3:0 gegen sich selbst gewonnen

Ein 3:0 Sieg im Pokalspiel bei 1860 München. Eigentlich ein 4:0, denn mindestens eins von zwei nicht anerkannten Toren hätte Schiedsrichter Markus Schmidt geben müssen. Der TSV 1860 München hat gerade mal zwei Schüsse aufs Schalker Tor abgeben können. Dazu hatte Felix Magath auch noch mit Mineiro und Farfán seinen ältesten und seinen besten Spieler schonen können. Da gibt es nichts zu meckern.

Oder vielleicht doch?

Tatsächlich spielte Schalke in der ersten Halbzeit grauenhaft. Derart viele Abspielfehler gab es bislang in keinem der 10 Ligaspiele. Heiko Westermann, sicher kein Supertechniker aber ein stets zuverlässiger, solider Kicker, stand in den ersten 20 Minuten völlig neben der Spur und schaffte es, den Ball in einem Zweikampf gleich dreimal zu verlieren. Marcelo Bordon passte den Ball mal eben 20 Meter neben seine Anspielstation. Lukas Schmitz nahm sich ein Beistpiel an ihm. An Lewis Holtby lief das Spiel weitestgehend vorbei. Und von den anderen wirkte auch kaum einer souverän.

Es bedingt sich eben immer alles. Nein, natürlich wollte Schalke 1860 nicht unterschätzen. Aber sei es das Gefühl, gegen diese Zweitligamannschaft sicherlich nicht völlig gefordert zu werden, oder sei es das Gefühl, gegen die überlegen ausschauen zu müssen: Solch ein Spiel ist auch für den höherklassigen Club eine emotionale Ausnahmesituation, und diese Mannschaft des FC Schalke 04 hatte heute deutlich sichtbar Probleme damit. Die Sicherheit kam erst mit den Erfolgserlebnissen, mit der Führung, mit dem zweiten Tor. Am Ende hätte Schalke auch 6:0 gewinnen können und auch das wäre verdient gewesen, so überlegen war man letzten Endes dem verunsicherten Team von 1860 München. Probleme hatte Schalke heute nur mit sich selbst.

Fürth, Köln, Osnabrück, Augsburg, Bremen, Hoffenheim und die Bayern sind noch im Pott. Schalke 04 hat ja quasi traditionell Lospech. Vermutlich geht’s also nach Bremen oder erneut in die Versicherungsarena. Schalke spielte bislang im Ligabetrieb auswärts abgebrühter als zu Hause. Trotzdem hoffe ich auf ein Heimspiel. Der Pokal hat schließlich seine eigenen Gesetze. Gegen wen wäre mir dann egal.

Die Auslosung zur nächsten Runde erfolgt am kommenden Sonntag, im Rahmen der ARD-Sportschau. Die Viertelfinalspiele werden am 09. und 10. Februar stattfinden.



8 Kommentare zu “3:0 gegen sich selbst gewonnen”

  1. wilbor sagt:

    Da die Bazen traditionell Losglück haben, sind sie mit einem Heimspiel gegen Fürth oder Augsburg schon aus dem Topf.

    Wenn wir nach Europa möchten, sollten wir hoffen, das Werder und/oder Bayern noch ein bis zwei Runden überstehen und wir natürlich auch…

    W.

  2. Ney sagt:

    „Trotzdem hoffe ich auf ein Heimspiel.“
    Wäre mal nett. Von den 14 Pokalspielen der letzten 5 Jahre haben wir ganze 2 zuhause gehabt, beide gegen Hannnover 96.

  3. Matthias sagt:

    @Ney: Deine Aufzählung hinkt natürlich ein Stückweit, denn in der ersten Runde hat ein Profiverein immer eine Auswärtsaufgabe. Somit sinkt die Quote von 12:2 auf 7:2. Aber ich gebe dir recht: Diesmal sollte uns auch die Statistik mal wieder ein Heimspiel gönnen.

  4. Torsten Wieland sagt:

    Nicht nur wegen der Freude um die Viertelfinal-Qualifikation, auch wegen dieser Meldung ist heute ein guter Tag:
    http://www.spiegel.de/sport/fu.....03,00.html

  5. Ney sagt:

    @Matthias: Die Aufzählung hinkt nicht. Ich wollte da nichts beweisen, sondern nur darauf hinweisen, dass Heimspiele eben selten sind und mal wieder eins erfreulich wäre. Und wenn es jetzt wieder ein Auswärtsspiel wird, wäre das Verhältnis nur für die Begegnungen ab Runde 2 auch schon 8:2 .

    Da Hannover bereits raus ist (3 der letzten Pokal-Heimspiele gegen Hannover 96!), habe ich allerdings wenig Hoffnung…

  6. Matthias sagt:

    @Ney: Da halte ich aber dagegen. Denn im letzten Jahr wurde uns in der dritten Runde zunächst ein Heimspiel zugelost. Danach wurde Jena aus dem Topf gezogen und das Heimrecht war wieder futsch. Rein Lostechnisch steht es also in dem von dir gewählten Zeitraum 6:3. Aber – nochmal – ich gebe dir ja recht, dass auch ich mal wieder ein Heimspiel sehen möchte. Allein schon deshalb, weil ich wissen möchte, ob mein „Schalke-Total“-Dauerkartenabo noch aktiv ist ;-)

  7. Trainer Baade sagt:

    Das wäre doch mal etwas für den Baseball-Mann im Schalke-Blogger. Die Äußerung „und bitte endlich mal wieder ein Heimspiel im DFB-Pokal“ höre ich nämlich so auch ständig beim MSV und bei BMG. Wahrscheinlich sogar bei allen Clubs, die meist in der 1. Liga spielten. Kann doch nicht sein, dass alle irgendetwas fühlen, und es dann doch nur am Modus im Pokal liegt.

    Allerdings will ich hier niemandem Arbeit aufdrängen, die ich auch selber machen könnte…

  8. Pokalauslosung: „Und wieder kein Heimspiel“ : Königsblog sagt:

    […] der dritten Liga grundsätzlich Heimrecht haben. Ziemlich genau darum ging es letzte Woche in Kommentaren in diesem […]

Schreibe einen Kommentar