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Hertha BSC im Kampf gegen den Abstieg, mit kampferfahrenem Trainer und einigen Spielern, die für die Tabellenregion zu gut sind. Schalke im Kampf um Platz 3, mit der Chance auf 28 Punkte aus 15 Spielen, besser als 15 andere Clubs. Hertha kratzend und beißend, die letzte Chance nutzend. Schalke immer dann stark wenn es schnell reagiert und den sich bietenden Raum nutzt, mit sicherer Defensive und starken Standardsituationen. Das alles gab es nicht zu sehen.

Schalke war schlecht und Hertha war schlechter. Hertha stand dreißig Meter vor dem Tor und machte zu, Schalke fand keine Mittel dagegen. Felix Magath begann sehr vorsichtig, stellte mir Benedikt Höwedes und Joel Matip zwei Defensivspieler vor die Abwehrkette, die beide nichts zum Spielaufbau betragen konnten. Zur Halbzeit stellte er um, brachte mit Altintop einen Stürmer für Matip, ließ Heiko Westermann deutlich offensiver agieren und erzeugte so mehr Druck.
Ja, ein gewisser Druck war da, aber gespielt hat Schalke nicht. Wäre Raffael Schalker, es wäre einfacher gewesen. Raffael machte eine starke erste Halbzeit für Hertha, fand aber nie eine Anspielstation. Bei Schalke starteten Kuranyi und Farfan desöfteren auf designierte Passrouten, bekamen aber keine Pässe. Und so spielten zwei unkomplette Mannschaften gegeneinander, und es ging aus wie es ausgehen muss, wenn die einen oben und die anderen unten stehen.

War der Sieg unverdient? Sicher sagen die Meckerer, eine solch schwachen Offensivleistung hatte keinen Sieg verdient. Naja sagen die Sonnenfreunde, Hertha hatte genau eine gute Chance und ein paar Fernschüsse die Rückgaben glichen, tat ansonsten nichts fürs Spiel, nichts wofür sie hätten belohnt werden müssen. Schalke war schlecht aber bemüht, hat den Ball reingeprügelt, und natürlich war es Kuranyi der ihn über die Linie drückte. War es Abseits? Im Stadion war es nicht zu erkennen. Spiegel Online schreibt von einer abseitsverdächtigen Position, kicker.de meint Kuranyi war „wohl auf gleicher Höhe“.

Ein Schweinespiel eben. Die zweite Halbzeit sah ich aus Block S5, saß bei Freundin Kerstin die mich fragte, was ich zu solch einem Spiel wohl schreiben wolle. Und tatsächlich fällt mir kaum mehr ein als die Bemerkung, dass ich beim letzten Schweinespiel, gegen Eintracht Frankfurt, ebenfalls zur Halbzeit, beim Stand von 0:0 in Block S5 wechselte – und auch dieses Spiel gewannen die Knappen mit 2:0.
Da die Tabelle nicht lügt ist Schalke im Schnitt die drittbeste Mannschaft der Liga. Jetzt geht’s nach Bremen und man kann nur hoffen, dass beide Teams ungefähr dem Schnitt entsprechend spielen. Einen Vergleich der Spitzenleistungen möchte ich lieber nicht erleben. Ma’kucken.



11 Kommentare zu “• • •”

  1. Enno sagt:

    Schweinespiel, in der Tat. Schalke in dieser Saison erinnert mich stark an die Hertha der vergangenen Spielzeit: Scheiße spielen, nichts für die Offensive tun und dennoch irgendwie gewinnen. Dazu kommen viele “Nobodies”, die deutlich über ihren eigenen Fähigkeiten spielen. Im Sommer wird dann kräftig gespart werden müssen auf Schalke. Ihr wisst nun, wohin das führen kann…

  2. tumulder sagt:

    Naja, Schalke hat sich wenigstens bemüht ein Tor zu schießen. Auch wenn es nicht immer danach aussah. Immerhin hat Drobny in der ersten Halbzeit zweimal wirklich klasse einen Rückstand für Hertha verhindern können. Wer weiß, wie sich das Spiel bei einer früheren Führung entwickelt hätte. Nach der Niederlage in Gladbach, kann man der Mannschaft für ihre zunächst defensive Gangart keinen Vorwurf machen.

  3. matz sagt:

    Ich gebe zu, wenn wir noch die Kombination Müller/Slomka, Müller/Büskens oder Müller/Rutten am Start hätten und Tönnies und Schnusenberg sich um Kopf und Kragen redeten, wäre mir auch unwohl. Felix Magath traue ich zu, dass er aus jungen Spielern zumindest gestandene Bundesligakräfte entwickelt und neue “Werte” schafft. Bei Hertha kommt ja einiges mehr zusammen: ein durchschnittlicher Trainer, ein unerfahrener Manager und einige Spieler, deren haarsträubende Abwehraktionen in unteren Ligen sofort unter Manipulationsverdacht stünden. Bei uns geht dann eben ein Halil Altintop nach 35 Minuten wieder runter, wenn er nur seine Standardleistung – wie immer zu wenig – abruft.

  4. Christian Schlender sagt:

    Ja es war eher ein Sch* Spiel.
    Aber wir alle sollten nicht undankbar sein.
    Bei einem Club weiter südlich hätte man von
    B* dusel gesprochen und trotzdem grinsend die
    3 Punkte eingepackt. Und darum geht es nun mal.
    Nach 34 Spielen fragt am Ende keiner mehr, wie
    die Punkte ins Körbchen gekommen sind.
    Man sollte das Positive sehen:
    Wir sind Dritter und es gibt noch jede Menge
    Raum für Verbesserungen ;-)
    Es gibt Teams die haben 75 Millionen für neues
    Personal ausgegeben und spielen auch nicht
    gerade “Ballett”
    Glückauf

  5. Matthias sagt:

    Rein spielerisch war das gestern kein großer Unterschied zu vielen Partien unter Slomka und Rutten. Doch Slomka oder Rutten hätten von einer guten, disziplinierten Leistung gesprochen und sich selbst dafür auf die Schulter geklopft. Damals wurde den Fans verkauft, dass der Sieg der Lohn einer Entwicklung der Mannschaft gewesen sei. Heute wissen wir, dass die Punkte ein willkommenes Zwischenergebnis auf einem noch zu absolvierenden langen Weg sind. Das stimmt mich zuversichtlich.

  6. Andreas sagt:

    Gerade solche “Schweinespiele” muss man erst einmal gewinnen können. Daran sind die Schalker Ambitionen schon in so vielen Spielzeiten zerbrochen, dass ich jetzt einfach mal den Platz an der Wintersonne genieße. :o)

  7. Ollis (Gekicke.com) sagt:

    Das Grinsen auf den Gesicht von Ulli Hoeneß wäre wahrscheinlich noch größer geworden, wenn auch schon Schalke unentschieden gespielt hätte. Schon interessant, da wird den Bayern von der Presse die gesamte Saison eine Krise angedichtet und trotzdem stehen sie schon wieder auf Platz 4 mit direktem Zug zur Spitze. Gegen Bochum und Berlin wird es wohl weitere sechs Punkte geben und schon sind wie wieder ganz oben dran. Bin gespannt ob Magath seine Rasselbande auch weiterhin da oben halten kann, die letzten Spiele waren schon schlechter als die überzeugenden Leistungen zu Beginn der Saison.

  8. Torsten Wieland sagt:

    Schon interessant, da wird den Bayern von der Presse die gesamte Saison eine Krise angedichtet und trotzdem stehen sie schon wieder auf Platz 4 mit direktem Zug zur Spitze.

    Eine Frage der Ausgangsposition. Man kauft nicht den nächsten Zigmillionenstürmer und den nächsten Zigmillionenmittelfeldspieler um Zug zur Spitze zu haben, nichtmal um nur knapp vorne zu stehen. Wie angeschlagen das Selbstverständnis und wie groß der Zweifel in München mittlerweile ist, lässt sich daran ermessen, zu welchen Ereignissen die Siege gegen Hannover 96 und Eintracht Frankfurt stilisiert wurden.

    @Matthias: So sehe ich das auch. Das macht es ein ganzes Stück erträglicher.

  9. Ollis (Gekicke.com) sagt:

    @Torsten

    Drei Trainerteams und damit verschiedene Philosophien in knapp 1 1/2 Jahren und einige Neuverpflichtungen, die ihre Zeit gebraucht haben bzw. ihre Zeit brauchen um in München anzukommen. Eine solche Ausgangssituation steckt auch ein “Spitzenteam” wie Bayern nicht mal so eben weg. Gomez kommt langsam in Fahrt und wenn Mittwoch gg. Turin gewonnen wird und die Bundesligaspiele laufen wie gewohnt, ist das Selbstverständnis ganz schnell wieder da. Hauptsache Bremen und Leverkusen bleiben in dieser Saison in der Liga konstant, den anderen Teams dort oben traue ich das nämlich über die gesamte Saison nicht zu.

  10. Tacheles : Königsblog sagt:

    [...] Matthias in der Weide in einem Kommentar sehr treffend bemerkte, steht diese klare Sprache in krassem Gegensatz zu dem, was man sich als [...]

  11. Atzenfußball « Stadioncheck.de sagt:

    [...] HP S04 | Königsblog | kicker.de | HP [...]

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