This Week in Gelsenkirchen

Da hat man sich gerade mal drei Spieltage lang über die richtigen Ergebnisse und zeitweise verbesserten Fußball gefreut, fällt einem nach dem ersten falschen Spiel auch schon wieder der Himmel auf den Kopf.

Beim morgendlichen Training am Dienstag verletzte sich Mineiro beim Passspiel, nahm nicht mehr weiter am Mannschaftstraining teil, dehnte aber noch seine Muskeln und lief aus. Mittwoch sagte Felix Magath es sähe schlecht aus. Gestern wurde er schon am Meniskus operiert und wird vermutlich 3 bis 4 Wochen ausfallen. Weil Jermaine Jones nach seiner eigenen Verletzung noch nicht wieder fit genug ist, wird es größere Verschiebungen im Mittelfeld geben müssen.

Gestern ist Rafinha nicht aus Brasilien zurückgekehrt. Nach dem Ärger um die kicker-Falschmeldung während des Spiels gegen Freiburg wurde er von Felix Magath in Sonderurlaub geschickt. Zusammen mit den über die Woche abgestellten Nationalspielern hätte er gestern um 16 Uhr zurück sein sollen. War er aber nicht. Ersten Reaktionen Magaths zu Folge fehlte er unentschuldigt. Mittlerweile hat Magath ihm aber erlaubt, noch länger in Brasilien zu bleiben, um „seine Angelegenheiten regeln“ zu können. Neben dem Mittelfeld wird also auch die Abwehrkette mit neuem Personal aufgestellt werden müssen.

Felix Magath kündigte an, ein Kennenlerngespräch mit Vertretern der Schalker Fangruppen führen zu wollen. Dies sei „wegen der jüngsten Ereignisse in den Medien ein wenig hochgekocht“ er erwarte aber „einen konstruktiven und vernünftigen Dialog der Fans mit den sportlich Verantwortlichen“, wird er bei Welt Online zitiert.
Das Palaver um Albert Streit ist mittlerweile zur „Hetzjagd“ aufgestiegen.
Und dann war da noch der neue Text zu den Schalker Finanzen.

Wieder lässt der zukünftige stellvertretende Chefredakteur des kicker Jean-Julien Beer mit Hilfe des kicker-Redakteurs Thomas Hennecke gleichzeitig dort, als auch bei seinem Noch-Arbeitgeber, dem Express, einen solchen Text veröffentlichen. Nachdem in den früheren Texten nichts stand, was einem viel-über-Schalke-Leser nicht schon bekannt gewesen wäre, geht es diesmal um Probleme mit der Liquidität. Nun wird berichtet, dass Schalke 04 nach derzeitigem Stand ab 01. Januar die laufenden Kosten nicht mehr decken könne. Wie groß der Fehlbetrag sei, darüber würden die internen Meinungen auseinander gehen, er liege zwischen 15 und 25 Millionen Euro.
Tatsächlich hatte Jupp Schnusenberg bereits gegen Ende der letzten Saison angekündigt, dass der Etat um 10 Millionen Euro reduziert werden müsse. Anhand der Transferaktivitäten war für jedermann zu erkennen, dass dies offensichtlich nicht gelungen ist. Insofern „passt“ die dargestellte Entwicklung. Trotzdem gibt es auch Punkte, die einen zweifeln lassen. Dass der Schalker Kader pro Jahr fast 60 Millionen Euro kosten soll wird seit 3 Jahren geschrieben, oft mit dem Zusatz „zweitteuerster Kader der Bundesliga“. An diesen Angaben hat sich nie etwas verändert, obwohl doch gerade in letzter Zeit viele Ex-Helden den Club verließen und hauptsächlich durch unerfahrene Spieler ersetzt wurden. Außerdem berichteten die gleichen Zeitungen einst über astronomische Summen, die Bayern München und Manchester United für Manuel Neuer geboten haben sollen, es wurde darüber geschrieben, dass der (lt. kicker Topverdiener) Marcelo Bordon eigentlich seine Karriere beenden wollte, nur „für Magath“ weitermachen würde, und die Geschichte mit Rafinha scheint bis heute kein Ende zu nehmen (s.o.). Bei einer derart prekären Finanzlage wäre es fast schon Wahnsinn, diese Spieler aus sportlichen Gründen zu behalten und dabei der Gefahr einer Zahlungsunfähigkeit ins Auge zu sehen. Aber gut, natürlich ist allen immer alles zuzutrauen, sowohl den über Schalke schreibenden Journalisten, als auch Schalke 04 ebenselbst.

Und nun geht es zum 1. FC Köln, der mit seinem vorab gerngelobten Neutrainer noch nicht so recht warm geworden ist. Unter Schalkern blüht die Diskussion um die Frage, ob es gut ist, dass der Gegner bereits ziemlich unter Druck steht, oder sich jeder auf Talfahrt befindliche Club freuen kann gegen Schalke antreten zu dürfen, weil S04 zumindest gefühlt überaus häufig den perfekten Aufbaugegner abgibt. Sonntag wissen wir mehr und Montag geht’s in den Zeitungen auch mal wieder um Sport.



3 Kommentare zu “This Week in Gelsenkirchen”

  1. Sebastian sagt:

    Nur zum letzten Punkt. Ist doch egal, wie Köln drauf ist. Wichtig ist tatsächlich, dass die neuformierte Defensive gut zusammenspielt.

  2. Ney sagt:

    „…weil S04 zumindest gefühlt überaus häufig den perfekten Aufbaugegner abgibt…“
    Ich kann dazu nichts tiefschürfendes beitragen, nur meine Freude aussprechen, mein diffuses Empfinden in die genau passenden Worte gefasst zu sehen.

  3. Gelsenkirchen - Blog - 11 Sep 2009 sagt:

    […] This Week in Gelsenkirchen : Königsblog […]

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