Zum Schechter-Interview in Sportbild

Gestern veröffentlichte Sportbild ein Interview mit Stephen Lloyd Schechter. Unter dem Titel „Abrechnung mit Schalke – Jetzt packt Schattenmann Schechter aus!“ erklärte Schechter seine Sicht der Dinge, die auf Schalke vor ziemlich genau einem Jahr passierten, und schätzt die aktuelle, finanzielle Situation des Clubs ein. Das Interview ist hier nachzulesen: klick

Die Einschätzung der aktuellen Lage hat meines Erachtens keine Substanz. Dass sich die kurzfristigen, sportlichen Ergebnisse auf die wirtschaftliche Situation auswirken ist bei den meisten Bundesligaclubs so, bei Schalke mindestens seit 30 Jahren. Das es auf Schalke finanziell eng zugeht ist jedem bewusst.
Die Darstellung der Geschehnisse von vor einem Jahr und die schweren Vorwürfe gegen Herrn Peters kann ich nicht bewerten. Um dieser Darstellung Blicke von anderer Seite entgegenzusetzen möchte ich auf meinen Sammlung „Presse zu den Finanzen des FC Schalke 04“ verweisen. Darin findet sich auch die Zusammenfassung eines Artikels, der am 10.10.2009 von Hans Leyendecker und Johannes Nitschmann in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde und ebenfalls das Treffen Stephen L. Schechters mit Schalkes Vereinsführung in Rheda-Wiedenbruck thematisierte. Auszug:

Am 29. September gab es ein Treffen zwischen Clemens Tönnies, dessen Schwager, Peter Peters, Felix Magath, Anwalt Theo Paeffgen und Finanzmakler Stephen L. Schechter. Dabei stellten Paeffgen und Schechter ein Finanzmodell vor, bei dem „ziemlich fix längst verpfändete Rechte am Stadion von einem neuen Investor abgelöst werden“ sollten. Außerdem sollte dabei über einen Real Estate Investment Trust (REIT) Aktien einer „Veltins Arena REIT“ an der Börse platziert werden, wovon sich Paeffgen eine Eigenkapitalrendite von mindestens sechs Prozent versprach. Weiterhin sollten Peter Peters und Josef Schnusenberg fortan nicht mehr zeichnungsberechtigt sein. Paeffgen sollte Bevollmächtigter werden und gemeinsam mit Felix Magath „zur Vertretung Schalkes berechtigt“ sein. Am 2. Oktober wurde Theo Paeffgen vom FC Schalke 04 das Mandat gekündigt. Weitere Geschäfte zwischen Schechter und Schalke seien derzeit unwahrscheinlich.

Für mich klang das damals wie heute nach einem Machtkampf, den die Herren Schechter und Paeffgen verloren. Dazu passen auch durchaus die Ausführungen Schechters in Sportbild, nach denen er die Beratung in großer Runde nach eigenen Angaben mit allen im Guten verließ und anschließend einen vertraulichen Brief an den Chef mit schwersten Anschuldigungen gegen einen Teilnehmer verfasste. Da kann er „den Clemens“ und „den Felix“ noch so oft duzen.



5 Kommentare zu “Zum Schechter-Interview in Sportbild”

  1. matz sagt:

    Da sagt der Herr Schechter eigentlich nichts Neues.
    Den Bruch vertraglicher Regelungen hatte Leyendecker schon in der SZ im Detail öffentlich gemacht. Dass S04 durch seine zahlreichen Tochtergesellschaften Finanzvorgänge schwer durchschaubar macht, ist schon seit Assauers Zeiten so. Dass Tönnies im Notfall eingegriffen hat – alter Hut. Dass interview hätte er sich auch schenken können.
    Die einzige Neuigkeit war für mich, dass die weltweiten Fußball-Investoren von den Schieflagen einiger Vereine in der Premier League offensichtlich beeindruckt sind

  2. Rheinlandschalker sagt:

    Könnte jemand, der das Ding gelesen hat, es hier kurz zusammenfassen? Ich klicke grundsätzlich nix von Springer an =)

  3. eisenschleuder sagt:

    Sportbild: na, noch beleidigt?
    Schechter: ja, klar! die sind so fies! und mitspielen darf ich auch nicht mehr.

    Sportbild: aber aber. was ist denn passiert?
    Schechter: der peter hat geschummelt und da hab ich das gepetzt. da haben sie alle zum peter gehalten und mich rausgeschmissen. ich würde so gerne wieder mitspielen. das gemeinste ist, dass sie jetzt nicht mehr schummeln genau wie ich das wollte. menno!

  4. Rheinlandschalker sagt:

    :D

  5. Mal Wurstheini, mal Kottlett-Kaiser: Clemens Tönnies sagt:

    […] fehlende Transparenz im S04-Firmen-Konstrukt, um die Ablösung der Schechter-Anleihe, um den Rausschmiss Schechters selbst, um den […]

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