Ungerotzter Protest



Ist das erlaubt?




14 Kommentare zu “Ungerotzter Protest”

  1. sequencer sagt:

    Ich denke schon. Obwohl, vielleicht fühlt er sich dann auch noch von den Bloggern verfolgt.

    Für Hochdeutschsprecher:
    http://www.ruhrgebietssprache.de/lexikon/lau.html

  2. schlupp sagt:

    Auf jeden Fall. Bin ich froh, wenn diese Person weg ist, ich konnte den noch nie ab.

  3. Norbert sagt:

    Das ist erlaubt!
    Aber Rotzen und Beleidigungen a la H****sohn gehen überhaupt nicht!

  4. Matthias sagt:

    Autobahn geht auch nicht *duckundwech*

  5. Torsten Wieland sagt:

    Womit wir bei der Frage nach der Moral, nach der Grenze wären.

    Es ist wohl gesellschaftlicher Konsens dass alles, was in die körperliche Komfortzone eines anderen Menschen eindringt, verwerflich ist. Handgreiflichkeiten sowieso, grundsätzlich das Anfassen, bereits das „zu nahe kommen“, jemanden mit irgendwas bewerfen, bespucken natürlich auch.

    Was verbale Beleidigungen angeht, scheint die Grenze lange nicht so klar zu sein, jedenfalls nicht beim Fußball. Jemanden im „Zivilleben“ ein Arschloch zu nennen mag den Strafbestand einer Beleidigung erfüllen (da kenne ich mich nicht so gut aus), hätten irgendwelche Fans Albert Streit aber „nur“ ein Arschloch genannt, hätte das wohl nie eine Zeitungsmeldung nach sich gezogen. Wieso ist „Arschloch“ halb so wild und „Hurensohn“ vergleichsweise schlimm? Und wieso ist es kein Skandal, wenn ein ganzer Fanblock den gegnerischen Torwart alles in einem nennt, Arschlochwichserhurensohn, obwohl das doch schlimmste Beleidigungen sind, sobald sie von konkret zu identifizierenden Personen kommen?

  6. Olli sagt:

    Ich kann die Fans verstehen, die aufgrund des Verhaltens und der Aussage von Streit wütend auf den Spieler sind. Man sollte trotzdem nicht seine gute Kinderstube vergessen.
    Die Aussage von Streit war absolut unnötig, aber die Reaktionen hätte es doch eigentlich dann schon viel früher geben müssen.

    Meiner Meinung nach wurde die Situation aber auch sehr gut von Magath ausgenutzt. Der Saisonstart ist in Ordnung, aber das Thema Finanzen wurde in den letzten Wochen immer wieder durch die Medien getrieben. Magath hat (mit Hilfe der alten Aussage v. Streit) es geschafft, dieses Thema komplett aus den Köpfen der Menschen heraus zu bekommen und gleichzeitig kann er sich sicher sein, das sich einer der bestbezahlten Schalker sich im Winter nach einem neuen Verein umsehen wird.
    Man hätte dieses Thema auch sicher intern lösen können ohne die Gefühlslage einiger Fans und des Spielers dafür zu nutzen. Aber so hatten die Medien wenigstens wieder etwas über S04 zu schreiben.

  7. Matthias sagt:

    Die Aussage von Streit war absolut unnötig, aber die Reaktionen hätte es doch eigentlich dann schon viel früher geben müssen.

    Vielleicht kam die Reaktion aber auch erst jetzt, weil der Auftritt von Streit gegen Waldhof sein erstes Pflichtspiel in dieser Saison überhaupt war? Vorher gab es schlichtweg keine Möglichkeit, Albert Streit in einem sportlichen Wettkampf auf einem Fußballfeld zu bewundern.

    Die ganze Diskussion nimmt aktuell eine unglaubliche Scheinheiligkeit an. Da wird die moralische Keule geschwungen und jeder ist bemüht, möglichst wortreich darzustellen, dass er Beschimpfungen und Spuckereien widerlich findet. Das ist jedoch so unglaublich selbstverständlich, dass man es nun wirklich nicht mehr darstellen muss. Kurzum: Spucken, drohen, schlagen, schimpfen, im Wald rauchen, Tiere qäulen, Nase popeln – bäh! Macht man nicht. Damit muss es dann aber auch gut sein.

    Man sollte sich lieber dem eigentlichen Problem widmen und das sind – das hat Felix Magath auch sehr gut dargestellt – die Äußerungen Streits und seines Beraters in den vergangenen Wochen. Damit hat er sich als Abzocker par excellence in der Öffentlichkeit dargestellt. Gerald Asamoah kassiert derzeit auch gutes Geld und hat ebenso wie Streit noch keine Minute in der ersten Mannschaft gespielt. Aber Asamoah gibt der Presse vernünftige Interviews, kündigt an, dass er sich reinhängen wird, reflektiert seine Schwächen, weist gleichzeitig auf seine Stärken hin – kurzum: Asamoah zeigt sich als Profi. Albert Streit hingegen stellt sich „grinsend und achselzuckend“ (Zitat WAZ) vor die Medienvertreter und antwortet auf die Frage, wie er seine Situation auf Schalke sehe: „Mir geht’s gut. Drei Jahre noch.“ Und sein Berater, dessen Job es eigentlich sein sollte, derartig verfehlte Aussagen seines Schützlings irgendwie zu relativieren, hat nichts besseres zu tun, als der Presse in den Block zu diktieren, dass es ihm und dem Spieler gar nicht darum gehe zu spielen, weil man ja noch drei Jahre lang gutes Geld bekomme – zur Not auch so.

    Anstatt sich mit der Ungeheuerlichkeit dieser Äußerungen und Außendarstellung auseinander zu setzen, geht es jetzt plötzlich nur noch darum, möglichst abwertende Formulierungen zu finden, für ein paar Hansels die sich offensichtlich beim samstäglichen Regionalliga-Bierchen wie offene Hose benommen haben.

    Leute, wenn das so einfach ist, dann lasst uns doch beispielsweise auch die ganze Bankenkrise einfach vergessen! Ich habe neulich mit einem Obdachlosen am Bahnhof gesprochen, der alle Top-Manager als „Schweine, die man schnellstmöglich abstechen sollte“ bezeichnete. Wie wäre es, wenn ihr morgen alle nach Münster kommt und dann sagen wir dem Obdachlosen einfach mal, dass er keine Erziehung hat und regen uns ganz dolle über ihn auf. Der derzeitigen Logik folgend sind dann doch alle Probleme gelöst und Deutschlands Bruttoinlandsprodukt wächst bereits übermorgen wieder um 25 Prozent.

    Wenn ich mir im aktuellen „Fall Streit“ die Umkehrung des Ursache/Wirkungs-Prinzips ansehe, komme ich zu dem Schluss, dass ich gar nicht so viel fressen kann, wie ich kotzen möchte. Ehrlich! Während ich es dennoch versuche, könnt ihr ja weiter darüber diskutieren, dass spucken ganz schlimm ist.

    Sorry Torsten, dass mein „Ausfall“ ausgerechnet deine Kommantarspalte traf. Das musste einfach mal raus. Mit „ihr“ meinte ich keinesfalls die bisherigen Kommentare hier, sondern die allgemeine Stimmung, die derzeit in Foren und der Presse verbreitet wird. Wenn es dir zu weit ging, dann lösch‘ den Kommentar ruhig. Ich habe meinen Dampf jetzt abgelassen.

  8. björn sagt:

    Also um eines vorwegzuschicken, ich mag Albert Streit nicht wirklich, er erinnert mich immer an irgendwelche Autoscooter-Kirmes-Bollos und ich kann beim besten Willen nicht verstehen warum er einer der bestbezahlten Fußballer bei Schalke 04 ist. Naja aber wessen Verschulden das ist, ist ja hinlänglich bekannt. Und das sich jetzt irgendwelche Schmocks dazu herablassen ihn zu beschimpfen und zu bespucken, scheint mir auch einleuchtend – frei nach dem Motto: `’Wir arbeiten hart für wenig Geld – und der liegt auf der faulen Haut und kassiert fürstlich‘. Aber je länger ich hier täglich meine zehn Stunden in einem beschissenen Büro absitze, umso mehr steigert sich meine Sympathie. Was kann der dafür, dass irgendwelche Deppen ihn zu diesen Konditionen nach Schalke geholt haben? Natürlich will der zur Not sein Vertrag aussitzen, wenn er woanders nichtmal einen Bruchteil davon bekommt. Wenn ich in einer Firma arbeiten würde die mir soviel Kohle im Monat überweisen würde, wie keine andere, warum sollte ich dann bitteschön den Arbeitgeber wechseln? So wie der Typ sich verhält, wird der froh sein wenn der überhaupt noch irgendeinen Verein finden sollte nach Schalke. Hat der irgendeine Ausbildung? Quereinsteigen in einer anderen Branche, mit dem Image, könnte auch schwer werden. Also wieso wechseln? Sollen die Leute sich doch über die Menschen aufregen die so inkompetent die Mannschaft zusammengestellt haben, was bringt das den anzuspucken oder zu beschimpfen? Das ist miesestes deutsches Spießbürgertum. Keiner einziger von diesem Pöbel würde sich über Geld fürs Nichtstun beschweren, oder?

  9. tumulder sagt:

    @björn
    Nur um mal die Diskussion wieder in die richtige Richtung zu lenken. Es geht doch nicht darum, daß Streit seinen Vertrag aussitzen möchte. Es geht doch eigentlich darum, daß Streit damit kokettiert, daß er seinen Vertrag aussitzen möchte und genau soviel Leistung bringt, daß der Verein gegen ihn nicht arbeitsrechtlich vorgehen kann. Er kommt ja zum Training. Und ganz ehrlich, ob er dafür nun von ein paar Frustierten, die sich wahrscheinlich mit Recht von Streit verhöhnt vorkommen, angerotzt, angepöbelt oder was auch immer wurde, ist mir scheißegal. Wer sich wie ein Abzocker verhält, darf sich nicht wundern, wenn er wie ein Abzocker behandelt wird. Das bisschen Rotze und die paar Pöbeleien, die er am Wochenende ertragen mußte, sind da im Verhältnis zu dem was da noch auf ihn in Zukunft zu kommen wird, wenn da mal kein Zahlungseingang von Schalke auf seinem Konto zu vermelden ist und sich auch keine anderen Vereine mehr bei ihm melden, echt Killefitt. Man hat ja als Millionär auch seinen Lebensstil, der erstmal unterhalten werden möchte. Man kann für ihn nur hoffen, daß sein Finanzberater da bessere Arbeit abliefert, als sein sportlicher Berater.

  10. matz sagt:

    Ich frage mich, wieso der da überhaupt spielt. Die Reserve soll doch jungen Spielern Entwicklungsmöglichkeiten geben. Dem Teamgeist der Zweiten wird er auch nicht förderlich sein. Ich habe das Gefühl, dass die Reservemannschaften gerne als „Strafaktion“ für lustlose Profis mißbraucht werden. Eigentlich schade. Es reicht doch, wenn er sich da im Training fit hält

  11. Torsten Wieland sagt:

    @Matthias:

    Sorry Torsten, dass mein „Ausfall” ausgerechnet deine Kommantarspalte traf. […] Wenn es dir zu weit ging, dann lösch’ den Kommentar ruhig. Ich habe meinen Dampf jetzt abgelassen.

    Kein Problem, hier wird nur bei persönlichen Beleidigungen eingeschritten. Den Frust rauslassen ist hier immer möglich.

    Die ganze Diskussion nimmt aktuell eine unglaubliche Scheinheiligkeit an. […] Man sollte sich lieber dem eigentlichen Problem widmen und das sind – das hat Felix Magath auch sehr gut dargestellt – die Äußerungen Streits und seines Beraters in den vergangenen Wochen.

    Da bin ich ganz Deiner Meinung.

  12. Norbert sagt:

    Ich finde, dass Björn den Kern der Sache ganz gut getroffen hat:
    Ein dilettantisches Management hat einen durchschnittlichen Spieler mit einem sehr langlaufenden und extrem hoch dotierten Vertrag ausgestattet.

    Anschließend wurde der Spieler zu Beginn seines Arbeitsverhältnisses auf Schalke (auch auf Grund seines damaligen gesundheitlichen Zustands) nicht in die Stammformation übernommen und hat es seither nie geschafft. Auf beiden Seiten hat sich dann in den Folgemonaten immer mehr Frustration aufgebaut, die über mehrere Suspendierungen von Seiten des Vereins in den von Streit geäußerten Statements, den Vertrag notfalls aussitzen zu wollen, gipfelte.

    Natürlich bin auch ich kein Befürworter des Verhaltens von Streit. Aber man muss an dieser Stelle auch berücksichtigen, dass der Verein FC Schalke 04 ihn schließlich mit diesem Vertrag ausgestattet hat. Dass Streit keinen zu ähnlichen Konditionen und mit einer entsprechenden Laufzeit dotierten Vertrag findet, kann man ihm somit nur bedingt zum Vorwurf machen. Wahrscheinlich besitzt er einfach nicht die nötige Klasse für einen Vertrag in dieser Größenordnung!

    Wie soll er sich also verhalten?
    Angenommen der Vertrag sichert ihm ein jährliches Einkommen von 2,2 Mio. über 3 Jahre zu. Streit ist 29 Jahre alt.
    Somit müsste er schon (ohne Zinsrechnung) in einem neuen Verein jährlich ca. 1 Mio. Euro verdienen, um bis zum 36. Lebensjahr an das Schalker Gehalt heranzukommen. Ist das bei Streits Leistungsniveau wirklich realistisch? Eher nicht!
    Daher ist es aus rein wirtschaftlichen Gründen ein sehr rationales Verhalten, das Streit antreibt. Und mit diesem Verhalten steht Streit auch bestimmt nicht allein da in der Bundesliga, auch andere Profis vwerhalten sich ähnlich.

    Zu verurteilen sind allein seine Äußerungen, die ungeschickt und provozierend wirken. Aber zu Gute halten muss man Streit, dass diese Äußerungen aus einem sehr großen Frustpotential gegenüber der Vereinsführung heraus geäußert wurden.

    Soll das jetzt Grund genug sein, um die Sau durchs Dorf zu treiben?

  13. Torsten Wieland sagt:

    Ich finde überhaupt nicht, dass es um Streits Vertrag geht. Das hat natürlich zum heutigen Stand der Dinge geführt. Aber man kann sich sicherlich auch völlig andere Gründe vorstellen, die dazu führen, dass ein Spieler den Unmut von Fans provoziert. Meines Erachtens geht es zum jetzigen Zeitpunkt und in den achso moralischen Zeitungstexten, die nun dazu geschrieben werden, um Deinen (@Norbert) letzten Satz.

    Also was ist überhaupt ein Grund bzw. „Grund genug“, damit sich Fans über einen einzelnen Spieler ärgern „dürfen“? Wie weit dürfen die Unmutsäusserungen gehen? Und inwieweit kann oder darf man Verständnis für die Verärgerung aufbringen?

  14. This Week in Gelsenkirchen : Königsblog sagt:

    […] Dialog der Fans mit den sportlich Verantwortlichen“, wird er bei Welt Online zitiert. Das Palaver um Albert Streit ist mittlerweile zur „Hetzjagd“ aufgestiegen. Und dann war da noch der neue […]

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