Mein Blick auf die JHV 2011

Die für 11:30 Uhr anberaumte Jahreshauptversammlung des FC Schalke 04 begann mit Verspätung. Die Emscher-Lippe-Halle war so voll, dass selbst die zunächst abgesperrten Stehplatzbereiche geöffnet werden musste. Es folgten mehr als 6 Stunden interessante Versammlung, die nach einem turbulenten Auftakt doch alles in allem recht sachlich verlief. Erst kurz vor 18 Uhr war das Lied gesungen.

Die Berichte

Entsprechend ihrer Verantwortlichkeiten oblag es Peter Peters, Horst Heldt und Clemens Tönnies, die Berichte für die Finanzen, den sportlichen Bereich und den Aufsichtsrat vorzutragen. Naturgemäß wurden aus diesen Berichten dann Reden.

Peter Peters stellte zunächst die Bilanz vor. Ziel sei es, bis 2018 die Verbindlichkeiten für die Arena abbezahlt zu haben. 2025 soll Schalke 04 insgesamt Schuldenfrei sein. Die dargestellte Kurve für diesen Schuldenabbau war sehr einfach gehalten. Ob das von nun an „einfach so“ passieren kann oder ob da wie auch immer ambitionierte sportliche Ziele zu Grunde liegen, die zunächst mal erreicht werden müssen um die entsprechende Einnahmen zu verdienen, blieb offen.

Weiter verkündete Peter Peters, dass Schalke 04 die Glückauf-Kampfbahn als Spielstätte zurückhaben wolle, und stellte Planungen zum Umbau des Vereinsgeländes vor. Das alte Parkstadion-Gelände soll endgültig erschlossen werden. Ein Platz soll mit einer 10.000 Zuschauer fassenden Tribüne zur Drittligatauglichkeit ausgebaut werden. Ein neues Leistungszentrum für den Nachwuchs und ein „Megastore“ sollen her.
Bei allem Spaß an Hoffnung, auch dabei dürften dem einen oder anderen Anwesenden Zweifel gekommen sein. Seit Jahren hat der Verein es nicht geschafft, das Parkstadion „aufzuräumen“ oder der zweiten Mannschaft eine geeignete Schalker Spielstätte zu bescheren. Stets hatte man den Eindruck, dass Geld fehlt, dass man in diesen Bereichen von der Hand in den Mund lebt. Da muten solche Pläne unrealistisch an. Gerne lasse ich mich in Zukunft eines Besseren belehren.

Clemens Tönnies sprach vor allem über Felix Magath und über die Entwicklungen, die zu dessen Entlassung führten. Er stellte die Jahreshauptversammlung 2010 als Knackpunkt dar. Damals scheiterten Vorstand und Aufsichtsrat mit dem Antrag, die „300.000 Euro-Regel“ (§ 7, Punkt 7.5) abzuschaffen. Danach sei Magath „ohne sich zu verabschieden“ in den Urlaub gefahren und verändert wiedergekommen. In dieser Zeit hätte Magath über einen Anwalt mitteilen lassen, dass er in Erwägung zöge, auf Schalke hinzuschmeissen. Tönnies habe das abgelehnt, sich aber dann umgehend um die Verpflichtung Horst Heldts bemüht.
Was Felix Magath für einen Vertrag hatte, dass per Anwalt über ein Hinschmeißen verhandelt wurde, will ich gar nicht wissen. Clemens Tönnies hat eingestanden, in dieser Personalie falsch gelegen zu haben. Gleichzeitig erfuhr er Verständnis, als er sagte, dass er seine Entscheidung zum damaligen Zeitpunkt als richtig erachtete. Tatsächlich ging es doch den allermeisten Anwesenden gleich. Dass es unter den anwesenden Mitgliedern noch eine Spaltung in Pro und Contra Magath gibt, war nicht auszumachen.

Außerdem überraschte Tönnies mit der Personalie Jobst. Alexander Jobst wird ab dem 01. September den Vorstand erweitern und für Marketing und Merchandising zuständig sein. Er ist 38 Jahre alt, Diplom-Sportökonom, und war in dieser Reihenfolge als Global Sponsoring Manager bei der Siemens AG, als Head of International Business Development bei Real Madrid und als Head of Sales bei der FIFA tätig. Im übrigen ist er Fan von Eintracht Frankfurt. Das alles lässt sich in einem zwei Jahre alten Interview nachlesen.

Horst Heldt war so was wie der Sieger des Tages. Natürlich hatte er es vergleichsweise leicht. Er gilt nach wie vor als neu, als unvorbelastet. Vor allem aber war seine Rede hervorragend vorbereitet. Der Beginn mit einem kleinen Witz („Kann man mich sehen?“ .. der kleine Mann hinter dem hohen Pult), eine klare Struktur, Lobendes, Zukunftsweisendes, Kritisches, alles nicht glatt sondern authentisch, mit dem einen oder anderen Holperer vorgetragen. So lernt man das auf entsprechenden Seminaren.
Er verkündete die langfristige Bindung Julian Draxlers. Er kündete an, dem „KnappenKids“-Programm wieder neues Leben einzuhauchen, das Scouting zu verbessern, auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu setzen und mit der zweiten Mannschaft auf Sicht die dritte Liga anzupeilen. So was mag man. Er benannten Schuldenabbau als Ziel und will nicht über Meisterschaften reden. Selbst als er anmerkte, dass ihm das Stadion in der vergangenen Saison oft viel zu leise war, dass er sich mehr Unterstützung wünscht, gab es viel anerkennendes Nicken. Seine Rede war ein voller Erfolg und man sah ihm an, dass ihm sein Job Spaß macht.

Auf der offiziellen Vereinshomepage wird Heldts Rede „Regierungserklärung“ genannt. Das trifft es ganz gut, so hörte es sich an. Leider bleibt von tatsächlichen Regierungserklärungen in der Folge meistens nicht viel übrig. Auf Schalke wechseln die Ausrichtungen ebenso schnell wie Merkels Meinungen. Alles was Horst Heldt sagte klang prima. Aber prima geklungen hat es immer wieder mal. Wünschen wir dem Mann alles Gute.

Die Wahlen

Dr. Jens Buchta und Dr. Armin Langhorst wurden in den Aufsichtsrat gewählt. Dr. Buchta, Anwalt und als langjähriger Aufsichtsrat auch im Wirtschaftsausschuss tätig, reklamierte für sich, zur günstigen Abwicklung der Vertragsangelegenheiten mit Felix Magath beigetragen zu haben. Dr. Langhorst reklamierte für sich vor allem sein Schalker Herz. Dass das reichte lag an den meines Erachtens insgesamt schwachen Kandidaten. Immerhin bekam Herr Nadolny nur 258 Stimmen zuviel.

Verantwortlich für die Kandidaten ist der Wahlausschuss. Dieser wurde komplett neu gewählt. Für sieben Posten standen 20 Kandidaten zur Wahl. Bis zuletzt wurde viel über diese Kandidatenliste debattiert und wurden Verschwörungstheorien gesponnen.
Neun der 20 Kandidaten gehören verschiedenen Fanorganisationen an und man konnte den Eindruck gewinnen, es handle sich dabei um anrüchige Geheimbunde. Diese hätten sich verabredet um alle ihre Kandidaten durchzubringen und den Wahlausschuss zu übernehmen, war in Foren zu lesen.

Am Ende kamen „nur“ vier der besagten neun Kandidaten in den Wahlausschuss, obwohl mich beispielsweise auch die Darstellungen von den nicht gewählten Matthias Feck (Ultras GE) und Dr. Manfred Beck (Supporters Club) vollends überzeugten. Günther Reipen hat seine 3 Minuten ebenfalls sehr gut genutzt und wurde – obwohl keiner Fanorganisation angehörend – ebenfalls in den Wahlausschuss gewählt.

Ich bin mit dem neuen Wahlausschuss zufrieden. Ich erhoffe mir, dass es im nächsten Jahr Aufsichtsratskandidaten gibt, die mit verschiedenen Profilen aufwarten und die konkrete Aussagen geben können, was sie eigentlich erreichen wollen. Mir geht diese latente Angst vor Schalkern, die sich auch außerhalb des Stadions noch zusammensetzen und Gedanken um den Verein machen, völlig ab. Mir wurde übrigens auch noch nie von wie auch immer organisierten Fans vorgehalten, dass ich eben keinem Fanclub angehöre.

Das Sonstige

Marcelo Bordon wurde gemeinsam mit Ötte Tibulski, unter tosendem Beifall und mit viel Emotion in die Schalker Ehrenkabine gewählt. Gut so.

Thomas Sinning kandidierte angeblich für den Wahlausschuss, sprach als letzter, nutze seine 3 Minuten dann aber nur dazu, für den alten Wahlausschuss zu werben und zog seine Kandidatur zurück. Sinnings Aktion wirkte bestellt und führte zu allgemeinen Unmut.

Der Wortbeitrag des Tages kam von einer jungen Frau, die zum Supporters Club gehörte und monierte, dass der FC Schalke 04 zwar häufig von Tradition reden, dafür aber zu wenig tun würde. Vor kurzem seien die Fanorganisationen gebeten worden, für einen Grabstein für den 2008 verstorbenen Erwin Weiss zu sammeln. Schalke 04 verkaufe seine CDs im Fan-Shop und profitiere davon, wenn auf allen Veranstaltungen Weiss’ Lieder als Allgemeingut gesungen würden. In der Bilanz des Clubs gehe es in allen Posten um Millionenbeträge. Sie würde sich wünschen, dass für Dinge wie diesen Grabstein der Verein aufkäme. Sie regte an, aus Verkäufen von Fanartikeln, in denen Tradition vermarktet wird, für solche Dinge ein Budget zu schaffen.
Schon zuvor sagte Rolf Rojek, dass er als neue Aufgabe das Kümmern um Traditionspflege erhalten habe. Inwieweit solche Gedanken nun umgesetzt werden, wird man sehen. Gegen Ende der Versammlung kündigten Aufsichtsrat und Vorstand an, privat für den Grabstein von Erwin Weiss aufkommen zu wollen.

Und dann war da noch der „Eklat“ des Presseausschlusses, gleich zu Beginn des Tages. Laut Satzung sind nur Mitglieder berechtigt, an dieser Jahreshauptversammlung teilzunehmen. Ein Antrag lautete, alle Nichtmitglieder von der Versammlung auszuschließen. Geschäftsführer Peter Peters und Versammlungsleiter Clemens Tönnies war das sichtlich unangenehm und gerne hätten sie ein Abstimmungsergebnis gegen diesen Antrag gesehen. Tatsächlich erhoben sich aber dafür wie dagegen sehr viele Stimmkarten, so dass ausgezählt werden musste. 1542 von 2944 waren für den Ausschluss.
Ich war dagegen. Nichts, was auf dieser JHV passiert ist, könnte geheim gehalten werden. Nichts davon müsste geheim bleiben. Am Ende werden alle über alles informiert sein, so wie es auch sein soll, zumal, da Mitglieder und Fans dieses Vereins stets größtmögliche Transparenz fordern. Alles was dieser Ausschluss gebracht hat ist negative Presse zu eben diesem „Eklat“.

Natürlich ist noch viel mehr passiert, wurde noch viel mehr gesagt. Von Finanzen habe ich zu wenig Ahnung um mir eine ordentliche Meinung bilden zu können. Manches habe ich vielleicht schon wieder vergessen, anderes vielleicht gar nicht erst mitbekommen, weil ich mich zwischendurch auch mal nett unterhalten habe. Alles in allem empfand ich diese JHV als gut. Als für mich kurzweilig und für den FC Schalke 04 Hoffnung schürend. Ma’kucken, wie sich das alles so entwickelt.

Glück auf.



35 Kommentare zu “Mein Blick auf die JHV 2011”

  1. derwahrebaresi sagt:

    sehr schöne zusammenfassung !

    gab es fragen zu der kolportierten personalie jens lehmann ?

  2. Torsten sagt:

    Es gab großen Applaus, als Horst Heldt die Verpflichtung Ralf Fährmanns erwähnte und es gab Zwischenrufe zu Lehmann. Ein Redner (War es gar ol’ Peter Wendt? Ich kann mich nicht genau erinnern) lies spontan die Versammlung per Handzeichen über Lehmann abstimmen, mit klarem Dagegen-Ergebnis. Heldt ging darauf ein, sprach positiv über Lehmann und bestritt die in Zeitungen genannten, angeblichen finanziellen Forderungen Lehmanns. Heldt sagte, dass ihn die Meinung der Fans dazu durchaus interessieren würde, er aber für die Entscheidungen und die Mannschaft Verantwortung trage und sich da nicht reinreden lassen würde. In einem leisen Satz am Ende hieß es, dass es auch sein könne, dass man mit den drei derzeitigen Torhütern in die Saison ginge.

  3. Matthias sagt:

    Ob der Ausschluss der Öffentlichkeit sinnvoll war, darüber kann man natürlich diskutieren. Ich sehe es wie du: Letztendlich bleibt nichts „geheim“. Aber man muss auch anerkennen, dass der FC Schalke 04 ein Verein ist, dessen Mitglieder von einem nativen Recht von Vereinen gebrauch gemacht haben: als Verein unter sich zu bleiben.

    Die JHV ist ein zentrales Organ des FC Schalke. Teile der Presse – hier muss ich leider ausdrücklich die 11Freunde benennen – sahen in ihr jedoch eine Art von Comedy-Veranstaltung, in der es darum geht, möglichst viele zotige Scherze herauszuhauen. Der „Ticker“ von Dominik Drutschmann liest sich bis zum Ausschluss der Öffentlichkeit wie die verzweifelte Bewerbung eines talentbefreiten Witzeonkels um einen Auftritt bei „Night Wash“. Und genau da muss sich die Presse auch selbst hinterfragen: Wollte man wirklich von der JHV berichten, oder wollte man auf Kosten des FC Schalke und seiner Mitglieder lieb gewonnene Vorurteile von mit dem Handy knipsenden Kuttenträgern pflegen?

    Nach einem Jahr, in dem der FC Schalke 04 – vielfach unbegründet – „vonne Presse voll auffe Fresse“ bekommen hat, kann ich verstehen, warum etwas mehr als die Hälfte der anwesenden Mitglieder sich für einen Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesprochen hat. Wie gesagt: Ich hätte auch gegen den Ausschluss gestimmt, aber ich respektiere die Meinung derer, die auf diese Weise „der Presse“ die Quittung servieren wollten.

    Vielen Dank, Torsten, für deine Berichterstattung.

  4. berka sagt:

    Dein Bericht beruhigt mich, danke! In der WAZ wurde noch Tönnies‘ Androhung eines Eklats als Reaktion auf die Anfeindungen seitens Peter Wendt erwähnt.
    Und der Presseausschluss wirkt nach außen etwas unglücklich – vorsichtig gesagt.

  5. Ney sagt:

    „Alexander Jobst wird ab dem 01. September den Vorstand erweitern und für Marketing und Merchandising zuständig sein. (…) [Er war] als Head of Sales bei der FIFA tätig.“

    Dass wir Verbindungen zu Gazprom haben, kann ich zähnekrnirschend noch hinnehmen, aber jemand von der Fifa?! Was kommt als nächstes, Sicherheitsmanager von der Cosa Nostra?

    (SCNR)

  6. Kowski04 sagt:

    Wurst Heini bleibt im Amt, gute Leistung wird auf Schalke belohnt. Jobst klingt sehr nach Profi und gut, nur passt das nicht zu all den kleinen Gruppen. Ohne die 60 mio der CL waeren wir doch nicht mehr. Dazu hätte ich in dem Film gerne was gesehen. Man lebt halt gerne im Selbstbild und nachtreten ist billig.

  7. blogundweiss.de sagt:

    @berka:

    Das Wort „Eklat“ meine ich auch aus Tönnies Mund entnommen zu haben. Im Endeffekt hat er sich aber nur ein wenig aufgeplustert, um Wendt die Show zu stehlen.

    @Matthias:

    In Zeiten des mobilen Internets ist so ein Ausschluss doch quatsch. Wir haben ja schon davon berichtet. Zum einen kam mir nach dem Ausschluss der ein oder andere – offensichtliche – Journalist der meinem fragendem Blick nach dem Motto „Watt machs du denn noch hier?“ mit einem süffisanten Lächeln und einem Mitgliedsausweis um den Hals entgegnete.

    Außerdem war die Presse nie weg, sondern nur in einem Nebenraum. Die Tür war immer auf, wenn ich daran vorbei gegangen bin. Die Journalisten mussten sich also nur etwas mehr anstrengen, um den Verlauf der Versammlung mitzubekommen.

  8. Frank aus Rheinhessen sagt:

    Vielen Dank für die Zusammenfassung Torsten. Ich hoffe auch, dass es nicht nur beim Gesagten bleibt, sondern das Denken, Reden und Handeln in Einklang gebracht werden. UND das keiner, je nach Gusto ausschert.

    Den Ausschluss der Presse hab ich als Denkzettel gesehen, da man sich als Schalker oft gedisst sieht und desöfteren auch gerne mal negativ berichtet wird. Leider geht sowas nach hinten los und verärgert die
    Schreiberlinge, es allen und alles richig machen ist eben unmöglich. Ein Sommerloch ohne Schalke wäre nen echtes Sommerloch. Die anderen Vereine sind dagegen einfach zu langweilig ;-).

  9. hoffedoc sagt:

    wieder offtopic, aber eine Anmerkung, die Euch vielleicht freut: Augsburg möchte Albert Streit kaufen

  10. Montana sagt:

    Die Sache mit Magath verwirrt mich zusehends. Einerseits hätte man sich angeblich den Rausschmiss finanziell gar nicht leisten können, andererseits aber hat er selbst „angeboten“ (bzw. gedroht – nur womit?) zu gehen? Wie passt das denn zusammen?

    Hab ich das in der Aufregung um Mailand und Neuer nur nicht mitbekommen, oder war es nach dem Abgang Magaths angesichts der offensichtlichen Vorgeschichte – bis auf einige vage Andeutungen Tönnies‘ – erstaunlich ruhig in dieser Sache?

    Vielleicht auch besser so. Je mehr ich erfahre, desto sicherer bin ich mir, dass ich eigentlich gar nicht mehr wissen will…

    Danke Torsten für die Eindrücke!

  11. Svenja sagt:

    Gut zusammengefasst. Die Massnahme noch mal richtig mit der Vergangenheit aufzuräumen kam sicherlich gut an und schweißt wieder zusammen. Wenn es noch so etwas wie „kaufmännische“ Verhaltensweisen im Geschäftsleben gibt, so sind Sie in diesem Verein ausradiert. Vielleicht erzählt Hr. Magath demnächst etwas über die Trinkgewohnheiten vom Wurtsfabrikanten ? Falsch, das wird er bestimmt nicht tun, denn die Verschwiegenheit ist in seinem Abfindungsvertrag geregelt.
    Wenn ich RR wäre hätte ich heute schon Schweiß auf der Stirn wenn es um seine öffentliche Demonatge und Rufschädigung geht…

    Ja ja diese unverbesserlichen FM Gläubiger..

    Integrität und Seriösität sind das Stichwort ! Glückauf

  12. derwahrebaresi sagt:

    @FM Gläubiger

    der mann hat schulden, bei seinem einkommen … ?

  13. matz sagt:

    @ Matthias: 11Freunde live-Ticker sind doch immer krampfhaft auf Comedy getrimmt. Das ist nicht Schalke-typisch, sondern eher ein 11-Freunde-Problem.

    Der Ausschluss der Presse war ein Witz und wird meiner Erinnerung nach doch jedes Jahr gefordert, egal wie die Berichterstattung zuvor war. Stattdessen wurde gestern um die Wette nach draußen getwittert und dann haben Medien sogar noch die Twitter-Meldungen als Grundlage für ihre Berichterstattung genommen. Was genau wollte man eigentlich damit bewirken? Dass sich alle Journalisten nun einen Mitgliedsausweis besorgen?

    In einer Saison, in der man als Vizemeister 14. wird, über Nacht den Heilsbringer abserviert, im AR immer einer was zu erzählen hat ( und sei es der Vorsitzende selbst) und der Torwart sich wochenlang durchschwindelt, kann man nicht viel positive Berichterstattung erwarten.

    Hoffnung hingegen macht mir, wie Horst Heldt bisher alle Transfergeschäfte heimlich, still und leise abgewickelt hat. So geht es offenbar auch.

  14. McP sagt:

    @derwahrebaresi

    Das nennt man in diesem Zusammenhang nicht „Schulden“, sondern „Kredit“. Der Mann hat Kredit. Auch bei mir. Jedenfalls solange man mir keine harten Fakten nennt, warum er entlassen wurde. Das hätte man mit ein paar simplen Soll-Ist-Zahlen machen können. Nüchtern und sachlich. Stattdessen wählte man einmal mehr die populistische Schiene und bastelte weiter am emotionalen Feindbild Magath. So was ist natürlich immer hilfreich, um die Reihen zu schließen und noch mehr, um abzulenken. Die Mehrheit der Mitglieder tat es Tönnies gleich und zog ihre Populismus-Nummer mit dem Ausschluss der Medien ab. Feindbild Medien, immer hilfreich, um die Reihen zu schließen und abzulenken. Einfach kindisch, in Zeiten, wo sich der Marktwert eines Vereins v.a. dadurch bestimmt, wie oft er in den Medien stattfindet.

    Zum Rest, ich war nicht dabei, man wird sehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Vereinsträger bei sich eine Bringschuld zu den Mitgliedern sehen. Daher bin ich recht optimistisch, dass sich das nächste Jahr im Verhältnis Schalke – Mitglieder/Fans besser anfühlt. Horst Heldt Rede in Ehren. Aber auch er muss erst mal nachweisen, dass er das Preis-/Leistungsverhältnis der Spieler verbessern kann. In Stuttgart konnte er es mMn nicht.

  15. MAGsein sagt:

    „Die Mission heißt: „Das Spiel entwickeln, die Welt berühren, eine bessere Zukunft gestalten“. Sehen Sie: In Europa ist der Fußball sehr professionell aufgestellt, in Ländern anderer Kontinente wie Afrika fehlt es aber an fast allem. Dort ist es eine enorme verantwortliche Herausforderung, infrastrukturell, finanziell als auch im Sinne der sozialen Bildung zu unterstützen. Nur so kann der Fußball einen nachhaltigen Beitrag zur positiven Entwicklung in solchen Ländern leisten.“ Wie es sich gehört, hatte Herr Jobst für dieses Interview brav das vorgeschriebene „FIFA-Wording“ nachgeplappert. Typisches „professionelles“ Auftreten von Menschen mit Head-of-Biografie, aber ohne eigenen Kopf. Mittlerweile ist in Südafrika ja überprüfbar, wie „nachhaltig“ die FIFA gewirkt hat. Ein Überbleibsel: riesige Stadion, die zu betreiben und zu nutzen sich weder Fußball- noch Rugbyvereine leisten können (ARD-Bericht vor wenigen Wochen, glaube sogar, es war in der Sportschau).

    Es freut mich jedoch zu lesen, dass HH überzeugte. Meiner Meinung nach hat er das Zeug zu einem guten Manager. Hoffen wir, dass er das bei S04 unter Beweis stellt.

    Danke für die Zusammenfassung der JHV. Liest sich ziemlich „normal“, wenn da nicht der kindische Presseausschluss gewesen wäre…

  16. hoffedoc sagt:

    @Svenja

    Ich denke, dass ein FC kein feines, hanseatisches Unternehmen ist. Deine Stichworte Seriosität und Integrität unterschreibe ich grundsätzlich, aber
    1. beziehen Trainer und Manager von Fußballklubs in meinen Augen in erster Linie „Schmerzensgeld“ (ich arbeite mit Sicherheit genausoviele Stunden wie die und eher härter und verdiene ca. 4% von deren Gehältern. Wer das Schmerzensgeld jahrelang nimmt, muss auch mal Prügel abkönnen. Wenn einer das nicht kann/will, kann er es machen wie Schäfer in Köln.)
    2. hat sich FM auf Schalke verhalten wie die Axt im Walde. RR wird im schlimmsten Fall einmal sang- und klanglos gehen, im besten Fall erfüllt er Euch Euren Herzenswunsch, und es gibt viel dazwischen, aber er wird mit Sicherheit nicht „verabschiedet“ wie FM, da er dazu viel zu sozial kompetent agiert.
    3. ein FC lebt von seiner Fanbase. Wenn „wer auch immer“ im Verein die ernsthaft gefährdet, muss damit rechnen, dass der Verein sich buchstäblich mit allen Mitteln wehrt. Das ist Teil des Deals. FM ist kein Opfer.

    @McP

    die „Zahlen und Fakten“ sind die, dass ein teurer, erfolgreicher Kader zerstört wurde (um zu sparen), um einen noch teureren, überalteten Kader zu schaffen, der keine Zukunft hatte
    Fakt ist, dass es bis hier ins Ländle drang, dass auf Schalke verdiente Leute abserviert wurden, die zur Identität des Vereins gehörten
    Fakt ist, dass Führungskräfte auch Führungsqualität brauchen
    Fakt ist, dass eine ganze Reihe von Bundesligaspielen in der letzten Saison, nicht zuletzt Heimspiele, einen so schlechten Fußball zeigten, dass auch für mich f r e m dschämen angesagt war
    SORRY,sorry, sorry aber das musste mal raus!!

    zu HH und den geplanten Investitionen:

    Das ist eine kribblige Sache, aber sie sehen aus wie Investitionen in die Zukunft, d.h. ein Nachwuchszentrum erspart mittel- und langfristig Transfergelder, und ein Drittligastadion in Kombination damit bringt zusätzlich auch noch Eintrittsgelder und stellt den gesamten Verein auf eine breitere Basis

    Oh, Gott, ich weiß jetzt, warum Eure Zeitung „Kreisel“ heißt. Man versinkt geradezu im Strudel Eurer Themen…und die anderen Vereine sind im Urlaub

  17. blues sagt:

    @hoffedoc

    „“….Augsburg möchte Albert Streit kaufen“

    Die Augsburger sagen selber sie hätten kein Geld.Und dann 2 Millionen Jahresgehalt übernehmen! Also? Für mich eine billige ähh kostengünstige Marketingaktion der Augsburger um mit ihrer Saisoneröffnung groß raus zukommen. Hat auch gut geklappt, weil ja alle Medien an diesem Tag auf Schalke schauten.

  18. blues sagt:

    @torsten
    Danke für deine gute Berichterstattung. Dass die Medien sich „ausgesperrt“ fühlen (fast wie Kinder) beruht aber auf deren fehlendem Demokratieverständnis oder der Mißachtung des dt. Vereinsrechts. Es ist eben auch im Zeitalter von socialmedia nicht alles öffentlich. Ich finde das gut.

    Bis zum Beschluß Nichtmitglieder nicht zuzulassen tickerte Reviersport ganz annehmbar:

    http://www.reviersport.de/live.....00001.html

  19. Sebastian sagt:

    Ich lese den 11 Freunde Ticker eigentlich sehr gerne. Manchmal vielleicht etwas albern, aber auch immer unterhaltsam.
    Ich seh mir mal den JHV Ticker an.

  20. Matthias sagt:

    Ich seh mir mal den JHV Ticker an.

    Der jetzt auf 11freunde.de veröffentlichte Text ist nicht mehr die Version, die gestern abend noch online war. Irgendwann heute morgen wurde er kommentarlos geändert und in vielen Punkten „geglättet“. So hieß es gestern noch zum Ausschluss der Öffentlichkeit kurz und knapp „Skandal!“ Heute liest sich das so: „“‘Skandalös’, echauffiere ich mich um des Echauffierens Willen.“

  21. Sebastian sagt:

    Aha, so ist das also…
    Wollte gerade schreiben, dass das doch nicht so wild sei. Klar liest man lieber nur nettes über Schalke, aber ich kann mit dem Ticker auskommen.

  22. Matthias sagt:

    aber ich kann mit dem Ticker auskommen

    Kann ich auch, konnte ich auch bereits vor der Glättung, jedoch hinterfrage ich weiter, ob es „der Presse“ überhaupt um eine objektive Berichterstattung ging, oder ob nur etwas längst Vorinszeniertes abgefeiert werden sollte. Da ich selbst gestern nicht in der ELH war, habe ich natürlich die diversen Ticker begleitet und mir fiel auf, dass sehr viele Online-Publikationen bereits lange vor der Eröffnung der Versammlung schrieben und z.T. sogar titelten „Schalke rechnet mit Magath ab“. Sich jetzt hinzustellen und zu sagen „Die bösen Schalker haben eine objektive Berichterstattung verhindert“ ist angesichts dessen schlichtweg gelogen.

    Ich habe selbst mehr als 10 Jahre lang als Lokaljournalist gearbeitet. Und dabei kam es manchmal auch vor, dass man als Presse von der Veranstaltung ausgeschlossen wurde. Manchmal geschah dies, weil irgendeine Zeitung irgendwann einmal etwas böses über den Verein geschrieben hatte („Sippenhaft“). Manchmal geschah es, weil der Verein schmutzige interne Wäsche zu waschen hatte (z.B. wenn der Kassierer des Schützenvereins Gelder veruntreut hatte). Manchmal geschah es aber auch einfach nur so. Klar – das ist ärgerlich, das kotzt einen sogar richtig an. Wenn ich dann jedoch am nächsten Tag in die Lokalredaktion gefahren bin und den Verein in meinem Bericht mal so richtig abstrafen wollte, kam immer ein anderer Redakteur vorbei, der mich darauf aufmerksam machte, dass es nun einmal das Recht eines Vereins ist, seine Versammlungen in interner Runde abzuhalten. Auch das musste ich in meiner jugendlichen Erregung akzeptieren.

    Der KStA schreibt, dass Journalisten wie auf NPD-Veranstaltungen von Wachmännern „vom Gelände“ geführt worden seien. Blogundweiss schreibt hingegen in diesem Kommentar und in seinem Blog jedoch etwas ganz anderes, nämlich dass die Journalisten in einem Nebenraum mit offener Tür saßen und dort ihrer Arbeit nachgehen konnten. Der KStA nimmt seine offensichtlich bewusst falsch formulierte Schilderung von den „durch Wachmänner vom Gelände geführten Journalisten“ als Rechtfertigung dafür, Schalke und seine Mitglieder mit der rechtsextremen NPD zu vergleichen. Ich bin hoffentlich nicht der einzige, dem so etwas aufstößt.

    Aber nochmal: Ich selbst hätte ebenfalls gegen den Ausschluss der Öffentlichkeit gestimmt. Das hindert mich jedoch nicht daran, mich auch mit den Motiven derjenigen auseinanderzusetzen, die sich (knapp) mehrheitlich für den Ausschluss ausgesprochen haben.

  23. blogundweiss.de sagt:

    @Matthias:
    Ich vermute, dass es Journalisten waren, die da in dem Raum saßen.
    Und wenn es welche waren, dann bin ich mir nicht sicher, ob sie Mitglieder des S04 waren und somit ein Recht darauf hatten, in der Halle zu bleiben.

  24. Carlito sagt:

    @Torsten: Danke für die gute und anscheinend sachliche Zusammenfassung. Konnte gestern leider nicht dabei sein, von daher gut ein paar Insiderinformationen zu erhalten, die nicht á la derwesten.de zu lesen sind.

    @hoffedoc: „Oh, Gott, ich weiß jetzt, warum Eure Zeitung “Kreisel” heißt. Man versinkt geradezu im Strudel Eurer Themen…und die anderen Vereine sind im Urlaub“

    *lol* Den Eindruck könnte man gewinnen, stimmt! btw kommen Deine Kommentare so positiv sachlich und fachlich daher, dass man meinen könnte, Du wärst als Fan auf Schalke besser aufgehoben! ;-)

    @Matthias: „Der KStA nimmt seine offensichtlich bewusst falsch formulierte Schilderung von den “durch Wachmänner vom Gelände geführten Journalisten” als Rechtfertigung dafür, Schalke und seine Mitglieder mit der rechtsextremen NPD zu vergleichen. Ich bin hoffentlich nicht der einzige, dem so etwas aufstößt.“

    Nein, bist Du nicht. Für mich ist das quasi noch eine nachträgliche Rechtfertigung dafür, die Presse an die Luft zu setzen, auch wenn sie anscheinend gar nicht an die Luft gesetzt worden sind und es sich auch hier natürlich dann um eine Art sippenhaft und alle über einen Kamm scheren handelt. Aber wundern muss sich „die Presse“ sicherlich nicht mehr, wenn sie solche Leute in ihren Reihen hat.

  25. Henning sagt:

    Ich fand die Reden von Peters, Heldt und (mit Abstrichen) Tönnies gut und überzeugend. Gewundert haben mich 2 Punkte, die in der Aussprache auch angesprochen wurde, von dem Gefragten (jeweils Peters) aber nicht (wirklich) beantwortet wurden:

    1. Es wurde gefragt, ob seit Saisonbeginn bekannt war, dass der Spieleretat steigen würde. Und warum dann in der Öffentlichkeit FM so lange bahaupten durfte, die Kosten seien gesenkt worden.

    Hierauf antwortete Peters nur, dass sei seit Saisonbeginn „Strategie“ gewesen (also die höheren Personalkosten). Ich schließe daraus, dass man eine bewusste Desinformation durch FM wieder besseren Wissens geplant oder zumindest geduldet!

    2. Es wurde gefragt, wie es zusammenpasst, dass der Verein jetzt „ganz gut“ dastehe, laut CT aber Anfang des Jahres vor den Erfolgen in CL und DFB Pokal kein Geld dagewesen wäre, um FM rauszuwerfen. Und 2009 noch vorübergehend (vor dem Deal mit der Stadt) die Illiquidität drohte. Wie passt das alles zusammen?
    Hierauf keine Antwort, nur die Einladung an den Fragesteller, der noch 2 weitere Fragen zur Bilanz gestellt hat, doch mal vorbeizukommen, und sich die volle Bilanz in Ruhe anzuschauen.

    Was habt ihr an diesen Stellen gedacht? Habe ich was verpasst oder nicht verstanden bei den Antowrten? Mir machen beide Punkte jedenfalls Sorge für die Zukunft!

  26. Sebastian sagt:

    Ich hätte gegen den Ausschluss der Presse gestimmt, obwohl ich in anderen Vereinen bei Versammlungen auch auf eine Mitgliedschaft bestehen würde. Ist m.E. bei nem Verein wie Schalke aber etwas anderes – öffentliches Interesse, dringt eh alles nach aussen usw.
    Der Presse „Nazi-Vergleich“ und alles andere erscheint so ein bisschen selbsterfüllende Prophezeiung mäßig. Wobei der Teil der Presse der sich schon vorher was zurecht geschrieben hatte auch nicht darauf berufen kann.

  27. hoffedoc sagt:

    @Henning
    Habe wieder etwas Bauchweh als auswärtiger Gast in diesem Blog etwas dazu zu sagen, aber habe schon beim letzten Thema hier geschrieben, dass ich mir den Geschäftsbericht 2010 mit allen Details mal durchgelesen habe.

    Ich war natürlich nicht auf Eurer JHV, aber könnte es sein, dass Du an einer Stelle Saisonbeginn mit Jahresbeginn verwechselt hast?

    Habe recherchiert:
    2009 waren offensichtlich die Finanzen des Vereins bedenklich in Schieflage. Das Jahr wurde auch mit Verlust abgeschlossen. Magath wurde geholt. Magath hat mit mehr oder weniger dem vorgefundenen, teuren Kader (es gab Zu- und Abgänge, aber die waren zunächst relativ kostenneutral)die Vizemeisterschaft geholt, und dann wird´s interessant:

    Magath hat verkündet, er habe jetzt erst begriffen, wie schlecht es um die Finanzen des Vereins wirklich stehe, er senke jetzt die Kosten des horrende teuren Kaders und hat für ca. 18 Mio Westermann, Rafinha und Rakitic verkauft, und Kuranyi ablösefrei gehen lassen, weil sein Gehalt untragbar sei. Es wurden preiswerte Neuzugänge geholt: ablösefrei u.a. auch Metzelder und Raul, die aber gehaltsmäßig sicher auch keine „Schnäppchen“ sind. Magath betonte aber, deren Gehalt sei niedriger als das von Kuranyi. O.k. so weit so gut. Aber dann wurde sofort klar bei Bundesligastart, dass der Kader eine Katastrophe war, vorne und hinten der Besten beraubt, und man wollte ja in die CL!! Also wurden zwei – Entschuldigung, aber das ist jetzt eine Wertung von mir – Panikeinkäufe getätigt, und zwar deshalb Panikeinkäufe, weil sie alle Sparbemühungen konterkarierten Es wurden ganz kurz vor Transferschluss in letzter Sekunde für 27(!) Mio Jurado und Huntelaar eingekauft, die auch sicher keine Schnäppchen auf der Gehaltsliste sind. Damit war der Vorsatz, zu sparen, ins Gegenteil umgeschlagen, und Schalke hatte sich dem „Meistermacher“ Magath erstmal ausgeliefert. Nur mit ihm schien es einen möglichen, finanziell rettenden Erfolg in der CL zugeben, d.h. zu Saisonbeginn konnte sich der Verein einen Rausschmiss von Magath tatsächlich nicht leisten. (übrigens auch stimmungsmäßig nicht: er war ja bei Euch der Vizemeistermacher!!)

    Zu Jahreswechsel begann es dann aber anders auszusehen. Die CL-Millionen waren absehbar, die vom DFB-Pokal auch, und das gab dem Vorstand zum erstenmal wieder relative Handlungsfreiheit. Als es dann mit Magath weiter krachte im Verein, konnte man ihn vor die Tür setzen.

    Die zukünftigen Planungen sehen aber seriös aus. Mit Rangnick ist ein Trainer gekommen, der – Ihr werdet es nicht glauben – von Hoffenheim Sparen gewöhnt ist. (Ich weiß, Ihr glaubt es nicht, aber ich könnte es belegen, das wär nochmal ein anderes Thema.)Nachwuchsarbeit soll in den Vordergrund gestellt werden. Attraktiverer Fußball soll gespielt werden.
    Der Verein schreibt seit 2010 schwarze Zahlen, und die Haupterlöse kommen noch rein. Wichtig ist nur, dass im Verein alle wachsam sind, dass die geplanten Projekte (Kauf Glückaufkampfbahn, Aufbau Parkstadion,Nachwuchszentrum Riesenfanshop) so dosiert in Angriff genommen werden, dass sie in Einklang mit den Einnahmen stehen und dass sie darauf abgeklopft werden, ob es Investitionen in die Zukunft sind. Wichtig wär aber mal Kontinuität, und da seid Ihr ja leider selber immer sehr skeptisch.

    Dass mit dem Medienausschluss in der JHV solltet Ihr Euch aber auch nochmal genauer ansehn, wenn ich das sagen darf, nicht, ob es falsch oder richtig war, sondern warum wohl die Mehrheit der Fans Angst vor der Öffentlichkeit hat. (macht wieder einmal negative Schlagzeilen, obwohl der Weg von Schalke jetzt sehr positiv aussieht.)

    Schalke, ach je, ich werd tatsächlich noch Fan…;-)

  28. McP sagt:

    @hoffedoc („Mit Rangnick ist ein Trainer gekommen, der – Ihr werdet es nicht glauben – von Hoffenheim Sparen gewöhnt ist. (Ich weiß, Ihr glaubt es nicht, aber ich könnte es belegen, das wär nochmal ein anderes Thema.)“)

    Das wäre tatsächlich ein mich interessierendes Thema. In meiner selektiven Wahrnehmung hat sich nämlich genau das Gegenteil eingebrannt. Mal über den Daumen geschätzt, wäre meine Vermutung, dass letztmals im vorigen Jahrtausend ein Verein unter Rangnick ein positives Geschäftsergebnis hatte. Nach Hoffenheim ist er doch auch nicht gegangen, weil dort bei bescheidenen Mitteln ein ihn interessierendes Projekt gestartet wurde. Und in meiner Wahrnehmung war er zunehmend frustierter – bis hin zum Abgang – als der Geldhahn kleiner gestellt wurde.

    Aber vielleicht kannst Du hier wirklich einiges gerade rücken.

  29. hoffedoc sagt:

    @McP
    Vorneweg: ein direkter Vergleich mit einem Verein wie S04 ist schwierig, weil Ihr immer in der ersten Liga wart, und wir unter Rangnick dreimal aufgestiegen sind und in einem Jahr durch die zweite Liga gerauscht sind, d.h. man kann nicht einfach Tranfererlöse vergleichen, sondern muss etwas ganz Wichtiges einbeziehen, nämlich Wertentwicklung des Kaders unter Rangnick.
    2.vorneweg: der Verkauf von Luiz Gustavo war für den Sommer auch von Rangnick angepeilt, aber Rangnick wollte immer erst verkaufen, wenn er einen zumindest fast gleichwertigen Ersatz herangebildet hatte.
    Wenn wir mal den Zeitraum nehmen, in dem wir erste Liga waren, d.h. seit 2008, dann gab es – trotz Verstärkung nach Aufstieg – insgesamt ein Minus von 6 Mio, und wenn man den Ba/Babel-Transfer rausnimmt, der nur durch Rangnicks Abgang zustande kam, dann sogar eine ausgeglichene Bilanz. (im letzten Jahr – und jetzt sind wir ja erst mit Euch vergleichbar – gab es einen Transferüberschuss von 22 Mio, der ohne Rangnicks Weggang noch einmal ca. 5 Mio höher ausgefallen wäre, s.o.)

    Aber jetzt noch etwas viel Wichtigeres für S04, und das ist Rangnicks Stärke: der Wertzuwachs der einzelnen Spieler unter seiner Arbeit. Nur einmal ein paar eindrucksvolle Beispiele
    – Salihovic wurde für 250.000 gekauft. Heute geschätzter Wert 7 Mio
    – Ibisevic Kaufpreis 1 Mio, heute geschätzter Wert 8 Mio
    – Carlos Eduardo Kaufpreis 7 Mio, verkauft für 20 Mio
    – Luiz Gustavo Kaufpreis 1 Mio, verkauft für 17 Mio
    – Compper Kaufpreis 200.000, heute geschätzter Wert 3 Mio
    – Andreas Beck Kaufpreis 3,2 Mio, heute geschätzter Wert 6 Mio
    usw.
    deshalb wäre auch ein Nachwuchszentrum und eine verbesserte Scoutingabteilung für Euch so interessant.

    Zwei in finanzieller Hinsicht schlechte Einkäufe, an die ich mich erinnern kann, waren nur Zucculini, der sich noch nicht „amortisiert“ hat und Simunic.

    Hoffenheim ist ein vollkommen anderer Verein als z.B. Leverkusen und Wolfsburg. Es wurden kaum teure Spieler eingekauft. Es wurden in erster Linie Spieler aus- und weitergebildet. (natürlich relativ zu der Tatsache, dass drei Aufstiege in 5 Jahren realisiert wurden. Das ist natürlich im Vergleich zu den finanziellen Möglichkeiten von Ragionalliga- und Drittligavereinen trotzdem viel Geld. Aber hier interessiert ja nur, denke ich, Rangnicks Arbeit.)

    Noch ausführlicher kann ich das jetzt nicht auf die Schnelle, habe heute Dienst. (Habe im Königsblog zu Rangnick/Hopp-Konflikt schon früher mal was geschrieben.Weiß nicht mehr bei welchem topic.)

  30. McP sagt:

    Hmm. Eduardo und Gustavo sind sicher tolle Wertsteigerungen. Der Rest ist eher normal mMn, zumal auch fraglich wäre, ob die geschätzten Werte realisierbar wären – Stichworte Sali und Ibisevic, die beide zuletzt deutlich abfallende Leistungen hatte. Was aus meiner Sicht auch Rangnick/Hoffes Scouting insgesamt betraf. Die (Voll-)Treffer nahmen ab.

    Wenn man nur jung und „günstig“ kauft, kann man auf der Transferseite eh nicht viel falsch machen. Wie auch immer. Ich denke, die Schalker Herausforderungen sind etwas anders gelagert. Bei einem TOP5 Verein wird man nicht nur in junge Leute investieren können und dann mal gucken, ob die in 2-3 Jahren internationales Niveau haben. Das ist wichtig, aber eben auch, mit ausgebildeten Leuten zu arbeiten. Das finanzielle Plus eines TOP5 Vereines kommt mMn eher aus anderen Bereichen, genauer gesagt aus dem sportlichen Erfolg, samt Nebenwirkungen. Im Transferbereich +/- Null zu laufen, wäre ausreichend.

    Aus meiner Sicht muss Rangnick noch nachweisen, dass er auch mit gestandenen Spielern kann. Da habe ich die größten Bedenken. Das er taktisch viel auf dem Kasten hat und junge Spieler verbessern kann, gebe ich ihn auf die Haben-Seite. Aber das Schöne ist, wir werden sehen.

  31. Ney sagt:

    Gar so schlecht hat er in seiner ersten Schalker Zeit ja nicht gearbeitet; bester Punkteschnitt aller Schalker Bundesligatrainer, wenn ich richtig orientiert bin.

  32. Königsblog kackt auf Königstransfers für Königsblau | Königsblog sagt:

    […] Noch mehr aber hoffe ich, dass Horst Heldt ein knickeriger Sturkopf bleibt. Heldts Rede auf der Jahreshauptversammlung hat das Plenum begeistert, weil sie eine Aussicht auf eine real erreichbare Zukunft bot. Wenn der […]

  33. Nur Trainer reicht nicht sagt:

    […] neue Jugendspielerinternat geht, weiß ich nicht. Aber das sind die Themen, die auf der letzten Jahreshauptversammlung angesprochen wurden, die Hoffnung machten und machen sollten. Darum geht es viel mehr, wenn es um […]

  34. Raúl? „Ja, aber“ sagt:

    […] „Raúl geht = Horst Heldt schlecht“ ist zu oberflächlich. Schalkes Manager hat auf der Jahreshauptversammlung angekündigt, Schalkes Finanzen im Blick behalten zu wollen. Das kann auch zu unpopulären […]

  35. Schalkes Nachwuchs darf sich mit Barca messen sagt:

    […] das Sagen hat wurde daraus aber mehr. Gleich bei seinem ersten Auftritt als Sportchef bei einer Jahreshauptversammlung kündigte er an, sich um die Scouting- und Jugendabteilung kümmern zu wollen. In beiden […]

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