„Töppi komm rein, wir machen das“

Rolf Töpperwien wird am 26. September 60 Jahre alt. Einen Tag zuvor wird er zum letzten mal für das ZDF als Reporter am Fußballplatz stehen und eine Karriere beenden, die 1973 begann. Mittwoch war er zu Gast in der 1Live -Radiosendung „Plan B Talk“.

Einerseits ist Rolf Töpperwien eine verehrungswürdige Legende. Er stand schon am Spielfeldrand, als man noch blöd angeschaut worden wäre, wenn man gesagt hätte, er sei ein „Field Reporter“. Er ist ein Profi. Wenn er erklärt, dass er den Zuschauern des ZDF-Sportstudios am späten Abend einen Mehrwert gegenüber der ARD-Sportschau-Berichterstattung bringen müsse, ist das nachvollziehbar. Wenn er seine Meinung zum Sportlichen vertritt ist das immer gerade und klar. Wenn er von seinen handgeführten Statistiken spricht mag das zwar „gestrig“ sein, es ist aber sympathisch, man fühlt seine Lieber zu der Sache.

Andererseits ist Rolf Töpperwien ein unglaublicher Dampfplauderer. Er, der „Akademiker“, der „fürs Volk“ kommentiert. Er, der „Vertrauen“ bei Spielern und Trainern dadurch erlangt, dass er sich mit ihnen in die Kneipe setzt, dabei aber stets die „journalistische Distanz“ aufrecht hält, wenn er sie tags drauf „gnadenlos“ behandelt, weil er es „eben kann“.
Wenn er Sätze sagt wie …

Ghana behandelt den Ball besser als wir unsere Frauen, trifft aber das Tor nicht.

oder wie …

Nicht die Spieler waren die ersten, die in der Bundesliga schwul waren, es waren ja die Schiedsrichter.

… verfalle ich in ein Fremdschämen, welches ich bei einem Neururer-Interview kaum stärker fühlen könnte. Wenn er dann noch von König Otto schwärmt, und wenn man sich sein Vorgehen im Umgang mit diesem noch mal bewusst macht, ist alles aus.

Trotzdem ist die Plan B-Sendung hier nachzuhören. Langweilig ist sie sicher nicht.


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(38:41 Min)
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