?!
[...] HSV-Fans die gearschtesten Das Problem mit den Anstoßzeiten. [...]
Schön geschrieben! Vor allem folgende Frage in dem offenen Brief der Gladbacher finde ich sehr interessant: “[...]aber warum um alles in der Welt könnt Ihr an dem betroffenen Sonntag nicht die Stuttgarter nach Frankfurt (204 km), die Hannoveraner nach Wolfsburg (89 km) oder die Leverkusener nach Köln (25 km) schicken? Warum ausgerechnet uns mit 480 km???[...]“. Zumal dort 3 Mannschaften genannt sind, die INSGESAMT nach dem 10. Spieltag erst 2 (!!!) Nicht-Samstagsauswärtsspiele haben…
Auch würde mich interessieren, ob die Gladbacher auf ihren offenen Brief irgendeine Reaktion seitens der DFL erfahren haben.
Oooch, die armen Hamburger. Gleich beschweren sie sich noch wegen der Doppelbelastung durch die Euro-League! Ebenso die Jungs aus Berlin und Bremen: Gibt’s doch nicht! Diese Sonntagsspiele nach dem Donnerstags-Europa-Abend! Was für ein Ungemach!
Im Gegensatz zum HSV dürfen sich die Gladbacher tatsächlich beschweren. Es sei denn, sie spielen “ausgerechnet” gegen die Europa-Touristen. Dann wäre es Pech und das Lamentieren nützt halt nichts.
@enno, Du schreibst: “Oooch, die armen Hamburger. Gleich beschweren sie sich noch wegen der Doppelbelastung durch die Euro-League!” – Aber von Hamburger Beschwerden war doch gar keine Rede, die Häufung der Sonntagsspiele im Falle HSV war eine
Beobachtung von Torsten.
Bei der Wiedereinführung des Freitagsspiels hatte die DFL noch angekündigt, dass an diesem Termin in der Regel “Spiele mit Derbycharakter” stattfinden sollen. Naja, davon ist entweder herzlich wenig übriggeblieben, oder mir ist die historisch-regionale Verbindung zwischen dem Ruhrgebiet und der Megalopolis-Supidupi-Metropolregion Rhein-Neckar nicht geläufig.
Ein Trost für die Hamburger: Sie müssen zumindest nicht befürchten, in der Sky-Eckkneipe mit der Konferenzschaltung gemartet zu werden, da ihre Auswärtsspiele ohne die Konkurrenz weiterer Begegnungen laufen.