Huub wie Huub

Es ist nicht wichtig, was in der Vergangenheit gewesen ist.
Es ist wichtig, was heute ist und was morgen ist.

… sagte Schalkes neuer Trainer auf der Pressekonferenz zu seiner Inthronisierung.

Eine Pressekonferenz, in der Horst Heldts deutlichste und nachvollziehbarste Aussage war, dass Schalke einen unfertigen Kader hätte und man deshalb bezüglich des Trainers kein Experiment wagen wollte. Ansonsten, so hörte es sich an, basiert die Idee auf der Nachahmung des FC Bayern München, der schließlich auch einen älteren Trainer ein zweites Mal verpflichtet hat. Dünn. Keine sehr gute Präsentation, meines Erachtens.

Eine Pressekonferenz, auf der Huub Stevens Dinge sagte, die man in dieser Situation eben so sagt. Er wolle Erfolg haben, er wolle fortführen, was Ralf Rangnick angefangen habe, er wolle einen Fußball spielen lassen, mit dem sich die Fans identifizieren könnten. Dabei war er meines Erachtens keines Wegs so locker, wie ihn Kommentatoren gesehen haben wollen. Wie seit 15 Jahren immer wieder gesehen lehnte er sich zwischen den Fragen mit verschränkten Armen zurück, nahm Abwehrhaltung ein. Wenn es um das Spiel, den Fußball an sich ging, wenn er Sätze sagte in denen „das war damals so und das ist auch heute so“ vorkamen, lehnte er sich vor und formulierte überdeutlich, scharf, verteidigend.
Huub Stevens fühlte sich bei diesen Fragen nicht wohl. Vielleicht weil er sich auf Pressekonferenzen generell nicht wohl fühlt, vielleicht weil ihm die Fragen nach „modernem Fußball“ mit der Unterstellung, er könne ihn nicht spielen lassen, einfach auf den Sack gehen, was durchaus nachvollziehbar wäre.

Es ist nicht wichtig, was in der Vergangenheit gewesen ist. Es ist wichtig, was heute ist und was morgen ist. Morgen ist immerhin Fußball. Ein perfektes Spiel für einen neuen Trainer, ein netter Rahmen, ein durchaus wichtiges Spiel gegen einen nicht allzu stark zu erwartenden Gegner. In den nächsten vier Wochen geht’s gegen Hamburg, Lautern und Leverkusen. Dann werden wir alle einschätzen können, wohin die spielerisch/taktische Reise geht. Ma’kucken. Wir können eh nichts dran ändern.



44 Kommentare zu “Huub wie Huub”

  1. Spook sagt:

    Je nach dem, wie man die von Dir als Zitat vorangestellten Sätze liest, kann man sie entweder als „Schwamm über meinen früheren Stil“ oder aber auch als Kampfansage gegen eine Fortführung des Rangnick-Konzepts verstehen. Spontan hatte ich sie im zweiten Sinne verstanden und dachte: Was für eine Provokation! Was für eine Arroganz! Aber im Gesamtkontext ist es wohl eher als ein Versuch zu sehen, die Wogen und Befürchtungen so vieler Kritiker zu glätten, die Stevens nicht recht zutrauen, seinen Stil und sein fußballerisches Verständnis weiterentwickelt zu haben. Hierzu zähle ich mich auch, mit Abstrichen – und der Hoffnung, dass ich vom Gegenteil überzeugt werde.
    Du beobachtest wie gewohnt genau, machst den Versuch einer Deutung von Stevens Körperhaltung, Gestus und Auftreten … und stellst letztlich fest, dass eine Interpretation nur Spekulation bleibt. Und das ist genau der Punkt: „Ma’kucken.“ Vielleicht sollten wir alle einen Gang zurückschalten und erst mal kucken, was da so kommt – wäre ja denkbar, dass Stevens es selbst noch gar nicht klar hat…

  2. blues sagt:

    Ich bin sehr skeptisch. Der Mann ist Mythos. Der Mann ist kein Kommunikator. Er sei ein Teamplayer. Ich habe im Internet erfolglos etwas zu seinem Spielverständnis und zu seiner Spielphilosophie gesucht. Viel habe ich nicht gefunden. Vielleicht ist er ja Motivator. Ich bin jetzt mal leise und warte ab.

  3. Torsten sagt:

    Oh, dass das Zitat als Aussage gegen die Arbeit Rangnicks interpretiert werden kann, habe ich nicht bedacht. Nein, so hatte es Huub Stevens nicht gemeint. Die Sätze fielen nach Frage zu seiner eigenen, früheren Tätigkeit auf Schalke.

    Ich habe diese Sätze zitiert, weil es zu der Hoffnung passt, die gestern in vielen Kommentaren zum Ausdruck kam. Nicht nur von Horst Heldt, auch von den Lesern hier kam der Vegleich mit Heynckes, häufig mit der Hoffnung, auch Huub Stevens sei ein wenig lockerer geworden und habe seinen Fußball weiterentwickelt.

    Meines Erachtens konnte man in der PK sehen, dass Huub Stevens vom Typ her erstmal genauso ist, wie er sich immer präsentiert hat. Das ist meines Erachtens deutlich, hier muss nicht spekuliert werden. Wie es auf dem Platz aussehen wird ist aber natürlich eine andere Sache, dazu das ma’kucken. An meinem schlechten Gefühl hat sich bislang nichts geändert. Ich freue mich jetzt tatsächlich auf das morgige Spiel, weil .. siehe Stevens-Zitat ganz oben ;)

  4. McP sagt:

    Wenn dann noch Sätze fallen wie: „Ich hoffe, ich habe auch ein Konzept. Ob alt oder modern – am Ende ist der Fußball immer der gleiche…“ klingt das schon sehr rehhagelig. Wie auch immer. Der König ist tot. Es lebe der König! Huub, Schalke huub!

  5. The Voice sagt:

    Man kann dieses Zitat auch so verstehen, dass die Erfolge der Vergangenheit (unter Stevens) heute nichts mehr zählen -in Sinne von Vorschusslorbeeren- sondern er nun wieder bei Null anfängt. So habe ich es zumindest verstanden und da muss ich sagen, da gebe ich ihm völlig Recht.

  6. Torsten sagt:

    @TheVoice:
    Ja, so war das zu verstehen, siehe meinen Kommentar „08:59 Uhr“.

    „Ich hoffe, ich habe auch ein Konzept. Ob alt oder modern – am Ende ist der Fußball immer der gleiche…“ klingt das schon sehr rehhagelig.

    In der Tat. Jeder dieser Sätze ein Knuff in meine Magengrube bei ansehen der PK.

  7. Kowski04 sagt:

    Stimme dem leider voll und ganz zu.

    Warum kann Schalke seine risiegen Potentiale nicht einmal nutzen und notwendige Strategien definieren und leben?

  8. MAGsein sagt:

    Hatte in den letzten Tagen leider nicht die Zeit, hier wie sonst und wie es sich eigentlich gehört(nämlich aufmerksamst!) mitzulesen. Deshalb wiederhole ich vielleicht bereits Geschriebenes, aber ich muss ja auch irgendwo mein armes, bedrücktes Herz ausschütten.

    Während der wenigen Tage Trainersuche, schrieb ich in einem Tweet vom „Fels in der Schalker Brandung Horst Heldt“. Dieser Fels, an den ich mich geklammert habe, bröckelt nun schwer und gibt mir nicht mehr den Halt, den ich gerade jetzt, nach Rangnicks Rücktritt, um so dringlicher gebraucht hätte.

    Eines ist aber auch klar: Eichkorn ist kein Cardoso, deshalb musste Heldt auf jeden Fall eine schnellere Lösung für den Posten finden als etwa der HSV.

    In meinem privaten Schalker Freundeskreis reagierte man auf die Entscheidung, will man es freundlich ausdrücken, verhalten bis, will man es benennen, enttäuscht („Zum Kotzen.“). Wir diskutieren nicht einmal über die Personalie, was soll man zu Stevens auch Neues sagen? Ach, wie sehr hätte ich mir einen Solbakken gewünscht! Da muss es doch noch mehr davon geben, irgendwo in den skandinavischen Wäldern… Träume aus Schaum.

    Dass es angeblich viele gibt, die sich tatsächlich auf Stevens freuen, darauf wäre ich nie gekommen, das musste ich gestern von Sport1 erfahren.

    Trotz aller Skepsis: Ich kann mir nicht vorstellen, dass Heldt gänzlich vom eingeschlagenen, offensiven Weg abgekommen ist. Und Stevens steht sowohl seitens der Medien als auch seitens der Fans und der Branche schwer unter dem Druck, zu beweisen, dass er nicht mehr der Altvordere ist.

    Darauf ein etwas heiser gekrächztes Glück auf!

  9. Ney sagt:

    Ich suchte dringend nach einem Satz, der mein Unbehagen lindert.

    „Ma’kucken. Wir können eh nichts dran ändern.“

    hilft mir erstmal über den Rest der Woche. Bedankt.

  10. RWDJojo sagt:

    Ich mag den Huub, weil er sich von den Pressefuzzis nichts erzählen lässt. Der hat 20 mal mehr Ahnung vom Fußball als alle Schreiber und Leser hier zusammen. Also Ball flachhalten und lasst den mal machen.

    Unter Rangnick war auch nicht alles toll und von den sogenannten Konzepttrainern hatte auch noch keiner anhaltenden Erfolg. Und erfolgreicher Fußball is das was Schalke braucht. Wenn Schalke Meister wird und jedes Spiel dreckig und knapp gewinnt, ist’s mir auch recht!!!

  11. BlauWeissNord sagt:

    Huub wird seinen eigenen Weg gehen, was auch gut so ist. Mal sehen, vielleicht ist er in der Lage einen Jurado zu motivieren, Ragnick hat es ja ganz offensichtlich nicht geschafft. Kluge und Jones werden jetzt sicherlich Konjunktur haben, aber der wird schon keinen Libero bringen :P

    Ragnicks Offensivausrichtung drohte auch bereits in ein ungesunden Offensivfanatismus im van Gaalschen Sinne abzudriften. Gerade gegen spielerisch stärkere Mannschaften gewinnt man so keinen Blumentopf, da hilft nur eine taktische Ausrichtung wie Schalke-Bayern Pokalhalbfinale 2010/2011.

    Vielleicht findet Huub auch mal zu mehr Konstanz, so dass diese gefährlichen Leistungsschwankungen zwischen den Halbzeiten aufhören.

    Und viel schlauer sind wir vermutlich erst am Ende der Saison und nicht schon nächste Woche. Auch Huub muss Zeit zugestanden werden, im positiven wie im negativen Sinne.

    Huub wird die Balance bringen :)

  12. Torsten sagt:

    Die Kommentare zeigen: Der „Konzepttrainer“ ist 2011 die „Abwehrkette“ von 1995.

  13. Felix sagt:

    also mich haben die gestrigen aussagen meine skepsis weiter verstärkt. Es macht den Anschein, als wenn Huub ganz kalr der Meinung ist, seine Konzepte weder zu verändern noch in Frage zu stellen. Die Aussagen bzgl. einer modernen Form von Offensivfussball, wurden eher gezwungernermaßen und alibimäßig gefällt. Mal Abwarten… Das Ergebnis bzw. die Handschrift des Trainers wird man eh erst in ein paar Spieltagen sehen…

    Wie du schon sagtest Torsten….Ändern können wir eh nichts

  14. Das Orakel Patigol sagt:

    Ich wage mal einen zugegeben pessimistischen Ausblick:
    Torsten hat recht, Schalke wird um Jahre zurückgeworfen. Stevens ist dann Vergangenheit und das Projekt mit attraktivem Fußball wird dann wieder fortgesetzt. Horst Heldt trägt eine Mitschuld – warum wird nicht ein Trainer gesucht, der eine Philosophie fortführt?! Konnte mich mit dem Projekt von Held und RR identifizieren – reinen Ergebnisfußball wünsche ich mir nicht, auch wenn dieser erfolgreich ist.

  15. Henning sagt:

    Interessant wäre ja mal der Kommentar einer Beobachters von Red Bull Salzburg bzw. eines Bloggrs dieses Vereins zur Spielweise, die Stevens dort etabliert hatte. Immerhin sind sie 2010 Meisterund er zum Trainer des jahres gewählt worden. Die bilanz aus 36 Spielen war:

    22 Siege, 10 Unentschieden, 4 Niederlagen, bei 68:27 Toren

    Soo defensiv wirkt das nicht!

  16. bernd sagt:

    hier ein zitat von einem salzburger zur spielweise letztes jahr:

    „Selbst wenn schnell von Defensive auf Offensive umgeschalten werden könnte (was im Salzburgerspiel sowieso fast nie der Fall ist, weil die Spieler es schlicht und ergreifend nicht dürfen) muss zuerst immer ein Spieler angepsielt werden, der mit dem Rücken zum Tor steht, was logischerweise den Schwung aus dem Konter nimmt. Und genau diese defensive Ausrichtung sorgt dafür, dass Salzburger Tore entweder aus Schwegler-Einwürfen oder nach sonstigen Standards resultieren.“

    link: http://www.transfermarkt.de/de.....eite2.html

  17. McP sagt:

    Meine Skepsis bezüglich Stevens ist nicht, dass er nun besonders defensiv spielen lassen oder ein vermeintliches Offensivkonzept nicht weiter verfolgen will. Die Sorge ist eher, dass er nicht in der Lage ist, alle Vorteile moderner Spielsysteme auszunutzen. Dass etwa ein höherer individueller Aufwand notwendig ist für Ballgewinne, dass diese durchschnittlich auch tiefer stattfinden, dass mehr Aufwand nötig ist, um Chancen zu kreieren, dass er halt die Mannschaftsleistung nicht besser machen kann, als die Summe der einzelnen Teile, dass sich da am Ende Systemverluste von 10-15% summieren.

    10-15% bedeuten, dass man letztlich mit einen Spieler weniger spielt, dass es schwerer fällt, gegen schwächere Mannschaften zu gewinnen, mehr Unentschieden und Niederlagen als notwendig. Und gegen Mannschaften, die vom Spielerpotenzial auf gleicher Höhe sind, bleibt einem dann gar nichts anderes als eine defensive Ausrichtung übrig. Was will man denn sonst machen mit 10 gegen 11? Meine Bedenken sind also weniger, was Stevens will, sondern was er kann.

  18. Gorden sagt:

    Stevens als Trainer zu präsentieren halte ich für eine gelungene Entscheidung. Die Glorifizierung von sog. Konzepttrainern mag ich dagegen nicht mehr hören bzw. lesen. Wer sind den diese Trainer. Ein Tuchel etwa, dessen Manschaft regelmäßig nach 75 Minuten einbricht?
    Die Wahrheit ist doch viel simpler. Es gibt zwei Arten Fußball zu spielen. Die erfolgreiche und die erfolglose Art. Man kann doch dem Favre keine Konzeptlosigkeit vorwerfen, weil er das beste aus seiner Mannschaft herausholt in dem er gnadenlos auf Defensive und Konterfußball setzt.
    Bei Huub sehe ich das ähnlich. Er wird den Fußball spielen lassen, der den meisten Erfolg verspricht. Sechs Jahre war er bei uns. Jeder erinnert sich gerne an 96-98. Als wir mit Defenivfußball erfolgreich waren. Genauso erinnert sich jeder gerne an 00-02. Als wir mit Offensivfußball die Liga aufmischten. Ein Unbehagen bleibt eigentlich nur, wenn man an die Saison 99/00 denkt. Aber dafür ist unser Kader eigentlich viel zu gut.

  19. Blauer Ys sagt:

    Gorden, Du sprichst mir ziemlich aus der Seele! Neben Huub, dem die ganze Philosophiererei über „modernen Fussball“ und sog. „Konzepttrainer“ vielleicht auf den Sack geht, wie Torsten meiner Meinung nach ganz richtig vermutet, kann ich das ganze Geschwafel auch nicht mehr hören!

    Alle wollen jetzt so einen „Konzepttrainer“ wie den BeKloppten, weil der eben letztes Jahr mal Meister geworden ist. Aber wo stehen die denn jetzt, das schwarz-gelbe HB-Männchen und sein Kollege Tuchel aus Mainz? Und was liefern die ab? Und wer steht denn da ganz oben und kann angeblich auf seinem Weg zur Meisterschaft überhaupt nicht mehr gefährdet werden?

    Ich diskutiere auch gern theoretisch über Fussball, bin aber meilenweit davon entfernt, mir einzubilden, die gleichen Skills wie ein guter Profi-Trainer zu haben. Deswegen spreche ich auch nicht über „Systemverluste von 10-15%“ oder ähnlich schräge Theorien.

    Mir gefällt gut, was RWDJojo sagt (sorry, ich weiß leider nicht, wie man ein Zitat richtig einfügt):

    „Ich mag den Huub… Der hat 20 mal mehr Ahnung vom Fußball als alle Schreiber und Leser hier zusammen. Also Ball flachhalten und lasst den mal machen.“

    So isses!

    Ich sage es, ohne es mit einer Fussball-Theorie belegen zu können: Aber ich glaube, jetzt kommt eine gute Zeit für uns Blauen! Der Huub ist cool, das wird schon! Und er ist irgendwie halt schon einer von uns, das finde ich wichtig und positiv!

    So toll war es mit Ragnick auch nicht! Wenn ich an das Bayern-Spiel denke, wird immer noch ganz übel und ich bin aus meinem geliebten Block P mit vielen anderen unter den Worten „scheiss Konzeptfussball“ aus dem Stadion gegangen (weit nach dem Abpfiff, übrigens),

    Also, lasst uns doch mal abwarten und erstmal freuen! Ärgern können wir uns immer noch, wenn es dann nicht geklappt hat! Machen wir ja dann sowieso…

  20. Maddin sagt:

    Ich kann diesen ganzen Quatsch von jung-dynamisch-systemspielenden-Philosophietrainern nicht mehr hören! Ich bin wahrlich kein Freund davon alte Lieben wieder aufzuwärmen, aber offensichtlich war niemand anderes verfügbar. Den Vertrag bis 2013 könnte man auch als Platzhalter-Vertrag deuten, bis RR wieder fit ist. Man könnte sagen: Hey Horst, is keine Ideallösung, aber eine mit der man mittelfristig leben kann. Könnte man, wenn man denn will. Man kann aber auch tagelang meckern und Körpersprache interpretieren. Im Meckern sind wir ja ganz groß! Jetzt ist der Horst, der eben noch alle Ladenhüter los geworden ist und doch bisher so einen super Job gemacht hat, auf einmal „gescheitert“. Nur weil er einen Stevens einem etwaigen Rutten-2.0-Experiment vorzieht….
    Klopp lässt sich nunmal nicht klonen, so sieht es doch aus.

  21. Bernhard sagt:

    Also – „wir“ hatten den Herrn Stevens ja vorher hier in Salzburg als Trainer. („Wir“ meine ich als Anrainer und sozusagen Fan.)

    Ich verstehe, dass nicht jeder die Idee gut fand, dass er neuer Schalke-Trainer wird. Ich verstehe auch, dass er nicht bei allen gut ankommt – gerade bei Pressekonferenzen wirkt er schnell mürrisch und leicht gereizt.

    Zudem wird seine Philosophie, dass er gerne lieber hinten eine 0 hat, als vorne 3 Dinger, schnell mal als altmodisch bezeichnet. (So grob unterscheidet sich das aber auch von Guardiola nicht. ;))

    Ich persönlich aber finde, dass Stevens als Trainer für Schalke derzeit durchaus ein guter ist.

    Als Erstes muss man betonen, dass er sich bedingungslos vor seine Spieler stellt und die absolut in Schutz nimmt. Gerade so ein Kader wie Schalke braucht das.

    Zweitens kennt er natürlich die Schalker Mentalität – er muss nicht lange Zeit damit verbringen, sich ins Gefüge einzubinden.

    Drittens wird seine eher defensivere Spielweise von ihm selber immer so hingerückt, wie der Kader es braucht. Und das ist auch absolut richtig so – von vorne hinein zu sagen, wir wollen OFFENSIV spielen bringt ja nix. Da müssen auch die Voraussetzungen da sein. Man darf ihm da genügend Flexibilität zutrauen, dass er selber einschätzen kann, welche Philosophie er umsetzen kann. Und auch welche nicht. Das wird durchaus auch bei den Gesprächen vorher ein Thema gewesen sein.

    Man kann sich – vorweg – mal mit allen Punkten abfinden. Die Zeit wird dann wirklich jeden schlauer machen. Ein bisschen muss man ihn aber mal werkeln lassen.

    Immerhin „kauft“ man mit einem Trainer auch seine Mentalität für das Team mit – und das geht nicht so schnell wie Prinzessin Lilifees Zauberstab!

  22. Blauer Ys sagt:

    Genau, Maddin!
    Danke!

    Oh Gott, welch grausamer Gedanke: Den BeKloppten klonen!
    Wir können dem seine Körpersprache ja mal interpretieren…

    Hört auf zu meckern! Freut Euch auf’s Spiel morgen!
    Wenn wir 8:0 gewinnen („Die Null muss stehen!“), gebe ich ‚ne Stationrunde!

    „Glück auf!“

  23. us.online sagt:

    Habe im Moment leider auch wenig Zeit.

    Ich würde gerne mal ein bisschen Ahnenforschung betreiben und mal gucken wie viele Schalker Talente es in den 6 Jahren unter Stevens in die erste Mannschaft geschafft haben. Ich meine mich so grob zu erinnern, dass es unheimlich selten geklappt hat.
    Na klar hatten wir damals auch nicht das absolute Top-Potential. Aber immerhin einige die später ordentliche Bundesligaspieler geworden sind.
    Denke zB an Hajnal, Pinto. Was war mit Hanke? Den hat er mal in einem letzten Spiel der Saison kurz gebracht.

    Täuscht mich der Gedanke, dass da sehr häufig Beneluxspieler im Weg waren?

    Ich befürchte, dass Stevens schon im Winter groß einkaufen will.

    BWG

    U.

  24. Jörn sagt:

    Ich kann mich da meinen drei Vorschreibern auch nur anschließen. Irgendwann ist auch der Skepsis mal genüge getan und Küchentischpsychologie brauch ich schonmal gar nicht, sorry Torsten. Hey ich lehn mich auch lieber zurück, ist gemütlicher und das Mikro ist nunmal vorne am Tisch. Hat aber nichts mit dem zu tun was er ausdrückt. Was ich da gesehen hab ist, dass er recht viel gelacht hat. Und du sagst es ja selber, wir werden es sehen, wohin die Reise geht. Schon vor seinem ersten Spiel mit dem neuen Trainer und dem Manager, der bis jetzt einen sehr schweren Job hatte und dies immer gut bewältigt hat, zu brechen ist dumm und bringt keinen weiter.

  25. us.online sagt:

    >>als österreichischer nicht salzburg fan kann ich trotzdem behaupten, alle sind heilfroh, daß die ära stevens zu ende ist. fußball zum abgewöhnen und eine seltsame paranoide personalpolitik. ganz zu schweigen von den peinlichen interviews eines vermeintlichen besserwissers. armes schalke…<<

    Quelle:http://www.ftd.de/sport/:nachf.....09490.html

  26. Matthias sagt:

    Denke zB an Hajnal, Pinto. Was war mit Hanke? Den hat er mal in einem letzten Spiel der Saison kurz gebracht. Täuscht mich der Gedanke, dass da sehr häufig Beneluxspieler im Weg waren? Ich befürchte, dass Stevens schon im Winter groß einkaufen will.

    Richtig, Stevens wird im Winter einen niederländischen Zweitligaverteidiger holen (für Höwedes), einen 36-jährigen belgischen Mittelfeldknüppler (für Holtby) und einen fußlahmen Luxemburger aus der Kreisklasse B (für Draxler). So wird’s kommen. Ganz sicher!

    Allmählich driftet die Diskussion doch sehr ab ins Groteske ab. Hajnal, Pinto und Hanke sind – wenn man ihren damaligen Stand betrachtet (von dem sie heute nicht weit entfernt sind) – am ehesten noch mit Moravek (Pinto), Gavranovic (Hanke) und Kenia (der damals ebenfalls dauerverletzte Hajnal) zu vergleichen. Sie alle spielten auch unter Rangnick keine Rolle mehr. Jetzt proaktiv Stevens für alles verantwortlich zu machen, was eventuell irgendwann einmal schief laufen könnte, ist so unglaublich schalkig.

  27. blues sagt:

    Die Null muss stehen! Ein Lob auf den Libero…

    Weil Schalke defensiv schwächelt, erhoffen sich einige vom listigen Huub Stevens eine schnelle Lösung für das aktuelle Schalker Abwehrproblem. Ein Problem das gerne auch als eine Art Kollateralschaden von Ralf Rangnicks Offensivkonzept interpretiert wird.

    Vor der letzten Saison war Mareclo Bordon der Chef. Benni Höwedes und mit ihm die Abwehr schwächelte nachdem Marcelo Bordon von Magath, im genauen Wortsinn, in die Wüste geschickt wurde.

    Und in dieser Saison? Hat unsere diesjährige Abwehrschwäche vielleicht weniger mit dem Rangnickschen Offensivkonzept aber viel mit dem unschönen Wechsel unseres ehemaligen Torhüterangestellten zu tun?

    Das Taktikblog spielverlagerung.de machte eine gründliche Analyse des Spiels Bayern München gegen Manchester City. In der Analyse wird unter der Abschnittsüberschrift „Manuel Neuer, Bayerns Libero“ auf einen – ihrer Meinung nach – in der öffentlichen Diskussion zu kurz gekommen Aspekt der überraschenden Abwehrstärke der FC Bayern München AG hingewiesen:

    „Bereits das zehnte Mal in Folge blieb die Mannschaft des FC Bayern ohne Gegentor… Ununterbrochen überprüft er (Neuer) die Positionen seiner Vordermänner, korrigiert kleine Stellungsfehler und dirigiert seine Defensive, damit sie keine Lücken für den Gegner bietet. Wenn dennoch ein weiter Pass oder eine hohe Flanke durchkommt, ist er bereits zur Stelle, bevor eine Torchance entstehen kann. Seine körperliche Stärke und Sprungkraft helfen ihm, nahezu den gesamten Strafraum zu kontrollieren. Er ist extrem wendig auf den Beinen und kann sogar Bälle außerhalb des Sechzehnmeterraumes dank seiner guten Technik verwerten.
    Manuel Neuer lief mit 5,5km über einen mehr als Joe Hart – man sieht, wieso, er hatte sogar einige Ballkontakt weit außerhalb des Sechzehners.
    Im Spiel gegen Manchester City stellte er dies sogar einmal spektakulär zur Schau, als er den Ball an einem anrauschenden gegnerischen Stürmer vorbei stoppte, den Ball kontrollierte und mit der Ruhe eines gelernten Spielmachers nach einer Anspielstation suchte.“

    Hier im Blog wird sicher auf die erste Analyse eines Schalker Spiels unter Huub Stevens verwiesen.

    http://spielverlagerung.de

  28. Andres sagt:

    erfreulich in Sachen der Null ein Zitat, das sich grad in der 11freunde Bildergalerie zu Huub findet:
    »Ich verliere lieber einmal und gewinne dann nächste Woche, als dass ich zweimal unentschieden spielen. Dann habe ich nämlich drei statt zwei Punkte.«

  29. us.online sagt:

    @ Matthias

    Jetzt picke mal nicht meine aus Zeitnot rausgehauen Beispiele raus. Vieleicht kannst Du Dich erinnern, welcher Jugendspieler es unter Stevens in die erste 11 geschafft hat…

    BWG

    U.

  30. Matthias sagt:

    @us.online
    Ich wusste nicht, dass diese Beispiele in Zeitnot herausgehauen waren. Es waren die einzigen Beispiele, die du geliefert hast. Deshalb musste ich mich an sie halten.

    Vieleicht kannst Du Dich erinnern, welcher Jugendspieler es unter Stevens in die erste 11 geschafft hat…

    Ja, kann ich. Der damals nur überdurchschnittlich talentierte Torhüter Jens Lehmann, der unter Jörg Berger noch fröhlich mit Holger Gehrke im Kasten rotierte, wurde unter Huub Stevens zu einem der besten Torhüter seiner Zeit. Aber das nur am Rande.

    Kann sich eigentlich irgendjemand noch an den Fußball erinnern, der hierzulande vor 10 Jahren gespielt wurde? Oder bin ich wirklich der Einzige?

    Vor 10 Jahren war es absolut unüblich, dass ein 18-jähriger in der Bundesliga kickte und ein 20-jähriger in der Nationalmannschaft galt als bunte Kuh. Olaf Thon war über Jahrzehnte hinweg das einzige hauseigene Talent, das der FC Schalke hervorgebracht hat. Heute haben wir uns nicht nur daran gewöhnt, dass jeder Verein pro Saison zwei bis drei Bubis aus dem Hut zaubert und diese in die Liga wirft, wir erwarten und fordern es sogar!

    Spieler werden nicht mehr daran gemessen, was sie können, sondern wie jung sie sind. Nicht falsch verstehen: Ich finde den Trend zu jungen Spielern gut. Aber diese Spirale lässt sich nicht ewig weiterdrehen, auch auf Schalke nicht. Oder muss man Leute wie Höwedes, Matip und Draxler in drei jahren vom Hof jagen, weil sie dann nicht mehr jung genug sind? Jeder erwartet bspw. von Draxler, dass er uns bis mindestens 2016 Freude bereiten wird. 2016 ist er aber auch schon 23 Jahre alt. Damit hätte er realistisch betrachtet noch knapp 10 Jahre Fußball auf allerhöchstem Niveau vor sich. Doch was ist, wenn der Jugendwahn ungebremst weitergeht? Irgendwann frisst sich das System selbst auf!

    Worauf ich hinaus will: In Stevens‘ erster Amtszeit auf Schalke gab es noch nicht diese Talentschwemme, wie wir sie jetzt genießen können. In keinem Verein in der Bundesliga! Die jetzige Entwicklung ist ein Resultat der strukturellen Veränderungen im deutschen Fußball, die erst nach den peinlichen EM’s 2000 und 2004 eingeleitet wurden. Es liegt nicht an den sog. „Konzepttrainern“, dass die Liga heute in Talenten schwimmt. Vielmehr bedienen sich die Konzepttrainer der Talente, die den Leistungszentren der Vereine entwachsen.

    Anfang der 2000er-Jahre gab es diese Leistungszentren noch nicht, bzw. sie konnten – da gerade erst gegründet – noch keine vollständigen Jahrgänge hervorbringen. Damals kam ein junger Fußballer in der B-Jugend zu einem Bundesligisten. Heute wird ein B-Jugendlicher, der nicht zumindest in der Jugend eines Drittligisten gespielt hat, schon gar nicht mehr beachtet.

    Huub Stevens hat damals auf Schalke die Talente nicht behindert. Es gab sie nicht! Zumindest nicht in dem Maße, wie es sie heute gibt.

    Und was die BeNeLux-Fraktion angeht: Youri Mulder (lange vor Stevens da), Johan de Kock, Marc Wilmots und Marco van Hoogdalem waren allesamt Spieler, die den FC Schalke richtig, richtig, richtig vorangebracht haben. Selbst Nico van Kerckhoven war ein überdurchschnittlicher Kaderspieler. Es gab vielleicht einen Jungspieler auf Schalke, dem durch den Zukauf dieser ausländischen Spieler wirklich der Weg verbaut wurde – und das war Thomas Kläsener. Den Schuh muss sich die damalige Vereinsführung vielleicht anziehen. Aber einen Mesut Özil z.B. vergraulte nicht Huub Stevens, sondern der hochgelobte Konzepttrainer Mirko Slomka. Die beiden Stevanovic-Brüder sind auch nicht unter Stevens von Schalke geflohen, sondern unter Magath und Ragnick. Patrick Rakovsky zog es nicht unter Stevens Richtung Nürnberg, sondern unter Magath und Heldt. Und als der gebürtige Gelsenkirchener Ilkay Gündogan sich im Jahr 2007 anschickte, eine Profi-Karriere zu starten – wer war da doch gleich Trainer auf Schalke? Der knorrige Talentzerstörer Stevens oder nicht doch eher der hippe Konzepttrainer und Rangnick-Lehrling Mirko Slomka?

    Ich kann die Sorge verstehen, dass das Hurra-Spielsystem, das uns Spiele wie gegen Mainz, Köln, Helsinki und auch noch gegen Freiburg beschert hat, unter Stevens nicht mehr stattfinden wird. Ich kann die Sorge verstehen – zu 100% teile ich sie jedoch nicht. Und jetzt stell‘ dir mal vor, wir gewinnen morgen und am Sonntag mit jeweils 1:0 und Stevens stellt sich vor die Kameras und sagt: „Ich bin zunächst einmal froh, dass wir heute keine Chancen zugelassen haben und dem Gegner unser Spiel aufdrücken konnten.“ Hui – dann wäre das Gejammere aber groß und ausnahmslos alle Kritiker sähen sich in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

    Exakt diese Aussage hat allerdings Ralf Rangnick nach dem 1:0 gegen Gladbach getätigt. Voll krass, oder?

  31. matz sagt:

    Matthias, da war sehr viel Schönes dabei

  32. packer sagt:

    @ Matthias: danke, sehr guter Beitrag.

    Ich frag mich immer noch, welchen tollen Trainer wir stattdessen holen sollten, mitten in der Saison, mit einer nicht wirklich überzeugenden Abwehr.
    Und mehr als das Versprechen oder die Hoffnung auf konstant guten Fußball habe ich bei Ragnick auch nicht gesehen.

    Natürlich gibt es auch bei Stevens keine Garantie und vielleicht wird der Fußball auch defensiver.
    Ein Spiel wie in Bukarest (oder Clui) hätte man ihm allerdings wohl nicht verziehen.
    Und die ganzen jungen visionären Trainer sind wahrscheinlich froh, dass sie Raul nicht in ihr System pressen müssen.
    Und ich fand immer, dass Huub Spieler weiter entwickeln konnte (z.B. MvH zum Innenverteidiger, Nok von Rechtsaußen auf die 6 wo er teilweise hervorragend gespielt hat und auch Offensivqualitäten zeigte).

  33. Jörn sagt:

    Ich meinte bei meinem letzten Post mit den 3 Vorrednern Gorden, Blauer Ys und Maddin. Sollte nächstes mal erst F5-en ;P

  34. Huub Stevens wieder Trainer bei Schalke 04 - Seite 2 - Fanlager sagt:

    […] […]

  35. Andreas sagt:

    Wirklich glücklich bin ich mit dem alten Besen auch nicht, aber ich glaube Horst Heldt, wenn er vom verlorenen Boden unter den Füßen spricht. Da bröckelt ein ganzer Masterplan binnen Gesprächsminuten weg und er kann in unserem dauerdepressiven und wankelmütigen Umfeld erst einmal sehen, wo er den klaren Kopf herholen soll, den man in solch einem Schockmoment braucht.

    So gesehen scheint es klug, jemanden zu holen, der bodenständig ist und sich mit der emotionalen Magmablase auskennt, die hier unter unseren Füßen brodelt. Wirklich rechtmachen kann es uns doch eh niemand, da es immer den Oberrang-Irren und den Stehblock-Opa geben wird, der watt zu kacken und zu moppern hat. „Junge Konzepttrainer“ halte ich hierbei für besonders gefährdet, wo viel zu viele Fans Konzepte und Entwicklungen nicht einmal im Ansatz begreifen, Mißerfolgsstrecken nicht ertragen können oder sich willfährig von einer Propaganda-Maschinerie wie der Bild manipulieren lassen.

    Huub hat wie alle vor ihm auch seine Chance verdient. Und ich bin schon sehr gespannt, wie er mit dem heutigen Kader umgehen wird. Immerhin wird es keinen Christian Mikolajczak mehr als Einwechselung in der 87. Minute geben. Darüber bin ich nicht böse. :o)

  36. Torsten sagt:

    “Ich bin zunächst einmal froh, dass wir heute keine Chancen zugelassen haben und dem Gegner unser Spiel aufdrücken konnten.” Hui – dann wäre das Gejammere aber groß und ausnahmslos alle Kritiker sähen sich in ihren schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

    Exakt diese Aussage hat allerdings Ralf Rangnick nach dem 1:0 gegen Gladbach getätigt. Voll krass, oder?

    Mann Matthias, jetzt fang Du doch nicht auch noch an die Realitäten zur Unkenntlichkeit zu reduzieren. Da könnte ich ja glatt sauer werden, von Dir so einen Blödsinn zu lesen zu bekommen. Das bin ich nicht gewohnt und will mich auch nicht dran gewöhnen.

    Der 1:0 Sieg gegen Gladbach war hochverdient und mit Drang zum gegnerischen Tor gespielt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass Schalke in der jüngeren Vergangenheit dem Gegner dermaßen viele Bälle im Mittelfeld abgenommen hat. Das war zeitweise richtig, richtig guter, flexibler, schneller und gradliniger Fußball, der in dieser Saison nur von den ersten 30 Minuten in Wolfsburg übertroffen wurden.

    Du, ich, viele andere, wir sind in der Lage zu beurteilen, was wir auf dem Platz sehen. Da kann man gerne Tore zählen, ich habe auch eine Schwäche für Zahlenklumpatsch. Aber ein 1:0 ist noch lange nicht das Gleiche wie ein anderes 1:0. Dafür ist Fußball zu zufällig.

  37. hoffedocS04 sagt:

    Habe zum erstenmal seit Rangnickrücktritt wirklich mal einen Abend Ruhe und habe mir mal alle Beiträge und besonders die des Gastgebers nochmal durchgelesen. (Frage mich übrigens, ob Ihr „eingefleischten“ Schalkefans genau wie ich mit einem Auge Marseille-Dortmund seht, oder ob Ihr das verschmäht..habe ich wirklich keine Ahnung, würde mich mal interessieren, und wem Ihr da die Daumen drückt;-))

    Ich beziehe mich mal auf Torstens Beitrag um 20.35h. Das finde ich eine wichtige Versachlichung. „Konzeptfußball“ und ähnliche Begriffe machen nur Sinn, wenn sich dabei alle auf eine Definition der Begriffe einigen. Wenn H. Stevens auf der PK etwas hilflos grinst und sagt, „ich denke, ein Konzept habe ich auch“, dann meint er, dass er sich auch was denkt. Und das ist sicher unbestritten, hat aber mit dem im modernen Fußball entwickelten Begriff nichts zu tun.

    Rangnick war hier – und das bedaure ich mehr als ich es ausdrücken kann – ein „Schatten seiner selbst“ und trotzdem wurde sichtbar, dass er versucht, nach einem System spielen zu lassen, zu dem es gehört, dass eine Mannschaft agiert wie ein kompakter Gesamtmechanismus, der bei eigenem Ballbesitz schnell, vertikal nach vorne spielt (dazu gehört natürlich das Trainieren von flachen, kurzen, sicheren Pässen, das Einüben von Laufwegen, dass sich die Mitspieler „im Schlaf“ mit ihren Pässen finden), das Sichentgegenlaufen, ständig in Bewegung sein, immer auf Torerfolg drängen und bei Ballverlust als Gesamtmechanismus sofort gegen den Ball arbeiten, und, falls notwenig bei einem starken, durchsetzungsfähigen Gegner als kompakte Einheit in der Defensive arbeiten, um aber dann den Ball wieder so schnell wie möglich zu erobern und wieder in die schnelle Offensive umzuschalten. Das schnelle, schöne Spiel einer kompakten Mannschaft begeistert mich als Fußballfan – ehrlich gesagt – mehr als jeder ermauerte Sieg. Im Zweifelsfall wird dieser Fußball aber auch erfolgreicher sein

    Ich liebe Fußball als ein anspruchsvolles, intelligentes, rasantes Spiel.

    Deshalb hat auch Torsten Recht, zu fordern, dass es albern ist, nur Ergebnisse und einzelne Sätze anzugucken. Als Rangnick sagte, es sei wichtig gewesen, diese Null zu halten gegen Gladbach, hatte das den Hintergund, dass es im Defensivverhalten der gesamten Mannschaft vorher den größten Nachholbedarf gab. Das hat nichts zu tun mit einem platten „die Null muss stehen“.

    Aber auch Andreas hat Recht, darauf hinzuweisen, was für ein Minenfeld Schalke ist. Jeder Manager muss hier lernen, den Minen auszuweichen, und im Augenblick war sicher neben der finanziellen auch soziale Konsolidierung angesagt, um eine Explosion im Umfeld zu verhindern. Ein Trainer, der hier unbekannt angekommen wäre, ohne schon eine Basis zu haben, hätte noch mehr Gegenwind gehabt als Rangnick, da wäre ihm noch weniger Zeit zugestanden worden bei anfänglichem Misserfolg. Ich denke, die Situation wird nächstes Jahr weniger angespannt sein. Dies Jahr war einfach schon viel zu viel Umbruch und Unruhe auf Schalke.

  38. McP sagt:

    Ich finde es albern, dass hier eine Schere zwischen „Konzepttrainern“ und irgendwie anders gearteten Trainern aufgemacht wird. Jeder Trainer versucht doch ein erfolgreiches Konzept umzusetzen, alle sind „Konzepttrainer“. Nur funktionieren die einen halt besser als die anderen.

    Ein Anzeichen für erfolgreiche Trainer ist mMn, wenn sie Ihre Mannschaft am Ende der Saison besser platzieren, als es der Spieleretat hergibt. Und daran gemessen waren nunmal letzte Saison Tuchel, Klopp, Slomka, Hecking, Dutt erfolgreich. Man kann dann gerne auch die Manager mit einbeziehen, wenn man ihnen eine entscheidene Rolle bei guten Einkäufen zumisst. Und wenn diese das dann öfters wiederholen, dann war es wohl nicht nur Zufall oder eine Upswing-Saison. Heldt und Rangnick sind daran übrigens keine sonderlich erfolgreichen Personen. Stevens aber auch nicht.

  39. Spook sagt:

    @ HoffedocS04: Beim 1:0 habe ich mich etwas gefreut, aber ganz ehrlich, mittlerweile (85 Min.) tun mir die Borussen beinahe Leid… und das meine ich Ernst. Da ich kein Revierkind bin, sondern dem S04 aus der Ferne meine Verehrung zolle, fällt mir es mir manchmal schwer nachzuvollziehen, was da passiert. Vielleicht gehört es dazu, ist Tradition und Erbe, aber ich bin schon sehr irritiert gewesen, nach dem Spiel gegen Freiburg in der Linie 302 „BVB-Hurensöhne-Gesänge“ erdulden zu müssen, da es weder einen aktuellen Bezug gab, noch eingefahrene Feindbilder die eigene Identität oder ein geschundenes Selbstwertgefühl wieder aufpolieren mussten. Aber wie gesagt, vielleicht muss man auf Schalke geboren sein, um das zu verstehen. Mmmmh, ob nach dieser Aussage wohl mein Trikot konfisziert wird?

  40. Henning sagt:

    Da ich die Bundesliga dauerhaft mit dem vierten CL-Platz sehen möchte, tut mir jeder Punktverlust eines deutschen Vereins im internationalen Wettbewerb weh, auch wenn es die Schwarz-Gelben sind…

  41. DeepBlue sagt:

    Jetzt ist Huub nun mal wieder da. Mir ist es – ehrlich gesagt – völlig wurscht, welche Art von Fussball nun auf Schalke gespielt wird, so lange diese Art erfolgreich ist. Lieber mit der doppelten Viererkette gewinnen als mit spanischem Kurzpass-Spiel verlieren.

    Lassen wir den Mann doch erst mal seine Arbeit aufnehmen, statt zu meckern, er sei nicht unser aller Traumtrainer (den wir ohnehin erst backen müssten!).

    Warten wir also dass heutige Spiel gegen Maccabi und das Sonntagspiel in Hamburg ab.

    Huub ist erfahren genug – national und international.

    Dass er aus einer Mannschaft mehr herausholen kann, als es der Kader zulässt, hat er meiner Meinung nach in Hamburg gezeigt.

    … und bei aller Rivalität: Ich habe an der Niederlage der Lüdenscheider keine Freude gehabt. Irgendwie geht es ja dann doch um den deutschen – zumindest aber um den Revierfussball!

  42. Blauer Ys sagt:

    Gut, daß es diesen Blog gibt! Sonst hätte ich gar nicht mitbekommen, daß die Lüdenscheider spielen! Na ja, ich hätte deswegen sowieso nicht von meinem Berluscini-Bericht im „Auslandsjournal“ weggeschaltet.

    Aber der Zeckendompteur, der ja einer Trainer der Art ist, die wir nun alle nicht mehr namentlich nennen wollen (gut so!), hat nach dem Spiel von „skurrilen Gegentoren“ gesprochen…

    Mensch, Leute! Was freue ich mich wieder auf die PKs von Huub! Da gibt’s wieder rustikale Sprüche und für meine Art von Humor auch wieder was zu lachen! Ich will keinen K***r! Nicht vor, nicht während und nicht nach dem Spiel…

    Huubi, Huubi, shalala! Ich freu‘ mich schon total auf heute Abend inne Arena!

    „Glück auf!“

  43. Torsten sagt:

    Genau, weg mit der Schublade. Aber Namen zu nennen ist natürlich weiterhin erwünscht. Klopp.
    Klopp, Klopp, Klopp. Nur keine Scheu.

    Meines Erachtens ein grandioser Trainer. Nicht wegen der Schublade, sondern a.G. dessen was auf dem Platz so passiert. Beim falschen Club, absolut, und ein elender Populist, auch das, aber das ändert nichts an seiner Qualität.

    Ich freue mich auch auf heute Abend. Durch die Stevens-Verpflichtung ist das Spiel wirklich richtig interessant geworden.

  44. derwahrebaresi sagt:

    @“skurrilen Gegentoren”

    ?

    der klopp erzählt blödsinn,
    die tore sind halt nach krassen abwehrfehlern gefallen!

    ich mag die zecken nicht, ebenso wenig mag ich die bauern.
    freue mich daher immer, wenn die einen auf den sack bekommen.

    unabhängig vom wettbewerb.

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