
Der FC Schalke 04 hat jedes über Warmlaufen hinausgehende Engagement eingestellt und konzentriert sich nur noch auf das DFB-Pokalfinale. Ich vermute eine Art Aberglaube. Das 1:4 in München ist also nur ein weiterer Schritt auf dem Weg zur großen Feier in Berlin.
Im Sport entscheidet häufig der Zufall, und wo das so ist steht Aberglaube hoch im Kurs. Wenn nur noch eine absehbare Anzahl an Spielen ansteht, bevor ein großes Ziel erreicht werden kann, entscheiden sich Spieler ab und an dazu, aufs Rasieren zu verzichten, um den großen Fußballgott (oder Baseballgott, oder Hockeygott, oder Footballgott etc.) gnädig zu stimmen.
Für die Kerle des FC Schalke 04 fällt diese Form aus. Aus Joel Matips und Kyriakos Papadopoulos’ Gesichtern ist wohl noch nie ein Stoppel gesprossen, und Christoph Metzelder ist die Gesichtsmaske mittlerweile derart ans Gesicht gepappt, dass er sich nicht auch noch mit zu vielen Haaren rumärgern will. Also legten verschiedene Spieler verschiedene Rituale fest, in der Hoffnung, dass das zum Triumph gegen den MSV Duisburg in Berlin führen möge.
Hans Sarpei beispielsweise hat sich vorgenommen, keinem Gegner mehr seinen Rücken zu zeigen. Kyriakos Papadopoulos will die letzten Wochen ganz ohne Füße und nur noch mit seinem Körper spielen – so ganz gelingt ihm das noch nicht, aber der Wille zählt. Joel Matip, der junge Scherzbold, will die Kollegen mindestens dreimal pro Spiel mit einem Fehlpass im Rücken der eigenen Viererkette überraschen. José Manuel Jurado hat angekündigt, bis Saisonschluss die Annahe von Zweikämpfen zu verweigern; aber als seine Kollegen das hörten haben sie nur gelacht.
Christoph Metzelder lässt schlicht trotz gesundeter Nase die Maske auf. Ob er mit eingeschränktem oder uneingeschränktem Sichtfeld agiert, der Unterschied ist eh nicht zu erkennen. Schalkes Stürmer haben miteinander abgesprochen, in den letzten Spielen gänzlich auf Torschüsse zu verzichten. Das klappt mittlerweise sehr gut. Und Manuel Neuer konzentriert sich foran darauf „innerhalb Deutschlands zu wechseln.“
Inwieweit auch Trainer Ralf Rangnick an der Aktion beteiligt ist, weiß man nicht so genau. Möglicherweise will er in der nächsten oder übernächsten Begegnung doch noch mal einen Spielzug von seiner Mannschaft einfordern. Ganz sicher ist das aber noch nicht.
Da ich selbst stets für Mumpitz dieser Art zu haben bin ist es auch noch nicht ganz sicher, ob ich mich nicht beteilige und auf Blogbeiträge zu den noch ausstehenden Bundesligaspielen gegen die Karnevalclubs verzichte.
Ma’kuchen.
Foto: Julio Marquez








