Fußball unplugged

Heißt das Länderspiel-Doppelspieltage oder Doppel-Länderspieltage? Jedenfalls ist das wie eine kurze Winterpause ohne Weihnachtsgeschenke und Transferperiode. Langweilig.

Es liegt wohl auch daran, dass mich unsere Nationalmannschaft in endrundenfreien Zeiten einfach nicht anzumachen vermag. Ich verspürte ein wenig Spannung vor dem Russlandspiel, natürlich. Aber das ewige geeiere um die Nominierungen vor jeder Mannschaftszusammenkunft nervt mich. Die langweiligen Sätze Bierhoffs mag ich nicht hören und dass ständige sich in Pose werfen des Bundestrainers, dass lässige sich auf Bande hocken und die Beine baumeln lassen, weil sie auch im Hinspiel schon erfolgreich baumelten, mag ich eigentlich auch nicht sehen. Jetzt noch ein Trallalaspiel gegen Finnland, bei dem natürlich alle Spieler ihre Chance nutzen wollen, und dann wird der Stecker endlich wieder eingestöpselt. Ich mag’s wenn’s scheppert und wenn’s knallt, zuviel Jogimonie ist nichts für mich. Mir liefert vor allem die Liga den Strom, den ich als Fan brauche.



7 Kommentare zu “Fußball unplugged”

  1. Norman sagt:

    Bei mir ist es inzwischen schon soweit gekommen, dass mich die Nationalmannschaft auch in Endrunden nicht interessiert. Ich freue mich immer auf die Endrunden, damit ich Fußball bis zum abwinken sehen kann. Rudelgucken (Paplik Wiejuing) ist mir fremd, genau wie die meisten Menschen dort: „Eigentlich interessiere ich mich nicht für Sport, außer für die WM und EM.“ Diesen O-Ton möchte ich nicht weiter kommentieren…

    Ich glaube in der kommenden Endrunde drücke ich Westermann (Weste?) und Neuer die Daumen.

  2. Rainer Edelmann sagt:

    …ich habe das Spiel nicht geschaut – mich hat nur interessiert, ob Westermann verletzungsfrei aus dem Match gegangen ist.

    Das Hochjazzen der Nationalmannschaft, gepaart mit dem dann eher bescheidenen Spielniveau, schrecken mich ab.

  3. Johannes sagt:

    Interessant, daß es nicht nur mir so geht. Selten habe ich ein Fußball-Spiel so emotionslos geschaut, wie Samstag. Beim Tor habe ich gejubelt, war ja schön rausgespielt. Aber sonst? Hätten die Russen gewonnen, hätte ich eher geschmunzelt. Und mich anschließend über den medialen Sturm amüsiert, der über Löw & Co. hinweggefegt wäre.

    Samstag ist endlich wieder „richtig“ Fußball.

  4. Norman sagt:

    Die Bundesligafußball-Freunde unter uns sind wohl einiges mehr gewöhnt als der D-Fan. Die Emotionen gehen mit uns fast jede Woche auf Achterbahnfahrt. Da muss ich nicht einer Mannschaft hinterher reisen, von der ich der Meinung bin, dass 80% der Spieler nicht nach dem Leistungsprinzip nominiert wurden.

    Die Leute, die 2006 und 2008 durch die WM und EM gefallen am Ballsport gefunden haben, und sich mal ein paar mehr Spiele am Stück ansehen wollen als alle zwei Jahre, sind zur Fangemeinde der TSG gewechselt. Allerdings hielt das „Wintermärchen“ bzw. das Kreuzband von Ibisevic nicht lange.

    Und gerade muss ich gerüchteweise (Bild.de) lesen: T. Müller angeblich in die Nationalmannschaft? Ein weiterer Tiefpunkt des Bundestrainers. – Wo bleibt Kiesling? – Ich war froh, als Klinsi 2005 die Bayernlobby (Sepp M. & Co.) aus der Nationalmannschaft entfernte, doch diese scheint jetzt mit aller Macht zurück zu kommen.

  5. Torsten Wieland sagt:

    Die Turniere machen mir schon Spaß. Da ist alles komprimiert, wenn die Spiele erstmal laufen ist die Halbwertzeit des Blödsinns drum herum sehr viel geringer. Außerdem stehen dabei die Leistungen der verschiedenen Teams stets im direkten Vergleich, weshalb Durchschnittsgekicke auch weniger hochgejubelt wird. Mir war schon wichtig, dass sich unsere Nationalelf qualifiziert.
    Aber in diesen Zwischendurchländerspielen stehen „Produkt und Werbung“ in groteskem Verhältnis. Vor allem wenn man bedenkt, wie selten unserer Nationalmannschaft dabei die Kombination aus wichtigem Spiel und gut kickendem Gegner begegnet.

  6. matz sagt:

    Unter diesem Aspekt sehe ich allerdings auch das häufig umlaufende Gerücht, Ivan Rakitic zeige sich in der kroatischen Nationalmannschaft immer auf Weltklasse-Niveau. Auch die Kroaten treffen selten in Qualifikation oder Freundschaftsspielen auf Weltklasse-Gegner

  7. Torsten Wieland sagt:

    Guter Einwurf. Trotzdem finde ich es bedauerlich, dass sich Kroatien wohl nicht mehr für die WM qualifizieren wird. Alleine durch eine Teilnahme an einer WM hätte Rakitic seinen Marktwert steigern können. Wenn er es schon nicht schafft, sich sonst irgendwie zu steigern …

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