Laut rein, leise raus

Der HSV umjubelt Ruud van Nistelrooy und vergisst dabei Mehdi Madavikia. Während der große Holländer noch seine erste Spielminute für den HSV heil überstehen muss, hat der vergleichsweise kleine Iraner den HSV einst per Tiefflug gerettet – und verlässt nun leise die Liga.

Ruud van Nistelrooy hat eine eingebaute Torgarantie. 118 Tore in 186 Einsätzen in England und Spanien, eine bessere Quote lässt sich nicht einkaufen. Bliebe nur der Haken, dass es mit den Einsätzen zuletzt nicht so klappte. Zwei Spiele innerhalb eines Wochenrhythmus’ absolvierte er zuletzt im Oktober 2008. Aber jetzt soll er wieder ganz fit sein. Wir werden sehen.

Mehdi Madavikia war dagegen Mister Zuverlässig, gerade im Dienste des HSV. Und seine nachhaltigste Leistung war seine Schwalbe am 10. Februar 2007. Schon zur Winterpause der Saison 06/07 war Hamburg Letzter, und auch nach 20 Spieltagen stand der Club mit lediglich einem Sieg, 12 Unentschieden und sieben Niederlagen am Ende der Tabelle. Der Trainerwechsel alleine, Huub Stevens für Thomas Doll, reichte nicht, dem Dino lag der Schwanz auf Grundeis. Es brauchte den Anstoß des Mehdi. Oder besser den Abstoß desselbigen vom Boden, denn nachdem Mahdavikia in der 10. Minuten des Spiels gegen Borussia Dortmund am 21. Spieltag den Ball am BVB-Torwart Weidenfeller vorbei legte, hob er freien Willens, vielleicht gar einer höheren Eingebung folgend ab, und als er wieder aufkam, wurde alles gut.

Der HSV gewann das Spiel 3:0, holte fortan noch weitere 27 Punkte und schaffte es am Ende noch zur WM auf Platz 7. Gestern unterschrieb der mustergültige Profi bei seinem letzten Bundesligaclub Eintracht Frankfurt einen Auflösungsvertrag und verlässt die Liga Richtung iranische Heimat. Genau weiß man es nicht, aber wohlmöglich hätte es ohne Mehdi nie ’n Ruud in Hamburg gegeben.



6 Kommentare zu “Laut rein, leise raus”

  1. nedfuller sagt:

    Mehdiiiiiiiiiii

    Zählst du auch die Schwalben eurer Spieler? Wäre mal ne Maßnahem: Der Schwalbencount ;-)

  2. aphodius sagt:

    Spieler des königsblauen S04 produzieren keine Schwalben, die wurden i m m e r auf übelste gefoult. Von daher is ein Schwalbencount nicht nötig. ;-)

  3. nedfuller sagt:

    hehe. Sehr gut!

  4. Torsten Wieland sagt:

    Sicher fliegen auch Schalker, und man hat ja gar mal eine der Urschwalben auf Schalke geholt. Aber einfache Schwalben zählen macht ja keinen Spaß. Es braucht schon die entscheidenden Situation, die richtigen Folgen. Thierry Henrys Handspiel in einem Spiel gegen einen Gegner, für den es um nichts mehr geht, hätte uns nur müde das Haupt schütteln lassen.

    Sollte natürlich mal eine Schwalbe den Knappen die Meisterschaft bringen oder sie vor einem Abstieg retten, werde ich selbstverständlich an dieser Stelle zum geeigneten Ehrentag – Zurruhesetzung des Fliegers, etwaige Jubiläen – daran erinnern.

  5. nedfuller sagt:

    Noch zur Ergänzung: Am letzten Spieltag, in der 93. Minute gibt es auch kein Abseits!

  6. aphodius sagt:

    … und in der 94. gibts nur noch Rückpässe… Aber lassen wir das.
    Zum eigentlichen Thema, was macht eigentlich unser Handballer Oliver Held? Gab es zu dem schon einen Nachruf?

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