Kameruns Löwe Matip

Wenn man fünfmal in Folge verloren hat zählt nur das Ergebnis, dann ist das Wie egal. Der 2:1 Sieg des FC Schalke 04 in Freiburg war trotzdem ein aufregendes Spiel. Es war nicht gut, aber intensiv. Schalke zeigte viele Schwächen, aber einiges schürte doch Hoffnung. Am Ende sorgte eine Einzelleistung für den Sieg und brachte die große Erleichterung.

Magath brachte José Manuel Jurado und opferte für ihn Jefferson Farfán. Eine konsequente Entscheidung Magaths. Ja, Farfán war in den letzten Spielen vielleicht noch der stärkste Schalker. Aber er wuselte stets für sich alleine, er verstand es nicht, seine Mitspieler einzubeziehen. Seine Dribblings sahen gut aus, waren für das Team aber meist wertlos. Farfán sollte als Stürmer eingesetzt werden – oder eben gar nicht.

Die Stürmer sind derzeit aber Raúl und Klaas-Jan Huntelaar, und diese in Szene zu setzen sollte Jurados Job sein. Das ist noch nicht wirklich geglückt. Aber Jurado war auf jeden Fall von Beginn an eine Bereicherung für das Schalker Spiel. Er war Ball- und Passsicher. Manchmal zu eigensinnig, zu sehr darauf aus den Gegner schlecht aussehen zu lassen. Aber auch er muss sich an die Liga gewöhnen, muss sehen was funktioniert und was nicht. Er hat Spielwitz, ist kreativ, versucht seine Mitspieler einzusetzen und hinterließ den Eindruck, dass er noch ein ganz wichtiger Spieler für Schalke 04 werden kann – wenn Magath ihn weiterhin frei agieren lässt.

Ein weiterer Lichtblick war Christoph Metzelder. Dies war sein mit Abstand bestes Spiel für Schalke 04. Er bewies Übersicht, lies es nicht auf Laufduelle ankommen und verhielt sich in Zweikämpfen geschickt. Deutlich unglücklicher agierte Benni Höwedes. Als rechter Innenverteidiger hatte er viel zu oft damit zu tun, den schwachen Christoph Moritz, und später den nicht minder schwachen Hans Sarpei zu unterstützen. Das gelang nicht immer. Höwedes ist nun derjenige, dem die Bälle verspringen, der unglücklich zum Gegner abfälscht, der gerade das Pech an den Schuhen kleben hat.

Lukas Schmitz gab den bislang besten Schalker Linksverteidiger der Saison. Jones und Rakitic sind auf den Außenpositionen des Mittelfelds noch zu statisch. Raúl ließ sich häufig ins Mittelfeld zurückfallen um an Bälle zu kommen, um Jurado zu unterstützen. Nur Huntelaar wartete vorne.
Schalke war insgesamt zu passiv. Gerade in der zweiten Hälfte überlies man Freiburg zu viel vom Mittelfeld. Am Ende war es die Einzelleistung Joel Matips, die das Spiel entschied. Matip machte ein gutes Spiel, fühlte sich offensichtlich in der Rolle vor der Abwehr viel wohler als auf einer Position in der Abwehrkette, wo er in den letzten Spielen eingesetzt wurde. Als ich kaum noch daran glaubte bewies der 19-jährige „Kameruner Löwe“ seinen Willen, marschierte los, lies sich von mehrere Freiburger nicht aufhalten und brachte den Ball vors Tor. Eben dorthin wo er hin muss, damit Klaas-Jan Huntelaar seinen Job machen kann. Was dieser zweifelsohne gut kann.

Huntelaar einzusetzen klappt noch zu selten. Noch. Wenn Schalke im Verbund aufrückte, wenn es im Mittelfeld überzahl schaffen konnte, gab es Szenen, die Mut machten. Eine führte zum ersten Tor durch Rakitic. Man konnte sehen, wie es mal laufen soll, mit einem kreativen Jurado, einem spielfreudigen Raúl und einem vollstreckendem Huntelaar. Die Abwehrreihe bleibt wackelig, insbesondere rechts. Hier gilt es auf Uchida, später auf Hoogland zu hoffen.

Keine Frage, dieses Spiel hätte auch von Freiburg gewonnen werden können. Aber hey, Schalke gewann. Für meinen Verein das erste Erfolgserlebnis in dieser Saison. Möge übermorgen gegen Gladbach das zweite folgen.



15 Kommentare zu “Kameruns Löwe Matip”

  1. Karl-Heinz sagt:

    Sieg

  2. Rainer Edelmann sagt:

    Puuh!

    Nicht wirklich schön, nicht wirklich gut, das ist mir momentan vollkommen egal!

    Nachlegen!

  3. Kampfschwein sagt:

    Schmitz, der beste Linksverteidiger? oder?

  4. TobiTatze sagt:

    Schmitz war/ist linker Außenverteidiger :)

    Mein Beitrag zum Sieg: http://blogundweiss.de/2010/09.....ient-lebt/

  5. tomsen sagt:

    Jurados ansatzlose Pässe (in die Tiefe) sind richtig fein!
    Schade, dass es nur so wenige davon zu sehen gab und das auch nur in der ersten Halbzeit. Aber so hat man gesehen, wozu der Junge fähig ist.
    Bin nur gespannt, was mit Jeff wird. Fürn Jones kann man ihn eigentlich nicht bringen, da sonst hinten rechts komplett Tag der offenen Tür angesagt wäre.
    Aber etwas hängend neben dem Hunter könnte ich es mir gut vorstellen.

    Warum ist nicht heute schon wieder Samstag?! :)

  6. Torsten sagt:

    Ach, links, rechts, solche allzu kleinlichen Ortsangaben werden allgemein überschätzt. Meine Frau hat sich längst daran gewöhnt.

    ‚tschuldigung. Danke.

  7. TobiTatze sagt:

    Hehe. Und Links wird bei dir mit doppel s geschrieben? :D

    Sorry!!! *wegduck“

  8. BlauWeissNord sagt:

    Jaaa endlich! Gladbach ist der ideale Aufbaugegner am Samstag. Endlich mal ne Mannschaft aus der BuLi, bei der es schlecht läuft.

    Wichtige Siegkritik:
    Magaths Auftsellung: Warum Jones rechts und nicht auf der sechs, warum Moritz als Verteidiger? Matip hat mir ausser bei seiner Torvorlage überhaupt nicht gut gefallen. Torsten hat die katastrophen Leistung der Aussenverteidiger zu Recht herausgestellt. Gilt leider auch für Schmitz, der hat auch so gut wie keine brauchbare Flanke geschlagen. Hinten anfällig.

    Magaths Einwechslungen:
    Als er Sarpei einwechselte, dachte ich noch, dass es schlimmer als bei Moritz nicht werden kann. War es aber beinahe! Aber mit Kluge auf „0-1 ermauern“ zu spielen war blanker Wahnsinn! Wurde auch prompt bestraft. Hätte den schnellen Jeff als Konterstürmer auch gerne am Schluss gesehen. Edu statt Jeff zu bringen, war schließlich die Krönung! Äußerst schlechte Einwechselungen, FM kann froh sein, dass das gut ging!

    Aber unterm Strich: Solange die Punkte kommen, scheißegal :)

    Das Spiel nach vorne hat gezeigt, welches Potential noch ausgeschöpft werden kann. Ich würde dennoch gut finden, wenn man zusätzlich zu Jurado noch Jeff auf rechts bringen würde! Das wäre genau der richtige Mann, der schnell in die Lücken der Viererkette stoßen könnte. Ich gebe allerdings zu, daß dafür ein solider Aussenverteidiger benötigt würde, der hinten absichert. Vllt kommt ja einer da mal in Form (Hoogland möge schnell genesen!)

    Ich hab die ersten 5 min verpasst, die haben aber doch kein 4-3-3 gespielt, wie der allseits inkompetente Sky-Reporter faselte, oder?

  9. skandy sagt:

    Gladbach, Aufbaugegner??? Bis jetzt habe die uns noch fast immer bestraft, wenn wir mit diesem Gefühl ins Spiel gegangen sind! Obwohl es wunderschön ist, überhaupt mal wieder Favorit sein zu dürfen!

    Das System war eher ein 4-3-1-2. Das aber durch Raul teilweise zum 4-3-2-1 wurde.

    Und ich wette, Herr Seidler war um einiges kompetenter als Herr „Gelb war in Ordnung“ Dahlmann. Muss aber nichts heißen!

  10. David04 sagt:

    Ich glaube, ich bin immer noch besoffen.

  11. BlauWeissNord sagt:

    @ skandy
    auf diese Vergleiche: Gegen die haben wir schon immer schlecht/gut ausgesehen, kann man jawohl nichts geben! Heute andere Mannschaften als früher,also kein zulässiger Vergleich!

    Ich meine eher den Umstand, dass Gladbach nach seinen härteren Niederlagen in Serie jetzt nicht mit einem starken Selbstbewusstsein wie die Zecken nach Schalke kommen werden. Wir sind also tendenziell im Aufwärtstrend und Gladbach im Abwärtstrend. Wir könnten also mal die „psychologisch günstigere“ Ausgangssituation haben. Jetzt gegen Gladbach zu spielen ist folglich mE nach günstiger als gegen Mainz 05 oder so(obwohl deren Serie statistisch gesehen jetzt mal enden müsste; die Bauern gewinnen am Samstag bestimmt). Gut war auch, dass wir das Gegentor weggesteckt und trotzdem noch gewonnen haben. Wichtiges Erlebnis!

  12. reydt.net sagt:

    Der erste Dreier…

    Tatsächlich war das kein sonderlich gutes Spiel vom FC Schalke gegen den SC Freiburg. Aber es war ein verdammt wichtiges. Es hat gezeigt, dass die Mannschaft durchaus Potential besitzt. Das Dreieck Huntelaar-Raúl-Jurado in der Offensive durfte zum er…

  13. Dalbert sagt:

    Ich sehe das ähnlich. Das Spiel vom gestrigen Abend war wohl wirklich das, was man einen „dreckigen Sieg“ nennt. Aber Schalke war noch nie in der diesjährigen Saison so gut, es geht aufwärts. Jurado könnte wirklich eine Verstärkung werden, und Huntelaar hat in drei Einsätzen schon zweimal eingenetzt. Ganz verkehrt kann Magaths Transferpolitik also auch nicht gewesen sein.
    Mal sehen, ob sie am Wochenende nachlegen können. Ich sehe Schalke auf jeden Fall bis zur Winterpause mindestens auf einem einstelligen Tabellenpatz.

  14. Carlito sagt:

    Kein gutes Spiel? Dreckiger Sieg?

    Na und! Mir doch egal, Hauptsache und endlich die ersten 3 Punkte!!!

    Und seit gestern Abend höre ich quasi pausenlos den Huntelaar-Song… *ggg*

  15. Das Zwischenspiel sagt:

    […] ich nichts übersehen habe war das letzte In-der-Woche-Bundesligaspiel des FC Schalke 04 der 2:1 Sieg am 22.09.2010 in Freiburg. Der erste Dreier, am 5. Spieltag dieser komischen Saison […]

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