Artikel im Juli 2010

Das 11 Freunde-Stöckchen

Stuart Sutcliffe und Sir Robert Peel! Nicht dass ich es hier keinem zutrauen würde. Leider stammt die Idee aber vom Blog-G-Stefan, und ich will nicht klauen, auch wenn das wirklich grandiose Cover des neuen 11 Freunde „Sonderheftes“ geradezu danach schreit.

Cover hin oder her, trotzdem gilt stets dem kleinen Begleitbüchlein mein erster Blick. Seit nunmehr vier Jahren gibt es darin ein 11 Freunde-Frage und Antwortspielchen, die Print-Version eines Blog-
Stöckchens
, sozusagen. Bevor ich die Antworten der Menschen nicht gelesen habe, deren Blogs in meiner Blogroll zu finden sind und die ich zum Teil bereits persönlich kennenlernen durfte, rühre ich das große Heft nicht an. Man lebt ja doch in seiner eigenen kleinen Welt.

Ich durfte auch mitmachen. Hier meine Antworten.


Deshalb wird die neue Saison unvergesslich…
Schalke 04 schreibt Geschichte: Erstmals setzt ein Club in jedem Spiel einen Debütanten ein. Gerüchten zu Folge wurden mit Hannover 96 und dem FC St. Pauli bereits Ausleih-Flatrates vereinbart.

Aus der alten Saison wird in Erinnerung bleiben …
Dass ein Sitzplatz auf Schalke für unter 20 Euro zu bekommen war. Die nächste Generation wird ob dieser Erinnerung halb ungläubig, halb belustigt den Kopf schütteln. „Jaja, die alten Zeiten.“

Welche Schlagzeile würdest Du gerne in der kommenden Saison verfassen?
Einstand nach Maß für Neururer: BVB rückt auf Relegationsplatz vor!

Drei Wünsche frei:
Ich wünsche mir die Gelassenheit, Herrn Hopp und Red Bull Leipzig zu ertragen. Ich wünsche Ivan Rakitic, dass er plötzlich Ecken schießen kann. Und Oliver Kahn als TV-Kommentator an der Seite Katrin Müller-Hohensteins zu ersetzen, wäre mir auch ein innerer Reichsparteitag.

Dein größter Albtraum:
Bei einem Spiel gegen Bayern München neben dem Platz von Marcel Reif angekettet zu sein.

Lieblingspieler im aktuellen Team:
Das kann ich noch nicht sagen. Da kommen ja bis Transferschluss sicher noch 10 bis 15 dazu.

Messer zwischen den Zähnen! Dein Lieblingsfeind:
Die Larifari-Typen, die glauben mir erzählen zu müssen, dass die bessere Mannschaft doch gewinnen möge. Die verstehen meine Leidenschaft nicht.

Lustigster Spruch der letzten Saison:
„Schade, dass es noch 0:0 steht, nä Papa?!“ Mein Sohn (5) nach 3 torlosen Spielminuten, bei seinem ersten Stadionbesuch.

Wo stehst oder sitzt Du im Stadion? Und warum?
Im Oberrang, direkt auf der Naht zwischen Gegengrade und Südkurve. Weil meine Karte das so vorgibt und weil man sich das auf Schalke nicht unbedingt aussuchen kann. Man sieht da aber prima.

Du wirst überraschend zum Doppelpass eingeladen. Deine Traumbesetzung für die anderen Sessel?
Ich entschuldige mich beim Service und setze Rolf Töpperwien und Rudi Assauer neben Udo Lattek. Als Vertreter des Hauses Axel Springer hätte ich gerne Franz Beckenbauer, der überbrückt gekonnt die Zeiten zwischen den Werbeinseln. Ich unterhalte mich derweil nett mit Rudi Brückner. Wenn da Wontorra sitzt, komme ich nicht.

Holt der FC Bayern das Quadrupel? Oder wer wird Meister?
Ich habe überhaupt keine Ahnung.


Tatsächlich habe ich auch noch 3 Ausgaben des Heftes unter die Leute zu bringen. Weil ich dabei aus Frankfurts Schatten nicht heraus kommen kann, klaue ich doch noch, und zwar die Kurz und Schmerzlos-Variante des Catenaccio-Jens:
Die ersten drei Kommentatoren sichern sich je ein Exemplar.


Kuckma, da isser!



Da ist er endlich. Unser Trikot steht ihm gut. Raúl auf Schalke: Eine Vorstellung, die ich anfangs als lächerliches Gerücht der einschlägigen Revolver-Webseiten abgetan habe. Jetzt gibt Magaths „Schlüsselspieler“ uns doch die Ehre.

Dabei wird es nicht bleiben. Felix Magath will einen anderen Fußball spielen lassen als wir ihn in der letzten Saison zu sehen bekamen. Dafür wird er weiter ein- und verkaufen. Wer noch kommt, wie sich eine neue Spielweise gestalten-, wer sich aus dem bisherigen Kader am besten einfügen wird … Schalke bleibt spannend.

Bis zum Anpfiff in Hamburg am 1. Spieltag dauerts noch .

Fußball, um an Wichtigeres zu denken

Der MSV Duisburg hat mit dem FC Schalke 04 ein Benefizspiel zu Gunsten der Hinterbliebenen der Loveparade-Opfer vereinbart. Man wolle im Rahmen der Möglichkeiten einen kleinen Teil dazu beitragen, Leid zu lindern und Mitgefühl mit den Opfern, ihren Familien und Freunden kundzutun. Das Leid zu lindern kann nicht gelingen. Aber wenn Geld zusammen kommt und wenn vor allem deren Gedacht wird, die zu uns kamen um Spaß zu haben und nicht mehr heimkehrten, dann ist das gut.

Ich bin Duisburger. Ich bin in Duisburg geboren und habe nie woanders gelebt. Ich fühle mich als Ruhrstadt-Bürger und bin am westlichen Ende dieser Großstadt zufrieden. Tatsächlich bin ich kaum 600 Meter vom Unglücks-Tunnel an der Karl-Lehr-Straße aufgewachsen und habe ihn tausendmal durchquert.
Jetzt steht diese Stadt unter Schock. Ein Vater erzählte mir von seinem fürchterlichen Tag, als er erst seine Tochter zum Gelände brachte, zu Hause vom Unglück erfuhr und seine Tochter dann stundenlang nicht erreichen konnte. Freunde berichteten, dass sie, als sie die Menschenmassen in der Nähe des Tunnels sahen, enttäuscht umgekehrt seien, ohne zu ahnen welches Glück ihnen widerfuhr. Hier kennt jeder jemanden, der vergangene Samstag dabei sein wollte, hier ist jeder irgendwie betroffen.

Ich selbst fuhr mit Frau Wieland an diesem Tag zur Kirmes nach Düsseldorf. Auf dem Weg zum Bahnhof hielt ich das Aufgebot an Rettungskräfte für übertrieben. Zelte waren aufgestellt, Feldlager, Rettungswagen aus ganz Nordrhein-Westfalen, Legionen von Sanitätern und Feuerwehrmännern warteten darauf, dass was passiert. Als wir just gegen 17 Uhr am Bahnhof ankamen war dieser gesperrt. Wir wurden umgeleitet und mir wurde bewusst, dass „geleitet“ offenbar das Programm dieser Veranstaltung war: Zäune außen und Ordner vorne, Leute die einem sagten wo man hin will. Ich war sauer über diese Bevormundung. Trotzdem kamen wir via eines vollgekotzten Zugs nach Düsseldorf. Über den Typ, der zu Fuß auf den Gleisen unterwegs war, weshalb der Zug stehen blieb, oder über die Feuerwehr, die mit Blaulicht am Loveparade-Gelände entlang fuhr, dachten wir nicht länger nach.

Nachts um 2 war Duisburg immer noch voller Menschen. Während wir nach Hause gingen packten die Sanitäter ein. Ich wollte schon fragen wie der Abend denn verlaufen sei, ließ es aber bleiben. Daheim zappte Frau Wieland noch mal durch die Programme. Sie bemerkte, dass die Loveparade auch auf ARTE ein Thema war, sah plötzlich Bilder einer Reanimation … und unser schöner Altbier-Zelt-Abend rückte ad hoc nach hinten. Gegen 2:30 Uhr am Sonntag hatten die Ereignisse auch uns vollkommen im Griff.

Was das alles mit Fußball zu tun hat? Immerhin treffen sich auf Schalke alle zwei Wochen rund 62.000 Menschen zu einer Großveranstaltung. Im Schnitt sind in der Bundesligasaison 34 mal 9 Stadien mit 42.490 Zuschauern gefüllt. Oft ist es eng. Mit Hillsborough hatte auch der Fußballsport seine Panik-Katastrophe. Dass die mittlerweile so lange her ist, dass so was bislang in Deutschland nicht passiert ist, dafür wird geplant, daran arbeitet viel Personal. Leute, die offensichtlich wissen was sie zu tun haben. Anders als die Verantwortlichen in Duisburg, deren Verhalten sich wie ein Schleier der Scham über diese Stadt legt. Wenn also demnächst im Stadion mal wieder ein Ordner im Weg steht, einfach mal Danke sagen.


Foto: Johann H. Addicks

Raúl González Blanco

Kommt er oder kommt er nicht? Raúl González Blanco, ein großer Spieler, wurde gestern von seinem großen Verein auf großer Bühne verabschiedet. Auf die Frage nach seiner Zukunft antwortete er, dass er sich noch nicht entschieden habe. Möglicherweise eine ausweichende Antwort aus Respekt vor Real. Sonntag verfuhr Guti so, dass er die Verabschiedung von Real Madrid nicht zu seiner Pressekonferenz machte, indem er eine Einigung mit Besiktas Istanbul dementierte. Gleichwohl wurde er rund 24 Stunden später in Istanbul als Neuzugang vorgestellt.

Raúls Frau Mamen soll gestern bereits in Deutschland gewesen sein. Angeblich werde man demnächst in Düsseldorf-Oberkassel wohnen. Fest steht: Sollte dieser Deal noch platzen, nach den vielen Anspielungen Magaths, nach den Sprüchen Metzelders, nach den wochenlangen Verkündigungen verschiedener Zeitungen hierzulande und in Spanien, es wäre ein derart „schalkiger“ Fauxpas, dass man sich sicher sein könnte, dass königsblaues Blut in den Adern des Trainers, Managers und Vorstands Felix Magath fließt!

Fließt es aber nicht. Ich denke, dass Raúls Engagement auf Schalke eine gute Sache sein wird.

Natürlich gibt es offensichtliche Fragezeichen. Er wird viel Geld verdienen. Er ist bereits 33 Jahre alt. Einer der alles erreicht hat, der persönliche Rekorde in Hülle und Fülle sowie alle möglichen Titel mit seinen Mannschaften erreicht und gewonnen hat. Was will so einer in Gelsenkirchen?

Er hätte aufhören können. Er könnte die nächsten Jahre in New York, in London oder Istanbul verbringen, phantastische Städte, zumal für Superreiche wie ihn. Dort gäbe es ebensoviel, wenn nicht mehr Geld zu verdienen. Wenn sich ein Spieler wie Raúl in dieser Situation für Schalke 04 entscheidet, kann das meines Erachtens nur mit sportlichem Ehrgeiz und dem Interesse an der neuen Aufgabe begründet werden.
Magath hat früh offen erklärt, dass Raúl in seinen Planungen eine besondere Rolle einnimmt. Ich glaube nicht, dass er dabei in erster Linie an den Ausgleich für Kevin Kuranyis 18 Tore und 8 Vorlagen gedacht hat. Ich glaube, dass es Magath um den Fußball an sich, um die Spielweise seiner Mannschaft geht.

Schalke 04 war in den letzten Jahren offensiv äußerst eindimensional. Kevin Kuranyi traf in den letzten 3 Jahren 18, 13 und 15 mal, Schalke erzielte dabei aber insgesamt nur 53, 47 und 55 Tore, was sehr durchschnittliche Werte sind. Raúl ist ein hervorragender Fußballer. Er kann in der Spitze wie auf den Flügeln agieren. Er weiß sich selbst durch- und seine Mitspieler einzusetzen. Raúl kann das Angriffsspiel beleben und vielseitiger machen.

Ich tippe darauf, dass sich Schalkes Spielweise in der kommenden Saison dahingehend entwickeln wird, dass mehr als 55 Tore erzielt werden. Wer dabei die meisten Bälle über die Linie drückt ist zweitrangig. Außerdem meine ich, dass sich Hao Junmin eine neue Rückennummer wird aussuchen müssen. Aber das werden wir alles sehen.



Foto: El Centinela

Königsblog 2.0

Ab sofort geht es hier weiter. Nachdem ich eine durchaus unterhaltsame WM als Blogger verpasst habe, freue ich mich umso mehr auf die nächste Bundesligasaison und das, was bis dahin beim FC Schalke 04 noch so alles passieren wird.

Dieses Blog kommt nun also im neuen Design daher. Die Bewertung liegt im Auge des Betrachters. Mein Ziel war mehr Klarheit. Optisch grenzt sich hier die Sidebar und grenzen sich hier die Artikel besser von einander ab, und durch die Kurzvorstellung rechts oben ist klar, mit wem man es hier zu tun hat. Tatsächlich bekam ich des Öfteren Mails, in denen ich als Redaktion angesprochen wurde. Dieses Blog ist nun so persönlich wie zuvor auch, sieht aber mehr danach aus.

Neu ist, dass ich komplett auf die Darstellung von Kategorien und Schlagwörter in der Sidebar verzichte. Ich habe (auch) die Erfahrung gemacht, dass kaum jemand auf eine Schlagwörter-Wolke klickt. Auf Kategorien hatte ich zuvor schon verzichtet. Unter den einzelnen Artikel gibt es die Schlagwörter noch, per Klick lassen sich damit verwandte Artikel finden. Ansonsten empfehle ich den Gebrauch des Suchfeldes im Seiten-Header, das funktioniert doch sehr zufriedenstellend.
Die Sidebar hat ein paar neue Elemente. Insgesamt will ich versuchen, die Seite farbiger zu gestalten, mehr Fotos einzufügen. Ob mir das gelingt, als jemand der für Fotos nicht bezahlen will und somit auf freie Lizenzen, befreundete Fotografen oder eigene Kreativität angewiesen ist, wird man sehen.

Inhaltlich bleibt jedenfalls alles beim Alten, es geht weiterhin um König Fußball und die Königsblauen, dem geilsten Club der Welt. Ich hoffe dass das neue Design gefällt. Vor allem hoffe ich aber, dass die Leserschaft, der Leser, dass Du weiterhin an diesem Projekt teilnimmst.
Danke und Glückauf,

Torsten