Artikel im März 2011

Von Thesen, Zahlen und Wechseln: Ralf Rangnick

Irgendwann habe ich das mal gehört oder gelesen. Ich weiß nicht wann, ich weiß nicht wo. Irgendwann sagte oder schrieb mal jemand, dass Ralf Rangnicks Mannschaften stets am Ende der Saison abbauen würden. Mit solchen steilen Thesen geht es mir wie Max Goldt mit der Erkenntnis, dass die Leuchtstoffkörperstarter in der Herrentoilette des Stuttgarter Ratskellers ‚Made in Costa Rica’ sind. Man vergäße seinen Hintern, wäre er nicht angewachsen, aber solchen Blödsinn merkt man sich für immer.

Da nun aber eben dieser Herr Rangnick in meinem Verein wieder das Sagen* was zu sagen hat, kam mir die Idee, diese These ins Licht der Realität zu zerren. Die Daten zu Rangnicks Trainerkarriere beginnen bei fussballdaten.de mit dem ersten Zweitligajahr des SSV Ulm, in der Saison 1998/99. Da die besagte These indirekt darauf abzielt, Rangnick mache im Laufe der Spielzeit was falsch – sei es in der Saisonplanung oder -vorbereitung, sei es, dass er sich irgendwie „aufbrauche“ – habe ich nur die Spielzeiten betrachtet, in denen er seine Mannschaft von Saisonbeginn an betreut hat. Das war in 12 Spielzeiten der Fall, in denen Rangnick insgesamt in 338 Spielen seine Mannschaft führte (ohne Pokalwettbewerbe).

Das Ergebnis lässt die These platzen. Rangnicks Punkteschnitt an den erfassten Hinrundenspieltagen beträgt 1,591 Punkte, die erfassten Rückrundenspieltage ergeben einen Punkteschnitt von 1,533. Ein vernachlässigenswerter Unterschied, würde ich meinen. Aufgeteilt auf Saisonabschnitte stellt sich der Punkteschnitt wie folgt dar:

Wenn ich die These auch nicht vergessen kann, demnächst werde ich auf diesen Beitrag verweisen, wenn sie mir irgendwo ausserhalb meines Kopfes begegnet.

Und weil ich die Daten gerade so nett beisammen habe, hier noch etwas Zahlengekasper.
Immerhin noch bis Freitagabend brandaktuell …

Ralf Rangnicks Karriere als Erstligatrainer ist bislang 247 Spiele alt. Dabei gab es 97 Siege, 61 Unentschieden und 89 Niederlagen. Das Torverhältnis ist in nahezu allen Varianten relativ ausgeglichen: Rangnicks Mannschaften erzielten 375 Tore und kassierten 360 Treffer. In Durchschnittswerten ergibt das ein Verhältnis von 1,52 : 1,46. Seinen deutlichsten Sieg feierte er am 03. Februar 2001, als er mit dem VfB Stuttgart 6:1 gegen Kaiserslautern gewann. Sechs Treffer waren es auch bei seiner deutlichsten Niederlage, als er mit Hannover 96 am 18. Oktober 2003 in Dortmund mit 2:6 abgefertigt wurde. Und von wegen der stehenden Null: 59 Mal erzielten Rangnicks Teams keinen Treffer und ebenfalls 59 Mal ließen seine Mannschaften keinen Gegentreffer zu.

Die meisten Erstligabegegnungen hatte Ralf Rangnick mit Bayern München. Mit 5 Siegen, 6 Unentschieden und 6 Niederlagen ist seine Bilanz gegen den Rekordmeister relativ ausgeglichen. Will man es boulevardesk ausdrücken könnte man Bayer Leverkusen als Rangnicks „Angstgegner“ benennen. Neben 3 Siegen und 4 Unentschieden setzte es satte 9 Niederlagen.
Am 2. Spieltag der aktuellen Saison gewann Rangnick mit Hoffenheim auf St. Pauli 1:0. Ansonsten gab es mit St. Pauli nur noch 3 Zweitligaduelle, die mit einem Sieg, einem Unentschieden und einer Niederlage endeten. Rangnicks Mannschaften haben gegen St. Pauli in allen Spielen jeweils genau 1 Tor erzielt.

Einwechselspieler-Raten

Ob unser Spielchen unter Ralf Rangnick noch funktioniert, bleibt abzuwarten. In seinen 17 Spielen mit Hoffenheim, in der Hinrunde dieser Saison, hatte er mit Boris Vukcevic (8 Einwechslungen), Gylfi Sigurdsson (7) und Peniel Mlapa (7) drei Spieler sehr häufig eingewechselt. Insgesamt wechselte er in diesen 17 Spielen 48 Mal und schickte dabei 16 verschieden Spieler aufs Feld. Während der ersten Halbzeit wechselte er nie. Sieben Spieler kamen zu Beginn der zweiten Hälfte. 15 Spieler wurden zwischen der 57. und der 69. Minute gebracht, 11 Spieler zwischen der 70. und der 80. Minute, 15 Spieler nach der 80. Minute.

Die Einwechslungen zum Spiel gegen St. Pauli vorauszusagen ist hier und heute natürlich gruselig schwierig. Da kann man nur jedem ESR-Tipper empfehlen, noch die Pressekonferenz zum Spiel abzuwarten, in der Hoffnung Rangnick erzählt noch etwas zur Aufstellung oder er nennt überhaupt ein paar Spieler, die man dann in seiner Gunst wähnen kann. Tatsächlich kann man heute nur raten, welche taktische Formation er mit welchem Personal kombinieren wird.
Aber das Spiel ist schon Freitag und heute ist Mittwoch … fangen wir also einfach an:

Deac
Draxler
Matip



Was ist Einwechelspieler-Raten?
Tippabgabe bis Freitag, 19:30 Uhr. Bitte die drei Spielernamen im Kommentarfeld als erstes und untereinander notieren. Das macht mir die Erfassung erheblich einfacher. Für „echte Kommentare“ unter den getippten Namen bin ich wie immer dankbar.

Büskens bei Facebook

Mike „Buyo“ Büskens wäre vor anderthalb Jahren gerne auf Schalke geblieben. Er wollte Co-Trainer unter Felix Magath bleiben, von ihm lernen. Mittlerweile hat er gelernt, dass er lieber einen anderen, seinen eigenen Weg geht. In einem Filmchen zur noch neuen Facebook-Seite der SpVgg Greuther Fürth nimmt er Felix Magath und damit auch ein bisschen sich selbst aufs Korn.

Im Anzug und mit grüner Krawatte sitzt er vor einem Laptop. Er nimmt von helfender Hand ein Skript mit einem vorbereiteten Text entgegen, spricht hölzern, einstudiert, und rührt dabei im Pfefferminztee. So stammelt er vor sich hin, dass Facebook für ihn neu sei, und wieso weshalb warum; bis ein Schnitt ihn und uns erlöst.

Nur sitzt er im Trainingsanzug da, wie man ihn kennt, und bemerkt, dass Authentizität das Wichtigste überhaupt sein. Es folgt eine Ansprache an die Fans, an seine Fans, die seiner Mannschaft der Spielvereinigung Greuther Fürth. Nicht unbedingt stilistisch hochklassig aber eben direkt und ja, authentisch.

Ob es einen konkreten Anlass für ihn und für die Art dieses Filmchens gab, weiß ich nicht. Vielleicht ist es nur eine Reaktion auf die Tatsache, dass Felix Magath und der große Streit um ihn auf Schalke nach wie vor allgegenwärtig ist. Als Schalker war Buyo Büskens dieser Tage beim Benefitz-Turnier „SuperPott“ im Einsatz. Im Vorfeld dazu gab er Frank Lamers ein Interview, bei dem er nicht direkt, aber indirekt deutlich zu Felix Magath äusserte.



Foto: Screenshot | Danke an janw

Pretty in Pink



Irgendwas ist ja doch immer.

Ich weiß nicht, wie oft ich „Pretty in Pink“ gesehen habe. Oft. Unzählige Male, öfter noch als „The Breakfast Club“. Ja, ich habe die Geschichte verstanden. Und trotzdem war ich für Duckie, für den Verlierer, mit dem ich mitfühlen konnte. So wie Jahre später bei dem berühmten Film, als ich auch in der zigsten Wiederholung der schwarzen Fi ihr Glück viel mehr gegönnt hätte als der aalglatten Andie MacDowell, auch wenn es nur um den zuckenden Schlacks ging. Farbe bekennen.

Heute hat nun jeder mitbekommen, dass das nächste Ausweichtrikot des FC Schalke 04 eine ungewöhnliche Farbe haben wird. Bild schreibt es sei Pink, Horst Heldt nennt es Brombeerfarben. Ein in Sachen Trikots in der Regel sehr zuverlässiger User des offiziellen Schalke 04-Forums berichtete bereits vor 5 Wochen, dass dieses Trikot die adidas-Farbe „ultra beauty“ haben wird. Nicht wirklich Pink und auch nicht wirklich Lila.

Nun gibt es ein riesiges Palaver. Tatsächlich sind natürlich nur Blau und Weiß unsere Fußballfarben, Königsblau und Weiß wie der Schnee. Da ist alles andere fehl am Platz. Aber ein Ausweichtrikot braucht es nun mal, eben um gegen Clubs wie den MSV Duisburg spielen zu können, dessen Trikot sowohl Blau, als auch Weiß ist.
Schalke 04 hatte schwarze Trikots, Schalke spielte in Grün, in Rot, in Gelb und in Orangefarben. Auch alles falsch. Auch alles ohne Tradition und ohne Sinn. Was ist nun an diesem Magentadingsbums falscher, traditionsloser, sinnloser?

Diese Farbe wird als „Mädchenfarbe“ erachtet. Deshalb titelt Bild „Königsfrau statt Königsblau“ und deshalb gab es unzählige Tweets, in denen diese Farbe spöttisch als „süß“ bezeichnet wurde. 2011. Männer gehen selbstverständlich in rosafarbenen Hemden ins Büro. Fast jeder Club berichtete schon mit einem gewissen Stolz über „schwule Fanclubs“, man ist ja ach so offen. Schwule Fußballer sollten sich doch outen, man müsse ja mal einen Anfang machen. Und dann führt eine Farbe, weil sie vorwiegend von Frauen getragen wird, zu Hohn und Spott. Erstaunlich.



Übrigens …

Lesestoff

Wer Ralf Rangnick mit abfälligem Tonfall als Professor titulieren möchte, soll das tun. Fußball ist für alle da, auch für Leute die kurze Sätze mit traditionellen Schlagwörtern lieben. Auch so was muss bedient werden. Ich selbst mag Inhalt. Ralf Rangnick macht aus seinen Ideen und seiner Auffassung vom Spiel kein Geheimnis. Wer ihm die richtigen Fragen stellt enthält auch Antworten.

Ralf Rangnick schlug in einem Interview mit 11 Freunde Ende 2008 einen großen Bogen. Er sprach über die unsägliche Sportstudio-Geschichte, die ihm den „Professor“ einbrachte. Über Vorbilder und seine persönliche Entdeckung des „anderen Fußballs“. Über seine Ansichten zur Führung von Spielern und dem Heranführen von Spielern an die eigenen Ideen. Und über den Unterschied zwischen dem FC Barcelona und Schalke 04, wenn auch nur auf ein Spiel bezogen … klick

Bis Ende der Saison arbeitet Ralf Rangnick nun mit den ehemaligen Magath-Helfern Seppo Eichkorn, Markus Zetlmeisl und Bernd Dreher zusammen. Man muss sich kennenlernen um sehen wer einen guten Job macht, sagt er. Auf der Pressekonferenz zu seiner Vorstellung am Montag kündigte er bereits an, noch einen Co-Trainer dazu holen zu wollen, den er länger persönlich kennt, mit dem er in Sachen Spielphilosophie auf einer Wellenlänge liegt und der ihm vor allem bei der taktischen Schulung der Spieler helfen soll. Gestern trat Markus Gisdol seinen neuen Job auf Schalke an.
Markus Gisdol war bisher in Hoffenheim Trainer der U23. In der letzten Saison stieg er mit dieser Mannschaft in die Regionalliga auf, aktuell steht die Mannschaft dort auf Platz 5. Im September erschien bei Spox ein Interview mit Markus Gisdol. Darin wird ein Stück weit die Philosophie Hoffenheims in der Jugendarbeit skizziert. Beispielsweise wird beschrieben worauf bei der Aufwahl von Talenten geachtet wird und inwieweit sich die Jungendmannschaften an ein vorgegebenes System halten müssen … klick

Gisdol kam über Helmut Groß zur TSG Hoffenheim. Auf Helmut Groß trifft man immer wieder, wenn man nach Ralf Rangnick sucht. Groß gilt als Mentor Rangnicks. Groß habe vor rund 20 Jahren „als erster Trainer in Manndecker-Deutschland die ballorientierte Raumdeckung spielen lassen“, schrieb Michael Horeni vor einem halben Jahr in der FAZ. Anlässlich des Spiels Mainz gegen Hoffenheim, respektive Tuchel gegen Rangnick, am 7. Spieltag der laufenden Saison, stellt Horeni die „neuen Trainertypen“ den „Spieleraufstellern“ gegenüber, und fand eine Keimzelle in der „Stuttgarter Schule“ … klick

Helmut Groß steht selten in der Öffentlichkeit. Vor rund 2 Jahren gab er Spox mal ein Interview. Darin wird auch viel über Schalkes neuen Cheftrainer gesprochen, mit dem Groß seit 1986 „intensiven Kontakt“ pflegt. Ausserdem spricht er über Unterschiede zwischen einer an Gegenspielern orientierten, „niederländischen Raumdeckung“, wie er sie beim HSV unter Martin Jol sah, und einer ballorientierten Raumdeckung, wie er sie bei Werder Bremen oder Hoffenheim verortete … klick

Auf der Webseite abwehrkette.de hat Jugendfußballtrainer Martin Hasenpflug die Anteile von Helmut Groß und Ralf Rangnick an der Entwicklung des Fußballs in Deutschland in zwei Texten zusammengefasst. Ein Text mit dem Titel „1981: Die Fußballrevolution in Deutschland“ beschreibt das Schaffen Helmut Groß’ … klick … und der Text „Ralf Rangnick und sein Weg zur Viererkette“ beschreibt eben diesen … klick

Diese Texte, die Gedanken dazu und das Länderspiel am Samstag sollten einen übers Wochenende bringen können. Wenn nichts Außergewöhnliches passiert – was beim FC Schalke 04 selbstverständlich nie ganz auszuschließen ist – geht’s hier erst am Dienstag weiter. Bis dahin, schönes Wochenende und Glück auf!



Nach der Idee von blues | Foto: John Fera

Heldt macht Hoffnung

Gestern wurde Ralf Rangnick als neuer Cheftrainer des FC Schalke 04 vorgestellt. Über die Vor- und Nachteile seiner Verpflichtung wurde in den Kommentaren dieses Blogs in den letzten Tagen schon ausgiebig diskutiert. Ich persönlich mag ihn, halte ihn für einen sehr guten Trainer und bin froh dass er verpflichtet werden konnte. Noch wichtiger waren mir aber Horst Heldts Worte zur neuen Ausrichtung des Vereins.

Als Clemens Tönnies bei der Pressekonferenz zur Entlassung Felix Magaths das Bild vom FC Schalke 04 als Zug zeichnete, der erfolgreich weiter fahre und nur den Lokführer gewechselt hätte, schlug ich die Hände über dem Kopf zusammen. Meines Erachtens rast dieser Zug seit geraumer Zeit auf einen Abgrund zu. Auf diesem Weg ist der Lokführer austauschbar, viel wichtiger wäre es, den Zug auf ein anderes Gleis zu setzen!

Als Magath dann in Wolfsburg aufschlug rückte Horst Heldt in den Blickpunkt. Er gab Interviews in denen nicht mehr vom erfolgreich fahrenden Zug die Rede war.

Es müsse der Anspruch sein um die internationalen Plätze mitzuspielen, aber eine Meisterschaft lasse sich nicht planen und dem Verein würde zuviel Druck aufgebürdet, wenn er sich selbst solche Vorgaben mache. Den Verein zu konsolidieren sei ein ebenso großes Ziel wie Titel, und vielen Menschen sei das wichtig. Man dürfe nie aufhören, zu hinterfragen, was die Leute wollen. Rangnick stehe für eine ganzheitliche Herangehensweise, habe einen guten Blick für junge Spieler und es gäbe nichts Besseres als junge Talente aus dem eigenen Verein nach oben zu bringen.

Das alles sagte Horst Heldt und hat seitdem in mir einen Fan. Mich nervt das Meisterschaftsgeblubber schon lange. Wenn die Ultras im Dauersingsang meinen, dass es doch gelacht wäre, würde Schalke die Meisterschaft nicht „holen“, dann weiß ich genau warum ich was gelacht finde. Wenn im Gassenhauer „Königsblauer S04“ davon die Rede ist, dass nur Schalke Deutscher Meister sein könne, ist mir das tatsächlich peinlich. Wenn jeder Schalker Neuzugang im obligatorischen Einstiegsinterview sagen muss, dass er mit Schalke 04 den Titel holen will, kommt mir das wie eine Art Wahn vor.

Dass Schalke 04 für zwei Spieler geschätzte 27 Millionen Euro an Ablösesummen zahlt, andererseits aber seine eigenen Fans anpumpt und man sich fragen muss, ob die Clubfinanzen die Reparatur des Stadiondaches zulassen, ist ebenfalls Schalker Wahnsinn. Dieser Verein hat unübersichtlich viel Schulden und lässt es sich partout nicht anmerken, bis wieder von drohender Insolvenz die Rede ist und der Aufsichtsratschef sagt, dass man auf der Nase liege.

Heldts Worte machen Hoffnung, dass es eine Neuausrichtung gibt. Weg vom „scheißegal, Hauptsache lüppt“ zu einer gewissen nachvollziehbaren Bodenständigkeit. Horst Heldt wird Glück brauchen. „Sein“ Trainer muss funktionieren, und er mit ihm. Auf Vernunft als Argument kann er in Krisenzeiten nicht zählen, das hat die letzten 30 Jahre auch nicht funktioniert. Einem schwierigen Weg folgt man nur dann, wenn es keine Alternative gibt – was ich glaube – und wenn es die Hoffnung gibt, dass man irgendwo ankommt. Die Halbwertzeit der verantwortlichen Sportchefs auf Schalke ist vergleichsweise gering. Ob es nützt, mir beim Duo Heldt / Rangnick größere Hoffnung auf Durchführung einer langfristigen Strategie zu machen als bei den Vorgängern, weiß ich nicht. Dass die nun „angedachte“ neue Zielsetzung für den FC Schalke 04 nachhaltig von größtem Nutzen wäre, davon bin ich überzeugt.

Ma’kucken.

0:2 beim Zwischendingens

Schalke 04 verliert am 27. Spieltag bereits zum zwölften Mal, und wieder mal nicht unglücklich sondern verdient. Beim 0:2 in Leverkusen zeigten die Blauen eine unterirdische Leistung.

Sergio Escudero und Peer Kluge fehlten wegen grippaler Infekte, Jefferson Farfán war auf Grund fünf Gelber Karten gesperrt. Damit waren die drei besten Schalker der letzten Spiele nicht dabei und die Mannschaft wirkte hilflos und zurückgelassen. Technisch, läuferisch, spielerisch und auch in Sachen Kreativität und Spielintelligenz: Bayer Leverkusen war in allen Belangen die bessere Mannschaft.

Man mochte nicht mehr hinsehen, und wer sich das Spiel via Sky zu Gemüte führte, mochte auch nicht mehr hinhören. Fritz von Thurn und Taxis schaffte es tatsächlich, 90 Minuten belanglosen Stuss zu erzählen. Er betonte diesen, als würde man im nächsten Moment Zeuge von noch nie Dagewesenem, und würzte das Ganze mit regelmäßigen Versprechern. Ein so schlechtes Spiel der eigenen Mannschaft auch noch auf solch indiskutable Art und Weise präsentiert zu bekommen, das war schon harter Tobak und passte so gar nicht zu diesem hellen und milden Märzsonntag.

Dass sich hier nicht viel mehr Zeilen Ärger Luft machen müssen lag aber nicht am Wetter, sondern an dieser Zwischendrinsituation. Alles war so unecht. Die Mannschaft war nach dem letzten Spiel erst seit Mittwoch wieder im Training. Die Vorschau auf dieses Spiel ging in Diskussionen um Mannschaftsratbesprechungen und Trainerwechsel unter. Am Ende fehlten noch die besten Spieler – siehe oben – und die Nachbetrachtung wird zu Gunsten der Vorstellung des neuen Trainers ebenfalls untergehen.

Schalkes Abstand auf Platz 17 beträgt 6 Punkte. Ein Punkt weniger als letzte Wochen aber ein Punkt mehr als in der Woche davor. In 12 Tagen spielt Schalke auf St. Pauli. Davor wird sicher auch wieder übers Spiel gesprochen.

Seppos Walnuss geteilt durch 8

Magath beim ESR zu knacken war schwer. Seppo-Into-The-Brain zukucken fiel offensichtlich leichter. Mit Draxler, Papadopoulos und Charisteas wechselte Seppo Eichkorn drei der vier meistgenannten Spieler ein.

Demon10, speckmantel, Dennis, Sebastian, Tobeilinho, Phil, Ralf und janw haben allesamt 3 Treffer landen können, dürfen sich nun Seppo-Into-The-Brain-Kucker nennen und erhalten das virtuelle Wanderbrain „The Royal Blue Walnut“. Herzlichen Glückwunsch!

Phil und skAndy führen nun die Gesamtwertung mit je 10 Treffern an. Die komplette Ergebnisliste der ESR-Runde zum 27. Spieltag gibt es hier.