3 generelle Fragen

FragezeichenMuss ein Trainer das Spielsystem dem Personal anpassen oder soll er nur Personal einsetzen, das zu seinem Spielsystem passt?

Wenn ein Trainer für eine gewisse Art und Form von Fußball steht, ist es überhaupt moralisch ok ihn an sportlichen Ergebnissen zu messen, solange ihm keine passenden Spieler für sein System zur Verfügung stehen?

Darf oder muss ein Trainer nach sportlichen Gesichtspunkten frei entscheiden, oder muss er beachten, dass er durch das Nicht- einsetzen von Spielern deren Verkaufswert mindert oder mediale Unruhe schürt?



Foto: Ségozyme



58 Kommentare zu “3 generelle Fragen”

  1. tommes04 sagt:

    Das Trainerdasein auf Schalke ist stets eine hochbezahlte Gratwanderung. Es wäre allerdings egoistisch vom Trainer, wenn er auf Teufel komm raus sein eigenes System durchdrückt ohne Rücksicht auf Verluste. Natürlich muss er das sentimentale Gleichgewicht des Vereinsumfelds wahren, im Zweifel zu Lasten zu seinem System. Alles andere war Magath.
    Personal oder Spielsystem ist auch eine Gratwandeung – es ist ja für den Trainer kein Wunschkonzert, wir sind ja nicht VW Wolfsburg. Umgekehrt muss der Verein auch dem System entgegenkommen, sonst macht es keinen Sinn. Wie immer liegt zwischen schwarz und weiß die Wahrheit (soweit ich weiß, liegt zwischen schwarz und weiß ja auch königsblau).
    Alles in Allem – mit Magath sind wir schlecht gefahren, ergo muss der Trainer sich mehr in unser System einpassen als wir uns in seins. Er ist ein Guter, wenn er daraus was macht. Mit meinem eigenen System und viel Spielgeld gewinne ich bei FIFA 11 auch jede Partie.

  2. TInneff sagt:

    Hi Torsten,

    interessante Fragen von dir.

    zu 1.:

    Ich denke, dass Thema ist komplexer. Meiner Meinung nach muss ein Verein VOR der Pflichtung des Trainers eine Entscheidung darüber treffen, was er will. Im Grunde hat er 2 Möglichkeiten: Er holt einen Trainer, der das System spielen lässt, welches der Kader bestenfalls zulässt. Oder er holt einen Trainer, der sein System durchzieht, den Kader entsprechend umbau und dafür vielleicht 2-3 Jahre braucht. Konstanz ist dort total wichtig. Nur so kommt man am Ende aus dem Teufelskreis, bestehend aus schwachen Leistungen und entsprechendem Trainerwechsel im Saisonverlauf. Persönlich würde ich als Verein ein System vorgeben und den Trainer suchen, außer es gibt kein System wie damals in Dortmund unter Doll. Dann ist es Jacke wie Hose.

    zu 2.:

    Bedingt, daher mein Einwand und Punkt 1. Man braucht Geduld. Aber eine Leistungssteigerung, ein Aufschwung, muss auch so erkennbar sein.

    zu 3.:

    Er muss frei nach sportlichen Gesichtspunkten entscheiden. Immerhin sind die Spieler doch meist selbst dafür verantwortlich, wenn sie nicht spielen. Und im modernen Fußball kann jeder Spieler mit Sicherheit mehrere Positionen in verschiedenen taktischen Ausrichtungen spielen. Wenn nicht, wäre das ein berechtiger Punkt für eine Minderung des Verkaufswert.

  3. peterausge sagt:

    Hallo,

    ich denke das ein guter Trainer aus dem vorhandenen Spielern ein optimales System spielen lassen wird.
    Gegebenenfalls werden Spieler dazu gekauft. Was ja auch immer gemacht wird. Leider hat jeder Trainer eine andere Systemphilosophie. Entweder verstärkt defensiv oder mehr offensiv. Ob die angestrebte Spielphilosophie umsetzbar ist, das ist dann die entscheidene Frage. Hinzu kommt die Motivationsfähigkeit usw usw.
    Ein sehr komplexes Thema. Für mich ist die Charakterfrage einzelner Spieler auch sehr wichtig.
    Der finanzielle Aspekt ist leider auch sehr wichtig. Mit kleinem Geld was hinzubekommen ist die Kunst.

  4. Matthias sagt:

    Huub Stevens sagte zu diesem Thema:

    „Ein Trainer ist nur ein Angestellter eines Vereins. Es gab den Verein vor dem Trainer und es wird den Verein nach dem Trainer geben. Deshalb ist es wichtig, dass andere, und nicht der Trainer, die langfristigen Weichen des Vereins stellen, denn irgendwann wird der Trainer gehen und dann darf nicht alles schlecht sein, was vorher gut war.“

    Trainer haben ein Wunschsystem und eine Vorstellung von Spielern, die in dieses Wunschsystem passen. Dass ein Trainer sich allerdings einen vollständigen Kader zusammenstellen darf, der nur auf sein Wunschsystem ausgerichtet ist, halte ich für dumm. Anscheinend will Rangnick für sein System noch einen flinken Stürmer. Den wird er früher oder später auch bekommen. Ansonsten wird er mit dem arbeiten müssen, was er vorgefunden hat. Und das ist auch perspektivisch mit Holtby, Draxler und Gavranovic (u.a.) gar nicht so schlecht, wie er es jetzt selbst macht. Ich bin mir sicher, dass er das auch weiß.

    Ich hefte das ganze Palaver deshalb als Sommertheater ab.

  5. Andre sagt:

    Prinzipiell finde ich, dass ein Verein ein System ausgeben, das von der Jugend bis zu den Profis praktiziert werden muss. Das ist der Optimalzustand. Da muss sich auch der Trainer mit abfinden bzw. ein Fußballlehrer gefunden werden, der das Konzept mitträgt.

    Wird aber zum Großteil nicht praktiziert. Dann sollte der Trainer ein Spielsystem anpeilen, das er für optimal hält und dafür Spieler verpflichten. Lediglich in der Übergangsphase bzw. kurz nach der Verpflichtung, sollte er auf Kompromisse eingehen und das Team nach den Einzelspielern ausrichten…

  6. derwahrebaresi sagt:

    ich halte es wie matthias, diesen beitrag hätte es nicht gebraucht.

    der boulevard liest hier mit und konstruiert nur weiter an der story.

  7. Torsten sagt:

    @Matthias:
    Dass der Trainer mit „dem arbeiten muss, was der Kader hergibt“ ist klar. Das zielt aber an Frage 3 (s.o.) vorbei, mir ging es eher darum wie ein Trainer mit dem vorhanden Spielern umgehen muss, darf oder soll.

  8. Ney sagt:

    „Muss ein Trainer das Spielsystem dem Personal anpassen oder soll er nur Personal einsetzen, das zu seinem Spielsystem passt?“
    — Ich überlege…wie haben es Neubarth, Heynckes, Rangnick, Slomka, Rutten und Magath gehandhabt und mit welchen kurz- und mittelfristigen Resultaten…

  9. s_we sagt:

    zu 1: Das System wird idealerweise vom Verein vorgegeben und der entsprechende Trainer dazu eingestellt, siehe FC Barcelona. In der Luxussituation das so durchzusetzen sind allerdings die wenigsten Vereine. Deshalb muss ein Trainer für mich vor allem aus dem vorhandenen Kader eine „gute Lösung“ finden. Das muss nicht „das beste in dieser Saison herausholen“ (was Felix Magath im ersten Jahr auf Schalke gemacht hat) sein. Ein gute Lösung kann sein, den Kader schrittweise auf das gewünschte System umzustellen. Dazu darf sich der Trainer allerdings nicht auf Neuzugänge verlassen, statt dessen muss er durch die Trainingsarbeit die Spieler dahingehend formen. Genau das ist es, was ich auch von Ralf Rangnick erwarte: Er will ein anderes System spielen, dass er dafür ein paar Wunschspieler hat ist klar, viel wichtiger wird es jedoch sein, gerade die jungen Spieler Papa, Matip, Moritz, Holtby, Draxler, Moravek(?), Gavranovic so weiterzuentwickeln, dass sie seine Idee von Fußball umsetzen können.
    Das absolute Negativbeispiel war für mich Fred Rutten, der hatte auch ein Wunschsystem und keinen Spieler im Kader der es wirklich spielen konnte.

    zu 2: Ein Trainer wird sich immer am Erfolg messen lassen müssen. Das ist auch in Ordnung. Wenn der Trainer ein anderes System spielen will und meint, die Spieler sind nicht so weit muss er eben mit den Vereinsoberen einen Plan ausarbeiten, wie man dahinkommt.

    zu 3: 100% sportlich, wenn sich ein Spieler nicht durchsetzen kann, sinkt eben der Marktwert.

  10. papajoe sagt:

    Auf Schalke kann kein Trainer der Welt SEIN System mit Spielern füllen. So viel Zeit hat keiner. Er muss mit dem vorhandenen Material das Beste rausholen, solange er das das darf.

    Es wäre schön wenn RR die Zeit bekommt, die er zur Systemumstellung braucht. So Recht dran glauben kann ich nicht.

  11. MAGsein sagt:

    Immer wieder gerne diskutiert in unserer Fußballkneipenrunde wird 1). Spontane Antworten:

    1)Ein guter Trainer hat einen Plan, der soviel flexible Eckpunkte enthält, dass er mit den Spielern, die schon da sind, ein Team (kein System, mag den Begriff nicht) aufbauen kann und nur punktuell ergänzt bzw. über einen längeren Zeitraum ausbaut.

    2)Ein guter Trainer kommt erst gar nicht in die abstruse Situation, einen Job bei einem Verein anzufangen, wo der Status quo keine Perspektive für seinen Stil zuließe. Denn ihn zeichnet aus, aufgrund seiner Erfahrung und seines Überblicks die vorhandenen Spieler beurteilen und demnach einschätzen zu können, ob er überhaupt der richtige Trainer für dieses Team ist. Sollte ihm vom Management versprochen worden sein: Hör her, wir wissen, wir haben nur Kruscht, aber wenn du kommst, erfüllen wir Dir alle Deine Wünsche! – na dann wäre das doch wohl eher ein Grund, misstrauisch zu sein und den Job nicht zu machen.

    3) Der Trainer muss nach sportlichen Gesichtspunkten entscheiden. Nach was denn sonst? Mir mag einfach kein einleuchtendes Gegenbeispiel einfallen, und wenn, dann wäre es die berühmte Ausnahme der Regel.

    In den untersten Ligen müssen die Trainer mit dem auskommen, was sie haben, manche freuen sich, wenn sie überhaupt am Sonntag elf Spieler aufm Platz haben. Und wer unter diesen Bedingungen ein paar Mal aufsteigt, tut das u.a., indem er unglaublich flexibel mit den Gegebenheiten umgehen kann (zur Not sich selbst einwechselt ;-)) Und macht einen guten Job! In den Profiligen scheint es mittlerweile nur noch um das eine System zu gehen, das dieser oder jener spielen lässt. Müsste man nicht gerade von hochdotierten und gut ausgebildeten Fußballlehrern (man legt doch so viel Wert auf den Schein) taktisch mehr Rafinesse erwarten?

  12. BlauWeissNord sagt:

    Zu 1)
    Eigentlich sollte der Verein ein Konzept haben und danach den Trainer auswählen. Sonst kommt man von einem Umbruch in den nächsten und das kann sich Schalke gar nicht leisten. Mit stößt das schon wieder übel auf das Ragnick der Kader nicht zu passen scheint. Jeder Trainer hat andere Vorstellungen und würde gerne andere Leute verpflichten, teilweise entgegen der tatsächlichen Notwendigkeiten (warum will z.B. auch Heynckes auch noch Vidal?). Ergo sollte der Trainer sein Sytem dem Personal anpassen, es sei denn ich kann mir als Verein mal eben nen neuen Kader kaufen.

    2)Weil der Verein am besten ein eigenes Konzept hat, braucht man den Trainer nur danach auszuwählen. Man muss den Trainer auch an der vertraglichen Absprache messen, d.h. was hat man ihm versprochen als man ihn eingestellt hat bzw. welche Erwartungen hat man an ihn gestellt. RR muss sich am sportlichen Erfolg messen lassen, es wäre eine Ausrede zu sagen, man hätte aber ja nie sein gewünschtes System spielen können.

    3)Der Trainer hat den Erfolg des Vereins zu maximieren. Bei einem solchen Zielkonflikt muss er zugunsten des Erfolgs eine vertretbare Abwägung treffen. Nicht hierher gehören persönliche Eitelkeiten oder Starrsinn.

    Das Interview von Heldt auf S04 TV war eher ein Beweis, dass es schon wieder gewisse Probleme gibt. Oh man wann kommt der Tag an dem Schalke mal seriös wird und wir nicht jeden Tag aufs neue in der BILD auf Korn genommen werden…….

  13. Matthias sagt:

    @Torsten: Mir ging es auch eher um das Generelle, als um die Abarbeitung der drei Fragen.

    Aber wenn du mich schon so gezielt auf Punkt 3 ansprichst, dann sage ich dazu, dass ein Trainer selbstverständlich auf dem Sportplatz alles mit den Spielern machen darf, was den Verein weiterbringt. Es gibt genügend Beispiele für Spieler, die erst durch einen Trainer erkannt haben, dass ihre Stärke ganz woanders liegt. Im aktuellen Schalker Kader befindet sich mit Edu ein Akteur, der einst als Abwehrspieler in die Bundesliga wechselte. Heute käme er wohl selbst nicht mehr auf die Idee, sein Glück in der Defensive zu suchen. Und auch bei Jurado bin ich sicherlich nicht der einzige, der davon überzeugt ist, dass er auf einer „Ballack-Position“ (so ‚ne Art vorgezogener, offensiver 6er) mehr bringen kann, als als Spielgestalter.

    Wichtig wird sein, dass Rangnick dies den Spielern in Stegersbach sauber vermittelt. Einem Raúl die Position als „vorgezogene 10″ schmackhaft zu machen, dürfte so schwer auch nicht sein. Ein bisschen Lobhudelei hier (‚Die jungen Spieler brauchen dich als Auge auf dem Feld‘), ein bisschen Ego-Tätscheln da (‚Du bist der einzige, der dieses Spielsystem richtig durchschauen kann‘) und ein paar Freiheiten obendrauf (‚Ich nagele dich doch nicht im Mittelfeld fest – du weißt doch am besten, wann es Zeit ist, die Positionen zu verlassen‘) und schon sind alle zufrieden.

    Ich bleibe deshalb dabei: Für mich ist das alles zur Zeit noch ein laues Sommertheater.

  14. blues sagt:

    Ich glaube es war Otto Rehagel der folgendermaßen pilosophierte: „Bei mir spielen die Spieler nicht das was sie wollen, sondern das was sie können“.

    Ich meine, mit dem was die Spieler können, muss man sie im Spielsystem unterbringen. Wenn die Spieler auf den zugewiesen Postionen das gedachte System aber nicht umsetzten können, muss man die Mannschaft in diesen Teilen austauschen. Wenn der Austausch der systemuntauglichen Spieler z.B aus finanziellen Zwängen, nicht möglich ist,gibt es nur eine pragamtische Lösung.

    Es müssen sich alle drei, der Trainer, sein oder das Spielsystem des Vereins und die Spieler in einer längeren Übergangszeit anpassungsfähig zeigen. Den Anpassungsprozess zu organisieren und zu moderieren steht der Trainer in der zentralen Rolle und ist stark in der Pflicht.

    Natürlich kann der Trainer rein sportlich entscheiden. Aber ob das für ein funktioniertes Team das einzige Kriterium ist, steht auf einem anderen Blatt. Je größer bei dem oben skizzierten Anpassungsprozess der Konsens ist, also je mehr Spieler da mitziehen, desto kleiner ist die Zahl der Spieler die resignieren oder anfangen dagegen zukämpfen. Wo sich die Spieler im Anpassungsprozess selbst sehen (im Konsens,resignierend oder als Kämpfer gegen das System) ist entscheidend. Denn das schlägt und wirkt sich zuerst auf die Leistung auf dem Platz und dann indirekt auf den Marktwert aus.

  15. us.online sagt:

    1.

    a)
    Im Ausgangspunkt erwarte ich von einem taktisch guten Trainer höchstmögliche Flexibilität und sogar die Fähigkeit Systeme auch prompt während einer Partie zu ändern.
    Deswegen MUSS er jedenfalls dazu in der Lage sein, das Spielsystem dem Personal anzupassen!

    b)
    Die weitere Frage, ob ein Trainer nur Personal einsetzen soll, das zu „seinem“ Spielsystem passt, beantwortet sich dann relativ leicht. Es gibt nicht nur ein richtiges Spielsystem. Dazu reicht schon ein Blick in die Historie des Fussballs. Wieviele unterschiedliche Systeme hat es bereits gegeben und wie viele Entwicklungen im Fußball hat ein Trainer wie bspw. Jupp Heynckes, der über Jahrzehnte im Geschäft ist, schon miterlebt? Er wird sich in seinem Trainerleben bereits mehrmals umgestellt haben müssen. Man denke an die Einführung der 4er Kette im Fußball. Man denke an die immer mehr werdenden gruppentaktischen Maßnahmen beim Spiel gegen den Ball (Doppeln, Dreicke bilden, Verschieben, etc.). Noch in den 90er Jahren galt das 4-4-2 (erst mit Mittelfeldraute und Spielmacher, dann später mit flacher 4 im Mittelfeld) als en vogue und alle haben das als den modernen Fußball bewundert. Heute erweist sich das 4-2-3-1 als „modern“. Alles ist im Fluß. Wie kann ein Trainer da sagen ich halte nur mein Spielsystem (welches auch immer) für geeignet? Sicher ist es gut, wenn man eine klare Spielidee hat. Doch muss man als Trainer auf Teufel komm raus zB auf ein modernes 4-2-3-1 System zurückgreifen, obwohl man gar nicht über das passende Spielermaterial verfügt? Ich meine NEIN! Hat man in seinem Team keinen Spieler, der hinter der einen Spitze den tödlichen Pass spielen kann, so sollte man von einem 4-2-3-1 Abstand nehmen. Das gleiche gilt für den einen Stürmer. Hat man keinen Stürmertyp, der an vorderster Front alleine agieren kann, ist ein System mit nur einer Spitze wohl eher unangebracht.
    Umgekehrt muss man berücksichtigen: Während bei vielen Profimannschaften das Problem darin liegt, dass man für einzelne Positionen nicht die passenden Spieler besitzt, fehlt es vielen unterklassigen Mannschaften schlicht und einfach am taktischen Verständnis und der taktischen Ausbildung, um ein komplexes System erfolgreich umzusetzen. Ohne taktische Finessen würden bei einem Spiel 11 gegen 11 dann vermutlich immer die 11 Spieler mit mehr Qualität gewinnen.
    Ich schließe insgesamt daraus, dass im Idealfall die Qualität der Spieler und ein funktionierendes System in Einklang gebracht werden müssen, was bedeutet, dass sich das System an den vorhandenen Spielern ausrichtet und umgekehrt durchaus mal ein Qualitätsspieler außen vor bleiben kann, wenn er zu dem sich dann als optimaler Kompromiss erweisenden Spielsystem gerade nicht passt. Das gilt insbesondere bei flexiblen Reaktionen im Verlaufe eines Spiels, wenn dann ein System umgestellt werden muss. Da kann es schon mal sein, dass ein qualitativ guter Spieler einem besser „passenden“ Spieler für das System weichen muss.
    Wie gesagt eine klare Spielidee ist nicht schlecht. Bayern mit dem ballbesitzorientierten Spiel unter van Gaal und Wolfsburg unter Magath oder nehmen wir sogar Hannover unter Slomka mit dem schnellem Umschaltkonterspiel sind solche klaren Spielideen. Ich glaube nur, dass es in Zukunft Mannschaften geben wird, die nicht nur die eine Taktik oder die andere Taktik fahren, sondern ein flexibles Repertoire incl. Systemumstellung haben. Da zeigt sich dann die Handschrift des Trainers sehr viel auf psychologischer Ebene und besteht im taktischen Bereich in großer Flexibilität. Ich sage es nicht gerne, aber ich glaube Jürgen Klopp ist mit seinen Unaussprechlichen auf dem Weg dahin schon ein Stück vorausgegangen. Ob man auf schnelle Konter setzt oder den Ball lange in den eigenen Reihen hält, ist dort nicht unbedingt von einer generellen Spielstrategie, sondern von der Spielsituation abhängig.

    2.
    Die Frage, ob es überhaupt moralisch ok ist einen Trainer, der für eine gewisse Art und Form von Fußball steht, an sportlichen Ergebnissen zu messen, solange ihm keine passenden Spieler für sein System zur Verfügung stehen, beantwortet sich im oben genannten Sinne. Der Trainer muss danach beurteilt werden, ob es ihm gelingt das Beste aus einem vorhandenen Kader zu machen. Ein Trainer der trotz fehlendem Linksaußen ein System spielt, welches maßgeblich auf das Vorhandensein eines solchen Spielers abstellt würde bei mir durchfallen.
    Natürlich beobachte ich aber auch, ob es dem Trainer in geschicktem Zusammenwirken mit dem Manager und durch geeignete Einflussnahme gelingt einen nicht so ausgewogenen Kader weiter zu optimieren. Natürlich weiß ich, dass da vieles auf dem Transfermarkt mit Glück zu tun hat und viele Transfers auch von dem Vorhandensein sportlicher Perspektive und von ausreichenden finanziellen Mitteln abhängen. Aber gerade darin liegt ja der Zauber bzw. die Kunst. Sich einen Ronaldo zu kaufen wenn man Real Madrid heißt ist das eine. Einen Dzeko zu finden, ihn zu entwickeln und für das 10-fache wieder abzugeben ist das andere. Wenn ich sehe, dass da an den richtigen Schrauben gedreht wird, gute Leute im Gespräch sind und dann wenn es nicht klappt ein brauchbarer Plan B existiert hat man schon viel gesehen. Darüberhinaus halte ich nichts von Radikalumbrüchen. Eine Mannschaft muss entwickelt und nicht zusammengekauft werden.

    3.
    Ein Trainer kann nicht nur nach sportlichen Gesichtspunkten frei entscheiden. Es wäre schön wenn die Welt so einfach wäre. Der Trainer wird immer abzuwägen haben, welche Auswirkungen eine bestimmte Entscheidung hat. An die (Wieder-)Verkaufswerte der Spieler wird er dabei vermutlich eher weniger denken. Bei so mancher Nichtberücksichtigung eines Spielers wird er aber schon abzuwägen haben, ob der sportliche Zugewinn dieser Maßnahme nicht durch andere Effekte (mediale Unruhe, gruppendynamische Prozesse in der Mannschaft, negative Stimmung im Publikum die sich auf das Feld überträgt, Risiko eines Ansehensverlustes bezogen auf seine Person, wenn die Sache schief geht, etc.) zunichte gemacht wird.

    BWG

    U.

  16. Kowski04 sagt:

    FM und nun auch RR haben nach kurzer Zeit festgestellt, das die finanz. Lage ernster ist als erwartet. Was ist denn hier schief gelaufen? Was wurde denn hier mal wieder versprochen.

    Die Frage ist doch: Professionalität, Ehrlichkeit und Verbindlichkeit unseres Mgmt’s.

    Unfassbar wie schnell auch hier im Blog schon wieder nur noch über den Trainer geredet wird. Man lese bitte mal heutige Kommentare.

  17. hoffedoc sagt:

    mal ein paar k o n k r e t e Fragen/Anregungen zum Thema:

    Auf meine Frage habt Ihr hier mal geantwortet:
    „Schalke hat kein System. Also kann jeder Trainer hier zunächst mal spielen lassen, was er will. Es soll nur nicht unter ein ansehnliches Niveau sinken.“

    Nun weiß buchstäblich jeder im deutschen Fußball, dass RR ehrgeizig ist und sehr offensiv und schnell spielen lassen will, und das für einen solchen Fußball nicht jeder Spieler geeignet ist.

    Auf dieser Basis muss also der Schalke-RR-Vertrag ausgehandelt worden sein.

    Insofern fühlt sich dann z.B. RR hier in einem bestimmten finanziellen Rahmen auch für einen Kader u m b a u vom Verein gedeckt.
    Und auf dieser Basis wird wohl in jedem Verein der Kompromiss geschlossen.

    „Sportlicher Erfolg“.
    Was ist das primär? Ihr seht ein wunderbares Fußballspiel, aber es endet z.B. 2:3,
    oder ist das primär ein wie auch immer „ermauertes“ 1:0?
    Ich z.B. möchte nicht sehen, dass meine Mannschaft immer verliert, aber primär möchte ich begeisternden Fußball sehen. (Kann ja bei Euch anders sein)

    und zu 3.
    wieder konkret: z.B. RAUL. Nehmen wir an, der Trainer sieht diesen Weltklassestürmer nicht auf seiner Lieblingsposition, dann wird sich Raul das kurz vor dem Karriereende nicht mehr gerne „antun“ lassen, sich nicht mehr gerne umstellen. Da muss sehr sensibel ein Ausweg gefunden werden, vielleicht über Spielbegeisterung bei einem funktionierenden System.
    ABER z.B. Huntelaar, da ist es anders. Huntelaar ist offensichtlich von Schalke noch nicht mal abbezahlt. Rangnicks Lieblingswahl ist er sicher auch nicht, weil er lieber mitspielende Stürmer hat, die aber dann sehr laufwillig und schnell sein müssen, aber da ziehen trotzdem Trainer und Stürmer aus finanziellen Gründen an einem Strang. Wenn Huntelaar eingesetzt wird, ein paar bemerkenswerte Tore erzielt und gut verkauft werden kann, dann ist das in beiderseitigem Interesse. Davon profitieren Klub und Spieler. Dies berücksichtigt ein guter Trainer heutzutage sowieso mit.

    Die Fragen sind komplex, können aber trotzdem nur ganz konkret beantwortet werden.
    Schalke schätze ich inzwischen so ein, dass hier im Moment ein großes Potenzial ist in der Mannschaft, dass Rangnick ein Trainer ist, der auf der Basis, die er hier vorfindet, erfolgreich spielen lassen kann und dass er und Horst Heldt schon immer fähig waren, gut zu kommunizieren und Probleme zu bewältigen. Was auch immer Ihr hier schon an Traumata mit unseriöser Vereinsführung erlebt habt, jetzt gibt es hier eine sehr gute Chance. Konflikte sind nicht unseriös, die Art des Umgangs damit ist das Entscheidende.

  18. matz sagt:

    Ich muss da immer an Mirko Slomka uns seinen „one-touch-Fußball“ denken. Vor der Saison propagiert und wenn S04 hinterher wieder langsam und umständlich daher kam, sagte er, dafür hätte er ja auch gar keine Spieler. Peter Lövenkrands kam damals nicht zum Zuge (gut, der kam nirgendwo zum Zuge), weil er ein schneller Konterstürmer war und Slomka irgendwann anmerkte, schnelle Konter könne die Mannschaft gar nicht spielen. Und Meister Müller rechtfertigte seine Fehleinkäufe damit, dass sie in das System von Slomka gepasst hätten, wenn er es denn gespielt hätte.

    So geht es natürlich nicht. Ich finde aber, man muss nicht der FC Barcelona sein, um ein Spielsystem vorzugeben. Bayer Leverkusen würde ja auch nie Huub Stevens verpflichten.

    Wenn man sich auf Rangnicks Spielsystem einigen könnte, müsste dieses natürlich bis in den Jugendbereich praktiziert werden, damit man die passenden Spieler dazu selbst ausbildet. Nur so ist das langfristig gesehen denkbar. Im Kader werden sich immer 4-5 Spieler finden, die nicht bereit sind, etwas anderes zu spielen, als sie gelernt haben, aber die kann man innerhalb von zwei Transferperioden austauschen. Die übrigen Spieler auf das System hin zu formen und auszubilden, ist dann schon Aufgabe des Trainers.

    Warum das seit zehn Jahren auf Schalke nicht möglich ist? Weil wir seit zehn Jahren keinem Trainer mehr als ein Jahr für die Aufbauarbeit geben können, weil wir spätestens im zweiten Jahr wieder CL spielen müssen, um nicht finanziell an die Wand zu fahren.

  19. eakus1904 sagt:

    @Kowski04: Bist du dir da so sicher mit der finanziellen Lage und den Versprechungen??

    Was nämlich bisher noch überhaupt keiner angesprochen und bedacht hat, ist, dass Rangnick einen Vertrag unterschrieben hat, als der Verkauf von Neuer noch gar nicht feststand. Der Transfer hätte ja noch in die Hose gehen können, weil Bayern vielleicht nicht so viel gezahlt hätte und keine Einigung erzielt worden wäre. Der einzige Satz,der dazu gefallen ist, war, dass er zunächst dachte, die Neuer-Millionen komplett wieder einsetzen zu können.
    Aber nochmal:Zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses waren diese Millionen noch nicht sicher, können also gar nicht Bestandteil von Versprechungen gewesen sein.

    Für mich ist das ganze derzeit nur (mal wieder) ein grosses Sommertheater. Ich hoffe,Rangnick bekommt einfach mal das,was ein Trainer braucht: Zeit und Ruhe, seine Arbeit zu machen!

  20. Thomas25 sagt:

    Wenn ich auf die Baustelle komme muss ich mit dem Arbeiten was da ist und was lang und kurzfristig weiterhilft!

    Sprich der Trainer sollte aus dem was vorhanden ist das beste machen und sich nicht darüber beschweren, das gewisse Spieler zu alt/langsam/teuer bzw. nicht seinem Wunschtraum entsprechen.

    Der Übungsleiter wird für den momentanen Erfolg bezahlt, nicht dafür das vielleicht in 5 Jahren Julian Draxler Nationalspieler ist sprich, er muss aus dem vorhandenen das Mögliche versuchen zu erreichen. 3 bis 5 Jahrespläne halte ich für realitätsfern.

    Auf Schalke bezogen:

    R.R. muss fürs erste von seinen Wunschvorstellungen abstand nehmen, bzw. sie den Schalker Realitäten anpassen und kann im Erfolgsfall vielleicht in 1,5 bis 2 Jahren mit „seiner“ Mannschaft „seinen“ Fussball spielen lassen.

    Wünschen wir Ihm dabei das beste!

  21. papajoe sagt:

    mMn richtig –> matz : Warum das seit zehn Jahren auf Schalke nicht möglich ist? Weil wir seit zehn Jahren keinem Trainer mehr als ein Jahr für die Aufbauarbeit geben können, weil wir spätestens im zweiten Jahr wieder CL spielen müssen, um nicht finanziell an die Wand zu fahren.

    Genau das ist beispielweise auch FM widerfahren: „Nachkauf“ von Raul, Jurado und Hunter – nur um in der CL bestehen zu können. Abrücken von der Philosophie mit jungen, formbaren Spielern ein Team zu entwickeln um in zwei bis drei Jahren erfolgreich zu sein.

    Ich hoffe man lässt RR die Zeit mal was längerfristiges auf die Beine zu stellen. Dafür wäre ich auch bereit vielleicht auch mal ein Jahr hinter den EL-Plätzen zu liegen, wenn trotzdem ein Konzept, eine Reifung sichtbar wäre. Um dann mit einer schlagkräftigen, jungen, hungrigen Truppe anzugreifen.

  22. hoffedoc sagt:

    so gibt der Trainer die Antworten:

    „wir testeten mehrere Systeme..“

    ..und ein 3:1

    gab´s auch

  23. Maddin sagt:

    Man Man Man, Thorsten. Dies ist doch nun bei weitem der seriöseste Blog unseres S04. Es wundert mich schon ein wenig, dass ausgerechnet hier überhaupt solche Fragen gestellt werden. Wäre der MN-Transfer noch nicht über die Bühne oder vielleicht dieses leidige Thema Lehmann noch auf der Agenda, es würde sich kein Schwein für diese „systhemimanenten“ Aussagen von Ralle interessieren. Mir persönlich ist dieses ganze Gequatsche total Latte, das Schlimme ist doch, dass sogar hier in diesem wunderbaren Forum genau auf diese BILD-Thesen, -Gerüchte, -Halbzitate, -Sommerlöcher eigegangen wird. Unser Verein ist genauso solide, ruhig und besonnen wie WIR es zulassen. Also lassen wir doch die BILD-Kommentar-Blog-User-Fakes auf BILD.de dies diskutieren und sprechen lieber über was anderes.
    Nicht dass es da keine interessanten Themen gäbe:
    -Bordon Abschiedsspiel
    -Peinliche technische Abwicklung des Kartenvorverkaufs (wie jedes Jahr)
    -fertiges Dach unserer Donnerhalle
    um nur einige Denkanstöße zu geben.

    Verzeih, aber ich mag die kommunikativen S04-Klischees einfach nicht mehr bedienen!

  24. derwahrebaresi sagt:

    danke maddin.

    oben hatte ich ja schon erwähnt, dass es diesen beitrag m.m.n. nicht braucht.

  25. Ney sagt:

    Debatten, die einen nicht interessieren, kann man aber eigentlich auch einfach ignorieren. Andere finden offenbar eine Diskussion solcher Themen wichtig oder zumindest interessant. Viele Beiträge gehen auch über die aktuelle Situation hinaus.

  26. Torsten sagt:

    @Maddin, @derwahrebaresi

    Dass Euch der Beitrag nicht anspricht kann ich akzeptieren, wenngleich mich die Wortwahl „den Beitrag hätte es nicht gebraucht“ etwas befremdet. Was es hier „braucht“ oder nicht entscheide ich. Dass ihr bzw. zumindest Du, @Maddin, den Beitrag auf Bild beziehst, dazu würde ich sagen, dass das im Auge des Betrachtes liegt.

    Ich halte die Fragen für relevant, sie kommen in allen „nicht gefestigten Clubs“ nach einem Trainer- und oder Manager-Wechsel auf. Zirka 20 Kommentatoren haben das auch so verstanden und zum Teil sehr ausführlich ihre Meinung geschildert. Darum geht’s. Das finde ich nicht nur nicht in Bild.

    MAGsein schrieb:

    Ein guter Trainer kommt erst gar nicht in die abstruse Situation, einen Job bei einem Verein anzufangen, wo der Status quo keine Perspektive für seinen Stil zuließe.

    Genau das habe ich von Rangnick gehört, Wochen bevor sein Engagement auf Schalke heiß wurde. Als Magath zu wackeln begann hörte ich, dass Rangnick nicht zu S04 kommen wolle, weil der Kader zu langsam sei, weil er sich s.M.n. nicht für seinen Stil eignen würde. Wie gesagt, nur ein Gerücht, fällt mir aber gerade dazu ein.
    Falls es stimmen sollte wäre sein Engagement wohl nur damit zu erklären, dass er an die Chance glaubt, über einen gewissen und auch längeren Zeitraum umbauen zu dürfen.

    @matz:

    Bezüglich Peter Lövenkrands tust Du Mirko Slomka m.E. unrecht. Bis er sich seinerzeit in Wolfsburg verletzte – der Anfang vom Ende 2007 – war er wichtig. Überhaupt sehe ich die Fehler Slomkas vor allem in der Auswahl neuer Spieler, und dabei wird man nie genau die Verteilung der Verantwortlichkeit zwischen Slomka und Müller einschätzen können. Auch wenns gruselig war, die Ergebnisse waren letztlich ok, auch nun in Hannover. Vielleicht muss man sagen, Slomka holt aus dem gegebenen Kader gute Ergebnisse heraus. Dann ist es auch ein guter Trainer.

    Warum das seit zehn Jahren auf Schalke nicht möglich ist? Weil wir seit zehn Jahren keinem Trainer mehr als ein Jahr für die Aufbauarbeit geben können, weil wir spätestens im zweiten Jahr wieder CL spielen müssen, um nicht finanziell an die Wand zu fahren.

    Auf dieses Problem läuft es am Ende immer hinaus, ja. Klingt auch in Tinneffs Kommentar weiter oben so an.

  27. Svenja sagt:

    Maddin sagt:
    .. es würde sich kein Schwein für diese “systhemimanenten” Aussagen von Ralle interessieren. ..

    Ich unterstütze Deine Aussage. „Befremdlich“ find ich eher wie mit einer Meinung, wenn auch scharf formuliert, umgegangen wird. Torsten, ich möchte auf den Grundsatz der freien Rede nicht rühren, gelegentlich kommt schon der Eindruck auf, dass es einen „common sense“ geben muss.
    Die grundsätze stellst Du selber auf und wirst diese auch stets im Auge haben.

  28. Torsten sagt:

    @Svenja:

    “Befremdlich” find ich eher wie mit einer Meinung, wenn auch scharf formuliert, umgegangen wird.

    Verstehe ich das richtig, Du kritisierst meinen Umgang mit Maddins Meinung? Inwiefern? Was ist daran falsch, wenn ich meine Meinung zum Ausdruck bringe, dass ich den Bezug zu Bild als falsch erachte?

    Wenn ich Dich richtig verstehe (das ist nicht rhetorisch gemeint, ich bin mir tatsächlich nicht sicher) lautet Dein Vorwurf, dass die Meinungen einer gemeinsamen Strömung folgen sollen. Ich denke nicht, dass das so ist. Du selbst hast nahezu immer eine Meinung, die ich nicht teile. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals den Versuch unternommen hätte, Dich unzustimmen, oder dass ich Dich jemals ob Deiner Meinung kritisiert hätte.

  29. Henning sagt:

    „Dies ist doch nun bei weitem der seriöseste Blog unseres S04.“

    Der Blog hier ist super, aber mit solch einer Aussage tut man Matthias‘ Blog schalkefan.de schon großes Unrecht an!

  30. blues sagt:

    @Henning
    …und dann gibts da noch ein paar eigene Blogs von Leuten die hier kommentieren, die ich auch nicht vermissen möchte.

  31. Henning sagt:

    Da will ich dir absolut nicht widersprechen!

  32. Maddin sagt:

    Thorsten, ich käme nie auf die Idee, dass Du Deine Meinung, Kommentare, Informationen etc. auf die BILD beziehst – jedenfalls nicht ausschließlich. Das zeigt immer wieder die Qualität deiner Kommentare. Darum ging es mir auch gar nicht. Ebenso wenig würde ich mir anmaßen zu beurteilen was/wen zu interessieren hat/sollte.
    Ich stelle lediglich die These auf, dass die Verbreitung und Steigerung von halbseidenen Interviewfetzen und aus dem Zusammenhang gerissenen Halbzitaten bei keinem anderen Verein eine solch zweifelhafte Hysterie auslöst wie bei unserem S04. Und das seit Jahren nach dem immer gleichen Schema:
    1. Eine vermeintlich belanglose Meldung (leider ist es meistens die Springerpostille) wird lanciert.
    2. In vielen Foren und Blogs wird es von vielen Nutzern dankbar aufgenommen und spekulativ weitergesponnen.
    3. Bis sich in der realen Welt der organisierten Fankultur „kleine Grüppchen“ bilden, die dann
    4. Ihrerseits wieder für eine wunderbare Meldung taugen um dann
    5. Das Thema auch den Teilen der Fans – mitlerweile wurde die Mücke zum Elefanten gemacht – zugänglich zu machen, die von der Onlinewelt kaum Ahnung haben.
    6. Irgendwann erreicht diese Stimmung dann mal wieder den Point of no Return und unser Managment
    7. Sieht sich mal wieder zum handeln gezwungen.

    Langsam wird dies lächerlich. Auf Schalke funktioniert es aber IMMER wieder, und das bin ich leid.
    Ich ignoriere diese RR-System-Blabla halbinformationen.
    Der neue Torwart der Bayern interessiert mich einen feuchten Kehricht.
    Ich freue mich über die gute Arbeit vom Horst.
    Ich freue mich auf die neue Saison.
    Mit welchem Kader, Stürmer und Spielsystem auch immer

  33. derwahrebaresi sagt:

    @Ich stelle lediglich die These auf, dass die Verbreitung und Steigerung von halbseidenen Interviewfetzen und aus dem Zusammenhang gerissenen Halbzitaten bei keinem anderen Verein eine solch zweifelhafte Hysterie auslöst wie bei unserem S04. Und das seit Jahren nach dem immer gleichen Schema.

    besser hätte ich es nicht ausdrücken können.

    nicht anderes habe ich mit „gebraucht“ gemeint.

  34. matz sagt:

    Also ich habe das als allgemeine Fußballfrage verstanden, auch über Rangnick und S04 hinaus gedacht. Vielleicht sollte ich die BILD lesen, werden da jetzt Spielsysteme diskutiert? :-)

    @Thorsten

    ich wollte gar nicht noch mal Slomka bewerten. Nur, dass deine Ausgangsfrage so gut passte:

    „Muss ein Trainer das Spielsystem dem Personal anpassen oder soll er nur Personal einsetzen, das zu seinem Spielsystem passt?“

    Er hat das Spielsystem dem Personal angepasst. Hat ihm allerdings letztlich auch den Kopf gekostet.

  35. blues sagt:

    @derwahrebaresi
    ich glaube wir Schalker sind nicht besonders hysterisch. Zum Beispiel: Fünf oder sechs Ultras zeigen ein Transparent am Gardasee und die FC Bayern AG kocht.

  36. hoffedoc sagt:

    Ich habe Torstens Fragen als sehr interessante Fußballfragen empfunden, vielleicht(!) angeregt durch die Bildzeitungssticheleien, aber auf einem ganz anderen Niveau.

    Ich finde diese Fragen tatsächlich interessant.

    Jeder Verein gibt darauf die eigenen Antworten, und das Management und der Trainerstab von S04 geben gerade sogar sehr gute Antworten darauf.

    Weder beruflich noch privat neige ich zum Beschwichtigen (auch wenn das hier gelegentl. fälschlicherweise anders rüber gekommen sein mag), aber ich bitte Euch, zu sehen, dass Euer Verein gerade jetzt sehr gut aufgestellt ist. Ich halte das „System S04″ für stabil, und auf einer stabilen Basis kann alles gefragt und alles diskutiert werden.

    Mal ein vorsichtiges „Glück auf“;-)

  37. MAGsein sagt:

    Ich habe das „Generell“ aufgenommen, die Fragen als allgemein aufgefasst und auch so beantwortet. Der Bildbezug war mir nicht bewusst, und ich dachte keine Sekunde ausschließlich an RR, auch wenn sich da offensichtlich ein Bezug zu einer meiner Antworten herstellen lässt. Das ist Zufall.

    Tatsächlich diskutieren wir in unserer Fußballkneipe – Fans aus unterschiedlichen Lagern – vereinsunabhängig immer wieder die Frage, wie ein Trainer an seine Aufgaben herangehen, auf welcher Basis er sich für oder gegen einen Verein entscheiden sollte. Gerade in der letzten Saison mit den vielen Trainerentlassungen war das ein spannender Ansatz unter vielen.

    Die interessanten Antworten zeigen doch, dass die Idee mit den Fragen hier auf viele anregend wirkte. Ich habe alle, auch die sehr langen, nachgelesen. Die inhaltliche Richtungsänderung gaben doch die Kommentatoren selbst vor.

    Ich habe null Verständnis für die Kritik an diesem Blogbeitrag.

  38. DeepBlue sagt:

    Wow! Kaum kommt die Sonne raus, schon geht es hier (für Königsblog-Verhältnisse) heiss her.

    Man muss bestimmt keine Boulevard-Zeitung gelesen haben, um zu Torstens Fragen eine Meinung zu haben oder zu entwickeln.

    Und wer sie nicht mag, oder sie uninteressant findet, wird von niemandem gezwungen, an der Diskussion teilzunehmen.

    Also sehe ich die Fragen generell und gebe gern meine Meinung dazu ab:

    a) Kommt darauf an, wieviele Spieler ihm zur erfolgreichen Umsetzung „seines“ Systems zur Verfügung stehen. In der Regel wird er aber zunächst das System auf die Spielermöglichkeiten abstellen müssen.

    b) Ob ein Trainer für eine bestimmte Form von Fussball steht, ist erst einmal unerheblich. Gewinnen müssen sie alle. Wichtig ist vielmehr, das er die Möglichkeiten einer Mannschaft erkennt und sie auf dieser Basis weiter entwickelt. Dann kann er mittelfristig auch seine Vorstellung von Fussball in der Mannschaft und im Verein umsetzen.

    c) Je nachdem, für welche Aufgabe er eingestellt wurde. Soll er junge Spieler durch vermehrte Einsätze entwickeln und „verkaufsfertig“ machen, teueren Spielern die Gelegeheit geben, sich vor Publikum einen neuen Arbeitgeber suchen zu können oder kurzfristigen sportlichen Erfolg erzielen, ohne Rücksicht auf die Entwicklung von Spieler und System?

    Da es nun aber keine allgemeinverbindlichen Antworten gibt (sonst wären die Fragen ja keine mehr) kann man sie glücklicherweise immer und immer wieder leidenschaftlich diskutieren.

    Möge die Saison bald beginnen!

  39. MAGsein sagt:

    @svenja

    Gegen alle Euphorie habe ich hier in diesem Blog in aller Schalke-Öffentlichkeit meine Zweifel am Fuchs-Transfer geäußert. Ohne dies argumentativ belegen zu können. Der dilettantische Beitrag wurde trotzdem nicht gelöscht! ;-) Das ist doch ein eindeutiger Beleg für die liberale Haltung des Köngisblogs ;-)

  40. Karl-Heinz sagt:

    eakus1904

    Welche Ruhe für den Trainer?

    Hier werden doch Trainer geholt wie man lustig ist. Versprechungen getätigt die Null wert sind. Am Ende ist man dann geschockt was dann plötzlich alles passiert ist. RR ist doch hier nur ein Zwischenspiel, da müssen wir uns doch nichts vormachen. Angefangen beim Torwart etc. hätte RR doch ganz anders verpflichtet.

    Den Rest machen dann die kleinen Gruppen und der ganze Zauber geht von vorne los. Von der Hand in den Mund, deshalb liebt man doch Schalke. Wie geil war die Diskussion um Rehagel aaaaahh

  41. hoffedoc sagt:

    …erklärt mir jemand den running gag mit den „kleinen Gruppen“?

    @Karl-Heinz

    Du verwechselst da was: der Rangnickexperte bin ich in diesem Blog;-))

  42. matz sagt:

    @hoffedoc
    So ziemlich alle organisierten Fangruppen haben sich in der letzten Saison gegen die Art und Weise gewehrt, wie Felix Magath und seine Mitarbeiter mit den Fans kommuniziert bzw. nicht kommuniziert hat (Entlassung des Fanbeauftragten, keine Kontaktaufnahme, Nichteinhalten von Absprachen etc). Magath hat diese Proteste dann als „kleine Gruppe“ von Fans abgetan. Darauf hin haben die organisierten Fans dann beim nächsten Spiel alle in der Kurve ein weißes T-Shirt mit der Aufschrift „Kleine Gruppe“ getragen.
    Für die Magath-Anhänger war die „Kleine Gruppe“ der Anfang vom Ende der Ära Magath. Für sie ist der Begriff gleichbedeutend mit „Fans, die den Trainer stürzen wollen“.

  43. hoffedoc sagt:

    @Matz

    Danke!

    Das beruhigt mich aber ungemein: denn wenn so viele zu der „kleinen Gruppe“ gehören, wird RR so bald nicht gestürzt. (Kann mich an die Fernsehbilder erinnern, habe das jetzt gar nicht in Zusammenhang gebracht.)

  44. matz sagt:

    Die „Kleine Gruppe“ hat sich eh nicht am Trainer, sondern am Vorstand Magath abgearbeitet. Wird aber gerne alles in einen Topf geworfen.

  45. Torsten sagt:

    Als Rückblick:
    Die Kleine Gruppe meldet sich zu Wort

    Kompliziert wird der Begriff heute, weil er sowohl negativ (wie matz aufführte) als auch ironisch, von organisierten oder deren Meinung nahestehenden Fans, verwendet wird. Es bestimmt also jeweils die Intention des Nutzers die gewollte Interpretation des Begriffs. Herrlich schalkig bekloppt.

  46. us.online sagt:

    Völliges Unverständnis bei mir…

    Dachte es geht nur um ein paar Einschätzungen zu naheliegenden Fußballthemen. Muss man mittlerweile auf Schalke hinter allem eine BILD Kampangne vermuten…?

    BWG

    U.

  47. hoffedoc sagt:

    @Torsten

    Auch Dir Danke!

    Bin beim Lesen durch die Links und Unterlinks Deiner Antwort
    auf so rätselhafte Begriffe wie „Hühnerfell-Heimspiel“(???) gestoßen und fange an zu ahnen, ein wie weites Feld dieser Verein doch im Untergrund ist…

    Werde, sobald ich Zeit habe, „Hühnerfell-Heimspiel“ googeln;-)

  48. Torsten sagt:

    Hühnerfell = Gänsehaut
    Manchmal steckt auch keine Geschichte dahinter ;)

  49. matz sagt:

    Eddy Achterberg?

  50. hoffedoc sagt:

    @Matz

    ??!

    …den hat RR 2004 auf Schalke abgelöst;-))

  51. matz sagt:

    ich glaube, der hat den Begriff Hühnerfell eingeführt, ich weiß aber nicht mehr, zu welchem Anlass.

  52. Hendrik sagt:

    Er War Holländer, und hat Anscheinend hühnerfell mit Gänsehaut verwechselt. Ob man das in Holland so sagt….?

  53. Torsten sagt:

    der hat den Begriff Hühnerfell eingeführt

    Das war mir nicht bewusst.

    Er War Holländer, und hat Anscheinend Hühnerfell mit Gänsehaut verwechselt. Ob man das in Holland so sagt….?

    Der Gedanke liegt allerdings nah. In Holland sagt man „Kippenvel“. Kippen sind Hühner. Vel heißt Haut, ist aber natürlich ein „falscher Freund“. Wenn man es nicht so genau weiß liegt der Fehler vel = Fell nahe.

  54. hoffedoc sagt:

    ich sehe, wir sind bei den wirklich wichtigen Themen angekommen!

    Habe beim Googeln allen Ernstes gefunden, dass ein Reiseveranstalter damit wirbt, zu Schalke-Heimspielen zu fahren, um die „berühmte Hühnerfellatmosphäre in der Veltinsarena“ zu erleben – aber nach dem Motto, nur in der Veltinsarena gebe es für die Heimmannschaft eine „so kuschelige Atmosphäre wie ein Hühnerfell“….
    interessant(!), bei uns im Kraichgau haben die Hühner Federn, aber wir sind ja auch Provinz;-)

  55. Torsten sagt:

    In Duisburg gibts Hühner hauptsächlich leckerbraun, in einer Thermotüte. Dazu noch ‚ne Tüte Pommes und ‚n Bier; super Abendessen.

  56. Ossi sagt:

    @hoffedoc

    …dass ein Reiseveranstalter damit wirbt, zu Schalke-Heimspielen zu fahren, um die “berühmte Hühnerfellatmosphäre in der Veltinsarena” zu erleben

    Das wiederum dürfte der Reiseveranstalter aus einem 3-4 Jahre alten S04-Marketingprospekt für Business-Seats „geklaut“ haben.
    Die Überschrift (wie oben schon beschrieben von Eddy Achterberg übernommen) des Businessangebots war damals: Hühnerfell auf Schalke!

  57. hoffedoc sagt:

    @Ossi

    Das hätte mich damals sicher abgeschreckt;-))

    … nach dem Motto: „Immer Mensch bleiben“(nicht Huhn)

  58. tommes04 sagt:

    Ihr wisst nicht, wo „Hühnerfell“ herkommt? Das hat Eddy Achterberg seinerzeit in seiner kurzen Zeit als Interimscoach auf einer Pressekonferenz nach dem Spiel (gegen Gladbach) geprägt. Er hat in so einer Art dolländisch die niederländische Version von Gänsehaut zurücküberdeutscht und das kam dabei raus. Seitdem ist das ein running gag. Hier ein Bericht von damals (im letzten Absatz wird es erwähnt): http://www.berlinonline.de/ber.....index.html

Schreibe einen Kommentar