Es macht keinen Sinn, einen Spieler auf Schalke zu halten, der nicht mehr zufrieden ist.
… sagte westline.de gestern, hätte Horst Heldt gegenüber dem Medienhaus gesagt und bestätigt, dass Raúl den FC Schalke 04 noch bis zum 31.08. verlassen würde [Nachtrag dazu].
Der Berater hat mir mitgeteilt, dass Raúl nicht nach Blackburn wechseln will. Stand jetzt wird er auf Schalke bleiben.
… sagte bild.de kurze Zeit später, hätte Horst Heldt gegenüber der Zeitung gesagt.
Raul hat uns gesagt, dass er bei Schalke 04 bleiben möchte und uns gebeten, den Blackburn Rovers abzusagen. Dies haben wir bereits getan. Wir freuen uns, dass Raul auch künftig alles dazu beitragen will, dass wir sportlich erfolgreich sind.
… war noch etwas später bei schalke04.de zu lesen, hätte Horst Heldt gesagt.
Raul verzeihe nichts, hat Jorge Valdano, Real Madrids ehemaliger Sportdirektor einmal gesagt: „Ein Trainer, der ihn nur einmal nicht spielen lässt, ist für ihn ein Verräter, mit dem er kein Pardon kennt.“
… wusste us.online in diesem Blog vor rund einem Monat zu berichten.
Die entscheidende Frage ist, ob sich Raúl tatsächlich für Schalke oder nur gegen Blackburn entschieden hat. Um das zu beantworten ist es nicht damit getan, davon auszugehen, dass schon stimmen wird, was auf der immerhin offiziellen Homepage des Vereins zu lesen ist. Um das zu beantworten sollte man es sehen können, im Verhalten Raúls, in den nächsten Wochen.
Horst Heldt und Ralf Rangnick haben stets betont, Raúl verhalte sich ganz normal. Teile der Fans taten die ganze Diskussion um den angeblich missgestimmten Superstar als aufgeblähte Mediengeschichte, als Stimmungsmachen gegen den Verein ab. Dazu ist aber meines Erachtens absichtliches Wegschauen notwendig.
Ich habe mich in der letzten Saison nicht nur wegen seiner Fußballkunst, sondern auch wegen seiner Art in sein Spiel verliebt. Über Tore seiner Mannschaft freute Raúl sich wie ein Kind, über seine eigenen erst recht. Er war das Gegenteil von „Superstar“, er war der geniale Normale, der nach dem Spiel für jeden Reporter und jeden Fan ein Lächeln übrig hatte. Abgesehen von der Fußballkunst war er das Gegenteil von dem, als der er sich heute darstellt.
Welche Laus ihm über die Leber gelaufen ist, weiß ich natürlich auch nicht. Seine Position auf dem Platz unter Rangnick unterscheidet sich nicht zu der unter Magath. Nach Raúls ersten Spielen auf Schalke wurde darüber diskutiert, ob er sich nicht viel zu häufig ins Mittelfeld zurückfallen lassen würde. Sollte es tatsächlich um Rangnicks taktische Ausrichtung gehen, könnte ich das nicht verstehen.
Vielleicht ist etwas anderes vorgefallen. Vielleicht ist Raúl aber eben auch nicht zu 100% der Hurra-Normalgeniale, als welchen wir ihn nach der letzten Saison in die entsprechende Schublade gesteckt haben. Jetzt liest man viel von ihm als den „stolzen Spanier“, und die Beschreibung dient als Entschuldigung für ein Verhalten, das man von einem vermeintlich weniger stolzen Dänen oder Osteuropäer nicht dulden würde. Dem Normalen vom letzten Jahr würde man in der hiesigen Region mit dem Ellenbogen in die Seite hauen und zuraunen: „Komma klar und hör auf rumzuzicken“. Der stolze Spanier hingegen war auch schon in der Vergangenheit zu erkennen, und er wurde von Ronald Reng beschrieben, in einem Text, aus dem auch us.onlines Zitat (s.o.) stammt, und der doch leider viel zu sehr an Raúls derzeitiges Verhalten auf Schalke erinnert.
Ich würde mir wünschen, Raúl besinnt sich, lässt sich beklatschen und beraúlen, wie es in unseren Stadion üblich geworden ist, und hat noch ein tolles Jahr. Ich würde mich freuen, den auf kindliche Weise am Fußball Spaß habenden Genialen nochmal eine Saison lang feiern zu können, und ihm dann einen grandiosen Abschied zu bereiten.
Wenn er aber, warum auch immer, keinen Spaß an seinem Tun hier finden kann, dann soll er von mir aus auch gerne gehen, wohin auch immer, oder aufhören. Ich möchte, dass der Schwerpunkt in der Berichterstattung über Schalke auf dem gespielten Fußball liegt, nicht darauf, ob der Star den Trainer im Vorbeikommen angesehen hat oder nicht. Stolzer Spanier? Weiß ich zu achten. Aber wir sind stolze Schalker, und der Verein kommt stets an erster Stelle.