Schwarz-Gelb beschließt Jubelsperrzonen

Einen Tag nach den Sieg bei der Bundestagswahl verspricht die kommende CDU/FDP-Regierung, sich um die Probleme des Volkes zu kümmern. Im Rahmen eines Sofortprogramms wurde auch die Einführung von Jubelsperrgrenzen in der Fußballbundesliga beschlossen, um „unschöne Szenen in Deutschlands beliebtester Sportart“ zu verhindern und „den sauberen Sport zu erhalten“. Demnach sollen Spieler demnächst verwarnt werden, wenn sie in einer Zone von Platzbreite und 16 bis 28 Meter Tiefe (siehe Grafik) durch „übertriebene Gesten“ auffallen.

Nach Abpfiff des Revierderbys zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 hatte Schalkes Torhüter Manuel Neuer in die Zuschauer gejubelt und damit die Gemüter erhitzt. Neuer stand dabei vor dem falschen Fanblock, was ihm nach dem Spiel auch von Borussia-Trainer Jürgen Klopp als Provokation ausgelegt wurde.

Mit solchem Gebaren soll nun Schluss sein. Durch die Einführung von Jubelsperrzonen würde gewährleistet, dass übereifrige Spieler von überhitzten Fans getrennt würden, so ein Sprecher der CDU. Der künftige Koalitionspartner FDP zeigte sich von den Plänen erfreut. Dadurch kämen die Spieler zum Jubeln automatisch vor die Haupttribünen. Endlich hätten dann auch wieder die Besitzer teuerer Karten etwas von der Jubelei, Investitionen müssten sich wieder lohnen, so Stimmen aus der FDP-Parteizentrale.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim „Aki“ Watzke (CDU) gratulierte der Kanzlerin Angela Merkel zur Wiederwahl und lobte die schnelle Reaktion auf die Szenen im Dortmunder Signal-Iduna-Park. In schwierigen Zeiten müsse Schwarz-Gelb zusammenstehen, so der Tenor am Borsigplatz. Der Präsident der Borussia, Dr. Reinhard Rauball (SPD), stand zu keinem Kommentar zur Verfügung.



14 Kommentare zu “Schwarz-Gelb beschließt Jubelsperrzonen”

  1. eisenschleuder sagt:

    erstkalssig.
    auch wenn ich denke, dass der handlungsbedarf noch größer ist:

    das regelwerk muss dringend dahingehend geändert werden, dass schiedsrichter, die bei schlechterer sicht auf das geschehen eine fehlentscheidung zu gunsten der heimmanschaft treffen könnten, diese fehlentscheidung auch bei bester sicht aufs geschehn zu treffen haben.

    außerdem sollten spieler in zukunft eigenverantwortlich darauf zu achten haben, dass sie das spielfeld nach siegen so zu verlassen, dass in etwaige fotografien kein tinnef hereininterpretiert werden kann. bei nichtbeachtung dieser pflicht sollten die spieler in dem maße bestraft werden, welches das regelwerk für tatsächtlich begangenen tinnef vorsieht.

  2. Dafeld sagt:

    Großartig! Da haste die Wahlwerbung ja doch noch untergebracht.
    Zur Sache: Wenn sich der Lieblingsgegner als schlechter Verlierer derart absurd benimmt, hat er es sich redlich verdient, lächerlich gemacht zu werden. Weiter so, BvB, dann braucht man keine Satire mehr über Euch zu schreiben, Ihr machts ja schon selbst.

  3. mberghoefer sagt:

    meines Wissens gibt es hierzu bereits eine Beschlussvorlage der DFL, in der solche Jubelzonen als unpraktikabel eingestuft werden, da sie ja durch weitere Platzmarkierungen kenntlich gemacht und vom Linienrichter überwacht werden müssten – da dieser aber bereits mit Torentscheid und bisweilen gar Einwürfen überfordert ist, soll stattdessen empfohlen werden, die simple Tatsache auszunutzen, dass bei Fussballspielen immer genau zwei Mannschaften gegeneinander antreten. Man könne den Spielern ausufernden Jubel ebenso wie dramatische, gut vermarktbare Trauer an jedem Ort auf dem Fußballfeld gestatten, wenn denn die Fans der einen Mannschaft Plätze mit geraden Platznummern, die der anderen solche mit ungeraden Platznummern zugewiesen erhielten. Da auch Stehplätze (nicht zuletzt wegen der vagen Möglichkeit von Europapokalspielen) numeriert werden können, wäre das die einfachste Lösung.
    Bislang scheitert der geniale Plan aber am Veto des VfL Bochum, der nachweisen kann, dass er leider nicht in der Lage ist, die Hälfte des Stadions mit eigenen Fans zu füllen.

  4. Jan sagt:

    Sehr gut :D

  5. Simon sagt:

    Haha, sehr schön, ich habe gut gelacht :D
    Aber bei der Regierung die jetzt kommt, ist das fast schon nicht mehr lustig…
    Gruß,

    Simon

  6. Toko sagt:

    Ja gut,
    ich sag mal, was machen wir für den Fall, dass wir tatsächlich demnächst mal die Meisterschaft feiern wollen? … Ich denke, um auf keinen Fall Ärger mit irgendjemand in den Stadien kriegen zu wollen, sollten sämtliche Emotionen und Gefühlsausbrüche bis nach dem Schlußpfiff und im Falle von Heimspielen Auszug aus unserer vereinseigenen Veltins-Arena aufgespart werden, um sie (also die aufgesparten Gefühle) dann kollektiv in der Parkstadionruine, unserer ruhmreichen Stätte Kampfbahn Glückauf sowie andere öffentliche Plätze und Straßen in GE, wie z.B. … also, mit anderen Worten, wir gehen dann mal zum Feiern in den Keller. Kerl, wat is dat arschig!

  7. skAndy sagt:

    Ausserdem sollte Dortmund beim Rückspiel in weissen Trikots spielen! Ein Auflaufen in Schwarz-Gelb wäre ja wohl eine riesige Provokation!

  8. eisenschleuder sagt:

    naja, provokation? ich habe da eher mitleid.
    herr großkreutz z.b. leidet ja offenbar unter verfolgungswahn. das ist eine ernst zu nehmende krankheit.
    vielleicht sollte man andere profis für äußerungen wie “du schwarze sau!” nicht einfach als rassisten titulieren, sondern ernsthaft nach den ursachen ihrer sicht der welt und den ursachen ihrer psychischen verletzungen in der kindheit fragen.
    schalker v 2.0 sollten allen mitmenschen mit nächstenliebe und toleranz begenen! :)
    also zuhören und wo immer es geht verständnis zeigen!

  9. Iris sagt:

    Merkel und Westerwelle was soll das geben? Ob die sich zusammenraufen und was von deren beider Versprechungen vor der Wahl wohl übrig bleibt? Wir werden sehen.

  10. Stefan (Weltsicht Südtribüne) sagt:

    Ich hab ja am Wochenende nix gesehen, merke aber doch mal so an, dass sich der Herr Neuer gerne als Arschloch aufführt. Sich drüber aufzuregen, ist aber natürlich albern. Und: schöner Text.

  11. Jago sagt:

    Coole Idee.

    Lügner Grotzkreuz hat übrigens, nachdem er der Lüge überführt wurde, in seiner Kolumne bei Schwatzgelb den Tatort in den Kabinengang verlegt.

    Wenn man sich

    http://www.youtube.com/watch?v=5zrJeYipPL8

    ansieht und dann die Kolumne liest, unglaublich. Gibt es beim BVB eigentlich niemanden mit Anstand der den Lügner stoppt.

  12. skAndy sagt:

    Man braucht sich doch nur die ganzen Aussagen anhören, die er vor der Saison hat fallenlassen… von wegen Feindbild Nr. 1 und hassen wie die Pest… das dagt doch alles!

    Und ob Neuer sich manchmal “als Arschloch aufführt” steht gar nicht zur Debatte! Das machen 70% der Profis gerne!

  13. eisenschleuder sagt:

    naja, “fans” die mit sachen nach spielern werfen dürften sich noch nichtmals über hohn und spott beschweren, und den gab es ja noch nichtmal von manuel neuer.
    kurven die es im kollektiv zulassen, dass aus ihren reihen mit sachen geworfen wird haben aus meiner sicht ihren natürlichen anspruch auf respekt verwirkt. sowas gibt ja auch bei uns… unmöglich!

  14. Derwall sagt:

    Mir ist es eigentlich egal, was ein 21jähriger Kevin in die Fernsehkameras brabbelt. Das sind halt die Säue, die durchs Mediendorf getrieben werden, solche Geschichten liebt der Boulevard. Was mich mehr aufgeregt hat, ist die Hybris, mit der sich Jürgen “Ich krieg bald keine Werbeverträge mehr wenn ich weiter verliere” Klopp hinstellt und seinen Spieler pauschal den Persilschein ausstellt: Von denen lügt doch keiner! Natürlich nicht.
    Das ist der doch etwas durchsichtige Versuch, einen Solidaritätseffekt mit den eigenen Fans mit Hilfe eines äußeren Feindbildes zu schaffen: Scheiß Schiri und doofe Schalker. Dabei läßt sich das eigentlich Problem schön kaschieren: Der Dortmunder Kader ist falsch zusammengestellt, die haben ein massives Sturm- und Offensivproblem.
    Ansonsten ein perfektes Wochenende: Wenn sich der Gegner so aufregt, hat die eigene Mannschaft alles richtig gemacht. Glück auf!

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