K O N Z E P T T R A I N E R
Zwar hatte ich es selbst hier nie in einem Blogbeitrag benutzt. Trotzdem ist es nun an der Zeit, das Wort offiziell zu verbannen. Es wird zuviel Schindluder damit getrieben, mittlerweile ist es nur noch die Beschriftung einer Schublade. Die Benutzung trägt dazu bei, dass die Leute nicht mehr richtig hinschauen.
Natürlich machte es zunächst Sinn, das Wort zu erfinden. Es ließ sich schwer ausdrücken, was die Gruppe Trainer gemeinsam hatte, deren Interviews sich ähnlich lesen ließen, deren Interviews sich aber von den Interviews der bis dahin etablierten Trainer unterschieden. Tatsächlich konnte man auch auf dem Platz Gemeinsamkeiten erkennen. „Neue Generation“, das war zu ausgelutscht. Also schuf man das Wort.
Es passte, man konnte sich was darunter vorstellen. Aber definiert wurde es eben nie. Inzwischen wird es für alle Trainer genutzt die jung und einigermaßen erfolgreich sind. Wenn sie jung sind, einigermaßen erfolgreich waren und es gerade mal nicht mehr sind, wird es gar im negativen Sinn, als Schimpfwort benutzt, von denjenigen, denen es zuviel Brimborium um diese Trainer ist. Natürlich könnte ich nun, statt es zu verbannen, beschreiben, was ich darunter verstehe, sachlich eine Diskussion darum eröffnen. Am Ende blieben es aber bei dem Problem, dass man bei jedem Nutzer unsicher ist, was er darunter versteht, dass es Leute gibt, die es nach eigenem Erachten falsch definieren, dass man zuvor über das Wort diskutieren müsste, bevor man zum Kern kommen kann. Das ist müßig. Deshalb gehört es verbannt.
Sicher ist es anstrengend, genau zu beschreiben was man meint. Es ist verbindlicher Namen zu nennen, und vor zu viel Verbindlichkeit nimmt man sich in Acht. Aber um einer gelungene Kommunikation willen, ob der Versachlichung, ist es notwendig.
Amen.







Du hast das Wort selbst “weiß auf weiß” geschrieben, so dass man es nicht lesen kann…
*rolleyes*
das Wort “K————r” hast du perfekt verbannt. Selbst aus der Überschrift. :-)
Du sprichst mir aus der Seele. Entweder verbindlich sein und Namen sagen (dürfen) oder die Klappe halten. Diese Schubladenbezeichnung ist total bescheuert, weil keiner der darunter gefassten Trainer wie der andere ist.
Sind Magath, Henckes und Stevens eigentlich Trainer ohne Konzept? Das wäre aber Scheiße, oder aber geil, was sie draus gemacht haben…
Darüber hinaus handelt es sich doch letztlich um Moden. Seit kurzer Zeit (seit Rangnick?) sind es die, die Du meinst, deren Arbeit so begehrt ist. Davor waren es die Stevens und Magaths des Heute. So wird es auch bald wieder sein, schließlich wiederholen sich Moden.
Vielleicht fällt einem dann ein ähnlich bescheuertes Wort für diese Trainer ein, worüber wir uns dann freuen dürfen!? Vorschläge werden schon jetzt gern angenommen.
Konzepttrainer,Konzepttrainer,Konzepttrainer,Konzepttrainer,Konzepttrainer,…woll:)
auch wenn es eine gewisse gereiztheit gewesen sein dürfte, die dich zur verbannung geleitet hat – ich musste herzlich lachen
guter start in den tag
Dat is getz aba n bisken auf beleidigte Leberwurst machen….
SUPER!
Schlimm dieses Wort, wer hat das eigentlich erfunden? Ich verbinde irgendwie den Namen Thomas Tuchel damit, viel länger als ein Jahr ist das auch noch nicht im Umlauf oder!?
Ein herrliches Beispiel der unterschiedlichen Sichtweisen auf ein und denselben Text.
Aber immerhin für jeden was dabei ;)
Ich verbinde ehrlich gesagt als erstes den Namen Rangnick damit. Aber der allererste war wohl Finke, oder nicht?
Wenn ich an dieser Stelle kurz auf Herrn Veh in der FR verweisen dürfte:
Konzepttrainer gibt es also nicht?
Blödsinn. Es gibt nur Konzepttrainer. Ich kenne keinen Trainer, der kein Konzept hat. Das meine ich ja: Die sollen sich alle nicht so wichtig nehmen, die den Fußball erfunden haben wollen.
Je nach Kriterien vielleicht Finke. Aber für einen war der Begriff ja noch nicht notwendig. Wann “die” erstmals so genannt wurden? Keine Ahnung. Im Zweifel waren immer Journalisten schuld. Der geheime Orden der “Journalisten vom ______________” sozusagen, ähnlich der Ritter vom Nie.
Aber ich schweife ab.
Hi Hi Hi, geile Diskussion! Danke, Torsten!
Können wir das auch mit der Phrase “Moderner Fussball” machen?
Getz ma wat ganz anderes: Schalke soll daran interessiert sein (wie der HSV auch), Rene Adler zur neuen Saison verpflichten zu wollen, wobei Schalke lt. “Kicker” die besseren Karten haben soll. Soll ich jetzt beleidigt sein, weil dem Fährmann schon wieder damit nicht gerade das Vertrauen ausgesprochen wird, das ein Keeper durchaus gut gebrauchen kann, oder soll ich mich freuen, weil das den Konkurrenzkampf beleben würde und Schober auch nicht mehr der Jüngste ist?
Ich glaube der erste Trainer, den ich von Seiten der Sportjournalisten als K***r vorgestellt bekam, war Thomas von Heesen zu seiner Bielefeld-Zeit…
Ansonsten kann ich Torsten nur zustimmen: Diese Undefiniertheit macht eine vernünftige Diskussion unmöglich und sorgt auch dafür, dass der Begriff teilweise schon als übles Schimpfwort missbraucht wird.
MMn wurde “Konzepttrainer” als Medienbegriff damals für Uwe Rapolder benutzt. Jedenfalls kann ich mich nicht erinnern, das Wort vorher schon in Häufigkeit gelesen zu haben. Nach meinem Gefühl schwang da schon immer ein negativer Klang mit, geprägt von Journalisten aus der Waldemar-Hartmann-Kategorie, denen der Fußball zu sehr verkopft wurde, denen jede Herangehensweise abseits ihrer Weißbier-Parolen suspekt ist und die hauptsächlich Boulevard-Müll produzieren, wenn sie sich “mit Fußball beschäftigen”.
Gute, alte Zeiten hin oder her. Aber man muss doch mit kompletter Blindheit geschlagen sein, wenn man nicht erkennt, dass der Fußball sich weiterentwickelt hat. Und er hat sich nicht durch Zufall weiterentwickelt, sondern weil neue Ideen und Theorien umgesetzt oder wenigstens gut kopiert wurden. In den letzten 15 Jahren wurde der Libero komplett wegrationalisiert, das Profil für Torhüter umgeschrieben, Stürmer müssen verteidigen, 6er sind die neuen Spielmacher und werden vielleicht bald von den Innenverteidigern abgelöst usw. Und das betrifft nur die Systeme auf dem Platz. Dazu kommen noch neue Anforderungen in der Trainingsmethodik oder Menschenführung.
Und dann wieder Scheinwerfer auf Stevens. War er in den letzten Jahren irgendwo vorneweg, wenn es darum ging, den Fußball zu verbessern? Hat er wenigstens gut kopiert? Ist es unrealistisch, dass ein Trainer, der nicht alle zur Verfügung stehenden Vorteile nutzt, ein Wettbewerbsnachteil ist? Ist ja schön, dass jetzt in der Trainerfrage erstmal Ruhe ist, wenn man Ruhe mag. Aber der Verein wollte eigentlich die beste Lösung und nicht die angenehmste. Es sollte doch möglich sein, so was zu hinterfragen. Das finde ich jedenfalls sinnvoller, als nach 1-2 Tagen über das vermeintliche Stevens-Gemecker zu meckern.
“Die Null muss stehen” ist auch ein Konzept…
McP: Ich verbinde Wort auch mit mit Rapolder, was mich dann allerdings regelmäßig vom Fußball auf die Haare ablenkt. Die hatte er wirklich schön. Was mich weiter dahin bringt, dass z.B. Tuchel und Klopp gerne so bezeichnet werden dürfen, auch wenn sie die Haare nicht schön haben. Ich halte nämlich wenig bis nichts von Menschen, die so lange glänzen, wie der Erfolg sie begleitet, jedoch völlig unverhältnismäßig ausrasten, wenn es nicht so läuft, wie sie es sich wünschen. Da Herr Klopp dafür schon eine Reihe von Geldstrafen erhalten hat und mehrfacher Wiederholungstäter ist, darf ich das wohl so unverhohlen behaupten. Wenn Herr Tuchel noch ein bis zwei Niederlagen in Folge kommentieren muss, wird das nicht angenehmer, die Presse wird ihn sturmreif schreiben und ich würde darauf wetten, dass dabei das Wort “Matchplan” benutzt wird.
Der Fußball hat sich ohne Frage entwickelt, dennoch ist die Systemfrage überbewertet, ist Trainingsmethodik in Jugendmannschaften sicher wichtig für die fußballerische und taktische Ausbildung, die Leistungsdiagnostik bei den Profis auf einem weit besseren Stand als vor 10, 15 Jahren oder früher.
Entscheidend ist aber vor allem die Menschenführung und der Aspekt, ob Team und Trainer zueinander passen. Ich guck da gerade mal verständnislos nach Leverkusen. Außer dem Abgang von Vidal hat sich am Kader nicht viel geändert, beim Jupp war er zum teils begeisternden Fußball fähig und der junge wilde Dutt scheint das K-Wort in Freiburg gelassen zu haben. Oder es passt halt nicht.
Und das ist die Überleitung zu Stevens: Der sagt: Ich guck welche Spieler ich vorfinde und versuche das beste aus denen herauszuholen. Der sagt nicht ich brauche noch einen Schnellen hierfür und einen Kopfballernden dafür. Und das wollte Heldt, das wollte Schalke. Junge Spieler, Gehälter senken, Verein konsolidieren mit möglichst guten Ergebnissen.
Das ist genau die Enttäuschung, die ich und vermutlich auch Torsten (und andere)gerade erleben: Es gibt keine Vision für Fußball, es gibt lediglich eine Definition der Rahmenbedingungen.
Das war/ist bei Rangnick anders. Darum wollte ich Stevens nicht, halte ihn für einen Rückschritt, ganz gleich, wie erfolgreich er mit dem aktuellen Kader sein wird.
Gleichwohl heiße ich ihn als Typen, Trainer und Schalker willkommen und uns allen ein
Glückauf
So, das K-Wort ist jetzt also im Original verbannt, aber zum Trost haben wir ja noch das T-Wort und das M-Wort und das A-Wort;-) … und heute Abend Haifa!
hoffedoc: Trainer, Manager, Aufsichtratsvorsitzender?
HS war 97 schon ein Konzept….
Du meinst ein KT?
Es ist die 63. Minute im Spiel, und ich weiß, es fällt gleich das nächste Tor für Schalke: Schaaaaaaaaaaalke!! Es MUSS jetzt endlich!
@hellwach, Du bist so kreativ, dass ich Dir nicht widersprechen möchte, habe zwar an was Anderes gedacht, aber lasse es so stehen;-)
So, da ist das Tor, habe hellseherische Fähigkeiten….
Bin gerade 14 Tage allein zuhaus und sehe Fußball bis zum Abwinken;-)
Was war bloß mit Matip los???
Der war in der Tat heute arg schlecht drauf. Lewis Holtby war auch nicht viel besser. So ist das mit so jungen Spielern. Gegen Freiburg stand Papadopoulos neben sich …
Aber – vom Oberrang betrachtet – hatte Holtby heute auch ein denkbar undankbare Situation:
Ab Minute 25 hat jeder Spieler versucht Matip mit einem Anspiel zu meiden. Da war der Lewis auf einmal 6er, 8er und 10er und die gesamte Mannschaft hat von ihm Impulse erwartet. Stevens hätte Jones viel eher bringen müssen..
Matip gehört in die Innenverteidigung. Ebenso wie Papadopoulos. Beides keine 6er
[...] Wortverbannung [...]
stark :)
Die Wortverbannung hat gewirkt. Nach diesem Blogbeitrag habe darüber nicht mehr viel gehört oder gelesen. Ein kleiner Nachtrag sei aber gestattet:
Huub: “Es ist mir ehrlich gesagt egal, wie ich spiele. Ich will gewinnen, nur darum geht es. Und danach richte ich meine Taktik aus.”
Das nenne ich mal ein Konz… Ups, Sorry beinahe wärs mir rausgerutscht.