Hey, was geht ab?

Vor 181 Tagen war Hertha BSC Tabellenführer der Fußball-Bundesliga. In Worten: Einhunderteinundachtzig. Eine mit toll funktionierendem Defensivsystem agierende Mannschaft, die den Ball blitzschnell nach vorne bringen konnte und dort Spieler hatte, die nicht allzu viele Chancen brauchten. Ein Trainer der keine teuren Spieler verlangte, der seine Taktik auf der Werbetafel erklären konnte. Der von Juniorchef Michael Preetz und Präsident Werner Gegenbauer als so gut erachtet wurde, dass man auf ihn hören wollte, dass der Eindruck entstand, als wolle man den Club nach der Philosophie des Trainers ausrichten. Dieter Hoeneß sollte weg, Hertha auf dem Weg zu einem Starker-Trainer-Modell, mit einem Michael Preetz, der seine Rolle schon finden würde.

Am 16.08. verlor Hertha BSC in Gladbach, die erste Niederlage der laufenden Saison. 44 Tage später wurde Trainer Lucien Favre entlassen. In Worten: Vierundvierzig. Die besten drei Hertha-Spieler sind seit Sommer weg, um den Rest tun sich nun Abgründe auf. Angeblich haben sie gegen den Trainer gespielt, angeblich konnten sie Favre nur ertragen, solange sie erfolgreich waren. Eine Situation, die nach starker Führung schreit. Nun ist Michael Preetz der Skipper. Einer der Reden kann. Ob er sonst noch was kann ist unbewiesen.



6 Kommentare zu “Hey, was geht ab?”

  1. Norman sagt:

    Dieser Titel… Ganz großes Halma!

    Ich weiss es noch ganz genau: Letzte Saison, 33 Spieltag, Hertha vs. Schalke. Vorher konnte man sich kaum retten vor dem Lied. Kaum war abgepfiffen konnte man sich kaum retten vor den Anfeindungen der Herthaner (Herthas? Herthesen? Hertharetten?): FC Meineid u.ä… Und wo stehen sie jetzt?

    Ich hab auch etwas gelernt: Man kann ein ganzes S-Bahn Abteil voller Berliner, die nicht unbedingt zum Fußball fahren, mit mannigfaltigen Strophen des „Ebbe Sand“ Liedes unterhalten. Die meisten singen den Refain auch mit!

  2. Torsten Wieland sagt:

    Herthaner (Herthas? Herthesen? Hertharetten?)

    Hertha Freundinnen.
    Aber im Ernst, Häme empfinde ich über diesen Absturz keine. Eher bin ich entsetzt, wie schnell man seinen Club von einem hübschen Fensterplatz in die Abstellkammer prügeln kann.

    Man kann ein ganzes S-Bahn Abteil voller Berliner, die nicht unbedingt zum Fußball fahren, mit mannigfaltigen Strophen des “Ebbe Sand” Liedes unterhalten. Die meisten singen den Refain auch mit!

    Is‘ ja auch schön :-)

  3. Max sagt:

    Netter Beitrag. Kann mich der Meinung von Torsten nur anschließen – erschreckend wie schnell der Absturz von Hertha letztendlich ging. Da bekommen leider die Worthülsen, Favre sei der beste Trainer für Hertha, ein völlig anderes Gewicht. Das war alles nur heiße Luft.

    Hoeneß weg, Simunic, Voronin & Pantelic auch. Favre hinterlässt ein Trümmerfeld in Berlin. Ich bin mir nicht sicher, welchen Anteil er genau am Abgang von Manager, Stürmer und Abwehrchef hatte, aber irgendwie habe ich das alles kommen sehen.

    Nächster Kollateralschaden: Das jahrelange Zuschauerproblem in Berlin schien man gerade in den Griff zu bekommen. Mit so einer Darstellung sind die „Neuen“ im Stadion aber schnell wieder weg. Schade drum.

  4. Torsten Wieland sagt:

    Friedhelm Funkel unterschreibt heute einen Vertrag in Berlin. Auf einer PK um 14 Uhr wird er als neuer Hertha-Trainer vorgestellt, Sonntag gegen den HSV wird er auf der Bank sitzen: http://www.morgenpost.de/sport.....ainer.html

  5. matz sagt:

    Als Schalker, der in Berlin lebt, kann ich mich einer gewissen Freude nicht erwehren – nicht zuletzt, da viele in der Hauptstadt ja eine mysteriöse Abneigung gegen S04 pflegen.
    In Berlin hat Fußball nicht annähernd den Stellenwert wie im Ruhrgebiet. Mit dem Absturz Herthas und dem gleichzeitigen Höhenflug der Unioner ergäbe sich vielleicht eine ganz reizvolle Konstellation, die den Fußball hier sogar beflügelt.
    Eigentlich bin ich überzeugt, dass es in diesem Jahr einen größeren Club im Abstiegskampf erwischt. Allerdings stünde die Hertha in einem solchen Fall wohl vor dem finanziellen Aus.

  6. Auswärts beim langweiligsten Club der Liga sagt:

    […] höre ich gleich den ersten Rufer! Aber Wolfsburg spielt immerhin erfolgreich. Hertha schwoll unter Lucien Favre kurz an und fiel dann gleich wieder in sich zusammen. Das ist nun aber auch schon wieder fünfeinhalb […]

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