Der FC Schalke 04 ist der zweitgrößte Verein Deutschlands, das spiegelt sich auch in der Medienaufmerksamkeit wieder. Mögen in anderen Clubs Trainer straucheln, gesucht oder entlassen werden, Gerüchte um angeblich wechselwillige Schalker Spieler oder Geschichten um den Königsblauen zugeneigte Lokalpolitiker generieren in der Regel mehr Aufmerksamkeit. Noch mehr Leser locken nur Bayern-Niederlagen.
Oder Siege. Oder schuhplattelnde Brasilianer auf der Wiesn. Aber am besten gehen doch Niederlagen, der Emotionen wegen. Der FC Bayern verlor sein Heimspiel gegen Girondins Bordeaux und kann nicht mehr aus eigener Kraft ins Champions League-Achtenfinale einziehen. Und da der Club parallel nichtmal die für ihn zweitrangige Bundesliga anführt, gilt Louis van Gaal, der unsympatischste aller Bayern-Trainer, der Presse offenbar als zum Abschuss freigegeben.
Verändert hat sich nichts, beim FC Bayern, in den letzten Jahren. Beseelt vom Glauben, viele Stars erhöhten die Chance auf Champions League-Lorbeer, kaufte man mal diesen, mal jenen Star von internationalem Ruf. Dabei entstanden irgendwie beliebige Kader, denen als Mannschaft nie die Durchschlagskraft wuchs, es tatsächlich mit den großen Europas aufzunehmen. Trotzdem war ein jeder Kader der Bayern stets der in Deutschland beste, teuerste und glamouröseste. Und immer ist es nicht nur so, dass sie jeden schlagen können, sondern das sie es sind, die es zu schlagen gilt.
Schalke hat gegen Hamburg und Leverkusen zwei erinnerungswürdige Fußballabende abgeliefert, zweimal nicht verloren, aber eben auch zweimal nicht gewonnen. Für die Bayern geht es morgen darum, den Anschluss zu halten und für wieder freundlichere Schlagzeilen zu sorgen. Schalke will die Welle weiter reiten. Schlimmstenfalls rutscht Schalke knapp unter den Europapokalplatz-Strich und es werden die Statements von wegen „noch keine Spitzenmannschaft“ wiederholt. Bestenfalls drehen sich die Schlagzeilen weiter nur um Van Gaal. Naja und der Spaß, der wäre bei bestenfalls natürlich auch wieder groß.
Ma’kucken.







