Parallelwelten

Man meint ja eigentlich, man könnte einschätzen, was so passiert, in der Welt, um einen herum. Aber es ist doch immer nur der eigene Blick. Wenn man sich nicht bewusst macht, dass Andere anders blicken, bleibt vieles um einen herum im Dunkel und führt das häufig zu Verständnislosigkeit.

In den Stadien der Bundesliga treffen sie alle aufeinander, denn für Fußball interessieren sich Menschen aller Art, und die Blicke auf diesen Sport und dieses Spiel sind unzählbar vielfältig. Immer mehr an Drumherum bietet immer mehr Möglichkeiten zum Konsum, immer mehr Formen an Medien unterteilen die Aufmerksamkeiten, denn kaum einer kann noch alles wahrnehmen. Immer mehr Menschen haben auch im Stadion ein Smartphone in der Hand, sie werden auch Feeds, Suchmaschinen, das Netz als Ganzes nutzen, vielleicht Blogs lesen, vielleicht dieses. Aber noch viel mehr Menschen haben kein Smartphone und lesen keine Blogs.

Deshalb ist es nicht doppelt gemoppelt, wenn Internet-Autoren das Medium wechseln, um ihre Texte in anderer Form zu präsentieren. Sie überführen sie damit in andere Welten.

Jannik Sorgatz hat die Rettung seines VfL Borussia Mönchengladbach nach der letzten Saison zu Papier gebracht. Jannik schrieb bis vor kurzem das Blog „Entscheidend is auf’m Platz“ und war auch schon als Interviewpartner im Königsblog zu Gast. Er hat das Talent, Geschichten zu erzählen, seine Texte zu den Spielen seines Vereins waren schon immer mehr als nur Berichterstattung oder Kommentar, eher Erlebnisberichte. In „Soweit die Raute trägt“ erzählt er die Saison nach, in der Gladbach eigentlich schon abgestiegen war, bis Favre kam.

Trainer Baade schreibt schon immer und meistens ist das gleichnamige Blog seine Bühne. Nun steigt er auf eine ganz reale und präsentiert neben seinen erfahrungsgemäß gut komponierten Wortwerken eben auch sich selbst, indem er liest. „Drama Queens in kurzen Hosen“ heißt sein Programm, eine Lesung in 2 Halbzeiten, die morgen Abend im Djäzz zu Duisburg zu erleben sein wird.

Im Oktober 2010 gefiel Matthias Berghöfer sein Schalke nicht mehr. Das Gefühl für das Besondere an diesem Verein drohte abhanden zu kommen. Um dem entgegenzuwirken begann er, Geschichten zu sammeln. In Internet-Foren und Social Networks warb er für seine Idee und bekam Texte von Schalkern, die von besonderen Erlebnissen, von Gefühlen oder von der Beziehung zu diesem Verein erzählen. Aus denen hervorgeht, was diese Gemeinschaft Schalke bedeutet, dass Schalke mehr ist als nur Fußballschauen. 1904 Geschichten will er sammeln. Ein erstes Buch ist mit 39 Geschichten unter den Titel „Mit Schalke is wie wennze fliechs“ erschienen.
 



5 Kommentare zu “Parallelwelten”

  1. Links anne Ruhr (26.10.2011) » Pottblog sagt:

    […] Parallelwelten (Königsblog) – Torsten Wieland stellt Aktivitäten in Sachen Fußball außerhalb von Web 2.0, Blogs & Co vor. […]

  2. hoffedocS04 sagt:

    Zwei OTs: flüssig und zäh

    1. OT:
    Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Jefferson Farfan!!

    (…und Schalke schenke Dir nochmal ca. 1 Million mehr Jahresgehalt als im letzten Vertragsangebot, damit die Tinte in Deinem Füller etwas flüssiger auf´s Papier läuft…)

    2. OT:
    In BaWü streikt der Nahverkehr, deshalb sind alle Verkehrsteilnehmer um Karlsruhe sehr zähflüssig unterwegs…(falls noch jemand zum Pokalfight aufbrechen will)

  3. eisenschleuder sagt:

    ich empfehle dringend die lektüre von herrn berghöfers buch.

    ich sage nur ein wort: vielen dank! ;)

  4. Uwe sagt:

    @eisenschleuder: Zähl noch mal nach! ;-)))

  5. Torsten sagt:

    Jannik Sorgatz hat nun, wie angekündigt, den Erlös aus seinem Buch dem Verein „Kindertraum“ gespendet …
    http://www.rp-online.de/nieder.....-1.2539074

Schreibe einen Kommentar