FTD: Peters überfordert, Schalke fast pleite

Wieder gibt es einen neuen Text zur angeblich prekären Finanzlage beim FC Schalke 04. Unter der Überschrift „Schalke ist fast pleite“ schreiben Melanie Bergermann und Axel Kintzinger in der Financial Times Deutschland mit Bezug auf die häufig erwähnten, vereinsnahen Kreise, dass Peter Peters mit den Finanzen nicht zurecht kommen würde. Laut Informationen der FTD würde der Londoner Investor Stephen Schechter die Absetzung Peters fordern. Drei von vier Sicherheitskonten, aus denen Kredite bedient werden, seien leer. Als Alternative zu Peters wird von Bergermann und Kintzinger der Name Dr. Carl Albrecht Schade in den Ring geworfen.

Auch der Beitrag der FTD ist wieder mit warmen Worten zur sportlichen Lage aufgeplustert und nutzt zur Erklärung der finanziellen Schieflage wieder den Spieleretat, der bekanntlich nach wie vor der zweithöchste der Liga sein soll, was ich für fragwürdig halte. Die Personaldebatte ist aber neu, von daher ist der Beitrag eben nicht das übliche Wiederholen von schon häufig Gelesenem. Den Wahrheitsgehalt kann ich nicht einschätzen, ebenso wenig den der ständigen Beteuerungen von Clubseite, alles sei im Lot.
Ja, ich mache mir Sorgen. Nicht unbedingt darum, dass auf Schalke die Lichter ausgehen. Aber darum, dass in dem Jahr, in dem mit dem Aufbau einer neuen Mannschaft begonnen werden soll, der Abbau der Mannschaft vorangetrieben werden muss.



14 Kommentare zu “FTD: Peters überfordert, Schalke fast pleite”

  1. Casi sagt:

    gibt doch genügend alte und ältere profis, von denen man sich trennen könnte. hast aber recht, der ftd-artikel wartet mit einigen nominellen infos auf, die man woanders so nicht gelesen hat bislang. hielt und halte nie viel von peters und schnusenberg…wäre wohl in der tat mal an der zeit, dass ein wirklich patenter finanzexperte das ruder übernimmt. wenn die schechter-drohung das bewirken könnte – warum nicht?

  2. tumulder sagt:

    O.K., wie die finanzielle Lage auf Schalke aussieht, dürfte jedem klar sein. Ich glaube die aktuelle Wetterlage gibt das ganz gut wieder, mehr wolkig als heiter. Felix Magath hat sich dahingehend geäußert, daß er es vom Tabellenplatz in der Winterpause abhängig macht, ob er Spieler abgibt, oder eventuell noch die eine oder andere Verstärkung einplant. Soll heißen, falls die Chance auf die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb besteht, bleibt der Kader erhalten. Sollte Schalke weit von Platz 5 entfernt liegen, dürfen wir uns zumindest von Rafinha verabschieden. So habe ich seine deutlichen Worte jedenfalls verstanden.

    Die Forderung Schechters, der ich Glauben schenke, man darf Peter Peters Befähigung als Finanzchef durchaus in Frage stellen, ist natürlich auch ein politisches Manöver. Immerhin steht Schalke bei Schechter nicht unwesentlich in der Kreide und Schechter hat offensichtlich berechtigte Sorgen um die investierte Kohle, da darf man auch schon mal die eine oder andere Personalentscheidung seines Schuldners kritisieren. Das macht auch die Volksbank, wenn sie glaubt der Mittelständler mit dem 2 Millionen Darlehen könnte seinen Laden vor die Wand fahren. Ein klug lancierter Artikel in der Financial Times, der mit Sicherheit auch in den nächsten Stunden weitere Verbreitung in der Öffentlichkeit finden wird, kann da der Forderung nach dem eigenen Wunschkandidaten vielleicht ein wenig Nachdruck verleihen.

    Man wird sehen, interessant ist die Entwicklung allemal, und falls an ihr etwas Wahres dran sein sollte vielleicht auch nicht die schlechteste.

  3. Torsten Wieland sagt:

    Ich glaube nicht, dass es mit dem Verkauf eines Rafinhas getan ist, falls dieser Beitrag einigermaßen zutrifft. Vielmehr müsste wohl zu Geld gemacht werden, was zu Geld gemacht werden kann. Und Wissen um den Zwang, verkaufen zu müssen, lässt die Preise stürzen.

    Das ich von Peters viel oder nicht viel halte, kann ich gar nicht sagen. Mit ist überhaupt nicht klar, was der Mann mittlerweile alles macht. Zwischendurch war er ja auch noch für die Pressearbeit zuständig, nun für die Finanzen, immer war er Geschäftsführer … Sein Ruf als Fußballfunktionär ist gut, so würde ich es einschätzen. Dass er auf Schalke jeden Scheiß erledigen muss, für den ein anderer rausgeschmissen wurde, möchte ich nicht zu seinem Nachteil auslegen. Aber ja, mit einem ausgewiesenen Finanzexperten für dieses Ressort wäre mir auch wohler.

    Von wegen weite Verbreitung in den nächsten Stunden: Der Artikel würde vorhin in den WDR2-Nachrichten zitiert … Der Club wird selbstverständlich alles abstreiten. Das muss er, wegen der Verhandlungsposition gegenüber der Geschäftspartner. Veränderungen im Vorstand werden aber nicht heimlich vonstatten gehen können, allenfalls abrupt, so wie schon die Ablösung Schnusenbergs.

  4. Torsten Wieland sagt:

    By the way: Die Mitautorin des FTD-Artikels Melanie Bergermann wurde in diesem Jahr für einen Beitrag in der „Wirtschaftswoche“ mit dem Henri-Nannen-Preis für die „Beste investigative Leistung“ ausgezeichnet. Mittlerweile recherchieren also nicht mehr nur die Fußballschreiber, die sich mit Geld nur im Rahmen der Finanzierung ihrer eigenen Doppelhaushälfte auskennen …

  5. tumulder sagt:

    Ja, wie ich schon schrieb. Ich schenke dem Artikel große Aufmerksamkeit. Und mit der Kritik an Peters meinte ich auch ausschließlich seine Befähigung zum Finanzchef, die mir auch mehr wie eine Notlösung vorkommt. Daß Magath Neuer abgibt glaube ich nicht, aber Rafinha, Rakitic und selbst Jones wären Kandidaten. Asamoah, Streit und Sanchez wären natürlich schon gar nicht mehr da, hätte die Finanzkrise nicht für einen zurückhaltenden Wechselmarkt in der Sommerpause gesorgt. Für die nächste Saison darf man gespannt sein, ob der Vertrag mit Kuranyi und Altintop verlängert wird, im Fall Kobiashvili sollte es klar sein. Ich habe zuletzt etwas von Magaths Interesse an Idrissou gelesen, einer wird in jedem Fall keine Vertragsverlängerung erhalten.

    Ich denke je früher man sich damit abfindet, daß Schalke definitiv nicht mehr zu den großen fünf der Bundesliga gehört, desto besser.

  6. sequencer sagt:

    Der Vollständigkeit halber:

    Sicherheitskonten der Anleihe sind gefüllt

    01.10.2009

    Die Finanzlage des FC Schalke 04 ist unverändert ein Thema in den Medien. Und weiterhin werden Informationen verbreitet, die nicht den Tatsachen entsprechen.

    Deshalb stellt der FC Schalke 04 aus gegebenem Anlass fest: Die in einem Artikel der Financial Times Deutschland thematisierten Sicherheitskonten der Anleihe sind vertragsgemäß gefüllt. Alle bislang fälligen Raten der Anleihe sind vom FC Schalke 04 pünktlich bedient worden.

    http://is.gd/3Q79p

    Es wird wieder mal lustig. Personalpolitik vielleicht, denn die Idee von WMP, wo Herr Schade im Aufsichtsrat sitzt, ist:
    „Ziel unserer Arbeit ist es, journalistisch interessante Botschaften unserer Kunden als redaktionellen Beitrag in den Medien zu platzieren.“ http://is.gd/3Q7JB

    Andererseits, ordentliche PR-Arbeit wäre für Schalke 04 nicht von Nachteil.

  7. Rheinlaender sagt:

    Die Pressemeldung ist eine Nebelkerze, es wird etwas dementiert, was gar nicht behauptet wird.
    Auch die FTD schreibt ausdrücklich, dass das Sicherheitskonto für die Schechter-Anleihen noch gefüllt ist und die Zahlungen pünktlich erfolgen. Insofern solide PR-Arbeit. Die viel interessantere Frage ist, wieso seit Wochen ständig neue Details veröffentlicht werden. Wer hat Interesse daran? Die Behauptung, die Sicherheitskonten sind leer sind ein finanzpolitisches Todesurteil. Bei normalen Unternehmen bleibt dann die Insolvenz als einzige Alternative. Es bleibt interessant.

  8. packer sagt:

    Ich denke ein Finanzfachmann macht absolut Sinn.

    Und dass wir ein paar Spieler abgeben ist / war klar. Ich bin immer noch überzeugt, dass Neuer nächstes Jahr in München spielt. Dazu wird Rafinha nicht zu halten sein und Kevin wird nicht verlängern. Vermutlich geht auch Bordon.

    Das wird allein an Gehalt mehr als 10 Mio einsparen und mehr als 25Mio Ablöse bringen. Dann kann Magath zeigen, was er kann. Ich sehe dann immer noch eine junge und gute Mannschaft, die um Platz 8+ spielen kann.

  9. packer sagt:

    Ein Grund das jetzt wieder aufs Tablett zu bringen könnte für FTD der relaunch ihrer Website sein. Dafür wird zur Zeit z.B. bei NTV heftig geworben. NTV bringt im Gegenzug die Story prominent raus und FTD kann den click-count hochtreiben.

    Dass wir Geld brauchen ist ja nun nicht so ne dolle Neuheit. Und die genannten Fakten sind da nur ein weiteres Puzzleteil, keine aufregende Neuheit oder Neubewertung.

  10. Frank sagt:

    Also ich finde es einfach nur ärgerlich, dass immer nur der S04 aufs Korn genommen wird. Es wird erst immer mal den anderen geglaubt, bevor wieder zurückgerudert wird. Sei es bei Rafinha, dann zum Derby und der angeblichen Tätlichkeit, die Watzke heute noch mal im kicker bestätigt.
    Dann nachdem man uns sportlich nicht ans Bein pinkeln kann, haut man wieder was über die Finanzen raus. Gibt es dann außer S04 keinen Verein mehr, der finanzielle Schwierigkeiten hat?
    Kein Wort über die Machenschaften hier bei uns in Rheinland-Pfalz und Kaiserslautern, die mit Steuergeldern über Wasser gehalten wurden und noch werden. Warum verkaufen die Bayern praktisch ohne Not Anteile an Audi? Die KGaA alles rechtens und alles bestens? Wie war das noch mal mit der Bilanz?

    Sollte es klemmen legen wir Schalker wieder zusammen. Damals war ich bei Schalker helfen Schalke Schüler und da waren es 10 DM, heute geht mehr. ;-)

    Ein verärgerter rheinhessischer Schalker.

  11. ckwon sagt:

    Frank: Ich erinnere mich noch an die BVB-Fast-Pleite. Da haben einige Dortmund-Fans auch gesagt: Wieso stehen nur wir in der Zeitung, die Schalker sind doch genauso wackelig finanziert…

    In ein paar Jahren ist es eine andere Sau die durchs Dorf getrieben wird…

    Solange aber die FTD nichts falsches berichtet, hat sie jedes Recht darüber zu berichten. Geht ja nicht um kleine Summen. Andererseits dürfte Panik oder Skandal-Rufe auch unangebracht sein, da es ja bisher noch ging und der Verein vermutlich auch genug Substanz hat, eine Insolvenz zu verhindern. Ob es dem Verein allerdings in ein paar Jahren gut geht, ist ne andere Frage…

    (Und kurz zu Kaiserslautern: Das Stadion wurde wegen der WM, die auch Stadt und Land wollten überdimensioniert ausgebaut, daher empfinde ich es als ok, wenn da auch Stadt und Land ihren Teil weiter beitragen. Der FCK hat die Ausgaben in den letzten zwei Jahren massiv gesenkt, sprich: auch ihren Teil dazu beigetragen)

  12. Frank Dubberke sagt:

    ckwon:
    Klar mit die aber auch kommt man nicht weiter. Vielleicht kam auch nicht klar raus was ich meine.
    Es geht dabei immer um die gesamte Darstellung von S04, die sowohl sportlich als auch finanziell von mir als Dauerbeschuss empfunden wird. Finanzen, Falschmeldung über Rafinha’s Wechsel, Neuer’s Brutaloattacke, Finanzen. Wobei das mit den Finanzen ja stimmt, dass über die Spieler gar nicht, aber egal erst mal schlecht gemacht. Entschuldigungen halbherzig oder Fehlanzeige.

    Vielleicht sollte ich meine Einstellung dazu ändern. Mich interessiert aber mehr als nur das Sportliche, da mir S04 am Herzen liegt.

    Zu Kaiserslautern, der dicke Kurt hat da schon mitgeholfen, dass Stadt und Land das wollen. Frag mal die 05er und Koblenzer. Erst unter Stefan Kuntz wurde ordentlich gearbeitet, dass stimmt.

  13. links for 2009-10-02 | Du Gehst Niemals Allein sagt:

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