Nachwehen

Die Einschätzungen zum Spiel gegen den VfB Stuttgart könnten unterschiedlicher kaum sein, wie ein Blick über die Kommentare zum gestrigen Beitrag zeigt. Von Stimmen die meinen Ärger teilen über „nicht so schlimm wie gegen …“ bis zu „in der zweiten Halbzeit gut gespielt“ ist alles dabei.

Nein, ich fand überhaupt nicht, dass Schalke irgendwie gut gespielt hat. Schalke hatte Chancen aus Drucksituationen heraus, Schüsse aus dem Getümmel, Gestochere vor dem gegnerischen Tor. Klare Spielzüge gab es kaum. Aber ich bin dabei, meine schlechte Laune runter zu schlucken. Wäre eben doch ein Ball reingestochert worden, wäre der Stein im Bauch nur halb so groß, und wohlmöglich hätte ich dann Sätze über einen erzwungenen Sieg formuliert.

Felix Magath, Trainer FC Schalke 04Felix Magath hat sich jedenfalls vor 2 Wochen dazu entschieden, seine Mannschaft nicht mehr mit allzu ehrlicher öffentlicher Kritik noch mehr unter Druck zu setzen. Wir werden in den nächsten Wochen vermutlich noch einige „weiche Statements“ von ihm zu hören bekommen. Daraus zu schließen, er verkenne den Ernst der Lage, halte ich für töricht. Meiner Einschätzung nach sagt der Mann selten etwas unüberlegt. Auch sein Stammstisch-Spruch, dass er bis zur Meisterschaft auf Schalke bleiben will, dient der Sache.

Aktuell kassiert er dafür natürlich Häme und wird zum Blauäugigen der Woche gewählt. Das dauert zwei Tage und kommt bei weiteren Rückschlägen vielleicht noch mal hoch. Nachdem kürzlich Clemens Tönnies eine Diskussion um den Trainer mit deutlichen Worten ablehnte war dies aber das Gegenstück, die klare Aussage des Trainers, die „Suppe selbst auszulöffeln“, und eine Antwort auf etwaige Wechselgerüchte. Im Ergebnis gehen die Medien – gemessen an den Umständen – weiterhin recht sachte mit Schalke 04 und Felix Magath um. Eine Diskussion um des Trainers Job, wie in solchen Situationen üblich, bleibt bislang aus. Das kann nur gut sein.

Einwechselspieler-Raten

Trainer Magath behielt am Samstag über 90 Minuten das System mit 2 Stürmern und einer recht offensiven Mittelfeldraute bei. Daran änderten auch die Einwechslungen nichts. Peer Kluge kam für Joel Matip. Er sollte aber nicht etwa vor der Abwehr für Stabilität sorgen – was ich zunächst gehofft hatte – sondern er ersetzte Christoph Moritz im linken Mittelfeld. Moritz übernahm Matips Job vor der Abwehr. Alexander Baumjohann durfte mal wieder ran und übernahm Jurados Position hinter den Spitzen. Es war sein erster Einsatz seit dem 3. Spieltag, als er eine Halbzeit gegen Hoffenheim spielen durfte. Aufdrängen konnte er sich wieder nicht. In der Schlussphase brachte Magath noch Hao für Edu.

Was das Einwechselspieler-Raten angeht provozierte Felix Magath mit seinen Wechseln unseren schwächsten Saisonschnitt. Von 78 Mitspielern blieben 35 ohne Treffer, einen 3er gab es wieder nicht, 6 Tipper sagten 2 Einwechslungen korrekt voraus. In der Gesamtliste führt nun papajoe mit 10 Treffern, vor drei Tippern mit je 9 Treffern, darunter auch Sebastian, der letzte Woche noch führte, in dieser Woche aber leer ausging.

Die aktuelle Ergebnisliste der ESR-Runde zum 8. Spieltag gibt es hier.



Foto: Tomek Bo



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