Hans Leyendecker

Der Mann hat sich durch erfolgreiche Arbeit einen Namen gemacht. Früher war er beim Spiegel, heute ist er leitender Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. In unzähligen Artikeln leuchtete er aus worüber mächtige Menschen nicht reden wollten, auf Grund seiner Veröffentlichungen kamen kriminelle Machenschaften ans Licht und mussten Politiker von ihren Ämtern zurücktreten. Seit rund vier Wochen beschäftigt sich Hans Leyendecker auch mit den Finanzen des FC Schalke 04.

Heute hat nicht mehr nur seine Arbeit, sondern auch sein persönliches Wort ein Gewicht. Als einer der viel mitbekommen hat traut man ihm zu, Sachverhalte richtig einschätzen zu können. Deshalb, und aus Neugier an der Person eines derart erfolgreichen Journalisten, ist er ein interessanter Gesprächspartner. Heute vor einer Woche war er in der WDR5-Radiosendung „Tischgespräch“ zu Gast.
Darin erzählte er was ihn dazu brachte, Journalist werden zu wollen. Er erzählte wie er den Mächtigen gegenübersteht, wieso er den Begriff „investigativen Journalismus“ meistens für unangebracht hält oder dass er bei seiner Recherche am Telefon erfolgreicher ist als im persönlichen Gespräch. Er erzählt von dem Typ Informanten, mit dem er am besten klarkommt und warum das wohl so ist, wieso er wohnt wo er wohnt, warum er mit Kardinal Meisner nicht warm wird und auch sonst noch dies und das. Gesa Rünker führt gut durch ein Gespräch, in dem es auch darum geht dass Hans Leyendecker Fan von Borussia Dortmund ist. Jeder hat eben seine Leiche im Keller.


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(47:50 Min)
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8 Kommentare zu “Hans Leyendecker”

  1. Packer sagt:

    Interessant. Denn eigentlich hat Leyendecker einen viel zu großen Namen, um sich mit ständig „neuen“ Artikeln zu Schalke abzugeben. Und offensichtlich haben sich ja auch die Informanten z.t. als von Schechters Interessen gelenkt heraus gestellt.
    Wenn allerdings eine Lügenscheider Verblendung dahinter steht, wird einiges klarer.

    Damit will ich keinenfalls die Schalker Probleme klein reden. Mir fallen nur auf Anhieb Dutzende Problemfelder ein, mit denen sich ein Mann vom Kaliber Leyendecker besser beschäftigen könnte.

  2. Torsten Wieland sagt:

    Mit Verlaub, das halte ich für Quatsch. Der Mann ist Profi und weiß seine Sympathien hintenan zu stellen. Eher denke ich, dass der recht freundliche Grundton (bspw. in allem was mit Tönnies zu tun hat) in den ersten beiden Texten daher rührte, dass er sich sowas nicht nachsagen lassen will.

  3. Packer sagt:

    Trotzdem bliebe ja die Frage, warum ein so renomierter Reporter sich mit Schalke so ausgiebig beschäftigt.

    Denn von der Substanz der Artikel gibt das nicht viel her. Schalke hat kein Geld und sucht neue Quellen, wußten wir auch vorher.

    Und letztlich hat die SZ aus dieser Grundthese ein Dauerthema gemacht mit immer neuen Details, aber ohne wirklich neue Substanz.

    Ich war damals beunruhigt, da ja die SZ und Leyendecker eben nicht Bild oder WAZ oder Reviersport sind und hatte echte Substanz befürchtet. Das war zum Glück nicht gegeben.

  4. Ney sagt:

    Die SZ hat ja mit Berichten über finanziell angeschlagene Bundesligisten so einige Erfahrungen, vgl. Röckenhaus zum BVB vor 5 Jahren. Ein altes Interview mit Leyendecker in 11 Freunde liest sich da nochmal ganz interessant: http://www.11freunde.de/bundesligen/17137

  5. matz sagt:

    was heißt echte Substanz? Ohne die Finanzspritze der Stadt bzw. GEW wäre die Saison nicht mehr finanziert. Das ist mir schon Substanz genug. Gerade noch mal so von der Schippe gesprungen

  6. Ollis sagt:

    naja, was heißt von der Schippe gesprungen. Diese Saison konnte finanziert werden. Sollte Schalke die internationalen Plätze wieder verpassen, wird man wohl dieses mal nicht um eine komplette Umstrukturierung des Kaders herum kommen (wie diese Saison schon angekündigt)…

  7. Kees Jaratz sagt:

    @packer Schalke ist für Hans Leyendecker eines von vielen alltagsnahen Themen, bei denen womöglich verdeckt zum Schaden der Allgemeinheit gehandelt wird. Da geht es ihm einfach um die Offenlegung aller Fakten. Enthüllungsjournalismus eben. Genauso hat er jüngst über die NDR-Redakteurin Doris Heinze und ihre fiktiven Drehbuchautoren geschrieben. Oder heute geht es ihm um die die Bespitzelung von Journalisten durch die Telekom.

    Und letztlich gab es ja nicht nur für Leser außerhalb des Schalke-Fankreises eine neue Qualität der Geschichte, wenn da nun das stadteigene Unternehmen mit einsteigt. Haben wir in Duisburg in weitaus unspektakulärer Form übrigens auch erlebt, als der Trikotsponsor zum Anfang der Saison händerrigend gesucht wurde.

    Wenn dann euch bekannte Fakten immer wieder noch einmal erzählt werden, ist das einfach ein darstellerisches Problem. Komplexe Finanzkonstruktionen sind nun einmal schwer verständlich und nach dem Lesen bleibt nicht lange etwas im Gedächtnis, so man kein Finanzfachmann ist. Zudem schreibt er ja nicht für Schalke-Fans, die sich ununterbrochen mit dem Thema beschäftigen. Also muss er wiederholen, was ihr vielleicht schon auswendig kennt.

  8. Packer sagt:

    Im Einstieg von GEW kann ich nun keine neue Qualität entdecken. Dass Städte Stadien sogar selbst bauen ist normal und rechtlich unbedenklich (höchstrichterlich entschieden).

    In Köln hat der damalige OB Schramma Wahlkampf mit FC-Schal gemacht und den Stadionbau überteuert durchgezogen. In Düsseldorf wurde für einen Drittligisten eine Arena hochgezogen. In Essen wird ein Stadion für einen Viertligisten (der nicht mal die Oktobergehälter gezahlt hat) gebaut, Leipzig bekam vom Bund eine weitgehend ungenutzte Arena etc.

    Es ist Aufgabe der Stadt und der GEW Infrastruktur in GE zu fördern. Und Schalke pleite gehen zu lassen, wäre für die Stadt viel schlechter. Schalke hat das Stadion selbst gebaut und braucht nun Hilfe, das ist weniger als wenn die Stadt das Stadion selbst gebaut hätte.

    Dass Schalke arge Geldnot hat, ist durchaus eine Geschichte wert, auch in der SZ. Dass sich da jetzt die Grünen einmischen (offenbar ohne große Sachkenntnis) und die Dauerberichterstattung kann ich so nicht nachvollziehen, gebe aber zu, dass ich ne blau-weiße Brille habe.

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