Sieg bei Marke Freudenhaus

Schalke 04 gewann gegen den FC St. Pauli in einem lange Zeit tollen Spiel, das wegen eines treffenden Becherwurfs aus den Statistiken gestrichen wurde. Nach Begeisterung, Bammel und Wut bin ich heute mit den Dingen aus Schalker Sicht zufrieden.

Zweimal zappelte König Fußball in diesem Spiel auf der Kante der Entscheidung. Einmal überlegte er es sich anders, beim zweiten Mal hüpfte er ins aus Schalker Sicht richtige Feld. Gleich zu Anfang war es für beide Seiten wahlweise noch mal gut oder unglücklich verlaufen, als erst Alexander Baumjohann von Fabian Boll strafstoßreif umgegrätscht wurde, der Pfiff aber ausblieb, und Sekunden später Charles Takyi vor Schalkes Tor nur Zentimeter an der Hereingabe von Gerald Asamoah vorbeirutschte. Nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit waren es wieder nur Sekunden, von dem Pfiff Aytekins, der Fabian Bolls Aktion vor der Nase Neuers nach Kruse-Freistoß als aktiven Spieleingriff erkannte, bis zu Julian Draxlers langer Fußspitze, die den Ball nach Farfán-Vorarbeit zur Entscheidung über die Linie drückte.

Auf solche Sekunden, auch auf Zufall, reduziert sich der Fußball dann plötzlich, nachdem zuvor Tage lang studiert und geübt wurde. Was Rangnick anders machen will war in der ersten Halbzeit schon recht häufig zu sehen. Schalke attackierte die ballführenden Paulianer schon sehr tief in deren eigenen Hälfte. Schalke gewann Bälle und war danach sehr fix Richtung Tor unterwegs. Raúl, etwas zurückgezogen, als ständig ballsichere Anspielstation. Farfán mit viel Spaß am eigenen Tempo. Überhaupt alle irgendwie offensiv aussehend … So kam man zwangsläufig zu Chancen, hielt den Gegner weitestgehend vom eigenen Tor fern und führte zur Halbzeit verdient, mit 1:0 eigentlich zu knapp.

So ging es in der zweiten Hälfte leider nicht weiter. Schalke stand tiefer, überlies St. Pauli zuviel Raum ohne Kampf und zuviel Zeit ohne Druck. Rund eine Viertelstunde war St. Pauli mit viel Einsatz die überlegene Mannschaft. Eine Offensive, die in einem Abseitstor gipfelte und – wie oben beschrieben – im Gegenzug ein jähes Ende fand, wie später auch das ganze Spiel, nachdem Aytekin abbrach.

Anfangs war ich richtig wütend, das hat sich gelegt. Es lag wohl an der Fallhöhe, an der Erwartung die man ob des dollen Ruf St. Paulis hat. Die so tollen, kreativen Fans feiern plötzlich Borussia Dortmund, eine Peinlichkeit die ich ähnlich zuletzt vor vier Jahren von Bielefeld-Fans erlebt habe. Das Freudenhaus der Liga schmeißt mit Feuerzeugen, Münzen und Bierbechern, bis ein voller trifft, und darüber hinaus. Offensichtlich sind die Fans weder besonders kreativ noch das Publikum besonders freudenhausig. Vielleicht ist das aber auch einfach normal.
Vielleicht ist der FC St. Pauli als Marke „Freudenhaus“ einfach nur das Che Guevara-T-Shirt unter den Fußballclubs. Manch ein Träger verbindet damit eine Aussage, aber für viele ist es doch nur ein Stück zum coolen Outfit, das abends in Muttis Wäschekorb wandert bevor man mit Schlafanzug ins Bett geht. Es ist irgendwie jung, irgendwie anders und zwischen den ganzen Oberhemdenclubs der Liga auch irgendwie aufregend, aber alleine für sich nur ein billiges Kleidungsstück im Versandkatalog Bundesliga.

Schalke muss nun noch auf den Zuspruch der drei Punkte für dieses Spiel warten und wird dann 8 Punkte vor Platz 16 stehen. So lässt es sich relativ entspannt in die Partie gegen Magaths VfL Wolfsburg gehen, ein Spiel bei dem auch Pauli-Fans Schalke die Daumen drücken werden. Deren Restprogramm ist heftig. Aber immerhin wird Borussia Dortmund vermutlich Meister.



Foto: Rebecca Morgan



40 Kommentare zu “Sieg bei Marke Freudenhaus”

  1. sable_rayder sagt:

    Die Variante der Ecke (!), die zum Tor führte, schien sogar einstudiert. Damit hat Rangnick in einer Woche etwas geschafft, was ich vorher immer vermisst habe. Ich hoffe, mit Rangnick, kommt auch die alte Stärke bei Standardsituationen zurück.

  2. Matthias sagt:

    In guter alter Linux-Tradition muss man leider sagen: St. Pauli – YAFC.

  3. Alex sagt:

    offtopic…

    Da kommt man montags morgens, weil man einen Link zu einem St.Pauli Blog sucht, auf deine Seite uns sieht, dass hier schon seit Wochen wieder gebloggt wird.
    man man man…
    Kannst du sowas nicht wenigstens auf dem Videowürfel ankündigen?
    ;)
    Schön hier wieder was lesen zu dürfen!

  4. Uwe sagt:

    (Wieder einmal) Ein treffendes Statement zum Spiel. Vielen Dank dafür!

    Bislang war mir Schiedsrichter Aytekin nicht als Ikone der Schiedsrichterzunft aufgefallen. Aber am Freitag lag er mit seinem Team bei jeder kritischen/wichtigen Entscheidung goldrichtig.

  5. simsch04 sagt:

    @sable_rayder wie presse und trainigsbeobachter berichteten waren Standards das einzige was ragnik nicht hat trainieren lassen. vll noch eine „magath-variante“

  6. skAndy sagt:

    Ich glaube kaum, dass es eine besonders erwähnenswerte Variante war. Nur kam bisher noch kein Gegner auf die Idee, Raúl da irgendwo ungedeckt rumpirschen zu lassen.

  7. Der Kultclub mit Kratzern | blogundweiss.de sagt:

    […] Das ist schade. Mehr aber auch nicht. Dieses Urteil bilde ich mir nicht nur wegen dem Becherwerfer. Auch an anderer Stelle verhielten sich die einzigartigen Fans des FC St. Pauli so normal und bieder, dass es einem Angst und Bange um den Kultstatus des Kiezclubs werden […]

  8. Torsten sagt:

    In jedem Fall war diese Ecke so abgesprochen, und das ist schonmal viel mehr „Plan“ als bei 98% der bisherigen Saisonecken, egal wie die Schützen auch immer geheißen haben.

    In guter alter Linux-Tradition muss man leider sagen: St. Pauli – YAFC.

    Ich habs noch nie so mit Linux gehabt, klärt mich mal bitte auf …

  9. Aquii sagt:

    Spaß hat es gemacht, das zuschauen, zumindest in der ersten Halbzeit. Die zweite Hälfte war dann wieder teilweise das Gegurke des Vorgängertrainers.

    Zu Ehrenrettung der eingefleischten Paulifans muss man anmerken, das bei einem Erfolg des eigenen Vereins (was für Pauli ja schon die erste Liga ist) immer viele „Modefans“ anzieht und dann kommt da eben so was wie mit den Wurfgeschossen bei heraus. In Liga 2 wird sich das wieder beruhigen und mir bestimmt manches schöne Spiel in Liga 2 hier in der Gegend bescheren.

  10. Matthias sagt:

    @Torsten: In Linux gibt es eine Vielzahl von Programmen, die letztendlich alle dasselbe können. Letztendlich muss der Nutzer anhand von Kleinigkeiten entscheiden, für welches Tool er sich enscheidet. Irgendwann hat sich bei den Programmierern das selbstironische „Ya“ als Vorsilbe eingebürgert. Meint „Yet another…“ gefolgt vom Sinn und Zweck des Tools. „YaST“ ist beispielswiese das sehr populäre „Yet another Setup Tool“.

    Tja, und St. Pauli ist für mich seit dem Wochenende eben nur noch YaFC – Yet another Football Club.

  11. Strom sagt:

    Schöner Artikel und schöne Differenzierung. Herr Zeigler allerdings hat gestern in seiner Trash-Sendung dem Verein die Schuld abgesprochen mit dem Argument, der Verein könne die Tat nicht vorhersehen, da der Linienrichter nicht mit einem Messer, sondern mit einem im Stadion erworbenen Becher getroffen wurde. Interessante und sogleich unfassbar beschmierte Logik. Nun denn.

  12. Uwe sagt:

    @Strom:
    Gegen die grenzenlose Dummheit dieser Vollhonks ist kein Verein gewappnet. Da helfen dann nur noch Auffangnetze die uns allen wohl nicht gefallen. Es ist ja auch auf Schalke leider hin und wieder so, dass Bierbecher den Weg aufs Spielfeld finden. Ich bekomme da auch immer eine Krawatte, aber ausser Stadionverbot, Geldstrafen und den verhassten Netzen kann der Verein da nix machen.
    Leider!

  13. aphodius sagt:

    Moin Moin

    @strom, na so ganz unrecht hat Herr Zeigler nicht. Sonst musst Du den Getränkeverzehr auf den Tribünen (wie im Oberrang der Arroganzarena) komplett verbieten. Und wer will das?

    Wir können alle froh sein, daß der Bierbecher von den Sitzplätzen kam. Sonst käme jetzt wieder so eine unsägliche Stehplatzdiskussion auf.

    Und was den FC St. Pauli angeht. Ich finde diesen Club sympathisch und er ist mir lieber als andere in der Liga. Nur, diesen Hype um Fankultur finde ich total daneben (übrigens völlig egal, ob es um Südkurven, Freibeuter oder Karnevalsvereine geht). Ist halt ein anders zusammengesetztes Publikum.

  14. OnkelJK sagt:

    @simsch04
    …wie presse und trainigsbeobachter berichteten waren Standards das einzige was ragnik nicht hat trainieren lassen. vll noch eine “magath-variante”

    Das stimmt nicht, im Abschlusstraining wurden fast ausschließlich Standards trainiert. Das einzige was mich an Magath erinnert hat, war der verhaltene Start in die zweite Halbzeit.

  15. heinzkamke sagt:

    Sehr schöner Text.

    (Könnte ich hier natürlich sehr oft schreiben, aber ab und zu muss es halt ganz dringend raus.)

  16. skAndy sagt:

    @Torsten Ich wollte der Ecke auch keinen Plan abschreiben. Die war schon toll.

    Wahrscheinlich sorgen solche „Zuschauer“ dafür, dass wir das Bier bald wieder in Müllproduzierenden, schlechtfesthaltbaren Weichplastikbechern serviert bekommen.
    Und das ein Linienrichtertreffer kaum von den Stehplätzrängen kommen kann, erklärt sich ja auch irgendwie. Gewworfen wurde auch da einiges. Aber erstens stimmt der Winkel nicht so recht und zweitens wäre bei denen wohl höchstens ein leerer Bierbecher geflogen ;)

  17. FromTheOtherSide sagt:

    Ich antworte mal mit Blick aus der Gegengerade (bin St.Paulianer mit Sympathien für königsblau). Die BVB-Gesänge von einigen hundert waren strunzdoof, stimmt, allerdings muß man sagen daß auch die anwesenden Schalker sich gehörig danebenbenommen haben (mehrfach Pyro aufs Feld, ne Stunde vor Spielbeginn als allerersten Gesang „Scheiß-St.Pauli“ angestimmt, dazu ärgerlich pöbelnde Gästefans in unserer Heimkurve) und das Spiel auch wirklich frustfördernder nicht hätte verlaufen können.

    Aytekin war grauenhaft. Kam live noch schlimmer rüber als in der Glotze, aber auch nach Studie der Fernsehbilder bin ich felsenfest der Meinung, daß die prominenten Szenen (rot, gelb-rot,Abseitspfiff beim 1:1) allesamt zumindest diskussionswürdig waren, andere, nicht weniger entscheidende Szenen aber eindeutig Fehlentscheidungen (Ecke zum 1:0 war keine, davor schon Abseits von Schalke nicht gepfiffen, erste gelbe gegen Kalla war keine und, zu Euren Ungunsten, Boll-Baumjohann in der 4. war klarer Freistoß). Auch in vielen kleineren Szenen lag er vollkommen daneben. Das alles soll den Becherwurf nicht entschuldigen (dafür gibts keine Entschuldigung, ist einfach scheiße und gehört in kein Stadion, schon recht nicht ans Millerntor), kann aber die allgemeine Gemütslage ein bißchen erklären.

    Was das „Freudenhaus der Liga“ angeht, dieses Etikett haben wir uns selber nie angeheftet, das kam von Bild-Zeitung und Co., für eine sachliche Schreibe wäre eine andere Anrede angebrachter, nur als freundlicher Hinweis.

    Ansonsten fand ich schon, daß die Choreos, Transparentensprüche und Fangesänge mal wieder etwas besonderes in der Liga waren (schöne Bilder gibts unter http://kleinertod.wordpress.co.....n-schalke/ , als Schalke braucht man den Text ja nicht lesen ;-). Besonders das Laufbandtranspi welches von der Süd bis quer über die Haupttribüne gewandert ist war nett, und ich hab auch noch in keinem anderen Stadion Tribünengäste gesehen welche selbstreflektierend genug wären ein „Wir können auch pünktlich“-Transparent aufzuhängen. Aber seis drum, schade daß es Dir nicht gefallen hat, vielleicht kommt Ihr mal wieder (so um 2013 :-) und es läuft dann besser.

  18. Uwe sagt:

    @FromTheOtherSide:
    Ganz besonders in den kritischen Situationen in denen es um die Wurst ging (Abseits, farbige Kartons und der daraus resultierenden Platzverweise) lag das Schiedsrichtergespann genau richtig. Wer das Glück hatte, sich die Zeitlupen ansehen zu können, wird das nicht wirklich bestreiten können.

    Dass sich auch Schalke-Fans daneben benehmen ist so tragisch wie auch „normal“. Warum sollten ausgerechnet Schalker „Fans“ nichts auf das Spielfeld werfen? (s. meinen Beitrag weiter oben)

  19. Torsten sagt:

    Was das “Freudenhaus der Liga” angeht, dieses Etikett haben wir uns selber nie angeheftet, das kam von Bild-Zeitung und Co., für eine sachliche Schreibe wäre eine andere Anrede angebrachter, nur als freundlicher Hinweis.

    Er, sie, es, wer auch immer hatte dieses Etikett einst auf einen zum Stadion gehörenden Container gesprüht. Mag sein dass die Bild-Zeitung das erfunden hat, als über Gebühr unsachlich haben es die Sprüher und wohl auch die Leser nicht empfunden.

    Was die Stimmung oder Choreografien angeht sei Dir Deine Einschätzung unbenommen, darum ging es mir nicht. Mir ging es um die offensichtliche Dissonanz zum Image.

  20. Manfred sagt:

    @FromTheOtherSide: Das ist wirklich eine Meinung von der anderen Seite, die hast du nämlich exklusiv.
    Beide Fouls, die zu den Platzverweisen führten, waren akut die Gesundheit von Farfan gefährdend, imo hätte es der gelben Karte nicht bedurft, um den ersten Holzhacker vom Feld zu stellen, Gelb-Rot war noch viel zu nachsichtig. Und das aberkannte Tor ist ein Paradebeispiel für die korrekte Auslegung von passivem Abseits, welches zum aktiven Abseits wird. Du kannst ggf dem Linienrichter das Abseitswinken ankreiden, aber nicht, daß es dann, wenn es von ihm, der besser postiert war als Aytekin, angezeigt wird, auch gepfiffen wird (wobei: es war deutlich abseits, was man den TV-Bildern eindeutig entnehmen kann, ich hab mir die Szene grad nochmal angesehen).
    Und glatt Rot ist nicht nur nicht diskussionswürdig, sondern eines der gröbsten Fouls, an das ich mich bezüglich dieser Saison erinnern kann. Ich spekuliere mal: wären die Hautfarben vertauscht und hieße der Fouler zufällig Kevin Prince Boateng und der gefoulte wäre ein deutscher Interationaler gewesen, wäre der Aufschrei im erbärmlich vorhersehbaren Blätterwald gewaltig.

    Und was die Gesänge angeht: ein fröhlich-zynisches ‚Nie mehr 1. Liga‘ wär mal was gewesen^^.

    Weswegen ich hier überhaupt was schreiben wollte:
    @ Torsten: das Spiel wird zwar am sogenannten grünen Tisch entschieden, aber die relevanten Statistiken wie Karten, Torschützen und Vorlagengeber sowie die Einsätze aller Spieler werden nicht gestrichen, wenn ich mich nicht täusche.

  21. Henning sagt:

    „auch nach Studie der Fernsehbilder bin ich felsenfest der Meinung, daß die prominenten Szenen (rot, gelb-rot,Abseitspfiff beim 1:1) allesamt zumindest diskussionswürdig waren“

    Sehe ich auch ohne königsblaue Brille überhaupt nicht! Wenn überhaupt,och am ehesten die gelb-rote Karte. Aber wer da so hingeht am Strafraum mit Gelb vorbelastet…die einzige Fehlentscheidung war die Gelbe für Draxler, die total überzogen war.

  22. skAndy sagt:

    @FromTheOtherSide

    Ich bin ja der, der gerade 8000 Lanzen für St. Pauli bricht, aber sorry, keine der Situationen war diskussionswürdig, höchstens ohne Fernsehbilder nicht eindeutig zu erkennen, weshalb ich die Unruhe ob der Quantität verstehen kann. Wäre vermutlich überall so gewesen, auch oder gerade auf Schalke.

    Nicht zu vergessen, dass wir einen klaren Freistoss an der Strafraumgrenze zu Beginn nicht bekommen haben…

  23. RJonathan sagt:

    @Torsten
    Absolut passgenauer Kommentar, Danke!

    @TheOtherSide
    Wieso war die erste Gelbe deiner Meinung nach gegen Kalla nicht richtig? Es war erstens ein taktisches Foul, da nach dem Ballgewinn durch Farfan eine Konterchance entstanden wäre, und zweitens das dreisteste Festhalten, dass ich seit langem in der BL gesehen habe. Für beides bekommt man i.d.R mindestens eine Ermahnung. In Kombination sollte das sicheres Gelb ergeben, oder wie siehst du das?

  24. blues sagt:

    Von Sankt Pauli nach San(ct)Siro

    Das „Sankt“ ist jetzt gestrichen! Schon wieder ein Mythos im (hoffentlich nur kurzeitigen) Selbstzerstörungsmodus. Schade, Schade. Und bei aller Lobhuddelei für den Trainer Stanilsawski: Ihm fiel doch wirklich nicht viel ein, ausser sein höchstens zweitligataugliches Abwehrpersonal so aggressiv zu pushen, dass die in ihrer Not nur noch die Sense rausholen konnten….! In Mailand wird es schwieriger.

  25. matz sagt:

    Wenn wir Standards geübt haben, warum darf dann Edu immer die Freistöße schießen?

  26. Uwe sagt:

    @matz:
    Weil der, der sie früher in die Mauer gesetzt hat, nicht mehr da ist. ;-(

  27. skAndy sagt:

    Damit er auch mal den Ball kriegt! Ich weiss von meiner jüngsten Tochter, wie das sonst enden kann!

  28. matz sagt:

    Diese Argumente überzeugen mich :-)

  29. Flo sagt:

    „Vielleicht ist der FC St. Pauli als Marke „Freudenhaus“ einfach nur das Che Guevara-T-Shirt unter den Fußballclubs.“

    Ich liebe dieses Blog!!! DANKE Torsten!

  30. sliN sagt:

    …da die Tendenz zu erkennen ist St.Pauli hier jegliche „Ausnahmestellung“ in der BL abzuerkennen möchte ich nur leise an ein, zumindest im TV ziemlich lautes,und langes YNWA erinnern. Was zu einem Zeitpunkt(80+) kommt, an dem ein für den Klassenerhalt vorentscheidendes Spiel verloren ist. Ist das normal in der BL?
    Ein Exil-Schalker

  31. Arne sagt:

    YNWA ist eh nur ein Abklatsch des Liverpool FC.

  32. packer sagt:

    Ich kann die Aufregung der Paulifans schon verstehen. Wenn ich an unsere Abstiege zurück denke, können wir froh sein, dass wir da noch im Parkstadion gespielt haben und das Spielfeld so weit weg war, obwohl es ja diverse Male einige Idioten sogar über den Zaun geschafft hatten und aufs Spielfeld stürmten. Sonst hätten wir wahrscheinlich nur noch Geisterspiele oder Spiele in Hannover gehabt.

    Ich finde auch nicht, dass man hier den Verein bestrafen sollte. Sowas ist einfach nicht zu verhindern. Der Täter wurde gefasst und sollte alle Folgen tragen. Was hätte Pauli denn tun sollen??

    Und so wie das Spiel lief und Aytekin pfiff, hätte ich ich im Stadion wohl auch sehr aufgeregt. Nach dem Studium der Fernsehbilder waren allerdings die wichtigen drei Entscheidungen ganz klar richtig und eindeutig, plus es hätte sogar Elfmeter für Baumi geben müssen. Aber es gab schon viele kleine Entscheidungen, die immer gegen Pauli liefen. Und wenn man dann verzweifelt im Abstiegskampf mti einer Rumpfmannschaft noch zwei zusätzliche Mann und das Spiel verliert schaukelt sich das halt hoch.

    Die Lüdenscheid Gesänge fand ich eher lustig, ist eigentlich immer ein gutes Zeichen, dass das Spiel für uns läuft.

  33. RJonathan sagt:

    Ich denke die Strafen gegen den Verein gibt es nicht, weil der Verein nicht genug getan hat. Es geht darum die Fans zu bestrafen und eine Solidarisierung der Fans mit dem Täter zu verhindern. „Wer sowas macht schadet nicht nur sich, er schadet uns allen.“ Insofern sind diese Strafmaßnahmen gut und richtig.

  34. Ney sagt:

    Ein Verein, bei dem *nicht* „You’ll never walk alone“ angestimmt wird, habt bald ein Alleinstellungsmerkmal.

  35. Torsten sagt:

    Dieser Bierbecherwurf kann die wirtschaftliche Existenz des Werfers in Sekunden mal so eben vernichtet haben. Diese Folgen sollten sich potentielle Wiederholungstäter vor Augen halten.

    … schreibt Thomas Wings. Der #Nerdkurve-tommes04 stellt in seinem Blog die möglichen juristischen Folgen für den Becherwerfer dar: klick

  36. BlauWeissNord sagt:

    Mal ein bischen was handfesteres für Interessierte. Es gibt zwei Präzedenzfälle der unterinstanzlichen Gerichte in den letzten Jahren zur zivilrechtlichen Haftungsfrage.

    Hier in der Kurzzusammenfassung:

    Schadensersatzpflicht eines Zuschauer durch Betreten des Spielfeldes während eines Fußballspiels

    Urteil des AG Brake vom 1988-06-08, 7 C 680/87, SpuRt 1994, 205 zu. In dieser Entscheidung hatte das Gericht einen Fußballzuschauer verurteilt, an einen Sportverein 300,– DM Schadensersatz zu zahlen. Der Verein war seinerseits durch ein Sportgericht verurteilt worden, wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht 300,– DM Strafe zu zahlen, weil er es nicht hatte verhindern können, daß der Zuschauer durch Betreten des Spielfeldes das Spiel störte. Zu Recht gehe das Urteil davon aus, daß zwischen dem vertragswidrigen Verhalten des Zuschauers durch Eindringen auf das Spielfeld und der vom Sportgericht gegenüber dem Verein verhängten Geldstrafe ein unmittelbarer Ursachenzusammenhang bestehe.

    Schadensersatz bei Zuschauerausschreitungen

    Urteil des OLG Rostock vom 28.04.2006 (Aktenzeichen: 3 U 106/05, veröffentlicht in SpuRt 2006, 249 und SpuRt 2006, 83), mit dem das Gericht eine Verletzung einer vertraglichen Nebenpflicht des Zuschauervertrages, die darin besteht, den Spielbetrieb zwischen den Mannschaften nicht zu stören, bejaht hat. Zunächst erläutert der Autor, welches Verhalten unter den Begriff Nebenpflicht fällt und führt hier unter anderem Flitzen, das Schießen von Feuerwerkskörpern auf das Spielfeld sowie das Werfen von Gegenständen mit denen unter anderem Spieler, Schiedsrichter, Schiedsrichterassistenten oder Trainer getroffen werden können, als mögliche Verletzungen an. Außerdem weist er darauf hin, dass starke Rauchentwicklung auf den Tribünen den Spielablauf stören kann, wobei hier das Ergreifen der einzelnen Störer sich als sehr schwierig gestalten kann. Die weiteren Ausführungen beschäftigen sich mit der nach Meinung des Autors vertretbaren unterschiedlichen Bewertung der beiden Flitzer aus der 55. Spielminute und hält insbesondere fest, dass diese Entscheidung auch auf andere Sportarten übertragen werden kann.

    AG Brakel
    Entscheidungsdatum: 15.06.1988
    Aktenzeichen: 7 C 680/87
    Dokumenttyp: Urteil

    Erstattung einer sportgerichtlichen Geldstrafe durch Zuschauer

    Leitsatz

    1. Laufen während eines Fußballspiels Zuschauer auf das Spielfeld und wird deswegen der Platzverein durch die Sportgerichtsbarkeit zu einer Geldstrafe verurteilt, so kann der Verein von diesen Zuschauern Schadensersatz wegen Vertragsverletzung in Höhe der Vereinsstrafe und der Verfahrenskosten vor dem Sportgericht fordern.

    Glück auf für Mailand heute abend!!!!!!!!!!!!

  37. Ney sagt:

    Schmitz
    Edu
    Sarpei

    …jaja, ich weiß…trotzdem, sicherheitshalber…

  38. Manfred sagt:

    Grad als Freistoß des Tages im IF gefunden:
    http://www.tagesspiegel.de/spo.....41406.html

    Bemerkenswert wahr.

  39. Torsten sagt:

    Wurden eigentlich die anderen Werfer auch gefasst? Die, die es nach dem Abbruch auf den Schiri abgesehen hatten? Die, die zuvor schon – Aussagen nach seit der ersten Halbzeit – Feuerzeuge, Münzen und eben auch Bierbecher warfen? Ist Werfen nur dann zu bestrafen, wenn getroffen wird?

    So korrekt es ist, darauf hinzuweisen, dass „Papa Hansen und Sohnemann Kai von der Gegentribüne“ nicht bestraft werden dürften: Mit der dargestellten Einzeltätertheorie entzieht sich der Kommentator diesen Fragen und argumentiert zwar belustigend bildhaft, aber eben an der Komplexität des Themas vorbei.

  40. Manfred sagt:

    Ich wär ja auch dafür, statt der Aussperrung aller nur Gästefans ins Stadion zu lassen, aber es ist doch nunmal so: wenn kein Delikt vorliegt bzw keine konkrete Tat, gibt es auch keinen Kläger.
    Plan B wäre ein FKK St. Pauli :D

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