Erbettelter Lucky Punch

Gladbach gewann nicht unverdient, schrieb kicker online direkt nach dem Spiel. So kann man das schreiben. Sie hätte auch schreiben können dass Gladbach nicht verdient gewann. Oder dass Schalke nicht verdient verlor. Oder dass Schalke eben nicht unverdient verlor. In einer Begegnung zwischen zwei offensivschwachen Mannschaften gewann das Team, dass die eine klare Aktion durchbrachte. Und für Schalke-Fans gab es viele Gelegenheiten, sich zu ärgern.

Über Heiko Westermann zum Beispiel, der nicht nur beim 80 Meter Pass von Dante zum entscheidenden Tor auf dem falschen Fuß erwischt wurde, der auch ansonsten über den Platz schlich als sei er auf Reserve.
Über die Schalker Offensive, unabhängig von Namen. Ivan Rakitic hatte vielen Szenen, und in allen mangelte es an Präzision. Sein Backup Jan Moravek hatte nichtmal viele Szenen. Dem von Magath noch reingeworfene Lewis Holtby reichte im besten Fall die Zeit nicht. Die Stürmer, Kevin Kuranyi, Jefferson Farfan, Halil Altiontop, hatten allesamt wenige Ballkontakte. Und daraus machten sie nichts.
Über Schiedsrichter Wolfgang Stark. Der entschied sich früh für Gladbach. Stark pfiff die vielen kleinen Dinge gegen Schalke, konkret doppelt so häufig wie gegen Gladbach. Er zeigte den Blauen 5 Gelbe Karten, den Gladbachern keine, und womit sich Rafinha seine Gelbe Karte verdient haben soll, bleibt auch nach der achten Wiederholung im Dunkeln. Man könnte meinen Schalke sei wie ein Holzfällerkommando über wehrlose Borussen hinweggefegt. Allein so was war auf dem Platz nicht zu sehen. Als sich Roel Brouwers in der zweiten Halbzeit auf dem Platz behandeln ließ, dauerte dies knapp drei Minuten. Diese drei Minuten ließ Stark nachspielen. Nur diese.

Andererseits: Stark hätte auch 20 Minuten nachspielen lassen können, Schalke hätte wohl trotzdem kein Tor erzielt. Es fehlte an Ideen. Wenn es schnell gehen sollte scheiterte es an der fehlenden Genauigkeit. Und wenn es weniger schnell ging scheiterte es an Gladbach, die eben so spielten wie ansonsten Schalke, mit aggressiver und räumlich gut aufgeteilter Defensive.
Anfangs war das Spiel schnell und sehr interessant. Beide Mannschaften standen sich auf den Füßen, boten sich keine Räume. Alles war irgendwie eng und intensiv, und auch wenn mehr geflippert als kombiniert wurde war es schon eindeutig erste Liga. Später traten die beschriebenen Unzulänglichkeiten des Schalker offen zu Tage, als Gladbach merkte dass das an diesem Tage reichen würde um den Sieg zu halten. Dann lebte das Spiel von der Spannung alleine.

Am Ende machte die eine Szene in der 5. Minute den Unterschied. Das ist ärgerlich. Doch man kann sagen, dass in dieser Saison für Schalke die Münze schon häufig auf die richtige Seite fiel. Sich das Glück zu erarbeiten ist ein gute Sache, am Ende braucht es doch auch Glück, und das ist einem nicht immer holt, selbst mit einem Felix als Skipper. Ich möchte fast meinen, eine Niederlage auf genau diese Art war mal fällig. Ich hoffe nur, dass es bei der niedrigen Frequenz bleibt.



3 Kommentare zu “Erbettelter Lucky Punch”

  1. teamnullvier sagt:

    Jo, dem kann und braucht man auch nicht mehr viel hinzufügen.
    Vielleicht noch, dass ich mir keine Schalke Spiele mehr in der heimischen „Schalke Fan Kneipe“ anschauen sollte. Bislang hat Schalke alle Spiele verloren, die ich mir dort angeschaut habe. Mich wundert, dass ich noch kein Hausverbot bekommen habe.

  2. Christian Schlender sagt:

    Ja es war ganz schrecklich !
    Der Pass zum 1:0 war eine gefühlte 1/2 Stunde
    unterwegs, der Gladbacher stand so frei, er
    hätte sich noch die Schuhe zubinden können.
    Herr „Stark“ hat auch ganz schwach gepfiffen,
    Rafi sollte beim nächsten Mal einfach in Bommel
    Manier hinlangen, gibt auch gelb, gibt auch Pfiffe
    aber wenigstens geht dann einer ;-)
    Aber was soll es ?
    Wir (ich) haben nicht mit Rückschlägen gerechnet,
    aber sie müssen kommen, jeder wußte es !
    Es ist halt schade, der Gegner kämpft nur
    deswegen nicht gegen den Abstieg, weil dieses
    Jahr 2 merkwürdige Freiwillige die Plätze 17 und
    18 belegen. Es war auch ein dünnes Spiel von uns,
    wenn es hoch kam dann hatten wir in den 80 Min
    Rückstand gerade mal 5 Minuten mit Torraumszenen.
    Sch*

  3. eisenschleuder sagt:

    keine spitzenmanschaft! qed.
    erwartet habe ich eine so desaströse vorwärtsbewegung erst gegen hertha- da bin ich ja dann auch wieder im stadion…
    die manschaft hat sich aber durch die vorherigen auftritte respekt verdient. ein 0:1 in einem zugegebener maßen schweren spiel ist kein beinbruch. imho haben sich die gladbacher in der saison in vielen spielen unter wert schlagen lassen. da kommt der ausgleich der gerechtigkeit natürlich im spiel gegen schalke. wie könnte es auch anders sein?

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