Gelsenkirchens Next Top Midfielder

José Manuel, jetzt bin ich nicht so happy. Ich glaube Du bist an einem Punkt angekommen. Ich würd’s mir wirklich wünschen, ich finde Dich super! Ich finde, dass Du ein ganz toller Typ bist. Du hast tolle Füße, ich erinnere mich an Deine Füße vom ersten Tag an bis heute … aber ich weiß nicht, ob Du jetzt nicht an einem Punkt angekommen bist.

In den letzten Spielen war es ähnlich. Es ist schwierig. Deine Anbindung ist schwierig. Du läufst dann immer so ins Leere rein … das ist dann immer so whooo!?

Wenn so gewisse Sachen von alleine nicht langsam kommen, und der Trainer das immer so aus Dir herauskitzeln muss, dann weiß ich nicht, ob es dann irgendwann noch mal von alleine kommt. Und ich glaube, dass diese Saison an Dir vorbei gelaufen ist.

José Manuel, dieses Mal habe ich kein Trikot mehr für Dich.



16 Kommentare zu “Gelsenkirchens Next Top Midfielder”

  1. Carlito sagt:

    Du guckst zu viel Trash-Tv! ;-)

  2. Sebastian sagt:

    Wunderbar! Hab kurz gedacht ob jemand anderes jetzt deine Texte schreibt und es erst am Ende begriffen – da war der Spaß dann noch größer.

  3. mberghoefer sagt:

    schön gedacht, schön geschrieben. Und die Aussage?

    Menotti sagt: Schöner Fußball braucht Abenteurer. Cruyff sagt: Abenteurer brauchen Freiheit. Van Gaal, Magath, Rehagel uvm sagen: Es wird nur getan, was ich vorgebe, alles andere ist ein Fehler.
    Man kann sich also entscheiden, was man will: „Thrill“, wie Bohrer schrieb, oder „Der Zweck heiligt die Mittel“, wie es immer populärer wird.
    Erfolg kann beides bringen, aber nicht nur unterscheiden sich diese Ansätze in dem, was das „Erlebnis Fußball“ ausmacht, sie verlangen auch nach unterschiedlichen Spielertypen – bzw machen es bestimmten Spielertypen unterschiedlich schwer, überhaupt ihre Fähigkeiten zum Nutzen der Mannschaft einbringen zu können.

    Ich glaube, Rangnick ist seit knapp zwei Jahren an einem Punkt, wo er aus Furcht, Erreichtes zu verlieren, seinem Ideal des „Thrill“ durch Einschränkung von Freiheit die Spitze nimmt – und ich hoffte, die Pause „nach Hoffenheim“ wäre lang genug gewesen, um sich selbst in dem Punkt nochmal zu hinterfragen. Ich hoffe jetzt, dass damit zumindest begonnen wurde und dass das jetzt fortgesetzt wird. Meine Entscheidung, ob Cruyff oder Van Gaal, die wäre jedenfalls glasklar und ganz einfach. Und dann wäre auch klar, was beispielsweise ein „José Manuel“ auf Schalke zu tun hätte oder ob er dort überhaupt richtig wäre.

  4. eisenschleuder sagt:

    man ist wirklich nirgendwo mehr vor dem mist sicher. ich las es and i was like „oh my god!“.
    zur sache: ich bin absolut zuversichtlich: unter RR wird er seine volle beauty erst richtig entfalten.

  5. deuserband sagt:

    echt crank die schreibe….

    mal was anderes, vrr, habe selbst reflexhaft den meckerschalker gegeben, muss mich dafür beim verein entschuldigen wie es scheint:

    http://www.derwesten.de/staedt.....43865.html

  6. MAGsein sagt:

    Das Sommerloch treibt erste Stilblüten. Diese hier finde ich besonders hübsch! Wobei ich dachte, nur Menschen mit Töchtern, Nichten, etc. müssen sich die Vorlage dazu anschauen.

    @mberghoefer Interessanter Gedanke zu Rangnick und nachvollziehbar. Hab mir auch schon überlegt, was denn nun RR immer wieder auszubremsen scheint. Schaun wer mal, wie sich nun die erste „echte“ gemeinsame Saison anlässt.

  7. heinzgeldermann sagt:

    @TorstenWieland: Schön geschrieben, hat mir ein Lachen ins Gesicht getrieben.

    @mberghoefer: Ich vermisse den „Auswaertssieg“, seine Geschichten, Informationen, Anekdoten, Fotos, die Berichte über Jugend, Amateure und die verschiedenen Sichtweisen der Schreiber. Den „Auswaertssieg“ hätte ich gerne zurück. Ist da was geplant? Fände ich toll!

    Mit Koenigsblog und Auswaertssieg rundum gut über Schalke informiert, wäre eine feine Sache … .

  8. Torsten sagt:

    @mberghoefer:

    Das schön geschrieben gebe ich auf den Kommentar bezogen gerne zurück.

    Aber ich frage mich, ob Ralf Rangnicks Ideal tatsächlich so gut zu „Freiheit für Abenteurer“ passt, und ob das, was weniger Freiheit beinhaltet, unbedingt zu weniger attraktivem Fußball führen muss. Steht nicht gerade Rangnick dafür, ein ziemlich präzises System vorzugeben, in dem jeder Spieler seine Rolle zu erfüllen hat? Ich meine mich an ziemlich frühe Interviews erinnern zu können, in denen davon die Rede war, dass er Spielzüge einüben lassen würde. Gerade über Felix Magath gab es bspw. im letzten Biermann-Buch zu lesen, dass er in der Offensive darauf setzt, dass Spieler Problemstellungen individuell lösen sollen.

    Demzufolge sehe ich José Manuel Jurado eher als einen Magath- denn als einen Rangnick-Spieler. Aber ich wollte nicht etwa fordern, Jurado loszuwerden, so was würde ich nie tun. Ich hätte auch andere Namen für diesen Witz dort oben nehmen können. Ich wählte José Manuel Jurado, weil bei ihm, gemessen an meine persönlichen Hoffnungen, die Enttäuschung über das Ergebnis – die Wirkung der linken Seite im Schalker Spiel – sehr groß war.

  9. hoffedoc sagt:

    In der FR stand zu diesem Thema: „Magaths Spieler können laufen ohne Ende, Rangnicks Spieler wissen wohin“.

    Rangnick lässt die Balleroberung, das schnelle Umschalten üben, jeweils im Hinblick auf die zu erwartende nächste Mannschaft. Spielzüge werden im Hinblick auf Schwachstellen des Gegners geübt. Aber ich glaube, Freiheit ist sowieso das falsche Wort in diesem Zusammenhang.

    „Frei“ wirken immer eher offensiv ausgerichtete Mannschaften, auch wenn sie sich an taktische Konzepte halten, geknebelt wirken defensive Mannschaften. Magath lässt defensiv spielen, aber wenn die langen, hohen Bälle nach vorne gehen, ist oft Zufall, was aus Ihnen wird. Ein guter Stürmer kann an guten Tagen was draus machen. Er ist frei, was draus zu machen, aber „Thrill“ ist das nicht.

    Ich wünschte, Rangnick ließe hier wieder spielen wie in der ersten Bundesligasaison in Hoffenheim. Die Rückrunde war auch gar nicht viel schlechter als die Hinrunde (bis auf den Ausfall von Ibisevic), aber die anderen Mannschaften hatten sich viel besser darauf eingestellt, und waren nicht mehr überrumpelt. Es gehören halt sehr gute Spieler dazu, die Erwartung des Gegeners dann nochmal zu toppen und hinten so gut zu stehen, dass man nicht zu viel einfängt. Das war für mich „Thrill“. Und Jurado ist technisch so gut, dass er in ein Rangnickkonzept besser passt als in ein Magathkonzept.Das sehe ich umgekehrt. Aber es gab ja in der Schalker Rückrunde mit den englischen Wochen kaum Zeit, da irgendwas zu entwickeln.

    Das interessiert uns hier: das Rangnickkonzept, aber mit Spielern wie Raul,Huntelaar,Farfan,Jurado, Fuchs und Höwedes… und noch einigen weiterentwickelten jungen Spielern wie Matip u.a.

    Das könnte sowas von abgehen…!;-);-);-)!

  10. Maddin sagt:

    Hoffedoc, du solltest Dich als Motivator hier öfter einbringen! Wie bereits gesagt: Fremdwahrnehmung…

    Bei Deiner Aufzählung vermisse ich Holtby, Farfan und Draxler!
    Von wegen Offensivpotential und so…

  11. Maddin sagt:

    Farfan. Wer lesen kann ist klar im Vorteil

  12. blues sagt:

    @hoffedoc
    Jurado ist technisch so gut,…

    Stimmt. Nicht kampfstark, aber in der Kombination von Technik, Ballführung, Spielstärke und läuferischen Vermögen der mit Abstand stärkste Schalker „Midfielder“.
    Er trickst und täuscht nicht selbstverliebt oder aus reinem Selbstzweck, sondern öffnet mit seiner Spielkunst permanent freie Lauf- und Passwege und schafft ungedeckte Räume in die Mitspieler laufen und der Ball gespielt werden könnte. Wenn die Mitspieler diese freien Räume und Passwege nutzen, was bisher viel zu wenig passiert, kommen wir auch spielerisch zum gegnerischen Straufraum durch,und dann kommt auch der „Hunter“, von dem L.V.Gaal sagt: „im Strafraum ist er der Beste“ zu seiner größten Wirkung.

    Ich denke die Schalker – Jurado, Gavranovic, Holtby, Raul, Moritz, Draxler, Höger, Farfan,(?), Huntelaar werden das in der Vorbereitung üben.

  13. hoffedoc sagt:

    Danke, Maddin, gerne. Motivation ist gegenseitig. Dies ist ein Superblog!!

    Hatte Holtby und Draxler tatsächlich vergessen. Umso besser…!

  14. Rjonathan sagt:

    @mberghoefer
    Sehr interessanter Gedanke!

    Zur „taktischen Frage“ und Rangnick/Magath – bzw. Jurado:
    Kreativität kann sich bei vielen erst innerhalb gewisser Leitplanken entwickeln. Das gilt insbesondere für junge Spieler. Magath wollte ja immer den kompletten Spielmacher (Misimovic ist schon wieder bei WB im Gespräch!), der nichts mehr lernen muss. Rangnick hat den Anspruch, junge Spieler an ihre Aufgaben heranzuführen. Insofern glaub ich, dass er zwar das tendenziell engere System hat, es sich aber besser auf Spieler wie Baumjohann und Jurado auswirken kann.

    Man sieht das gut an Löw und Klopp. Sie haben sehr strenge Vorgaben, wo sich die Spieler auf dem Feld unter welchen Umständen bewegen dürfen. Aber innerhalb dieser Grenzen können sie „machen was sie wollen“.
    Ich habe mal gehört, dass Löw in der Offensive auch erlaubt, die eigene Position zu verlassen – aber nur wenn der entsprechende Mit-Spieler den Wechsel mitmacht und die Lücke füllt. Geht also ein Spieler von rechts in die Mitte, muss der zentrale Spieler nach rechts ausweichen.

  15. Svenja sagt:

    RR wird sich mittelfristig von allen Magath Spielern trennen. Ob Jurado, Edu, Escudero etc. Er trägt mit HH die Verantwortung daher alles im grünen Bereich.

  16. Carlito sagt:

    „RR wird sich mittelfristig von allen Magath Spielern trennen.“

    Also das er sich von ALLEN trennen wird, glaube ich jetzt nicht so recht, denn dann wäre ja die halbe Mannschaft zu verkaufen, aber warten wir es ab.

Schreibe einen Kommentar