1:1, das dritte Unentschieden in Folge, wieder nach einem Rückstand, diesmal in München. Es war kein schönes Spiel. Schalke spielte auch nicht gut. Aber es war spannend. Es war ein Katz und Maus Spiel, bei dem die Maus dem etwas zu trägen Kater zwar nicht nach schöner Tom und Jerry Art das Dynamit in die Ohren stopfte, ihm aber immerhin ein wenig auf der Nase rumtanzte und sich rechtzeitig und lächelnderweise aus dem Staub machte.
In München redet man sich ein, dass man ohne Ribery und Robben kein kreatives Offensivspiel auf den Platz bringen kann. Als Folge können die Bayern dies wirklich nicht und es entwickelte sich ein Spiel, wie man es auf Schalke in den letzten Jahren ebenfalls sehr häufig gesehen hat. Eine zwar durchaus engagierte aber ideenlose Heimmannschaft biss sich an einer Auswärtsmannschaft die Zähne aus, der die Defensive über alles ging und sich mit dem zufrieden zeigte, was sich ergab.
Viel ergab sich nicht, Schalke spielte seine Konterchancen nur in der ersten halben Stunde ordentlich aus. Fortan, nach dem Rückstand, nach dem Ausgleich, wurde der Ball zu oft zu schnell verloren. Stets eine Spur zu hurtig hüpften die gerade noch auf Ausflug befindlichen Schalker zurück in den Defensivverbund.
Immerhin hatte das Erfolg, denn die großen Bayern konnten sich kaum Chancen erspielen. Das Tor war ein Zufallsprodukt. Einmal schoss Klose. Ein Schweinsteiger-Freistoß ging ziemlich knapp, ein Tymoshchuk-Schuss etwas weniger knapp am Tor vorbei. Es gab viel Gewusel. Man konnte sich bis zuletzt nicht entspannt zurücklehnen. In der Rückschau wars aber weniger schrecklich als befürchtet.
Ein Spaß wird draus, wenn man die Markt- und Erfahrungswerte der Mannschaften gegenüberstellt. Die Herren in Rot dürften mehr Einsätze bei Fußballweltmeisterschaften aufzuweisen haben als Schmitz, Moritz, Matip und Zambrano Bundesligaspiele. Bastian Schweinsteiger grinst weiterhin von jeder 4. Werbeseite in der 11 Freunde, eingerahmt von Weltstars wie Ronaldo, Lampard und Kaka, und man fragt sich wieso, in der Bundesliga tritt er doch nur die Freistöße. Die Namen Mark van Bommel und Anatoliy Tymoshchuk würde man außerhalb der Bundesliga nicht kennen, hätten diese Herren schon immer so pomadig lediglich ihre Platzquadratmeter verteidigt. Angesichts des unausgeschöpften Potentials ist jegliches bayerisches Gejammer um das Fehlen des Monsieur Ribery hochgradig lächerlich.
Mit ordentlichem Einsatz, der richtigen Taktik und guter Organisation auf dem Feld hat sich Schalke mit all seinen Nonames dieses Unentschieden verdient. Mehr brachte Schalke nicht zustande, aber für einen Punkt reichte das. Es ist ein Verdienst, die Schwächen des Gegners auszunutzen.