„Albert, Du Hans-Martin!!!“

Albert Streit nimmt nur, was man ihm freiwillig gab. Er ist nur ehrlich, spricht eben nicht nach dem Munde der Fans. Er wäre doch schön doof, würde er sich anders verhalten.
Mit solchen und ähnlichen Sprüchen wird man häufig konfrontiert, wenn man über den „Fall Streit“ diskutiert. Von Leuten, die den Ärger Schalker Fans nicht nachvollziehen können wollen. Gestern haben Millionen von Menschen anhand eigenen Emotionen erfahren können, wie sich in kürzester Zeit Aggressionen gegen jemanden aufbauten, der eigentlich nichts Verbotenes tat, der „nur“ nicht so war, wie es sich „gehört“. Hans-Martin, der Herausforderer in der gestrigen Sendung „Schlag den Raab“ gab sich einfach nur als Arschloch.

In der Regel hält man in dieser Sendung zum Kandidaten. Man bekommt mancherlei aus seinem Privatleben dargestellt, wählt ihn unter 5 möglichen Kadidaten aus, macht ihn zu seinem eigenen Herausforderer. Auch Hans-Martin wurde gewählt, schien sympathischer, erfolgsversprechender als die anderen Kandidaten. Doch kaum liefen die ersten Spiele, kippte die Stimmung. Er wirkte übertrieben Selbstsicher. Statt Charme oder Witz bot er Aggressivität. Statt mit dem Moderator oder Raab sprach er mit sich selbst. Psychospielchen, die Raab gerne mit seinen Gegnern spielt, die bei Raab aber leicht und wie mit einem Augenzwinkern wirken, wollte auch Hans-Martin spielen, bei ihm wirkten sie aber von oben herab, hart, einer Spielshow unangemessen. Als es letztlich um den Sieg ging, als lange klar war, dass das Studiopublikum komplett hinter Raab stand, bemerkte er mit streit’scher Offenheit, dass er da sei um das Geld zu gewinnen, nicht um Raabs Freund zu werden.

Nicht nur das ihn ausbuhende Saalpublikum, auch die twitternde TV-Zuschauerschaft bracht Hans-Martin gegen sich auf. Wie üblich wurde anfangs nur kommentiert. Dann wurde gewitzelt. Hernach wurde gedisst. Als es Spitz auf Knopf stand, und als Hans-Martin letztendlich gewann, kam das Wort „Hass“ in ungefähr jedem zweiten Tweet vor.

Über Schalke-Fans werden mittlerweile sid-Texte verfasst, wenn sie Albert Streit das Wort „Arschloch“ zurufen. Demnächst sollte mal Albert Streit einen „Hans-Martin“ nennen. Das ist mindestens so despektierlich, und die sid-Journalisten wenden sich vielleicht den Arschloch-Rufern in einem aller anderen Stadien zu.



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10 Kommentare zu “„Albert, Du Hans-Martin!!!“”

  1. Phil sagt:

    Mensch, und ich hab es nicht gesehen. Jetzt bin ich hin und her gerissen, zwischen Dopa, und der Wiederholung von gestern…

  2. Hongkong Chris sagt:

    Fand den Typen gestern auch einfach nur unsympatisch.

  3. tumulder sagt:

    Ich finde den Vergleich nicht passend, die Sendung habe ich zwar nicht gesehen, aber gegen Raab zieht man die Kohle ohne Leistung nicht ab.;)

  4. Norman sagt:

    Hab heute morgen nur kurz in die Wiederholung reingeschaltet und traute meinen Ohren nicht, als der mit sich selbst gequatscht hat. Einfach nur lächerlich. Konsequenz: Fernseher aus!

  5. Inga sagt:

    Ich wünsche eigentlich niemandem etwas schlechtes aber dem soll das Geld im Rachen stecken bleiben!Wie kann man nur so Selbstsüchtig und gierig sein.Widerlicher,unangenehmer Kerl.
    Schade, das immer die falschen Leute an die Kohle geraten.Der geht über Leichen,und freut sich noch darüber.
    Sonst bin ich eigentlich immer für die Kanditaten doch diesmal ist es schade,daß “Du Stefan“ verloren hast.!!!
    Doch letztlich Stefan, bist Du der Gewinner .

  6. Manfred sagt:

    Ich glaub‘, es ist bloß Neid.

  7. Wolf sagt:

    Sobald ‚n Kandidat so wie Raab ist, wird er sofort gehasst, schon komisch. Und nein, Stefan ist nicht der Gewinner.

  8. Simon sagt:

    ich kann die aufregung nicht nachvollziehen. die zuschauer wollten einen kandidaten, der raab schlägt und sie haben ihn bekommen. dazu ist schlag den raab, was nun wirklich von mal zu mal langweiliger und eintöniger wird, endlich mal wieder in den schlagzeilen. querdenker und solche, die nicht nur dafür leben anderen zu gefallen, sind eben nicht gerne gesehen in unserer gesellschaft.
    und das event mit albert streit zu vergleichen, finde ich schon sehr gewagt. ein albert streit hat es seit seiner frankfurter zeit nirgends geschafft, leistung zu bringen. dazu kommt die tatsache, dass er keinen hehl daraus macht, dass ihm das völlig egal ist….er bekommt ja seine millionen auch fürs nichtstuen.

  9. Torsten Wieland sagt:

    Mir ging es nicht in erster Linie darum, Albert Streit mit Hans-Martin zu vergleichen. Mir ging es vielmehr darum, die Reaktionen zu vergleichen.
    Zu sehen, wie auf überreagierende Fußballfans mit dem Finger gezeigt wird. Und zu sehen, wie sich innerhalb kürzester Zeit tausende TV_Zuschauer wirklich sehr über so’n Typ aufregen, weil der nicht so verhält, wie er sich der Volksmeinung entsprechend zu verhalten hat und obwohl der mit Ende der Sendung wieder aus ihrem Blickfeld verschwinden wird.

  10. Jan sagt:

    „Streit vor Gericht.“ Großartige Überschrift von Kicker.de

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