Wörtlich: Christoph Moritz

Ich finde den ständigen Vergleich mit Männerfußball unpassend. Das macht man in der Leichtathletik oder in anderen Sportarten doch auch nicht.

Zur Betrachtung der Frauenfußball WM 2011.




16 Kommentare zu “Wörtlich: Christoph Moritz”

  1. papajoe sagt:

    Cleveres Kerlchen !

  2. Torsten sagt:

    Ja. Ich möchte an dieser Stelle mberghoefer zitieren – ich hoffe er nimmts mir nicht übel – der an anderer Stelle treffend formulierte:

    Wenn ich ein Produkt im Markt etablieren will, dann muss ich das doch tun, indem ich die Stärken, Werte usw des eigenen Produktes in den Vordergrund stelle – nicht den Vergleich mit einem unerreichbar größeren, erfolgreichen, bereits etablierten Produkt. Der DFB tut es aber mit seiner Marketingstrategie, in der immer wieder Protagonisten des Männerfußballs auftauchen, entweder als „Fan“ oder als „lächerlich zu machender Gegenpol“ (zB die „3.Platz ist nur was für Männer“-Reklame). Beides aber ist jedem, der sich für Fußball interessiert sofort als Lüge erkennbar. Und welcher Kunde lässt sich schon gerne belügen?

    Dass die Presse dieses Spiel „Frauenfussball vs. Männerfussball“ mitmacht, anheizt, ausbeutet, das hätte man vorher wissen können – aber eben das verstärkt diesen Effekt noch, dass man sich als Mensch und Fußballfan einfach veralbert und belogen fühlt und dann mit dem eigentlichen Produkt nichts zu tun haben will – obwohl man ihm eigentlich leicht positiv gegenüber gestanden hätte.

  3. derwahrebaresi sagt:

    quatsch.

    würde man nicht VERGLEICHEN, gäb es heute bspw. nicht
    ein einheitliches preisgeld in wimbledon.

  4. Frank aus Rheinhessen sagt:

    Tennis und Fußball kann man nicht vergleichen.

  5. hoffedoc sagt:

    Ich finde, man kann Männer- und Frauenfußball vergleichen…oder man kann es lassen.
    Ich finde, das Gleiche gilt für Tennis.

    Als Chris Everton und Martina Navratilova für gleiche Preisgelder stritten, war das Frauentennis einförmiger als das Männertennis, die Konkurrenz war sehr klein. Man wusste immer vorher, wer gewinnt. Das Ganze war langweilig. Inzwischen hat sich das Frauentennis in jeder Beziehung enorm weiterentwickelt, und die Vergleiche haben aufgehört. Nicht wenige finden es jetzt weitaus attraktiver als das Männertennis, insbesondere auf harten Plätzen.

    Mit Einschränkung ist die Fußballsituation so wie damals die Tennissituation. Die Frauen spielen langsamer, es gibt enorm viele Fehlpässe, technisch nicht besonders gute Ballannahmen und viele hohe Bälle. Außerdem Favoritensiege. Es ist ziemlich langweilig. Aber ich glaube, das wird in ca. zwanzig Jahren – nächste Generation – anders sein. Was soll´s?

    Peinlich wird es nur, wenn es ein Tabuthema ist, das anzusprechen.

    Offtopic: Ich freue mich auf die nächste Bundesligasaison, gerade auch auf Schalke.

  6. Manfred sagt:

    Zum Thema:
    http://szmstat.sueddeutsche.de.....igen/35914

    Im Tennis ging es auch um Emanzipation, also genau um das, was bezüglich der WM grad wieder fröhlich zerstört wird. Wundert mich aber nicht, denn die deutsche Presselandschaft hat ja durch die Bank einen an der Waffel und das werde ich auch solange weiter behaupten, wie jeder Furz der BLÖD unreflektiert und -recherchiert von Nachrichtenagenturen übernommen wird.

  7. Hendrik sagt:

    Übrigens übersteigt die Frauen WM meine Erwartungen doch sehr. Es gab bisher noch keinen einzigen „blowout“, was früher mein Größtes Ressentiment gegen den Frauenfußball war- wenn es bei einer wm regelmässig zweistellige Ergebnisse gibt, ist es einfach langweilig anzuschauen. So sehr ich mich über den tormangel bei der wm 2010 geärgert habe, so sehr freue ich mich darüber bei den Mädels- denn das heißt dass die Spiele eng und spannend sind. Dabei sind sie aber keineswegs langweilig: die meisten Spiele sehen mir sehr offen aus und sind auch ohne Tore unterhaltsam.

  8. hoffedoc sagt:

    @Hendrik

    Ja, es ist immerhin spannender als 2007…da habe ich gedacht, was heißt das denn, Weltmeisterinnen zu werden ohne(!) Gegentor(!). Da stimmt doch dann was nicht…und prompt habe ich mich über das Gegentor der Kanadierinnen gefreut.

  9. Carlito sagt:

    Naja, die Denkweisen und Gedanken beim DFB sind ja gerne mal etwas gewöhnungsbedürftig…

  10. Montana sagt:

    Die Diskussion pro/contra Frauenfußball ist doch sinnlos. Hat was von „draußen ist es kälter als nachts“. So wie ich sie derzeit wahrnehme, haben sogar Sprüche à la Wim Thoelke etwas für sich: Sie waren wenigstens konsequent. Der DFB weiß doch selbst nicht so recht, was er mit seinen Ladies anfangen soll. Frei nach Precht: Ist das Fußball – und wenn ja, wie viel?

    Steht der Frauenfußball vor dem Durchbruch? Allein die Existenz dieser Frage zeigt: Nein.

  11. eisenschleuder sagt:

    da stimme ich auch zu.

    aber ich möchte zusätzlich festhalten: bei manchen hat der frauenfussball nun eben doch den durchbruch geschafft.

    die vergleicherei geht mir aber mächtig auf die eier (<= man beachte die zum thema passende chauvinistische metapher). als vorsichtiger einwand sei aber verlautbart, dass hoffentlich keiner, der sich meinethalben auch mal spiele der herren beziks- oder gruppenliga anschaut (und das sind ja mitunter nicht wenige), die qualität des damenfussballs in abrede stellen sollte.

    olé olé!

  12. Elbdeichrutscher sagt:

    Man muss bei dieser Diskussion um des Kaisers Bart im Auge behalten, aus welcher Perspektive es betrachtet wird.
    In den USA hat der College- und Frauenfußball zB viel größere Bedeutung als bei uns, vorangetrieben vor allem durch Familien mit Migrationshintergrund aus Europa.
    In Norwegen, Schweden, China – sind die Frauen erfolgreich. Redet jemand von der hohen fußballerischen Qualität der jeweiligen Herrenmannschaften? Nein. Warum nicht? Wegen Erfolglosigkeit. Sic!

    Dass der Frauenfußball in D nach zwei WM-Titeln in Folge und 5 EM-Titeln ( von denen der U-xx mal nicht zu reden) überhaupt noch der Fragestellung unterzogen wird, ob es ernstzunehmen ist, finde ich befremdlich ( so wie den Umstand, dass die Damen Brasiliens sich mit den 5 Sternen der Herren schmücken dürfen)

    Ich bekenne:

    Ich schaue gerne spannende Fußballspiele, egal ob von Frauen oder Männern. Ich war in Berlin zum Kanadaspiel und es war eine tolle Atmosphäre, volles Stadion etc. Ich kann zum Beispiel nicht verstehen, dass beim Brasilienkick in MG so viele Plätze frei blieben.
    Nebenbei:Ein 8:1 der Männer gegen Saudi-Arabien 2002 hat man in den Medien nicht als langweilig, sondern als Schützenfest o.ä. gefeiert.

    Aber ich stimme denen zu, die lieber nur ein 1:0 oder 2:1 sehen. Hoffedoc’s Progose, bis zu einem einheitlichen Niveau werde es noch 20 jahre dauern, halte ich für (durch die bisherigen) Spiele überholt.

  13. hoffedoc sagt:

    Muss gerade mal wieder arbeiten, während hier das Spiel an meinem partiellen Arbeitsort Sinsheim läuft: USA-Kolumbien.

    @Elbdeichrutscher ( ein wunderbarer Name übrigens;-) )

    vielleicht hast Du Recht, dass das überholt ist mit den zwanzig Jahren, und zwar: …………das Spiel Deutschland-Nigeria(oder umgekehrt) war das erste Frauenfußballspiel meines Lebens, das mich „gepackt“ hat, und da ist mir eine simple Erkenntnis gekommen(muss ich mich dafür schämen?)

    Vorneweg: ich meine jetzt nicht speziell die unfairen Fouls, ich meine jetzt nicht speziell die grottigen Entscheidungen der südkoreanischen Schiedsrichterin, die jenseits von gut und böse war, ich meine, die Möglichkeit einer Niederlage, also da ist mir die Erkenntnis gekommen, dass es keinen spannenden Fußball gibt ohne Niederlagen oder die Möglichkeit von Niederlagen und ohne echte Zweikämpfe.

    Stellt Euch mal vor, Schalke wird diese Saison Meister ohne Gegentor,

    und 2012/2013 wird Schalke wieder Meister ohne Gegentor

    und 2013/2014 wird Schalke schon wieder Meister.

    Das wäre wie „und täglich grüßt das Murmeltier“, und so kam mir der Frauenfußball immer vor. …ein körperloses Spiel ohne Zweikämpfe und immer gewinnen die Deutschen ohne Niederlage. Gähn. Ich wünsche, dass sie mal nicht weiterkommen. Dann fiebert man nächstesmal auch mit…So, das war eine kurze philosophische Betrachtung aus einem – solange das Spiel läuft – öden Dienst.

    P.S. die Erkenntnis: Zum Glück kennt Schalke Niederlagen!!! …und muss warten auf die nächste Meisterschaft. Ist doch schön!..erhält die Spannung!

  14. Gonzo sagt:

    Ich gestehe Frauenfussball ist nicht mein Ding. So gar nicht mehrheitsfähig oder?

  15. Torsten sagt:

    Ich denke genau das ist die Mehrheit. „Schweigende Mehrheit“, fällt mir da ein. Jedenfalls unterhält sich in den Büros, in denen ich meine Ohren reinhalten kann, niemand über die Spiele dieser WM. Und die von mir geforderten Plastik-Handklappern in Schwarz Rot Gold sind mir auch noch nicht untergekommen. Schade.

    @hoffedoc:
    Das mit der Spannung ist genau das Ding. Das Spiel gegen Nigeria hat Spaß gemacht, das war emotional. Bei dieser WM gab es schon ein paar wirklich gute und auch „überraschend spannende“ Spiele. Ich hoffe morgen auf Äquatorialguinea … ich befürchte allerdings …

  16. blues sagt:

    Ich habe drei schlechte, gerademal drittklassige Spiele gesehen, und mache jetzt mal nicht den Jubelperser. Klar Mädchen und noch den Teenies macht Fussballspielen Spass. Als erwachsene Frauen sind dann immernoch eine ganze Menge begeistert dabei. (Fussball)Spiele leben von der Spannung oder wenn das Herz dran hängt. Als SpielerIn oder Fan. Manche Partien leben von der Klasse der Akteure oder der Taktik im Spiel oder vom David gegen Goliath Syndrom. Fussball eben, diesesmal von Frauen. Doch dieses vermeintliche Fussballgroßereignis lebt mMn fast ausschließlich vom medialen Hype. Der in den Medien extrem hochgejazzte Fussball, die Symbiose aus Sport und Korruption Sportartikelwirtschaft und TV, die viele andere Sportarten bereits kannibalisiert hat (Vergleich Sportschau heute und vor 30 Jahren), nimmt sich jetzt verstärkt der Frauen an. Man kann daran immerhin gut sehen wie der Männerfussball zu dem wurde was er ist. Wer es auch kritisch mag:

    http://www.heise.de/tp/artikel/35/35041/1.html

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