Anstandsregeln statt Benimmregeln

Ich habe mit Manuel Neuer abgeschlossen. Ich will ihn nicht mehr bejubeln, ich will ihn nicht mehr in Schutz nehmen, ich will ihn gar nichts mehr. Aber ich schreibe hier dann und wann auch über Nicht-Schalke-Themen, und als solches will die Sache um die „Benimmregeln“ der Bayern Ultras für Manuel Neuer aufgreifen.

Vorgestern habe ich aus Schadenfreude, im Affekt, selbst einen Witz drüber gerissen. Nüchtern betrachtet finde ich die Aufregung um die Forderungen der Münchener Ultras aber übertrieben. Rolf Rojek fragte bei Facebook, ob die Bayern-Ultras spinnen würden, und der Breitnigge Paule hält Münchens Ultras offensichtlich längst für unzurechnungsfähig. Ich halte die Forderungen, die schlechterdings „Benimmregeln für Manuel Neuer“ genannt werden, für sehr nachvollziehbar und würde Manuel Neuer empfehlen, sich danach zu richten. Nicht aus Angst vor Ärger, sonder aus Anstand.

Manuel Neuer habe sich bei Schalke 04 bewusst als Teil der Fanszene dargestellt und mit seinem Wechsel deren Werte mit Füßen getreten; die Form, in der sich der Neu-Bayer seit seinem Wechsel bei den Anhängen des FC Bayern anbiedere, sei daher nicht zu akzeptieren, schrieben die Münchener Fangruppierungen. Das sehe ich genauso. Nun verbitten sich die Bayern-Fans, dass Manuel Neuer vor der Bayern-Kurve den Hampelmann macht oder ihr Vereins-Wappen küsst. Was ist daran verkehrt?

Ungefähr genau das Gleiche meinte ich, als ich Christoph Metzelder einen reserviert freundlichen Umgang mit Schalkes Anhängerschaft empfahl. Ich will nicht, dass sich Christoph Metzelder als fanverstehender Schalker hervor tut. Er ist Profi, er ist bei Schalke 04 angestellt, wenn er alles dafür tut, dass mein Verein Erfolg hat, zolle ich ihm meinen Respekt. Würde gerade er, der während seiner Zeit bei Borussia stets vorne weg ging und als Gesicht der Mannschaft fungierte, nur vor der Schalker Nordkurve den Zampano geben, würde er das königsblaue Wappen küssen, würde ich das als falsch empfinden.

Die Ultras der Münchener Bayern haben keinen Hohn für ihre Forderungen verdient, sondern Verständnis. Es geht um die letzte Spur von Akzeptanz der „Professionellen“ gegenüber denen, die mir ihrem Verein eine Einstellung verbinden. Egal welche Farbe sie hochhalten.



49 Kommentare zu “Anstandsregeln statt Benimmregeln”

  1. Demon10 sagt:

    Ich sehe das ganz ähnlich, aber grade weil solche offensichtlichen Sachen extra betont werden, gerade weil die Ultras meinen einem Spieler was vorschreiben zu können und grade weil sowas nur durch die Öffentlichkeit geht und Bayern in einem sehr schlechten Licht da stehen lässt, finde ich die Aktion lächerlich und vollkommen überzogen.

  2. Links anne Ruhr (21.07.2011) » Pottblog sagt:

    […] Anstandsregeln statt Benimmregeln für Manuel Neuer (Königsblog) – Die Anstandsregeln für den neuen FC Bayern München-Torwart Manuel Neuer werden positiv aufgefasst, während andere Schalker Fans die Bayern Ultras deswegen veralbern. […]

  3. Stephan sagt:

    Hallo Torsten, da hast Du mir mal wieder meine Meinung getroffen (ohne, dass ich rumschleimen möchte – manches was Du schreibst geht mir ja auch auf den Keks ;-).

    Für mich sind die „Anstandsregeln“ eine gute Lösung für alle Beteiligten: Herrn Neuer, Münchner und für uns Schalke Fans: Die Erwartungen der Fans werden klar ausgesprochen. Es wird deutlich, dass es für Fans zwei Arten von Profi-Fussballspielern gibt: Diejenigen, die aus sportlichen und/oder finanziellen Gründen professionell Fussball spielen wollen und diejenigen, die sich von der Begeisterung der Fans für den Verein einnehmen lassen und sie verinnerlichen. Wir Fans sind froh, wenn der letztere Typ von Spielern es ehrlich meint und sind enttäuscht, wenn wir uns in ihm getäuscht haben.

    Und leider hat Herr Neuer irgendwann entschieden, dass er nur professionell sein möchte. Das soll er dann aber auch bitte schön durchziehen. Und genau das haben die Münchner Fans offen ausgesprochen, es sind Erwartungen der Fans, dass Manuel Neuer sich anständig verhält.

    Sorry, Mr. Breitnigge, ist diese Unterscheidung wirklich „Kindergarten“? Huch, das muss ich wohl in seinem Blog fragen…

  4. heinzkamke sagt:

    Bin völlig Deiner Meinung, dass Manuel Neuer sich verhalten sollte wie von Dir beschrieben. Aus eigenem Antrieb, um seiner Glaubwürdigkeit willen, aus Anstand, und vielleicht auch, weil er gut beraten ist. Bestimmt lässt sich eine Reihe weiterer Gründe finden. Der Forderungskatalog einer Fangruppierung zählt für mich nicht dazu. Er würde es vielleicht, wäre er ihm gegenüber von Angesicht zu Angesicht ausgesprochen worden, und nur von Angesicht zu Angesicht. So aber empfinde ich diese Aktion als (vermeintliche) Machtdemonstration, als Versuch, die eigenen Grenzen auszuloten, Neuer zu demütigen, und vor allem als völlige Selbstüberschätzung.

  5. Oliver (Breitnigge.de) sagt:

    @Stephan: Wieso sollte diese Unterscheidung „Kindergarten“ sein? Diese Formulierung habe ich im oben verlinkten Beitrag (vor der Veröffentlichung der Verhaltensregeln) im Zusammenhang mit der scheinbaren Inkonsequenz in der Ultra-Sichtweise (sie dürfen Spieler ausschließen, Verein darf das mit Fans nicht machen) benutzt.

    Inzwischen floss viel Wasser den Rhein runter. Aber ich will ja Torsten antworten…

    Mein lieber Torsten,

    eigentlich wollte ich zum Thema Ultras gar nix mehr sagen. Für Dich mache ich aber noch einmal eine Ausnahme, weil Du mich schließlich verlinkt hast und auf meinen Beitrag Bezug nimmst.

    Mir ist bewusst, dass das Thema Neuer ein ganz besonderes ist.

    Im obigen Beitrag ging es um mehrere Dinge.

    Erstens die Tatsache, dass es erneut Proteste gegen Neuer gab, obwohl man doch nur Tage zuvor eine Einigung „mit den Fans“ erzielt haben wollte. Ich konnte mir ja nicht vorstellen, dass derlei hält und sah mich bestätigt. Als ich erfuhr, dass der Protest von einer Splittergruppe kam, die nicht im Runden Tisch teilnehmen durfte, fielen mir die Worte Eitelkeit ein. Verletzte Eitelkeit.

    Zweitens hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon den Eindruck, dass diesem Thema viel zu viel Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Von allen Beteiligten. Ich bin mehr als für Meinungsfreiheit. Auch beim FC Bayern. Aber man muss Meinungen nicht immer teilen.

    Beim Thema Aufmerksamkeit war das Boulevard (Sommerpause!) mal wieder ganz weit vorne. Und in diesem Zusammenhang fand ich – wie glaubwürdig auch immer – den verlinkten Ansatz nicht schlecht, dass der Journalist, der diese „Lawine“ ins Rollen brachte, sich auch mal ansatzweise selbstkritisch zeigte. Ein Anfang. Mehr nicht.

    So. Wie oben erwähnt ist inzwischen jede Menge Wasser… und so.

    Vor einigen Tagen dann besagte Verhaltensregeln.

    Als ich zum ersten Mal davon las, habe ich fest daran geglaubt, dass das ironisch gemeint sein sollte und wollte die Ultras sogar dafür loben. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich noch, dass es nur obige Splittergruppe war.

    Am Ende waren ein zumindest eine Handvoll Ultra-Gruppierungen. Nun denn.

    Deine Sichtweise ist differenziert. Das will ich für mich ebenfalls in Anspruch nehmen.

    Denn inzwischen hat sich mein erster Gedanke diesbzgl. ein wenig weiter vorgearbeitet.

    Mit der Welt der Ultras im Hinterkopf ist diese Sichtweise mehr als verständlich, ja. Aus der Sicht der „normalen“ Fans eher anmaßend.

    Gestern las ich aber den ersten abgeschwächten Artikel zu diesem Thema, der eher in Deine Richtung geht.

    SpOn: http://www.spiegel.de/sport/fu.....46,00.html

    Ich kann dem einiges abgewinnen. Mit ein paar Dingen im Hinterkopf wie gesagt.

    Und wenn Neuer – in seinem Hinterkopf – immer noch irgendwo ein Ultra ist, dann ist ihm das eh egal. Ich glaube sogar, dass er derlei (die Verbote) ohnehin nie geplant hatte (und imho muss ein Team nicht aus 11 Jungs bestehen, die rund um das eigene Stadion geboren und aufgewachsen sind, imho realitätsfremd (siehe Raul!))…

    Froh bin ich persönlich nur darüber, dass es den Ultras nicht gelungen ist, hier tatsächlich Einfluss auf Vereinsentscheidungen zu nehmen. Derlei wäre fatal gewesen. Denn wer will ernsthaft italienische Verhältnisse in der Bundesliga?

  6. xeniC sagt:

    Glaubt den wirklich jemand, Neuer würde in der 1. Saison bereits das Wappenküssen? Oder würde den Anführer bei den Feiern vor der Südkurve geben? Ich bitte euch… Welcher Profi der von den oder einem Teil der Fans nicht gemocht wird, macht das bitte sofort?

    Dabei ihm noch zu verbieten, mit in die Südkurve zu kommen, wenn das Team feiert. Das ist peinlich. Die ganzen Regeln sind peinlich. Weil es in der heutigen Eigenschaft eines Profi dazu gehört, zu erahnen, was er sich „erlauben“ darf und was nicht.

    Die „Ultras“ versuchen sich aufzuspielen, versuchen, wie heinzkamke schon richtig Sprache, auszuloten, was man darf und was nicht. Wollen wir jetzt für jeden(!) neuen Spieler der von einem möglichen Rivalen kommt, solche bescheuerten Regeln haben? Nein, danke! So clever wie sich Neuer verhalten hat in dem er die „akzeptiert“, so idiotisch wars ansich vom Verein, das überhaupt zu zulassen. Schade…

  7. Ney sagt:

    Ja mei, wenn man sich mal die Verlautbarungen der Schickeria & Co im Original anschaut, sieht das doch alles weitaus harmloser aus, als es dargestellt wird. Eher nach einer Stelungnahme von Leuten, die dabei sind zurückzurudern, aber ihr Gesicht wahren wollen (intersssanterweise findet sich in den empörten online-Artikeln ja auch nie ein link direkt zur Quelle). Dass der Mirsanmir-FCB & Springerpresse da trotzdem wie programmiert im Dreieck springen, was soll’s, aber wieso hängt sich denn bloß der Rojek da rein?

  8. Tinneff sagt:

    Ich finde die Regeln überflüssig. Für Manuel Neuer wird Bayern München nie mehr als ein Arbeitgeber sein.

  9. nedfuller sagt:

    Die Grenzen ausloten beschreibt es glaube ich ganz gut.

    Und was ich richtig arm finde: Er „darf“ mit den Fans nicht mithalten? Also den CL Pokal im eigenen Stadion nach 4 gehaltenen Elfern nicht den Fans der Südkurve zeigen? Was ist das denn bitte für ein Scheiß (entschuldigt die Wortwahl).

    Es geht um Machtdemonstration. Auch wenn es sich vielleicht harmloser bei den Ultras anhört, es geht genau darum: Wie weit können wir gehen.

  10. matz sagt:

    Philipp Lahm hat ja bereits erklärt, dass die Mannschaft diese Regeln nicht akzepiert. Mit Recht. Man stelle sich vor: Herr Neuer sichert den Bayern im Elferschießen im eigenen Stadion die Champions League und stellt sich dann brav beiseite, wenn die Mannschaft in der Kurve feiert. Wer sich an die peinliche Szenerie unseres Pokalsiegs erinnert, weiß, wie einem sowas die Freude vergällen kann. Er darf sich in Interviews nicht zum Thema „Ultras“ äußern. Bitte??? Jede Wette, dass er nun von jedem Reporter darauf angesprochen wird.

    Man kann über den Sinn und Unsinn jeder dieser Regeln diskutieren. Nur zwei Dinge:
    Thorsten, wenn du schreibst, dass sich die Bayern-Fans verbitten, dass Herr Neuer vor der Kurve den Hampelmann macht, dann frage ich mich, wieviel Prozent der Fans diese Gruppen eigentlich ausmachen? Und ob diese Gruppen nicht seit Jahren dabei sind, die einzig gültige Definition von Fansein für sich in Anspruch zu nehmen und Regeln für die Kurve aufzustellen. Und jetzt Regeln für einzelne Spieler? Das geht mir eindeutig in die falsche Richtung. Ich schließe mich da allen an, die das Machtdemonstration nennen.
    An Herrn Neuers Stelle würde ich mir nach jedem Spiel einen dankbaren Jungen im Publikum suchen, der sich über sein Trikot freut.

    Ansonsten hoffe ich natürlich, dass dieser Konflikt über die ganze Saison weiter schwelt und die Leistung von Herrn Neuer ordentlich negativ beeinflusst. Soviel Eigennutz muss sein :-)

  11. zyniker sagt:

    Es gibt eigentlich nur eine Gruppierung, die einen Verhaltenskodex nötig hat: Diejenigen der Ultras, die Neuer Verhaltensweisen vorzuschreiben versuchen!
    Das ist nicht nur arm, das ist bodenlos unverschämt und zeugt von keiner guten Mutterstube, die ihren Kindern Werte wie Respekt, Toleranz und Anstand beizubringen versucht.

    Für mich sind diese Leute keine Fans, sondern „Seiende“ auf der Suche nach Geltung, die sie durch diese Aktionen am ehesten zu erfahren denken. Das erinnert und gleicht der Geschichte von Pausanias, der König Philipp ermordete, damit er durch die Tötung eines Mannes, der großartige Taten vollbracht hat (oder vollbringt), selber unsterblichen Ruhm erlangte.

    Unorthodox, aber effizient UND falsch!

  12. Resser Marker sagt:

    Die Erwartung der Ultra-Gruppierungen, eben auf solche Verbundenheitsgesten zu verzichten, halte ich für legitim. Dass diese Verhaltensregeln so dezidiert aufgestellt wurden, könnte möglicherweise damit zusammenhängen, dass Herr Neuers Anbiederei der letzten Wochen durchaus die Vermutung zuläßt, dass er sich in einem schwachen Moment doch zur Wappenküsserei o.ä. hinreissen läßt. Das wird ihm spätestens jetzt wohl nicht mehr passieren. Gut so. Wenigstens das.

  13. zyniker sagt:

    „Anbiederei“. Mal im Ernst, diese Wertung entspringt doch eher dem verletzten Stolz als einer rationalen Bewertungsweise. Konkrete Beispiele für „Anbiederung“?

  14. Kowski04 sagt:

    Der Bayern Keeper hat doch maßgeblich in Schalke alle instrumentalisiert um FM zu kicken und endlich seine Millionen in München zu scheffeln. Anstands. – oder Benimmregeln für so einen Charaker, köstlich.

  15. Resser Marker sagt:

    Na ja, man hörte von ihm, wie toll und professionell sein neuer Arbeitgeber ist, wie schön München ist, aber vor allem, wie er versucht, alles, was mit seinem früheren Verein zusammenhängt, zu relativieren – ich erspare uns an dieser Stelle eine wiederholte Aufzählung der Details. Dazu fällt mir nun mal der Begriff „Anbiederung“ ein.

  16. Suedkurve (Walter) sagt:

    Ich bin so froh wenn das alles endlich vorbei ist. Diese „Benimmregeln“ sind ein Witz, Punkt. Zwar war ich anfangs auch sehr skeptisch was Manuel Neuer anbelangt aber das wie die SM und co nun bringt ist … naja.

    Lahm hat ja jetzt klar Stellung bezogen und das ist auch gut so. Hatte mir auch gerade überlegt einen Artikel darüber zu schreiben aber habe es dann doch gelassen, besser so. Das Thema muss einfach ein vernünftiges (!) Ende finden.

  17. zyniker sagt:

    @Kowski04: Und MErkel hat den Twin-Tower weggebombt, die Videoeinstellung von Wembley haben Außerirdische verfälscht, der schiefe Turm von Pisa ist ein UFO und Udo Walz verkauft allen Toupets.
    Mit Sicherheit: Neuer ist der Grund, warum FM gehen musste. Stimme ich dir 100%ig zu.

    Gruß, Mark Zuckerberg

  18. Patrick (kaisergrantler) sagt:

    Fast jeder Profi ist auch ein Söldner, der zu einem Verein wechselt, weil er dort die meiste Kohle verdient. Also dürfte sich kaum ein Spieler erlauben, das Vereinswappen zu küssen. Übrigens finde ich fast keine Geste peinlicher, als diese. Es gibt nur eine handvoll Spieler, die sich diese Geste wirklich erlauben dürfen.

    Neuer ist ein kluger Kopf. Er würde sicherlich im Augenblick solche Gesten vermeiden und das wahrscheinlich auch in den nächsten Jahren beibehalten. Irgendwann wächst Gras über die Geschichte oder er wechselt doch ins Ausland, weil mit dem FCB International nichts zu holen ist.

  19. Di Ospeo sagt:

    Genau diese Gedanken hatte ich auch, deshalb fand ich es auch gar nicht so super, dass in den Medien von einem „lustig machen über die Bayern-Ultras“ auf dieser Facebook-Seite gesprochen wurde. Eigentlich haben sie nämlich recht mit dem was sie schreiben, und Herr Neuer hätte sich durchaus im klaren darüber sein können, als er diesen Vereinswechsel vollzog, wenngleich auch er gehofft hat, dass seine neuen Chefs das ganze für ihn regeln würden. Ich finde es gut, dass die Schickeria und co. sich nicht von ihrem Standpunkt haben abbringen lassen.

  20. Miasanmia sagt:

    Man kann es sich auch einfach machen und nur die Punkte bewerten, die man nachvollziehen kann.

  21. Ney sagt:

    Die ganze Diskussion hier bleibt ohne Mehrwert gegenüber dem Fazit von Thorsten:
    „Die Ultras der Münchener Bayern haben keinen Hohn für ihre Forderungen verdient, sondern Verständnis. Es geht um die letzte Spur von Akzeptanz der „Professionellen“ gegenüber denen, die mit ihrem Verein eine Einstellung verbinden.“

    Dass das für Vereinsvorstände oder die Springerpresse unverständlich ist, leuchtet ein, aber warum normale Vereinsanhänger sich hinreissen lassen, ebenfalls mit einzudreschen, ist mir ein Rätsel. Als wenn dieser kleine Rest von Fan-Autonomie irgendwen gewaltig bedrohen würde.

  22. PatschBella sagt:

    Nichts wie ungut Thorsten, aber das letzte das wir brauchen sind Schalker, die unseren minderbemittelten Ultras auf die Schulter klopfen.

    Es geht nicht darum ob Manuel Neuer sich ohnehin aus „Anstand“ zurückgehalten hätte. Es geht darum, dass hier ein grob geschätztes halbes Prozent der Bayern-Fans sich anmaßt derartige Dinge zu formulieren.

    Stell dir bitte in aller Ruhe vor, die Schalker Ultras hätten einen „Forderungskatalog“ an z.B. Christoph Metzelder gestellt. Hättest du dich nicht in Grund und Boden geschämt?

    Wirklich, ich kann deine Haltung dazu, wie sich Neuer aus diplomatischen Gründen verhalten sollte, durchaus verstehen. Aber Verständnis für diese Gruppe Deppen fordern, da gehst du zu weit.

    Kein Fan ist größer, wichtiger oder unersetzlicher als der andere. Genauso wie wir unsere Spieler nicht in vollwertige und halbe Teammitglieder einteilen.

    Und jetzt nochmal die harte Keule: (und ja, ich sehe euch alle mit den Augen rollen) Was, wenn Manuel Neuer nicht nur ein Junge aus Gelsenkirchen, sondern ein schwarzer Spieler, ein Moslem oder Gott bewahre, beides wäre?

    Wo kommen wir hin, wenn Fangruppierungen schon wegen der früheren Vereinszugehörigkeit eines Spielers so aufmucken? Ich will nicht drüber nachdenken.

  23. David sagt:

    Der neue Bayern-Torwart Manuel Neuer unterwirft sich einem Verhaltenskodex, den ihm einige Münchner Ultragruppierungen diktierten. TITANIC zitiert aus dem Regelkatalog:

    – Beim Verlesen der Namen vor dem Spiel dürfen die Fans weiterhin „Arschloch“ statt „Neuer“ und beim Abschlag „Arschloch! Wixer! Hurensohn!“ brüllen. Neuer muß dabei stets freundlich ins Publikum winken.
    – Sollten die Bayern mal einen Pokal oder ähnliches gewinnen, bekommt Neuer aber als einziger keine Medaille.
    – Im Training muß Neuer Schüsse von echten Bayern wie Robben, Ribery oder Gomez durchlassen, hat dabei aber so zu tun, als hätte er sich ganz doll angestrengt, um den Ball zu erwischen.
    – Neuer darf sein naßgeschwitztes Schalke-Unterhöschen nach dem Spiel nur auf die Haupttribüne werfen, nicht in die Fankurve.
    – Es ist dem Torwart nicht gestattet, beim Jubeln den eigenen Namen zu tanzen. Von dieser Regel ausgenommen sind Pokalspiele gegen Waldorf Mannheim.
    – Neuer muß pro Spiel genau einen Fehler machen, der aber nicht spielentscheidend sein darf, damit sich die Fans in ihrem Haß bestätigt fühlen, ätschibätsch.

    http://www.titanic-magazin.de/.....553e017036

  24. nedfuller sagt:

    was patschbella sagt finde ich den wichtigsten Punkt bei der ganzen Diskussion.

    Die Ultras sind nicht die Fans, noch nicht mal die Südkurve. Was erlauben die sich denn, für alle zu sprechen?

    Ich will für mich selber sprechen. Und wenn ein Spieler das Vereinswappen küsst, dann rolle ich mit den Augen. Oder pöble.
    Also: Ich mag Westermann nicht. Gefällt mir einfach nicht. Also schreibe ich jetzt einen Brief und spreche im Namen aller Fans aus Block 22C?

    Nein! Das geht zu weit.

    Sie können in ihrem Namen sprechen, sie können das von ihm fordern so viel sie wollen, aber deswegen können sie ihm doch nicht verbieten im eigenen Stadion zu feiern.

  25. eisenschleuder sagt:

    interessant find ich das thema schon und denke auch, dass spieler wie neuer und metzelder mit zurückhaltung und anstand gut beraten sind.
    was der selbsternannte harte kern in münchen im übrigen veranstaltet, juckt mich nicht weiter. einzig, dass ihr verhalten analogien zu dem unseres selbsternannten harten kerns aufweist. die sing-, tanz- und bastelgruppen ereifern sich aus meiner sicht über das verhalten einzelner profis, welches ihrem kodex zuwiderläuft, weil es selbsterwälte identität und peergroup in frage stellt.
    ich bin gespannt, wie man sich gegenüber neuer auf schalke verhalten wird.
    wird man ihm mit gesundem selbstbewusstsein ausgestattet respektvoll ignorieren können, oder bewirkt die innere verletztheit ob seines transfers eine emotionale verschiebung hinzu aggression (sprich auspfeifen und beschimpfungen)?

    @david
    hervorragend!

  26. DopeyDevil sagt:

    Ich kann mich hier nur Heinzkamke, Nedfuller & PatschBella anschließen, wie sich Neuer Verhält ist allein seine Sache. Will er glaubwürdig bleiben, wird er gewisse Dinge aus diesem „Katalog“ eh einhalten, einfach weil es sich nach dem „gesunden Menschenverstand“ so gehört. Will er aber das Wappen küssen & sich „bei den Eventfans einschleimen“, so kann er das ebenfalls. Das kann ich gut oder schlecht finden, aber mehr auch nicht.

    Sich hier in der Öffentlichkeit zu Positionieren, mit einem „Verhaltenskodex“, den ein Spieler zu befolgen hat, ist einfach nur peinlich und zeugt von spätpubertärer Selbstüberschätzung. Wie man es jetzt auch noch verharmlosen kann, dass sich gewisse Leute als die einzig wahren Fans, mit der einzig wahren Meinung & auch noch öffentlicher Weisungsbefugnis für Verein, Spieler & Fans positionieren, kann ich nicht verstehen.

    Sorry

  27. Bluehugo sagt:

    Selten hat mir einer Deiner Blogs so aus der Seele gesprochen.

  28. blues sagt:

    man sieht ja heute hier vor lauter rot fast das blau nicht mehr. deshalb für alle fcb-fans das foto von manuel neuer wie er die t-shirts mit dem aufdruck „kleine gruppe“ an die mitspieler verteilt. die halbe nordkurve trug diese im spiel gegen hamburg. eure ultras haben sich den manuel eben einfach ein wenig genauer angeschaut und festgestellt: im fehlt ein wenig der anstand.

    http://www.11freunde.de/bundesligen/132319

  29. Svenja sagt:

    Reden wir doch lieber über den Abgang von Raul nach England als nur über Bayern und vergangene Torhüter.

  30. Matthias sagt:

    Nach einem Jahr der offenen Briefe bei unseren Blauen freue ich mich diebisch darüber, dass diese Unsitte der Verallgemeinerung nun gen Süden gezogen ist. Allen Bayern-Freunden, die sich ganz sicher sind, im Sinne des gesamten Verein zu sprechen, erlaube ich hiermit förmlich, meinen „Offenen Brief zum ankreuzen“ vom Februar dieses Jahres zu verwenden. Einfach ein paar Namen und Forderungen austauschen, dann klappt das schon.

  31. Torsten sagt:

    Ach herrje, jetzt geht’s hier um richtige und unrichtige Fans? Die Ultras dürfen dies und das nicht, weil sie zu wenige sind, gemessen an … ja, woran gemessen eigentlich?

    Jeder will für sich sprechen? Warum tut er es nicht? Wenn er gehör finden will, sollte er sich mit denen, die seiner Meinung sind, zusammentun. Dann rufen die anderen wieder, dass sie für sich sprechen wollen. Merkst Du was, Ned?

    Zur tiefer gehenden Betrachtung der „alle Fans sind gleich“-Meinung empfehle ich den Text „Die Schalke-Fans“, vom geschätzten Kollegen Matthias in der Weide.

    PatschBella, diese „harte Keule“ offenbart die Ängste. Ob sie berechtigt sind oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber hier geht es nun mal ganz konkret nicht um Rassismus, sondern um die Kommunikation eines Spielers gegenüber Fußballfans und umgekehrt.

  32. nedfuller sagt:

    @Torsten
    Jeder will für sich sprechen. Ja.
    Die Gruppe spricht mit einer Stimme, sind ja wohl eine Gruppe, weil sie alle so um und bei der gleichen Meinung sind. Sonst wären sie ja nicht zu einer Gruppe zusammen gekommen.

    Die anderen, die gibt es doch jetzt auch. Die rufen doch schon. Tor! Scheiß Schiri, was auch immer.

    Es stellt sich doch aber keiner hin und verbietet einem Spieler in die Kurve zu gehen. In der Kurve stehen alle. Die Gruppe, die einzelnen, sogar (Achtung, böses Wort) Eventfans. Warum erdreistet sich jetzt eine Gruppe für alle zu sprechen? Etwas zu verbieten, obwohl nur eine Gruppe, meinetwegen auch zwei, das nicht wollen. Die Kurve ist nicht die Gruppe!
    Das verstehe ich nicht.

  33. Fanartikel sagt:

    […] Dogma, Into­le­ranz und Aggres­sion. Ein Inter­view habe ich gele­sen, und Texte über Ultras, Benimm­re­geln und Iden­ti­fi­ka­tion, ein biss­chen hat es gehol­fen, zumin­dest glaube ich das: Zwar […]

  34. Maddin sagt:

    Als ob es die Formulierung solcher Verhaltensregeln bedurft hätte…
    Nichts weiter als der verzweifelte Ruf nach Aufmerksamkeit seitens irgendwelcher Kommando-Lederhose-Ultra-Kunden.
    Gelesen, gelacht, gelöscht.

  35. BlauWeissNord sagt:

    Ich stimme dem überhaupt nicht zu. Mein Gott!?! Was sollen denn bitte die (Un)Werte der Ultras überhaupt sein? Entschuldigung, aber was muss man denn für ein unerfülltes Leben führen um seine ganze Existenz einem Fussballverein zu widmen?

    Da solle man sich besser gegen oder für Atomkraft, den Weltfrieden, Hunger, Krieg, Staatsverschuldung, Opferschutz, soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Völkerverständigung, Gesundheit, Umweltschutz, Tierschutz oder sonst irgendetwas Sinnvollem engagieren.

    Bei den meisten scheint die Fussballrealität noch nicht angekommen zu sein! Das ist ein Geschäft, ein Business, indem eine Ultrahaltung umgefähr so nachvollziehbar ist wie eine Fanzugehörigkeit zu Nestle, GlaxoSmithKline oder VW. Diese „Radikalisierung“ der Fangruppierungen ist äußerst bedenklich und tritt die (eigentlich substanzvollen) Werte des Sports mit Füßen. Dazu gehören Zugehörigkeit, Integration, Gemeinsamkeit und Zusammenhalt. Soll sich doch jeder voll mit der Gemeinschaft, der er angehört, indentifizieren. Als nächstes taucht bei Wechselgerüchten der wütende Mob vor den Häusern der Spieler auf und stellt Forderungen (wie bei Rooney in England).

    Jeder kleine Ultrafan hat als passiver Zuschauer natürlich die moralische Keule in der hand, wie man sich richtig zu verhalten hat. Wenn man selbst an Manus Stelle wäre, hätte man die Millionen und den beruflichen Erfolg natürlich abgelehnt. Ja, ne is klar! Niemand der es nicht schon anders gemacht hat, ist in der Position das zu verurteilen. Man wird ja nie die Gelegenheit haben es wirklich „besser“ machen zu können. Das ist doch unmenschlich, der arme Kerl ist jetzt bei Schalke und bei Bayern unten durch. Aber ihm wieder zujubeln, wenn er uns bei der nächsten EM den Arsch rettet. Das ist ja was anderes…

    @ Patschbella: Stimme dir zu! Hab beim Pokalfinale unsere moralische Schalkeelite mit ihrer Plautzenparade erlebt. Was war nochmal des kleinen Mannes Sonnenschein?

  36. Stefan (clubfans-united.de) sagt:

    In Teilen sind Deine Ausführungen durchaus nachvollziehbar. Dennoch schaden diese Ultras, was mich jetzt nicht wirklich stört :), mit dieser Farce ihrem Verein. Für außenstehende ist es gerade zu lächerlich was da gerade abläuft. Des weiteren könnten sie damit auch Manuel Neuer schaden, der sich wohl nur mit herausragenden Leistungen Kredit bei den Ultras zurückholen kann. Weitere Patzer so wie der im LigaTotal-Pokal könnten die Situation noch mehr verschärfen. Vergleiche gibt es genug. Blazek in Nürnberg oder Schäfer in Stuttgart.

    Allerdings muss ich auch betonen das sowohl die Vereinsführung sowie Manuel Neuer vor dem Wechsel lange wussten was auf sie zu kommt. Aber man wollte eben mit aller Gewalt….

  37. hoffedoc sagt:

    @BlauWeissNord

    Nein, das ist mir zu einfach.

    Ich habe z.B. vor einigen Monaten bei einem Menschen, der sich sehr wohl für Naturschutz, gegen Rassismus und gesellschaftlich relevante Fragen engagiert hat, gesehen, dass noch vor seinem Tod das Ja oder Nein eines Abstiegs von Eintracht Frankfurt das letzte Interesse war.

    Ich habe sowas schon öfter erlebt. Man sollte den Fußball nicht kleinreden. Es geht hier um Werte bei dieser Diskussion, um etwas, an dem Menschen sich aufrichten. Wenn übrigens die FIFA einen Aufruf gegen Rassismus macht im Vorfeld von Fußballspielen, erreichen sie VIEL eher die Menschen als wenn eine Partei das tut.

    Wenn Fußball das aber bewirken kann, dann sollte man die Menschen, die ihn tragen, auch ernst nehmen.

  38. PatschBella sagt:

    @Thorsten

    Du bringst da etwas durcheinander.

    Jeder Fan hat eine eigene Meinung, die er nach Gutdünken kommunizieren kann. Selbst eine radikale Gruppe darf eine Meinung haben und diese kommunizieren -> sich Gehör verschaffen.

    Dass diese Gruppe aber Regeln aufstellen will, die für eine ganze Kurve bzw. ein ganzes Stadion gelten ist eine Stufe höher.
    Plötzlich wird der Verein in diesen „Dialog“ miteinbezogen. Und genau in dem Moment ist die Grenze von „jeder Fan ist gleich“ überschritten.

    Die Ultras dürfen also gern Mitteilungen raus geben, Plakate schreiben, was auch immer. Wenn sie den Verein bzw. einen Spieler ansprechen, um diesem Regeln zu erlassen, sind die nicht mehr nur Fans. Sie versuchen sich in das Verhalten auf dem Platz einzumischen.

    Du sagst, es geht um die Kommunikation eines Fußballspielers gegenüber DEN FANS. Damit meinst du schon uns alle, oder? Genau das ist das Problem. Die Fans. Nicht DIE ULTRAS. Und WIR, DIE FANS, wollen nicht in eine Situation geraten, wo man sich zusammentun muss um dagegen zu intervenieren, dass eine kleine Gruppe versucht für einen Einzelfall Regeln aufzustellen, die für andere nicht gelten.

    Wenn dein Nachbar mit der Gemeindeverwaltung neue Bepflanzungsregeln für deine Straße aushandelt und die Verwaltung akzeptiert das so – fändest du das okay und würdest sagen „dann müssen wir uns halt dagegen zusammentun“, WIRKLICH? Wärst du nicht über den Vorgang an sich empört?

    Und zu der umgekehrten Kommunikation: niemand verbietet der Südkurve, Herrn Neuer nicht zu bejubeln. Wenn sie ihn ausbuhen wollen ist das zwar unsportlich, aber man kann sie nur schwer dafür verdammen.

  39. Ney sagt:

    Meine Güte, die Münchener Ultras haben ausgesagt, wenn Neuer auf Tänzchen an ihrem Zaun verzichtet, gibt’s gegen ihn keinen organisierten Protest von ihrer Seite. http://tinyurl.com/5sts6va

    Jetzt müssen sie sich deswegen in Sachen mangelnden Einsatzes gegen Staatsverschuldung verantworten, sich mit Rassisten vergleichen lassen, sich unterstellen lassen für alle sprechen zu wollen, und die kleine Mitteilung muss herhalten als ein größenwahnsinniger Versuch im Rahmen spätpubertärer Selbstüberschätzung [tm], lächerlich/peinlich/pp .

    Dass sich die Boulevardpresse im Sommerloch drauf stürzt, kann man ja noch verstehen. Aber dass auch hier wegen eines letzten Versuchs von Selbstermächtigung seitens einer eingefleischten Fangruppe die helle Panik ausbricht, ist bemerkenswert.

    Wir haben alle beim Event Fussball nix zu melden, aber diejenigen, die (auf falsche Art, meinetwegen) versuchen, sich dem zu widersetzen, kriegen den geballten Hass ab.

    Auf eine verquere Art auch wieder logisch.

  40. BlauWeissNord sagt:

    „Es geht hier um Werte bei dieser Diskussion, um etwas, an dem Menschen sich aufrichten.“ (hoffedoc)

    Welche ominösen Werte sollen das denn nun eigentlich sein? Blau und Weiss bis in den Tod? Das „Fanschaft“ anderes Engagment nicht ausschliesst, hab ich nicht gesagt. Das ist leider eine Unterstellung oder ein Missverständnis.

    „Jetzt müssen sie sich deswegen in Sachen mangelnden Einsatzes gegen Staatsverschuldung verantworten, sich mit Rassisten vergleichen lassen“ (Ney)

    Genauer lesen! Hat niemand behauptet, lol :) Mein Anliegen ist vielmehr, ob man einen Menschen abstraft, der es wagt, zwei unterschiedlichen (womöglich verfeindeten) Vereinen verbunden zu sein. Egal, ob er dem „Verein die Treue geschworen hat“ oder nicht, das ist zudem ein junger Mann, wie hätte er es denn besser wissen sollen! Man sollte diese Sachen einfach mal gelassener sehen (also Treueschwüre etc.). Es gibt eben wichtigere Dinge im Leben, das wollte ich damit sagen. Es ist nur ein Spiel, ein Geschäft, das andere machen. Sich da so zu versteigen ist doch völlig unnötig/unnütz.

  41. Patigol sagt:

    .. manche halten es eben wie Bill Shankly. Was man auch nicht unbedingt verurteilen muss.

    Some people think football is a matter of life and death. I don’t like that attitude. I can assure them it is much more serious than that.

    Mein bester Kumpel ist übrigens ´ne Zecke. So viel dazu…

  42. Reiner Edelmann sagt:

    Ähh, wer ist noch gleich Neuer?

    Freue mich übermorgen auf die Nummer 1, Ralf Fährmann.

  43. hoffedoc sagt:

    @BlauWeissNord und andere

    noch zweimal schlafen ..;-)

  44. HeinS04 sagt:

    Nun gut, 43 Kommentare lesen und nicht den Überblick zu verlieren ist gar nicht so einfach.
    Gab es jemals einen Spieler der sich so offen und über Jahre zu der Ultra-Szene(nicht Fan-Szene) seines Vereins bekannt hat?
    Mir ist niemand bekannt, selbst der Einzeller aus Doofmund identifiziert sich mehr mit seiner schönen Stadt als mit irgendwelchen speziellen Ultra-Gruppen.
    Herr Neuer bekommt nun die Konsequenzen präsentiert, sozusagen auf seinem Ultra-Niveau: Die eine Gruppe hat ihn rausgeschmissen, die andere will ihn nicht haben. Und er befindet sich, aus meiner Sicht völlig zu Recht, zwischen allen Stühlen.
    Und (vielleicht provoziere ich damit noch einmal 43 Kommentare…) Ultras kann man mögen oder nicht, mir z. B. geht der ständige SingSang immer zur Unzeit voll auf den Sack, aber ich respektiere Sie: Weil Sie ALLES für Ihren Club geben!

  45. Torsten sagt:

    Ultras kann man mögen oder nicht, mir z. B. geht der ständige SingSang immer zur Unzeit voll auf den Sack, aber ich respektiere Sie: Weil Sie ALLES für Ihren Club geben!

    +1

  46. Matthias sagt:

    Weil Sie ALLES für Ihren Club geben!

    Ersetze „ihren Club“ durch „ihre Sache“ – dann unterschreibe ich es.

    In Münster hat sich neulich keine zwei Wochen vor dem ersten Spiel in der Dritten Liga die bedeutendste Ultra-Gruppierung aufgelöst. Nicht aus Gründen, die etwas mit dem Verein zu tun haben, sondern aufgrund einer Spielregel im ungeschriebenen Ultras-Ehrenkodex.

    Alles für den Club?

  47. eisenschleuder sagt:

    so seh ich’s auch:
    singen, tanzen & basteln sind nicht „alles“, was der club braucht.
    wenn man sie respektieren will, dann für ihre konsequente bastel- und singbreitschaft. welchen wert man dem beimisst, entscheidet der betrachter. beim popeln findet man ja z.b. auch harte kerne. wer will, darf sie ehrfürchtig betrachten.

    und jetzt noch einmal schlafen.

  48. Bayer sagt:

    Bitte folgenden Satz nochmal überdenken:

    Nun verbitten sich die Bayern-Fans, dass Manuel Neuer vor der Bayern-Kurve den Hampelmann macht oder ihr Vereins-Wappen küsst

    Es geht hier nicht pauschal um die „Bayern-Fans“, sondern um vermutlich nicht mal 1 Promill davon. Sollte klar sein. Evtl. auch so gemeint, aber wie es da steht stimmt es nicht.

  49. ivo sagt:

    das einzige, was die bayern-ultras damit erreichen, ist, dass sich künftig spieler aller vereine doppelt überlegen werden, wie sehr sie sich auf den club, für den sie gerade spielen, einlassen, wie stark sie sich bekennen, damit sie bei einem wechsel nicht zur hass-figur werden. genau genommen schaffen diese benimmregeln, dieser ultra-druck genau das gegenteil dessen, was sie erreichen sollen, sie tragen mit dazu bei, dass spieler zu söldnern werden, und sich zunehmend weniger mit einem verein identifizieren. … – ob das gut oder schlecht ist, steht auf einem anderen blatt….

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