Die Geschichte eines Tabubruchs

Man mag den Partner wechseln oder zu einer anderen Religion konvertieren, aber seinem Fußballclub bleibt ein Fan treu! Bei mir war das anders. Vor ziemlich genau 10 Jahren lernte ich meine heutige Frau kennen und mit ihr erfolgte meine Öffnung zu den Königsblauen. Zuvor war ich Bayern-Fan. Auch noch im Mai 2001. Die Geschichte eines Tabubruchs. Meine Geschichte.

In Duisburg geboren, war der MSV der erste Verein in meinem Leben. Es waren die späten 70er, es war die Zeit vor dem ersten Abstieg, Spieler wie Rudi Seliger, Bobbel Büssers, Kurt Jara, Jan Gerd Heinze und vor allem Bernhard Dietz trugen das Zebra-Trikot. Auch mein erster Stadionbesuch fand im damaligen Wedaustadion statt. Mein Vater nahm mich mit. Weil mein Vater aber immer nur fußballinteressiert, nie aber echter Fan war, wurde der Besuch nicht als was wirklich Besonderes zelebriert. Tatsächlich kann ich mich nur daran erinnern, dass es stets ein großes Bohei gab, wenn der MSV gegen Bayern München oder Schalke 04 zu spielen hatte. Welches Spiel allerdings mein erstes Livespiel war, wie es ausging, was ich gut oder schlecht fand, kann ich nicht sagen. Ich habe schlicht keine Erinnerung an mein erstes Mal.

Ob ich mich daran erinnere oder ob es nur durch oftmalige Erzählungen meiner Eltern im Gedächtnis blieb weiß ich nicht, jedenfalls wurde mir irgendwann im Stadion Karl-Heinz Rummenigge als ein besonders guter Spieler vorgestellt, und am nächsten Tag fragte ich meine Mutter, ob dieser Verein denn nun aus Bayern oder aus München käme. Mein Interesse war geweckt und wurde durch Medienpräsenz geschürt. In Zeiten, in denen in der Sportschau kaum mehr als drei Spielzusammenfassungen gezeigt wurden waren die erfolgreichen Bayern immer dabei, der MSV eher selten. So kam das eine zum anderen. Ich wurde Bayern-Fan und sollte es lange bleiben.

Nun mag jeder „Fan“ definieren wie er will. Tatsächlich habe ich in meinem ganzen Leben lediglich ein Heimspiel des FC Bayern besucht. Ich fuhr ab und an zu Auswärtsspielen, wenn sie in den Westen kamen, und pflegte meine Fanschaft ansonsten per Fernsehgerät, was ab der Geburt des Privatfernsehens und der damit verbundenen, verstärkten Berichterstattung gut funktionierte. Obwohl selten live dabei, fühlte ich mich doch als echter Fan, der diskutierte, der für seine Meinung stritt und der nach Niederlagen sauer war.

Trotzdem fehlte mir das Liveerlebnis. Ich mochte „Stadion“ und ich mochte „Bundesliga“, ich mochte es, mit dem Radio im Stadion zu stehen, ein Spiel zu sehen und die anderen Spiele per WDR zu verfolgen. Mit einem Freund, seines Zeichens MSV-Fan und in Krefeld wohnend, fuhr ich regelmäßig zu Fußballspielen. Ich sah viele Erstligaspiele Bayer Uerdingens live, ich fuhr auch zu Oberliga-Auswärtsspielen des MSV, ich fuhr nach Bochum und nach Gelsenkirchen. Ich hegte stets Sympathien, vor allem für den MSV und für Bayer 05 Uerdingen, aber vor allem ging es um die Liebe zum Spiel, um den Fußball und um das Stadionerlebnis an sich. Ich mochte „meine Vereine“, aber sie titschten mich nicht an. Wenn Bayern München verlor, ärgerte mich das. Das war mein Gradmesser.

1991 spülte es mich im Ruhrstadion zu Bochum auf eine mit Schalkern vollgepackte Auswärtsfanstribüne. Schalke verlor 0:1, aber viel mehr Erinnerungen als an das Spiel habe ich an die Atmosphäre. Es war nicht mein erstes Schalke-Spiel, ich war zuvor schon einige Male im Parkstadion, auch 1989 gegen Blau-Weiß 90 Berlin, einem der wichtigsten Spiele der Schalker Vereinsgeschichte. Auch das war beeindruckend, aber nun stand ich erstmals mittendrin. Ich fühlte, ich gehörte nicht da hin, aber ich war hin und weg von der Stimmung, von den an mir vorbeifliegenden Armen beim „Attacke“-Ruf, von der Leidenschaft, von dieser gewaltigen Masse Blau-Weiß. Ich war so beeindruckt, dass ich mir noch dort im Stadion einen Schalke-Schal kaufte. Mein erster gekaufter Schal überhaupt. Ich trage ihn heute noch ab und an.

Damals legte ich ihn erstmal wieder weg. Das Spiel war wie Fremdgehen, so was tut man nicht, als Fußballfan. Spätestens nach der bald folgenden Winterpause hatte ich meine „Fußballhormone“ wieder im Griff. Was blieb war die Grundsympathie für Königsblau. Was in mir gor war die Unzufriedenheit mit dem TV-Fan-Dasein. Der Nährboden war bereitet, und doch dauerte es noch etwas.

Im Jahr 2000 ging meine damalige Ehe in die Brüche. Zwischen Mitte 2000 und Ende 2001 ging es in meinem Leben drunter und drüber, es gab wohl keine Phase in meinem Leben, in der mir Fußball unwichtiger gewesen wäre. Und so war es zwar in der Tat so, dass ich mich am besagten 19. Mai als Bayern-Fan bezeichnete, dass ich aber live nichts von den Ereignissen mitbekommen hatte und ihrer erst spät abends via Fernsehen gewahr wurde.

Den entscheidenden Dreh zum guten Heutigen bekam mein Leben dann im Oktober des gleichen Jahres. Ich lernte Frau Wieland kennen, zwar in Düsseldorf wohnend, aber wie der Zufall es wollte, eine Tochter Gelsenkirchens, ein Resser Mädchen. Mit einer neuen Frau bekommt man neue Bekannte geschenkt, aus denen bestenfalls Freunde werden. In meinem Fall waren diese Freunde nahezu alle Königsblau, wie dem eben so ist in Gelsenkirchen. Anfangs stand ich ihnen noch als Bayern-Fan gegenüber, aber meine Argumente gingen mir aus, denn eigentlich beneidete ich sie. Nur die Angst vor dem Unverständnis und ob der eigenen Vorstellung von (Fußball-)Moral wahrte ich noch meine Position. Bis ich entschied, mich gehen zu lassen.

Ich ging mit Schalker Freunden ins Stadion, und wieder, und wieder. Ich fühlte es wie 1991 und sperrte mich nicht mehr davor. Es fühlte sich gut an, live, rund, in sich stimmig, es war aufregend aber für mich doch irgendwie beruhigend, ein Ankommen.
Das in Worten zu erklären, jemandem der „nur mal so“ fragt, funktioniert nicht, weshalb ich mich verbal vielen Menschen, die mich noch als Bayern-Fan kannten, nie erklärte. Ein knappes „das hat sich so ergeben“ stellte sicher niemanden zufrieden, der ob meines oberflächlich betrachtet „spontanen Wechsels“ den Kopf schüttelte. Manchmal war mir das egal, manch Anderen gegenüber tat mir meine Unfähigkeit zur Erklärung richtiggehend leid. Auch ihretwegen gibt es nun hier diesen Text.

Tabubruch oder nur eine Entwicklung, nachvollziehbar oder unverständlich; heute mache ich mir über eine Wertung keine Gedanken mehr. Heute bin ich Schalker Vereinsmitglied aus Überzeugung und immer noch verliebt in diesen Club, egal welcher Mist einem ab und an widerfährt. Heute sitze ich im Stadion neben Freundin Kerstin, der besten Freundin meiner Frau, unserer Trauzeugin und Patin unseres Sohnes, und es fühlt sich an, als sei es die letzten 30 Jahre nie anders gewesen. Dies ist meine Geschichte, und heute bin ich mit mir im Reinen.






Links:
Heinz Geldermann hatte mich zu „Nullvier + 1 Fragen“ eingeladen, als ich bereits dabei war, diesen Text zu schreiben. Er war so freundlich, die Geduld aufzubringen, und seinen Blogbeitrag erst jetzt, parallel zu veröffentlichen. Die Antworten auf seine Fragen gibt es nun dort zu lesen:
neunzehnhundertvier.wordpress.org.com

Vor einiger Zeit fragte mich Marius aka supml, ob ich für sein Blog „Alles begann gegen Schweinfurt …“ einen Text zur Serie „Das erste Mal“ beisteuern möchte. Wie oben beschrieben fehlt mir dazu leider der Stoff. Gerne weise ich aber an dieser Stelle auf die schönen Texte anderer Schalker zum Thema hin:
Das erste Mal auf Schalke



66 Kommentare zu “Die Geschichte eines Tabubruchs”

  1. Nullvier +1 mit Torsten Wieland | neunzehnhundertvier sagt:

    [...] Heute der 05. Teil mit Torsten Wieland, der seit 2007 auf „Königsblog“ über Fußball und insbesondere Schalke schreibt schreibt und den man auf Twitter unter @TorstenWieland, bei Google+, … finden kann. Nachdem er zwischenzeitlich mit dem Königsblog eine kurze Auszeit genommen und – Gott sei Dank – wieder angefangen hat zu schreiben, gibt es dort heute, nach ca. 04 Jahren, seinen persönlichsten Bericht zu lesen. Jaja, mag man sagen, aber wer die Königsblog-Seite, wie ich, jeden Tag liest, der wird mehr als erstaunt sein! Aber zuerst hier weiterlesen, denn weil es so gut passt hat Torsten mir auch gleich noch die „nullvier + 1 Frage“ beantwortet. Also erst hier lesen und dann bei Torsten: [...]

  2. skAndy sagt:

    Wow… das macht mich baff. Danke für diese wahnsinnig ehrliche Geschichte.

  3. Oliver aka Paule sagt:

    Respekt Torsten!

    Für diesen Text und diese Offenheit. Da habe sogar ich, der Dich – blog- und fußballtechnisch seit 4-7 Jahren kennt – noch jede Menge Neues über Dich gelernt.

    Von mir wird es auch einmal so einen Text geben. Geplant für mein Buch-Projekt. Also in den Sternen…

    Zu Deinem “Wechsel”:

    Mach Dir keine Sorgen. Leute wie ich haben dafür Verständniss. Fußball hat mit Leidenschaft zu tun. Und Leidenschaft ist eine Emotion. Das Dein Schalke-Fan-Sein sich darauf gründete – Glückwunsch. Bei nicht wenigen Fans, die ihr Leben lang Fan eines Vereins sind und auch der Vater, Bruder, etc, sind Beweggründe vielleicht viel oberflächlicher (“Vererbung”).

    Davon ab: Jeder Jeck ist anders. Und das ist auch gut so!

  4. Kowski04 sagt:

    Respekt

    89 blau weiss ein meilenstein

    Glück auf

  5. heinzkamke sagt:

    Hut ab, Herr Wieland, Hut ab!

  6. skAndy sagt:

    Was aus dem Artikel so gar nicht kalr wird: Wie steht es denn heute um deine Nähe/Distanz zum FC Bayern? Ich erinner mich (sinngemäß) an Sätze wie “Sollte der FC Bayern München das Pokalfinale bestreiten ich dem Gegner die Daumen drücken.”

    Verstehe mich nicht falsch, ich will dich nicht festnageln oder so, ich finde das nur wahnsinnig interessant: Schüttelt man sowas einfach ab, weil es sowieso eher halbherzig war? Oder bleibt da nicht irgendwie eine Grundsympathie (Der Fall NEuer beweist ja gerade fast das Gegenteil)? Oder haben es einem die Bayern zwischendurch einfach sehr einfach gemacht, sich zu “entlieben”?

  7. O-Jay sagt:

    Jetzt bin ich platt. Eine solche Geschichte hatte ich ja mal so gar nicht auf dem Radar.

    Wobei ich eine nicht ganz unähnliche Entwicklung hinter mir habe. Der Verein des Herzens meiner Kindheit war nämlich der 1.FC Köln (Schumacher, Littbarski und Co. meine großen Helden). Ich war zwar schon in früheren Zeiten ab 1987 hin und wieder im Parkstadion (ist ja nur knappe 15 km von zuhause entfernt), richtig angefixt hat mich Schalke damals aber nicht. Der Wechsel nach 13 Jahren vollzog sich erst 1995. Ab da habe ich dann nahezu jedes Heimspiel vor Ort verfolgt.

  8. us.online sagt:

    @ O-Jay

    Du könntest mein Zwillingsbruder sein. War früher als Kind auch erst Köln “Fan” und wurde dann erst Schalker…

    Geständnisse über Geständnisse.

    BWG

    U.

  9. Andi sagt:

    Da möchte ich mich heinzkamke anschließen: Hut ab! Ich war ebenso überrascht wie erstaunt über diesen Text. Ich bin wirklich beeindruckt!

  10. Basti sagt:

    Wahnsinns Text. Danke für soviel Ehrlichkeit und Glückwunsch zum reinen Gewissen.
    Ich kenne viele die mit anderen Vereinen wie Köln, Bayern, Wolfsburg und auch Ürdingen angefangen haben. Alle sind irgendwann beim Schalke oder Dortmund hängen geblieben.
    Ich denke die Faszination der Fan-Kultur macht gerade im Ruhrpott den Unterschied.
    Für mich stellte sich die Frage nie, da ich quasi in mein Blau-Weißes Leben hineingeboren wurde.

  11. Henning sagt:

    Interessant und überraschend. Mir bleibt trotzdem unklar, wie so ein Wechsel von Statten gehen kann, wenn (!) man auch beim alten Verein mit dem Herzen dabei war. Daher möchte ich mich SkAndys Frage anschließen: Würdest du dich nun als Schalker und Bayern-Fan bezeichnen? Oder besteht für die Bazis nur noch eine Grundsympathie, wie wohl jeder sie für bestimmte andere Vereine neben dem S04 haben wird?

  12. Exil-Schalker sagt:

    Wow, ein höchst unerwartetes Coming-Out und nebenbei bemerkt auch eine schön kurze Autobiographie. Ich hoffe doch sehr, dass du beim nächsten Heimspiel ein bisschen mehr Respekt und etwas weniger Pfiffe bekommst als gewisse andere Personen ;)

    Meine Schalke-Leidenschaft habe ich geerbt. Mein Vater war schon immer Schalke-Sympathisant (jedenfalls erzählt er das so), obwohl er in der Nähe von Köln aufgewachsen ist und mit Fußball eigentlich auch nichts am Hut hatte. Nun ja, ich erinnere mich an eine Sportschau aus den 80ern (lt. fußballdaten.de wohl 1989), Tabelle der 2. Liga Schalke auf 6 oder 7 einen Platz hinter den Stuttgarter Kickers. Ich merkte eine gewisse Regung bei meinem Vater, wusste aber nicht genau, ob diese nun den Kickers oder Schalke galt. Ab dem nächsten Spieltag verfolgte ich das ganze etwas intensiver und auch wenn am Ende der Saison die Kickers auf 4 einen Platz vorne dran waren, blieb es bei der Schalke-Affinität. So gesehen, Glück gehabt, es hätte auch ganz bitter kommen können ;) Denn nach dem gemeinsamen Ausflug in die 1. Liga (91/92) folgten für die Stuttgarter eher dunkle Zeiten.

  13. sequencer sagt:

    Da hat man als Gelsenkirchener wenigstens einen Vorteil, wir sind am häufigsten krank (http://is.gd/W2Cwr0), wir sterben früher (http://is.gd/1pYKGS) aber die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass wir von Anfang an mit dem richtigen Verein (http://is.gd/8bvHR2) sympathisieren. ;-)

  14. matz sagt:

    Meine erste Liebe war Eintracht Gelsenkirchen (Regionalliga West). Natürlich im Schlepptau meines Vaters. Wäre der Verein nicht aufgelöst worden, hätte mir womöglich Schlimmes gedroht. Bockiges Außenseitertum in der eigenen Stadt.

  15. Andres sagt:

    ach die gelsenkirchener mädchen :-)
    schön, mir ging es ebenso. nicht dass ich von den bayern gekommen wär, blau-weisse sympathien hatte ich schon länger, aber als die bueranerin in mein leben trat, brachen die dämme. wunderbar

  16. Huge sagt:

    Herr Wieland als ehemaliger Bayern-Fan, das überrascht dann doch. Mal wieder eine schöne Geschichte.

  17. MarkusWiesbaden sagt:

    Letztendlich siegt das Gute. Respekt, wer hätte das gedacht…

  18. MAGsein sagt:

    So war das also, und so was kommt immer wieder vor. Meist in einem bestmmten Alter, dem Du am Stichtag, und das macht Deinen Fall dann doch zu einem ungewöhnlichen, längst entwachsen warst. Denn Buben scheinen voll auf Sieger abzufahren, und das ist im Fußball (leider) seit Jahrzehnten der FC Bayern. Meinem Neffen zum Beispiel habe ich, da war er gerade zwei Jahre alt, beigebracht, auf die Frage: “Wer ist der beste Torwart?” mit “Jens Lehmann” zu antworten. Beim Kicken auf der Gass rief er – als Freiburger Kindl – stets “Ich bin der Cardoso! Ich bin der Cardoso!”. Doch wenig später wechselte er auf die Ewige-Sieger-Seite, und das bis heute und ich befürchte für immer.

    Ich empfinde Vereinswechsel demnach als nichts Besonderes, nur was Deinen Fall so besonders macht: Es geschah im hohen Erwachsenenalter, und du kehrtest den stets Erfolgreichen den Rücken.

    Was ich ebenfalls sehr gut nachvollziehen kann, ist der Wunsch, Fußball im Stadion zu erleben. Deshalb stehe (mittlerweile sitze) ich seit vielen Jahren neben meinem Schwager im Dreisamstadion (wobei ich so die Schnauze von den vielen schlechten Spielen voll habe, dass ich nächste Saison wohl auf die Dauerkarte verzichten werde). Natürlich habe ich aus diesem Grund auch eine gewisse Bindung zum SC Freiburg entwickelt, doch mein Herz gehört nach wie vor Schalke.

    So nehme ich also Dein Outing mit viel Verständnis zur Kenntnis, nur eines stört mich wirklich daran: Mit Deinem Bekenntnis wirst Du viele Bayern-Fans erfreuen. Sie werden sich auf die krachledernen Schenkel patschen und sich zuraunen: Sieh an, der Wieland, (einer) DER Schalke-Blogger, einer der besten, ist irgendwie einer von uns. Passt.

  19. mberghoefer sagt:

    schön erzählte Geschichte. Ganz offen gesagt finde ich sie auch nicht besonders überraschend, denn es geht ja doch vielen “Auswärtigen” so oder so ähnlich, die nicht direkt als Zwerg schon in der Heimatstadt des späteren Lieblingsvereins vom Papa ins Stadion mitgenommen wurden. Die meisten anderen irren erstmal – sowohl herum als auch sich. :-)

  20. papajoe sagt:

    “Mal wieder eine schöne Geschichte.” … mit Happy End !

  21. nedfuller sagt:

    Was die Ultras wohl dazu sagen ;-)

    Meine Sozialisation als HSV Fan hat auch dunkle Seiten. Jeder durchlebt, gerade wenn man als junges Kind Fußball wahrnimmt, verschiedene Phasen des Fanseins.

    Als meine HSV Geschichte anfing, dauerte es 10 Jahre, bis ich das erste Mal live dabei war. Das prägt und ich glaube, daß es auch das wichtigste ist: Live die Kurve erleben, die Emotionen.

  22. skAndy sagt:

    Ich schon wieder. Irgendwie hast du mich verstört. Zumindest denke ich schon den ganzen Vormittag über deinen Text nach. Vor allem darüber, warum ich bisher ein so falsches Bild von dir hatte. Der Unantastbare. Der Überschalker. Schuld sind wohl aufgeschnappte Häppchen. Sätze wie “Das Beste, was ich über einen anderen Club sagen kann ist, dass ich ihn weniger doof als andere finde, bzw. dass er mir egal ist.” (Kommentar im Web 0.4). Manchmal hast du mich (wirklich) dazu gebracht, dass ich mich gefragt habe, ob ich überhaupt Schalker genug bin, um Schalke-Blogger zu sein. Verrückt. ICh werde wohl auch noch die zweite Tageshälfte damit beschäftigt sein.

  23. Basti sagt:

    SkAndy solche selbstzweifel hätte ich Dir aber auch nicht zugetraut.

    Und auch wenn ich und viele andere das nicht wollen:
    Vlt kann man ja hier auch einen Kontext zu M. Neuer herstellen/verstehen.

    Tabubruch. Frau aus Resse/München. Von der anderen Seite fasziniert. Ich will nichts hineininterpretieren aber: Vlt hilft es manchen ja mit diesem Text aus den eigenen Reihen das für uns so unfassbare zu verstehen.

  24. derwahrebaresi sagt:

    @basti

    das war auch meine erster gedanke, als ich diesen beitrag heute morgen gelesen habe …

  25. DeepBlue sagt:

    Sehr schöner Text. Offen und ehrlich. Nachvollziehbar und berührend.

    Mit den Geschichten, wie jeder Fussballfan zu dem Verein fand, mit dem er heute feiert und leidet, kann man vermutlich Bücher füllen.

    Wäre vielleicht sogar ein eigenes Blogthema wert.

    … und man kann einem ehemaligen Bayern-Fan nun wirklich nicht vorwerfen, dass er nach Jahren des Irrens schliesslich doch seine wahre Berufung fand, oder? ;-)

    Danke!

  26. Arne sagt:

    Überraschend.
    Toller Text, und wie man im Endeffekt zum “richtigen” Verein gefunden hat, ist ja auch egal… ;-)

  27. MAGsein sagt:

    @skAndy Kann Dich sehr gut verstehen, beschäftigt mich auch. Mir geht es aber eher so, dass ich nun meine, die doch zumeist sachliche Tonalität und die nicht selten um Ausgleich bemühte Haltung (vermeintlich) im Köngisblog besser einordnen zu können. Was natürlich Quatsch ist, denn woher soll ich das wissen, vielleicht ist der Torsten Wieland einfach so n Typ (und ja, ich weiß, man soll in deren Gegenwart nicht über Dritte schreiben ;-)) Und so denke ich ebenfalls über den Beitrag nach und hin und her…

  28. skAndy sagt:

    @Basti Naja, bezüglich dessen schon. Aber letzendlich kann ich mich darauf besinnen, dass die Qualitäten des Web 0.4 woanders liegen, als den Hardcore-Schalke-Geist zu zelebrieren. Ich kann halt dieses “Alles Scheiße außer Schalke” nicht, trotzdem ich im Parkstadion sozialisiert wurde…

  29. Links anne Ruhr (21.09.2011) » Pottblog sagt:

    [...] Die Geschichte eines Tabubruchs (Königsblog) – Zum Wechsel von Manuel Neuer vom FC Schalke 04 zum FC Bayern München. Siehe auch die DerWesten-Meldung: Unbekannte hängten strangulierte Manuel Neuer-Puppe an Brücke auf. [...]

  30. Basti sagt:

    @SkAndy
    Ach das verlangt ja auch keiner. Im grunde wird das glaube ich öfters geschrieben als es so gemeint wird. Auch als Schalker kann man sich für andere Klubs, ob In- oder Ausland, begeistern.
    Bei mir ist es auch so. Nur diese eine Liebe für Schalke wird nie ein anderer Verein erwecken können.

  31. joebu sagt:

    STAUN. Und auch lustig, beschäftigt mich irgendwie seit der Mittagspause. Was für eine Beichte. Natürlich schöne Geschichte. Da kann man nur sagen, lieber Torsten: willkommen im Club. :-) Und: Danke, Frau Wieland.

  32. Torsten sagt:

    Danke für die vielen Kommentare. Ich versuche mal, die gestellten Fragen zu beantworten …

    Wie steht es denn heute um deine Nähe/Distanz zum FC Bayern? Ich erinner mich (sinngemäß) an Sätze wie “Sollte der FC Bayern München das Pokalfinale bestreiten ich dem Gegner die Daumen drücken.”

    Mir bleibt trotzdem unklar, wie so ein Wechsel von Statten gehen kann, wenn (!) man auch beim alten Verein mit dem Herzen dabei war. Daher möchte ich mich SkAndys Frage anschließen: Würdest du dich nun als Schalker und Bayern-Fan bezeichnen? Oder besteht für die Bazis nur noch eine Grundsympathie, wie wohl jeder sie für bestimmte andere Vereine neben dem S04 haben wird?

    Nein, so würde ich mich keineswegs bezeichnen und es besteht nichtmal mehr Grundsympathie. Nicht mehr, wohlgemerkt, anfangs war dass sicher noch so. Das ist mit der Zeit umgeschlagen auf Grund der Häme und dem Gegeneinander zwischen diesen Clubs und deren Fans. Dass das so gekommen ist, und dass ich aber andererseits in den 90er fähig war, Schalke „Grundsympathisch“ zu finden, obwohl es auch damals die Häme und das Gegeneinander gab, kann ich mir auch nur mit der unterschiedlichen Intensität erklären, mit der ich es jeweils mitbekommen habe. Seit ich auf Schalke gehe habe ich vielmehr tatsächlich mitbekommen. Seit ich ein Blog schreibe, sauge ich erst recht alle Nachrichten und Fitzelchen auf, die irgendwer irgendwo bemerkt. Früher war das alles weniger intensiv, und bezüglich dessen, was mich beschäftigte, gab es damals für den Bayern-Fan noch andere, wichtigere „Gegner“ als Schalke 04. Aber auch wenn mein Erleben der Dinge weniger intensiv war, würde es einer Verleugnung gleichkommen, wenn ich nun behaupten würde, damals wäre ich nicht „mit dem Herzen dabei“ gewesen. Doch, damals habe ich mich auch als echten Fan wahrgenommen.

    Vor allem darüber, warum ich bisher ein so falsches Bild von dir hatte. Der Unantastbare. Der Überschalker. Schuld sind wohl aufgeschnappte Häppchen. Sätze wie “Das Beste, was ich über einen anderen Club sagen kann ist, dass ich ihn weniger doof als andere finde, bzw. dass er mir egal ist.” (Kommentar im Web 0.4). Manchmal hast du mich (wirklich) dazu gebracht, dass ich mich gefragt habe, ob ich überhaupt Schalker genug bin, um Schalke-Blogger zu sein. Verrückt. Ich werde wohl auch noch die zweite Tageshälfte damit beschäftigt sein.

    Mir geht es aber eher so, dass ich nun meine, die doch zumeist sachliche Tonalität und die nicht selten um Ausgleich bemühte Haltung (vermeintlich) im Köngisblog besser einordnen zu können. Was natürlich Quatsch ist, denn woher soll ich das wissen, vielleicht ist der Torsten Wieland einfach so n Typ (und ja, ich weiß, man soll in deren Gegenwart nicht über Dritte schreiben ;-)) Und so denke ich ebenfalls über den Beitrag nach und hin und her…

    Welches Bild jemand von mir hat kann ich nur bedingt beeinflussen, ebenso welche Erwartungen jemand an mich hat. Welches Bild ist es jetzt? Warum war das andere falsch? Welche Erwartungen gab es bis gestern, welche ab heute?
    An die Diskussion, aus der der zitierte Satz stammt, kann ich mich gut erinnern – für alle die mitreden möchten, das ganze fand hier statt … http://www.web04.de/2010/11/18...../#comments Dabei formulierte ich auch, dass es mir(!) bei der Sympathie/Antipathie-Sache zu anderen Clubs vor allem um die Beziehung und die Emotionen zu und zwischen den jeweiligen Fans geht. Der zitierte Satz ist tatsächlich nur ein Häppchen aus einer langen Diskussion. Vielleicht war der Satz auch überzogen und deshalb schlecht. Den Eindruck eines obertreuen Schalkers, der nichts anderes zulässt, wollte ich ganz bestimmt nicht erwecken.
    Eher ist es so, dass ich von Beginn an stets versucht habe, die Beiträge in meinem Blog möglichst sachlich zu halten. Das entstand aus dem Wissen, dass auch langjährige Freunde mein Blog lesen, und – bezogen auf diese Freunde – aus der oben beschriebenen Angst vor dem Unverständnis und weil mir bei Diskussionen um meine Gründe und Gefühle stets unwohl zumute war. Das wurde zum Merkmal für mein Blog, würde ich meinen, dass ich versuche meine Meinung zu den Dingen möglichst sachlich niederzuschreiben. Das heißt aber nicht, dass ich die Dinge nicht zuvor emotional erleben würde.

    Und auch wenn ich und viele andere das nicht wollen:
    Vlt kann man ja hier auch einen Kontext zu M. Neuer herstellen/verstehen.
    Tabubruch. Frau aus Resse/München. Von der anderen Seite fasziniert. Ich will nichts hineininterpretieren aber: Vlt hilft es manchen ja mit diesem Text aus den eigenen Reihen das für uns so unfassbare zu verstehen.

    Zu den Gründen Manuel Neuers kann ich keine Auskunft geben. Ich kann aber garantieren, dass es mir nicht um den Gewinn von Titeln ging und dass mir niemand Geld gezahlt hat.

    Ich bitte sehr um weitere Fragen, wenn es sie denn gibt, und bedaure es gleichzeitig, falls ich Dinge nicht klarstellen kann. Ich habe zuvor für keinen Blogbeitrag ähnlich lange gebraucht. Einfach weil mir klar ist, dass das für viele Leute schwer nachzuvollziehen ist.

  33. awe. sagt:

    Phantastischer Text. Danke dafür, auch wenn ich es nur in Ansätzen nachvollziehen kann, da ich von Geburt an meinen Verein hatte.

  34. Nick sagt:

    Ein toller Text! Ich finde es gar nicht so schwer nachzuvollziehen, dass man seinem Verein nahe sein will und nicht mehr Fan des FC Bayern sein möchte. Am ehesten wundert mich noch dein Alter zur Zeit des Wechsels. Aber es scheint für dich eine Umbruchphase gewesen zu sein und so ähnlich war das auch bei mir. Vor der Pubertät war ich Werder Bremen-Fan. Dann habe ich mich einige Jahre kaum für Fußball interessiert, bis ich so mit 17 zum BVB gekommen bin. Gut möglich, dass das auch etwas mit dem FC Bayern zu tun hatte. ;-)

  35. Teotor sagt:

    Dafür liebe ich diesen Blog! Immer wieder tolle Texte, mal weniger mal mehr tiefsinnige Betrachtungen und immer wieder mal die ein oder andere Überraschung. So wie dieses mal. Ich habe sehr geschmunzelt. Da ich die Liebe zu einem Verein (auch dem unseren) nicht auf die Stufe einer Religion stelle, sehe ich den Wechsel unseres Bloggers von den Bayern zu den Königsblauen entspannt. Da haben wir ja wirklich mal einen guten Transfer gelandet. Ich hoffe mal, die Ehe Wieland ist glücklich, nicht dass demnächst ein Mädel vom Borsigplatz … nicht auszudenken!

    @Torsten: Deine sachliche Art schätze ich sehr. Beim Spiel kann man sich aufregen und verbal auch mal über die Stränge schlagen.

    Auch ich habe zwei Lieblingsvereine. Der eine ist der, in dem ich selbst gekickt habe und heute versuche, Kindern die Freude am Fußball zu vermitteln. Und der andere ist Königsblau, nach dem 2001er-Erlebnis auch als Mitglied. Frage mich keiner, wie das kommt. Rheinländer, Vater Gladbach-Fan. Könnte schlimmer sein ;).

  36. corius sagt:

    Heiliger Strohsack! Das ist mal ‘ne Nachricht! Ich lese stets mit, kommentiere viel zu selten. Diesen Beitrag möchte ich nicht unkommentiert lassen. Er ist mutig. Ich bewundere, wie es dir gelingt, etwas in Worte zu fassen, das nur sehr schwer in Worte zu fassen ist! Respekt! Deine Geschichte stimmt mich ein wenig nachdenklich.

    Du hast den Verein gewechselt, du nennst es selbst Tabubruch. Du hattest selbst das größte Problem damit, richtig? Die Nachricht ist recht heftig und doch wirken deine Beweggründe schlüssig!
    Warum empfinde ich die Nachricht als heftig? Ich vermute, weil du einer von uns bist und ich nie in Betracht gezogen habe, dass du das einmal nicht warst. Ganz nüchtern betrachtet ist das kein Problem – ich habe in meinem Freundeskreis fast ausschließlich Fans anderer Vereine (Bayern, Dortmund, Juve, Darmstadt, K’lautern … – alles dabei).
    Und doch wär’s mir lieber, es hätte die bayerische Vorgeschichte nicht gegeben. Das sagt mein Gefühl. Das Problem ist eher folgender Natur:
    Dieser FC Bayern – er hat uns gerade erst unseren Torwart, einen von uns, genommen. Und er nimmt uns zwar Herrn Wieland nicht, hat ihn aber einmal gehabt. Ich gönne den Bayern dich, Torsten, nicht. Auch nicht nachträglich. ;)
    Nach längerem Überlegen erkenne ich, dass man es auch folgendermaßen sehen kann: Die Bayern haben Neuer, wir haben Torsten Wieland. Herr Tönnies würde sagen “wir haben dich den Bayern aus dem Rachen gezogen” – wobei “wir” in diesem Fall deine Frau meint. :)

    Was will man machen. Es ist eben nicht immer ganz einfach. Dies ist deine Geschichte. Ich lese so gerne hier im Blog, finde meine eigenen Einschätzungen, die ich niemals so gut in Worte gießen könnte, wieder oder bin angeregt, mir eine Meinung zu bilden. Ich werde auch künftig sehr gerne hier sein.

    Ich bin froh, dass deine Geschichte den “richtigen” Verlauf (Danke Frau Wieland!) genommen hat!

  37. Klaas sagt:

    Einmal mehr ein toller Text.

    Löste bei mir spontan eine Erinnerung an eine Bielefelder Imagekampgne aus

  38. Phil sagt:

    Mir geht’s da ähnlich wie skAndy: Die Story ging mir den Vormittag kaum noch aus dem Kopf. Besonders die Tatsache, dass du 2001, zwar nicht so ganz bei der Sache, auf der andere Seite gestanden hast. Schwer fassbar.
    Liegt wohl daran, dass dieser Tag bei mir irgendwie vielleicht die Komplettierung des Schalker-Seins gewesen ist. Mit 17 Jahren. Hört sich vielleicht blöd an, aber im Nachhinein ist es wohl so gewesen. Bei jemandem wie dir hätte ich dann eher ‘ne wilde Zweitliga-Story als Point-of-no-return erwartet. Hm.
    Glück gehabt, den Bayern würde ich so ein Blog nämlich nicht gönnen. Wirklich nicht.

  39. Oli P sagt:

    Jetzt weiß ich wenigstens wie es dazu kam und kann nur sagen: Meinen allergrößten Respekt vor Deiner Offenbarung. Auch wenn wir selten voneinander hören bzw. sehen, freue ich mich dennoch das wir auf der selben Seite stehen.
    Schönen abend noch.

    Gruß Oli

  40. Gregor sagt:

    Küss Deine Frau von uns.
    Es schaudert mich bei dem Gedanken du würdest den Blog für die Bayern schreiben.

  41. blues sagt:

    Gratulation zu Text und Wechsel!

  42. hoffedocS04 sagt:

    Schaue hier heute zum erstenmal rein und freue mich.

    Ihr seht ja meinen “zwiespältigen” Namen. Von meinem Arbeitsplatz im Rettungsdienst sehe ich auf die Rhein-Neckar Arena, in der ich freiwillig zu vielen Spielen und öfter beruflich bin. Ich verfolge Hoffenheim seit der Plan Hopps zum erstenmal publiziert wurde, war schon in dem winzigen Dietmar-Hopp-Stadion als Hoffenheim noch unterklassig war und habe die sechs Jahre Ralf Rangnick hautnah erlebt.

    (In der Jugend haben wir im “Rheinland” gewohnt, und da war ich Mönchengladbachfan. Die Bayern waren mir immer zu großkotzig, ich lehne sie ab seit ich mich überhaupt zurückerinnern kann. Für die Revierklubs hatte ich immer Sympathie, ohne Fan zu sein.)

    Dann bin ich Ralf Rangnick nach Schalke “gefolgt”, und es hat bei Schalke “gefunkt”. Im Sieg fühlt sich das Fansein bei beiden Vereinen zur Zeit noch gleich an, aber nicht nach einer Niederlage. Die sind auf Schalke unvergleichlich schlimmer, und ich möchte hier nicht mehr viele erleben;-)

    Ich fand Euch hier im Blog immer erstaunlich tolerant. Das erklärt sich jetzt aus diesen persönlichen Geschichten. Schön, hier gelandet zu sein.

  43. Oliver aka Paule sagt:

    @Phil: Ich muss Dich enttäuschen, es gibt “solche” Bayern-Blogs… ;-)

  44. skAndy sagt:

    Wollte gerade sagen. Die Bayern haben durchaus zwei, drei Blogger, die ich ihnen nichts gönne. Irgendwann mache ich auch nur noch das Web 95. Wenn Sie freitags nicht mehr so früh und montags so spät spielen ;)

    Zu deinen Antworten, Torsten. Nein, du kannst nichts dafür, und den Schuh wollte ich dir auch gar nicht reichen. Ich wollte lediglich meine Verwunderung zum Ausdruck bringen.

    Nun bin ich nur noch gespannt, wie der befreite Herr Wieland agiert. Derweil stelle ich mir ihn in Lederhosen vor. Nee. Lieber doch nicht.

  45. hellwach sagt:

    Ich finde die Geschichte witzig. So ein bisschen “coming out paradox”.
    Immerhin kann ich mir jetzt vorstellen, wie Frau Wieland es aushält, ihren Torsten mit einem Königsblog teilen zu müssen.

    Wenn meine Geschichte http://is.gd/t36qWZ auch eine ganz andere
    ist, ich beim Farbenwechsel noch ein Kind war, schmunzeln musste ich
    dennoch. Außerdem bin ich ganz fest davon überzeugt, dass Torsten sich
    am vergangenen Sonntag geärgert http://is.gd/pmxTae hat. Die Kommentare
    zum damaligen Beitrag sind übrigens auch noch einmal lesenswert.

    Off topic:

    @ hoffedoc Ich möchte eine zurückliegende Diskussionen nicht neu befeuern, dir aber gerne ein persönliches feed-back geben. Bei Interesse erreichst du mich unter mail [at] achim-helwig [.de]

  46. Gotteszahl sagt:

    Von der Pest zur Cholera. Ich persönlich finde, die Wahl des neuen Vereins hat in diesem Fall die Situation weder verschlimmert noch verbessert.

  47. Montana sagt:

    Beinahe hätten wir also ein Kaiserblog zu lesen bekommen… Ich vermute nur, es hätte mich nicht besonders gejuckt.

    Wow Torsten, erstmal Respekt für die Offenheit. Fußball bleibt die schönste NEBENsache der Welt. Du warst mal Bayer? Sch… drauf. Aber der Text geht ja weit über das Sportliche hinaus. Ich glaube nicht, dass ich das so hätte aufschreiben können.

    Unsere Vergangenheit macht uns zu denen, die wir sind. Ich kenne Dich quasi nicht, aber erlaube mir das Urteil, es hätte schlimmer kommen können. :)

    So sehr wie nie: Glück auf!

  48. MAGsein sagt:

    Eine Nacht drüber geschlafen, über die Frage, warum überhaupt das Geheimnis gelüftet wurde. Und dann plötzlich – alles klar: Erpressung, Verschwörung, unter Druck gesetzt von den Ehemaligen. Denen trau ich alles zu!

    @hoffedoc Ohne Dich zu kennen und ohne Dir nahe treten zu wollen: Aber Rangnick zu einem anderen Verein zu folgen, das ist nicht vergleichbar, für mich schwer nachvollziehbar, ja, das hat etwas leicht Absurdes. Warten wir also mal ab, wohin es Dich als nächstes verschlägt, wenn RR weiterzieht ;-)

  49. bonehead sagt:

    “Eher ist es so, dass ich von Beginn an stets versucht habe, die Beiträge in meinem Blog möglichst sachlich zu halten.”

    Und genau das ist der Grund, warum man als Nicht-Schalker hier so schön mitlesen und sich auch über die Schalker Seele informieren kann.

    Obwohl selbst ein Kind des Ruhrgebiets bin ich doch seit frühester Kindheit Bayern-Fan und werde das auch für immer bleiben. Keine Chance. ;-)

    Was mich aber interessieren würde, wie wären denn die Kommentare ausgefallen, wärest Du vom BVB zu S04 gewechselt? So einen Fall habe ich nämlich in meiner Familie….mein eigener Bruder! Unglaublich, oder?
    Wäre das vergleichbar oder schlimmer? Oder vielleicht sogar besser von wegen erfolgreicher Konversion?

    Schönen Gruß
    Ein ansonsten stiller Mitleser

  50. McP sagt:

    Interessante Geschichte, Torsten. In meinem Koordinatensystem würde ich Deine Wanderschaft aber nicht als Tabubruch bezeichnen. Allerdings wohne ich auch in einer Diaspora fernab des großen Bundesligafußballs. Hier ist es eher normal, dass man anfangs einen Verein um die Ecke hat. Dann adoptieren die Kinder oder Jugendlichen einen Verein, der medial präsent ist, weil man sonst nur in einer kleinen abgeschotteten Welt leben würde. Oft ist das dann Bayern, mit Abstand auch Werder oder jüngst Dortmund oder ganz früher HSV und Gladbach usw.

    Diese Phase ist durchaus auch leidenschaftlich, aber noch nicht nachhaltig. Das sind alles Vereine, in denen man selber gespielt hat oder die einen von den Eltern gegeben wurden, von den Medien, vom Umfeld. Es fehlt immer noch der Moment, wo man sich selbst einen Verein nimmt, Verein wird und dieses Bewußtsein dafür hat. Verein um die Ecke, Pubertätsverein und Verein fürs Leben müssen nicht zwingend unterschiedliche Namen tragen, aber die Phasen machen trotzdem viele durch. Und bei manchen dauert die Pubertätsphase länger an und bei einigen endet sie sogar niemals.

    Davon ab gibt es natürlich auch viele, die sich “entscheiden” nur grundsätzliches Interesse für Fußball zu haben und gar nicht in der Fanwelt ankommen.

  51. matz sagt:

    BIld meldet Rangnick-Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen ?

  52. Don Altobello sagt:

    Auf der Schalke-Website steht, dass Rangnick mit sofortiger Wirkung wegen eines Erschöpfungssyndroms zurückgetreten ist. Ich bin gerade zu konsterniert, um mir darüber, vor allem, wie es weitergeht, Gedanken zu machen. Auf jeden Fall halte ich das für eine Katastrophe was die weitere Entwicklung der Mannschaft angeht. Herrn Rangnick wünsche ich nichtsdestotrotz gute Besserung.

  53. Sportteil » Blog Archive » Geschichte keines Tabubruchs, aber trotzdem sagt:

    [...] Wieland hat gestern eine kleine Outing-Welle angestoßen, als er lesenswert beschrieb, wie er vom Bayern- zum Schalke-Fan wurde. Woraufhin sich LizasWelt mindestens ebenso sehenswert [...]

  54. Jan sagt:
  55. Torsten sagt:

    Da gehts weiter … könnte kotzen.
    ->
    Ralf Rangnick tritt zurück!

  56. Tag 1 nach Ralf Rangnick sagt:

    [...] Woche! Das Spiel gegen München, dass Neuer-Palaver. Dann der mir persönlich so wichtige Blogbeitrag mit so vielen Reaktionen. Und als ich gerade vor hatte, nur noch ruhig auf das nächste [...]

  57. Elbdeichrutscher sagt:

    Torsten, nach dem Einblick in Deine Schalkerwerdung hatte ich nicht gleich Zeit zum kommentieren, jetzt kommt es eigentlich zu spät, weil von RR überrollt – aber soviel in Kürze: Das ist mal wirklich erstaunlich…Glückwunsch zu dem Mut, das alles dem Web zu präsentieren!
    Glückwunsch an uns, Deine Leserschaft, dass Du “bekehrt” wurdest…und dass die Kreativpause nur eine Pause und kein Schluss war. Gerade die Sachlichkeit ist es, die mich anzieht (und die von Dir verlinkten anderen Blogs sind ja durchweg auch von hoher Qualität, auch das ist ein echter Gewinn).

    Ich wünsche noch viele schöne Erlebnisse auf, um, mit Schalke, über die zu schreiben Du nicht müde werden mögest!

  58. Jürgen sagt:

    Erst heute gelesen. Respekt für diesen Beitrag. Letztendlich ergeht es aber doch vielen so. Ich kenne einige, die schon in Bayernbettwäsche schliefen (nein, den Olaf meine ich dabei nicht). Bei den meisten endet die “Orientierungsphase” während der Adoleszenz. Ist man doch in der Kindheit – sofern nicht familiäre Orientierungen frühzeite prägen – opportunistisch und damit den medial überrepräsentierten, erfolgreichen Vereinen zugängig, so findet wenn, dann zumeist im Übergangsstadium in der Entwicklung von der Kindheit hin zum vollen Erwachsensein ein Richtungswechsel statt; oft verbunden mit einem emotionalen Stadionerlebnis. Im günstigsten Fall wird man eben Schalker (= Sozilisation GElungen).

    Bei dir wars eben etwas später der Fall… Vielen Dank für diesen interessanten offenen Text! Glück auf! :)

  59. Ney sagt:

    Hehe, stimmt, der Olaf Thon war ja auch “so einer”. Freuen wir uns also über den Gang der Dinge. Der FC Bayern hat keinen einzigen lesbaren Blog (IMHO), Schalke dafür den besten (IMHO).

  60. Jürgen sagt:

    Schalke hat neben dem “Königsblog” mehrere weitere sehr gute Blogs, die Thorsten oben auch verlinkt hat.

    Die Bayern sind auch nicht untätig. Ob lesbar oder nicht, muss jeder selbst entscheiden… :))

    http://fernglasfcb.blogspot.com/

  61. Ney sagt:

    Die anderen Schalkeblogs lese ich mit Gewinn, in dem Satz ging es aber um den meiner bescheidenen Meinung nach “besten”. Oder, na gut, als elativ: den sehr guten.

    Was den Link angeht: naja.

  62. Eine ereignisreiche Woche … | neunzehnhundertvier sagt:

    [...] propros Torsten Wieland: Das Outing der Woche … und dann ziehen so einige nach. Spannend. Ich „gestehe“ kurzfristige Sympathien [...]

  63. Trainer Baade » 9:2 – eins zu wenig für die neue Anzeigetafel sagt:

    [...] der fanmäßige Wandervogel Torsten Wieland, in jener Zeit Bayer 05 Uerdingen-Sympathisant, Erinnerungen an die Partie hat, ist ebenso [...]

  64. Dagobert sagt:

    Gerd Heinze, wenn schon. Aber die Unkenntnis ist hier nicht das Schlimmste, sondern diese ekelhafte Wendehalsigkeit!

  65. Torsten sagt:

    Der erste Basher, nach 15 Monaten. Ich hatte damals mit 15 Minuten gerechnet. Aber Gerd natürlich, wenn schon. Danke. Frohes Fest!

  66. Wenn Drei nicht reichen, dann eben 04 | Clubfans United - 1. FC Nürnberg sagt:

    [...] heimlich in diesen Club verliebt und mich erst ab Anfang der 2000er-Jahre dazu bekannt. Eine längere Geschichte, die hier nun den Rahmen sprengen würde. Wenn Schalke in der jüngeren Vergangenheit in der [...]

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