
Mag sein, dass diejenigen Recht haben, die sagen, Schalke 04 verlor gegen Borussia Dortmund wegen fehlendem Einsatz. Die Crux an der Sache ist, dass seit einiger Zeit ein an die Grenze gehender Einsatz eben nicht nur die Voraussetzung für irgendwas, sonder das einzige Mittel Schalkes im Kampf gegen Borussia Dortmund ist. In den letzten vier Begegnungen, das Supercup-Spiel eingeschlossen, stellte der BVB die deutlich bessere Mannschaft. Ich denke nicht, dass das daran liegt, dass die Blauen nicht genug rennen.
Fußball ist ein recht zufälliges Spiel, in dem auch noch bei größter Überlegenheit die Kleinigkeiten entscheiden, in dem man mit dem richtigen Massel zur richtigen Zeit ein Spiel auf den Kopf stellen kann. Das macht es so spannend, deshalb ist Fußball der beliebteste Sport von allen. Trotz aller Überlegenheit am Samstag brauchte Borussia Dortmund zwei Standardsituationen für die Tore. Trotz Unterlegenheit hatte Schalke um die 50. Minute zwei Szenen, in denen erst Alexander Baumjohann, dann Lewis Holtby für den Ausgleich hätten sorgen können.
Schalke hat eine ganze Reihe sehr guter Einzelspieler und braucht dahingehend in der Liga kaum Vergleiche zu scheuen, auch den mit Borussia Dortmund nicht. Der BVB agiert allerdings als mannschaftliches Gesamtkostrukt eine Klasse besser und vor allem viel flexibler.
Samstag sezierte Dortmunds Defensive die Schalker Offensive in ihre Einzelteile. Baumjohann und Draxler wurden auf ihren Flügeln isoliert, Raúl fand in der Mitte keinen Raum, Huntelaar hing ohne jegliche Unterstützung völlig in der Luft. Lewis Holtby kam nicht dazu, vorne zu helfen, weil der Druck Dortmunds auf Schalkes Rückraumspieler jederzeit sehr groß war. Jeder ballführende Schalker wurde bereits dreißig Meter vor dem eigenen Tor massiv angegangen. Nicht von einem „störenden Stürmer“, wie wir es von unserer Mannschaft kennen, sondern gezielt und geplant, von zumeist mindestens drei Beteiligten. Da Passspiel unter Bedrängnis nicht die Stärke der Schalker Defensivzentrale darstellt und da die Defensive nie weit genug aufrücken konnte, um den Angriff zu unterstützen, nahm das Schicksal seinen Lauf, wie in den letzten Spielen gegen Borussia eben auch.
Das alles war von der ersten Minute an so, und es änderte sich während der 90 Minuten nicht, weil Schalke nichts einfiel, weil auch zur Halbzeit nichts verändert wurde. Zunächst wechselte Huub Stevens nicht. Zwar versuchten die Blauen nun weiter aufzurücken und den Gegner etwas früher zu attackieren, aber das durchzuhalten gelang nur 10 Minuten. In der 54. Minute folgte der systemneutrale Wechsel von Pukki für Draxler. Die anderen Einwechslungen erfolgten rund zehn Minuten vor Schluss, als das Spiel längst gelaufen war. Diese Wechsel erweckten eher den Eindruck, dass Ciprian Marica und José Manuel Jurado noch etwas Spielpraxis erhalten sollten, als dass damit noch mal etwas bewirkt werden könnte. Schalke spielt seit Wochen im Große und Ganzen stets das gleiche Offensivsystem, und wenn es nicht funktioniert, funktioniert es eben nicht. Dann lag es am Ende eben an zu wenig Kampf.
Nach dem 14. Spieltag liegt Schalke nur drei Punkte hinter den Champions League-Rängen und 4 Punkte vor Platz 7. Das ist weiterhin prima. In der kommenden Woche gegen Augsburg stehen die Chancen ganz gut, dass wieder der Vorteil einer deutlich besser besetzten Mannschaft zum Erfolg ausreicht.







auf den punkt gebracht.
eines würde ich hier trotzdem noch los werden wollen:
darf man unnerstall eine mitschuld am 1-0 attestieren?
m. e. hätte er in dieser szene rauskommen müssen …
Die Frage ist: Wann entwickelt sich ein torgeiles, homogenes Team welches mit den gelben, den Bayern und den Fohler spielerisch und kämpferisch auf Augenhöhe steht? Am Potenzial kann es nicht liegen. Am Trainer m.E. auch nicht. Ist es die ungeklärte Farfan-Personalie? Die Fokusierug auf Raul? Die fehlende Lockerheit der Fans?
Ist ja noch fast eine wohlwollende Spielkritik. Zumindest haben wir gesehen, was der hohe Sieg über die fränkischen Freunde tatsächlich wert war: 3 Punkte, mehr nicht. Quasi genau die 3 Punkte, die man nun wehr- und willenlos aus der Hand gegeben hat.
Natürlich kann man beim amtierenden Meister verlieren – dennoch darf man zwischendurch gern zeigen, dass man dieses Derby auch gewinnen können wollen würde.
Schalke ist nicht am Gegner gescheitert, sondern an einer völlig falschen Einstellung. Die nahezu 100%ige Fehlpassquote in den ersten 30 Minuten tat dann ihr übrigens, das Selbstvertrauen der Blauen auf Null runter zu fahren.
Obendrauf noch die 5. Gelbe für JJ und Papa!
Bleibt die Hoffnung auf Donnerstag und ein überzeugendes Spiel gegen Bukarest.
Entsetzlich !
Am Anfang war blankes Entsetzen, später dann Fassungslosigkeit und
am Ende als unser „heldtenhaftes“ rumänisches Sommerschnäppchen Marica
neben den Ball trat nur noch Gelächter – soweit die Stimmung in der
Kneipe.
Trotz der beiden Gegentore möchte ich unsere IV Matip, Papa sowie Jones
herausheben. Sicher auch diese 3 waren nicht fehlerfrei, aber das kann
man auch nicht erwarten wenn eine Abwehr 90 Minuten unter Dauerbeschuss
steht. Gleiches gilt für Lars Unnerstall der bemerkenswert ruhig blieb
und hielt was zu halten war. Über den Rest dieser Mannschaft, die
ausgeruht und gut vorbereitet in dieses Derby ging, möchte ich den
Mantel des Schweigens ausbreiten.
Gut vorbereitet ist übrigens mein Stichwort: unser Übungsleiter hat
nach dem Spiel einige bemerkenswerte Sätze verlauten lassen, aber
lieber Huub wo war eigentlich Ihr Anteil an der guten Vorbereitung ?
Die gleiche Mannschaft auf den Rasen zu schicken, die gegen den
Tabellen 17. gewonnen hatte zeugt nicht gerade von Originalität. Ist
Ihnen unter der Woche nicht manchmal der Gedanke gekommen, das unser
spielerisches Vermögen am Rheinlanddamm nicht reichen könnte ?
Und wenn man zu dieser Einsicht gelangt, gab es keine Alternativen?
Damit meine ich nicht unbedingt nur andere Spieler, sondern eine andere
taktische Ausrichtung. Es soll ja Übungsleiter geben, die eine
Mannschaft gezielt auf den nächsten Gegner ausrichten. Fakt ist neben
den Bayern stellt der Nachbar das z.Zt. spielstärkste Team.
Da erwarte ich von einem Übungsleiter der 1 Woche Zeit für die
Vorbereitung hat ein wenig mehr.
Die Mannschaft nach dem Spiel als „Schülermannschaft“ zu beschimpfen
ist einfach, aber wer war dann der offenbar auch überforderte
Klassenlehrer?
Nach Niederlagen heißt es immer, wir müssen jetzt nach vorne schauen.
Gut aber dann sollten wir uns mental schon mal auf die nächste
Derbypleite im April vorbereiten. Es ist wohl kaum zu erwarten das der
Nachbar dann schlechter spielt und umgekehrt das wir wesentlich besser
agieren. Das wird dann sehr wahrscheinlich zu einem ähnlichen Ergebnis
führen. Nur der Punkteabstand wird an diesem Spieltag deutlich größer
sein und vielleicht feiert man an diesem Spieltag schon den nächsten
deutschen Meister? Es wäre der Gipfel der Demütigung wenn das bei uns
passieren sollte.
Sehr bitteres Spiel für deine Mannschaft. Ich hätte mir einen größeren Schlagabtausch gewünscht.
Aus meiner Sicht:
1)fehlt es im Unterschied zu schwach-gelb deutlich an Qualität. Ein Uchida, ein Fuchs, ein Baumjohann, ein Jones usw. sind qualitativ nicht vergleichbar mit Ihren Pendants. Zu viele Fehler, zu wenig Durchsetzungsvermögen(o.k., außer Jones), zu wenig Tempo, zu wenig Ballsicherheit usw.
AUCH die Einstellung war schlecht, aber vorrangig gibt es einen deutlichen Qualitätsunterschied!
2) werden wir Meister im “Vorher-die Fresse-aufreißen-und-dummes-Zeug-labern”. Was Holtby und Fuchs vorher alles verbal von sich gegeben haben(u. a. HP), war aus meiner Sicht nicht mehr erträglich. ERST die Leistung – dann die dicke Lippe riskieren. Paßt aus meiner Sicht besser…
3) finde ich es beängstigend, daß Trainer und auch sportlicher Verantwortlicher nach dem Spiel ratlos da stehen. AUGEN AUF! SYSTEM EINFÜHREN UND DURCHSETZEN! KADER KONTINUIERLICH VERBESSERN!
und mein letzter Punkt, der hier anknüpft:
04) es ist für mich seit Wochen kein System und auch kein (Aaaaachtung:) Konzept erkennbar. Wie man dies macht hat Hannover gegen uns gezeigt und vor allem am Wochenende wurde es deutlich!
Ein Unterschied wie Tag und Nacht und eine Vorführung sondergleichen, ja leider ein Klassenunterschied!!
Der letzte Satz von Torsten bringt es auf den Punkt. Wir liefern wie gehabt Heroenfussball ab, in dem die Qualität einzelner Spieler allein den Unterschied macht, und nicht die Spielweise der gesamten Mannschaft. Damit reicht es nicht für ganz oben, außer man ist der FC Bayern (und auch der bekommt gegen eine Mainzer Mannschaft Probleme, die tatsächlich eine Spielidee ihr eigen nennt).
Derby geht anders!
nun, die Freude darüber noch kurz vor dem Derby eine Karte für die Ost (43 Euronen) bekommen zu haben, wurde schon ziemlich schnell nach dem Anpfiff getrübt und ich wusste auch schnell wohin die Reise gehen wird!
Flotten Sprüchen vor dem Spiel u.a. von Holtby und Fuchs folgte ein Angsthasen-Auftritt aller erster Güte!
Bezeichnend dafür war schon am Anfang, dass der gute Unnerstall nicht wusste, wie seine Abstösse an den Mann zu bekommen waren!!
Es wollte ja auch keiner den Ball. Um Gottes Willen: Nur keine Verantwortung übernehmen.
Es war ein jämmerliches Bild was unsere Blauen dort abgegeben haben.
Ausser Jones, der wenigstens Einsatz zeigte, gab es keinen Führungsspieler, der die Ärmel aufkrempelt und die Jungs mitzieht.
Was hätte ich mir einen Wilmots gewünscht am Samstag!!
Man kann auch ein Derby verlieren. Ja. Aber man muss sich wenigstens gegen eine Niederlage stemmen, wenn schon die spielerischen Mittel nicht ausreichen. Man muss den jungen Leuten im Team Vorbild sein und Vorweggehen.
Ich sehe es auch lieber wenn Fussbal GESPIELT wird aber wenn das nicht funktioniert weil der Gegner besser aufgestellt ist (im taktischen) dann erwarte ich zumindest das Fussball GEKÄMPFT wird!
Denn dann und nur dann schmerzt eine Derbyniederlage etwas weniger.
Aber wie gesagt, Derby geht anders!
Tenkelberry hat Recht!
Das war schon einstellungsmäßig mit das mieseste, was Schalke diese Saison gezeigt hat. Wie Dortmund spielt ist nun hinlänglich bekannt und kann nicht als Entschuldigung für die eigene Mittelmäßigkeit vorgeschoben werden.
Dortmund war nicht so überragend, wir haben die teilweise bis in den Strafraum laufen lassen bis sich mal jemand zum eingreifen erbarmt hat. Man hatte das Gefühl wir hatten schwere Beine von einem anstrengenden Europapokalspiel und nicht die Lüdenscheider.
Und gerade weil wir, zumindest bei den Spielern, die da auf dem Platz standen, nicht den schlechteren Kader hatten, kann man so nicht nur nicht in einem Derby auftreten, sondern in gar keinem Bundesligaspiel.
Ein solch apathisches und phlegmatisches Schalke wird auch Probleme gegen Augsburg, aber vor allem noch Gegen Bremen bekommen (von Steaua gar nicht zu sprechen…).
Zugegeben, was die Spieler im Derby (gegen Kaiserslautern, Larnaka im Rückspiel, lange Zeit gegen Karlsruhe) gezeigt haben war zu wenig. Aber deshalb muss man sie auch nicht schlechter reden als sie sind. Das gilt auch für den Trainer, dessen Unbeherrschtheiten vor der Kamera (Schülermannschft!) der Mannschaft sicher nicht weiterhelfen. Schließlich spielen wir höchstens um Platz 2 bis 8. Dafür ist bisher alles im oder sogar leicht über Plan. Ich bleibe erstmal gelassen.
@blues:
Da gebe ich Dir ja grundsätzlich recht. Die Einschätzung Tabellenplatz 2 bis 8 ist völlig in Ordung und auch realistisch.
Nur wenn ich höre “Wir brauchen Eier bis zum Boden” dann erwarte ich im Derby einfach ein anderes, viel engagierteres Auftreten!
Mir fehlt da von der Spielanlage auch die Konstanz. Ich sehe da nicht wirklich eine durchgehende Strategie oder eine taktische Ausrichtung.
Also das habe ich am Samstag einfach nicht erkennen können. Und wenn das fehlt, kann ich mir für die Fans und den Verein wenigstens den Hintern aufreissen! Das hat dann auch was mit “Eier haben” zu tun.
Ich bin ja nicht todunglücklich mit der aktuellen Tab-Situation.
Mich stört da einfach das Auftreten. (Wie gegen Larnaka und da war der Gegner auch noch schlecht)
Die Debatte sollte eher um die Rolle Rauls aufgezogen werden, und damit der Spielanlage, nicht dieser Quatsch wie Laufbereitschaft usf. Bei Real konnte er über den Platz schleichen, und im richtigen Moment zuschlagen, aber diese Zeiten sind vorbei. Wenn er zu hoch spielt, kann Holtby nicht als einziger Tempo und Kreativität ins Spiel bringen, das zentrale Mittelfeld ist dann vakant. Zumal auch Huntelaar nicht gerade erpicht darauf ist, am Spiel teilzunehmen.
Auf mich im Stadion wirkte die Mannschaft so, als habe Sie gar kein Konzept, wie man gegen dieses aggressive 4-2-3-1 der Lüdenscheider spielen soll. Es wirkte so, als habe Stevens der Truppe gar keinen Plan mit auf den Weg gegeben. Es war schon erschreckend und genauso schlimm wie im Februar…
… noch ein Gedanke: wir spielen doch mit dem fast gleichen system wie lüdenscheid-nord: viererkette mit offensiven außen, zwei 6er, eine offensive dreierkette und einer spitze.
aber: wieso sieht das bei uns so schwerfällig aus? wieso klaffen bei uns extreme abstände zwischen den mannschaftsteilen? laufen unsere spieler zu wenig? wieso hab ich den eindruck, dass wir manchmal scheinbar überhaupt nicht wissen, wie wir vor´s gegnerische tor kommen sollen?
@tenkelberry
“Wir brauchen Eier bis zum Boden” dann erwarte ich im Derby…
Solche oder ähnliche Sprüche hören wir auch häufig von Boxern vor dem eigentlichen Kampf. Sich vorher aufplustern, ist ein eigener Teil der Show und hat mehr mit Voodoo, pfeifen im Walde und Marketing als mit dem eigentlichen Spiel zu tun.
Du vermisst die Strategie? Ich ebenfalls. Aber bei 3 Trainern in den letzten 9 Monaten steht und spielt das Team erstaunlich gut. Ich glaube nicht an Wunder.
Ich stimme HeinS04 vollkommen zu, besonders in diesem Punkt:
04) es ist für mich seit Wochen kein System und auch kein (Aaaaachtung:) Konzept erkennbar. Wie man dies macht hat Hannover gegen uns gezeigt und vor allem am Wochenende wurde es deutlich!
Wenn Schalke so weitermacht, werden Spiele weiterhin für uns entschieden, wenn die Qualität der Schalker Spieler den Unterschied macht (z.B. Nürnberg)
Gegen Teams die als Mannschaft ein passendes System haben wird es ganz schwer (z.B. Gladbach), gegen solche die zusätzlich auch noch starke Einzelspieler haben wird es Niederlagen geben (z.B. Lüdenscheid).
Viel von dem “Rangnick-System” welches ja angeblich weiter gespielt werden sollte ist ja auch nicht übrig geblieben. Pressing sieht man z.B. überhaupt nicht mehr.
@heins04 und s we
Ihr habt nicht ganz Unrecht, das wirkt schon sehr konzeptlos
und man gewinnt den Eindruck das die Mannschaft sich in ihre
Komfortzone zurück gezogen hat. Pressing und das Spiel der anderen
erfordert eine hohe Laufleistung und dazu ist man offenbar nicht
(mehr?) bereit bzw. es wird vom Übungsleiter auch nicht gefordert.
Wir sollten uns auch vom temporären Tabellenstand nicht blenden
lassen, mit Leverkusen und Hannover stehen Mannschaften hinter uns
die am Ende der Saison vor uns stehen werden und dann sind wir
wieder einmal im Niemandsland. Dann wird wieder gejammert es kommen
die Umbruch Sprüche und man wird den Kader mit weiteren weil billigen
Mitläufern ergänzen -> und ewig grüßt das Murmeltier.
Ach jetzt mit Konzeptlosigkeit zu kommen, erscheint mit doch stark überzogen. Die Mannschaft spielt über die letzten Wochen gesehen schon besser, als noch unter Ragnick. Da finde ich die von Huub im Kicker-Interview angebotene Erklärung schon plausibler, dass wir im Mittelfeld mit ziemlich jungen Spielern ausgestattet sind. Denn wir leiden tatsächlich irgendwie unter seltsamen Leistungschwankungen (siehe 1-2 gegen Lautern, 0-0 gegen Lanarka, und jetzt 2-0 gegen Dortmund), haben aber auch sehr gute Auftritte dabei (0-1 gegen Kusen und 5-0 gegen Lanarka und 4-0 gegen Nürnberg).
Man bedenke auch bitte, dass wir mit der EL trotzdem unter der vollen Doppelbelastung wie ein CL-Teilnehmer stehen. Lüdenscheid lässt dafür international Federn.
Am Ende gewinnt derjenige, der es mehr will! (wenn das Qualitätsniveau ungefähr gleich ist und das ist es in der BuLi wie international für Schalke). Es ist doch klar, dass bei schwacher Einstellung kein Konzept erkennbar wird. Denn kein Konzept der Fussballwelt ist auf eine Mannschaft ausgelegt, die apathisch dem Gegner beim Üben zuguckt. Andersherum: Jedes spielerische Konzept muss bei der Einstellung in den Köpfen anfangen!
@Da finde ich die von Huub im Kicker-Interview angebotene Erklärung schon plausibler, dass wir im Mittelfeld mit ziemlich jungen Spielern ausgestattet sind.
… und die schwatt-gelben lassen dort rentner laufen, ist klar!
lächerliches argument von huub.
Das stimmt natürlich. Trotzdem kann man feststellen, dass unsere Mannschaft nicht variiert. Egal ob gegen Lautern, Nürnberg oder Borussia, man geht nicht auf den Gegner ein. Man ändert nicht mal was, wenn es eine Halbzeit lang grottenschlecht läuft.
Sorry, aber das ist ja wohl ziemlich daneben. Zwischen Larnaka und Marseille ist doch noch ein kleiner Unterschied, und wir sollten aktuell froh sein, wenn wir am Ende nicht auch noch in der Europa League gegen Dortmund spielen müssen.
Es mag die gleiche Grundformation sein, es liegt aber ein grundsätzlich andere Spielweise zu Grunde. Vermutlich könnte auch Klopp sie bei uns nicht ad hoc installieren, es hatte ja seinen Grund, weshalb er gute Stürmer wie Petric und Frei nicht wollte. Zu der Spielweise zu kommen, wo Dortmund als Mannschaft ist (oder sein kann, immer schaffen sie das ja auch nicht), dauert eine Weile.
Da ist sicher was dran. Wie oben gesagt, das Spiel des BVB lässt sich mit Schalkes Kader wohl nicht spielen. Das heißt aber nicht, dass man zwangsläufig tief stehen muss und sich nicht mal was einfallen lassen darf, wie man aktiv ein eigenes Spiel aufziehen kann.
Das kann ich auch unterschreiben.
@BlauWeissNord
Du schreibst, die Mannschaft spiele unter Stevens schon besser als unter Rangnick.
Ich sehe das differenzierter.
Was Stevens geschafft hat, war eine Stabilisierung der Abwehr mit Matip und Papadopulos als IV und Höwedes rechts. Das funktioniert besser als die vorherigen Aufstellungen.
Ansonsten sehr ich aber zwei Defizite gegenüber der begonnenen Spielweise unter Rangnick: einmal fehlt mir trotz des Offensivpotentials und der läuferischen Stärke, die die Mannschaft eigentlich auszeichnet, eine konsequente, dies Potential auch nutzende Spielweise. Es fehlt das frühe Pressing, das eine starke Mannschaft erst einmal in großem Abstand vom eigenen Tor hält, es werden kaum noch kurze, präzise Pässe gespielt, es geht zu ungeordnet nach vorne und mit zu langen Bällen aus der Abwehr heraus. Die sind zu leicht ausrechenbar für gute Gegner und nur zufällig verwertbar. Dies scheint mir ein Rückschritt in Magathsche Zeiten.
Und das zweite ist die möglicherweise unzureichende Einstellung auf bestimmte Gegner. Es sollte die Spielweise gegen z.B. Nürnberg und den BVB nicht gleich angelegt sein. Klopp hat in einem Skyinterview nach dem Spiel gesagt, seine Ko-Trainer seien “Asse” darin, die Spielweise der Gegner zu analysieren und hätten gegen Schalke die eigenen Spieler z.B. darauf eingeschworen, Unnerstall zu langen, unpräzisen Abschlägen zu zwingen, in dem sie ihm alle kurzen Wege beim Abschlag vom Tor zustellen. So sollte ein geordneter Spielaufbau Schalkes von hinten heraus schon im Ansatz unterbunden werden (genau dieses Phänomen hat man im Spiel dann auch öfter beobachten können).
Diese exakten Analysen des nächsten Gegners sind anscheinend nicht gerade die Stärke von Stevens. Markus Gisdol ist darin sehr gut, aber es wird wohl nicht nach außen dringen, welche “Befugnisse” Stevens seinen Ko-trainern einräumt.
Versteht das, bitte, richtig, es geht mir hier um die Sache, nicht um das Klein- oder Großreden eines Trainers.
Beim Derby hatte ich den Eindruck, dass die ganz jungen Spieler wie Draxler, Matip, Papadopoulos – aber das ist jetzt wieder Psychologie – drauf brannten, ein gutes Spiel zu machen, aber mit der Situation – noch! – überfordert waren. Jeder Fehlpass, jede unbeholfene Ballannahme wurde so konsequent vom Dortmunder Publikum mit Hohn bedacht, dass sie vorübergehend regelrecht über die eigenen Füße stolperten. Ein Heimderby wäre möglicherweise besser ausgegangen. Und da habe ich mich gefragt, warum Stevens nicht direkt nach der Pause “abgezocktere” Spieler bringt wie Metzelder, Jurado (für Baumjohann) und Pukki, der vom Derby nicht so “angekratzt” ist, weil ihn die Geschichte dieses Spiels nicht so belastet wie Julian Draxler, der das mit der Muttermilch eingesogen hat…
habe gerade gesehen, dass Torsten einige Punkte schon angesprochen hat
Kann auch sagen, dass das Derby mich ratlos zurück gelassen hat. Wie schon einige hier genannte Spiele zuvor. Woran liegts? Jugendliche Schwankungen? Mangelnder Einsatz? Mangelnde Qualität? Keine Ahnung…
Jürgen Klopp arbeitet nebenan seit 41 Monaten ununterbrochen. Huub Stevens hier bei uns seit gerade mal zwei Monaten. Der neue Trainer braucht Zeit. Die jungen Spieler sowieso. Der große Kader braucht Zeit um weiter schrumpfen zu können. Für die notwendige Neustrukturierung des Teams braucht es zusätzliche Zeit. Wenn man diese Zeit dem S04 nicht einräumt verzweifelt man an den eigenen und wahrscheinlich viel zu hohen Erwartungen. Ich glaube es ist viel, viel Geduld gefordert.
Da hast Du Recht, wir sollten jetzt zur Abwechslung mal wieder einen Trainer in Ruhe arbeiten lassen…
@ Torsten
Ich habe nicht die Qualität zwischen Lanarka und Marseille verglichen. Ich habe die konditionelle wie mentale Belastung eines ständigen Drei-Tage-Rythmus gemeint. Das führt bei jeder Mannschaft zu Leistungsschwankungen und da ist es völlig egal ob Lanarka oder Marseille, laufen musst du gegen beide Gegner…..
@ Hoffedoc
Die beste Strategie ist es, sein eigenes Spiel durchzubringen, agieren statt reagieren, dann braucht man auch nicht 5 Systeme spielen zu können. Schalke muss seine Stärken ausspielen und sich nicht vom Gegner diktieren lassen, wie zu spielen ist. Das kann die Mannschaft auch gar nicht leisten.
Stevens hat die Abwehr stabilisiert und weniger Tore als bei Ragnick schiessen wir auch nicht. Und wie Steinzeitfussball sieht das auch nicht aus. Ich erkenne da jedenfalls einen Fortschritt. Da sind wir wieder bei der grundsätzlichen Frage, die Torsten hier ja schonmal gestellt hat. Soll der Trainer au Gedeih und Verderb irgendein System auf die Mannschaft pressen oder soll er das System spielen, was ihm das qualitative Substrat der Mannschaft ermöglicht.
Am Ende waren nicht die Abwürfe von Unnerstall spielentscheidend. Da zieht Klopp doch auch nur nen Heissen, wenn er sich da als Supertaktiker hinstellt.
@BlauWeissNord:
Wenn es um die reine Belastung geht, finde ich es immer wieder erstaunlich, dass Stevens mit seiner Meinung, ein 3-Tages-Spielrhythmus ist gut für die Spieler, da sie so kontinuierlich am Ball bleiben, anscheinend gar nicht so verkehrt liegt.
Wir haben nach englischen Wochen (EL, Pokal) bisher lediglich gegen München verloren, wohingegen wir vor den Spielen gegen Wolfsburg und Kaiserslautern jeweils, bedingt durch Länderspielpausen, größere Lücken hatten.
Auch gegen die Schwach-Gelben hätten wir rein theoretisch ja ausgeruhter sein müssen, aber vielleicht ist das dann schon wieder in Behäbigkeit umgeschlagen.
Ich hab das Gefühl, dass das System nicht optimal ist. Vor allem wenn Farfan fehlt.
Die beiden letzten Spiele, die ich im Stadion gesehen hab, waren die in Hannover und Dortmund. Und beide Male hatte ich das Gefühl, dass das System nicht optimal ist und Raúl durchgeschleppt wird.
Man sollte auch mal umstellen können, beispielsweise auf 2 echte Spitzen, gerade dann wenn Raúl keinen Zugriff aufs Spiel hat. Diese fehlende Flexibilität vermisse ich…
Perspektivlos
“Perspektivlos” – ist hoffentlich kein Cousin von “Papadopoulos”
@ Patigol: da Farfan höchstwahrscheinlich nicht mehr für uns auflaufen wird, darf sein Fehlen nicht mehr als Schwachstelle dienen. Ich plädiere stark dafür bis zum Ende des Jahres Pukki rechts und draxler Links spielen zu lassen. Dann hätte man auch Klarheit ob in der nächsten Transferperiode gehandelt werden muss
Da würde ich gerne noch mal nachfragen …
blues schrieb:
Carlito69 schrieb:
Diese Sätze liest man überall immer wieder (nix für ungut, blues). Aber was bedeutet das denn konkret, wie soll man sich denn richtig verhalten?
Bedeutet „in Ruhe arbeiten lassen“, dass man nicht kritisieren darf? Falls doch, wie geht denn in Ruhe arbeiten lassen, was macht das denn aus? Und was sind denn für einen Club wie Schalke 04 die vielzitierten „zu hohen Erwartungen“? Schalke hat einen Kader mit Spielern, deren Gehalt – das behaupte ich nun einfach mal – sich nicht dauerhaft ohne Champions League bezahlen lassen. Falls es so ist, welche Erwartungen soll man denn haben? Selbst wenn man ein „Übergangsjahr“ (auch so’n Unwort) einplant – Horst Heldt sagte ja, es könne auch passieren, dass man auf Platz 8 lande – müssen doch trotzdem in naher Zukunft entweder der Kader nach unten oder die Erwartungen nach oben angepasst werden, oder?
@Maddin: Stimmt, da hast Du recht.
Was mich einfach nervt, ist, dass man nicht umstellt, wenn es nicht läuft. z.B.mit zwei echten Spitzen:
Huntelaar Pukki
Raul
Draxler Holtby
Jones
Fuchs Matip Papa Höwedes
Unnerstall
sehr schön mal wieder geschrieben! =)
Patigol, Jones als einziger 6er? Man man man, du bist aber optimistisch;)
@Maddin: Ist ´ne Alternative, Werder spielt seit Jahren so… OK, die kriegen seit Jahren auch viele Gegentore ;-))
@Torsten
„Bedeutet „in Ruhe arbeiten lassen“, dass man nicht kritisieren darf?“
Nein, man muss weitermachen mit den Analysen, auch wenn mein Kommentar einen andern Schluss zulässt. Man muss versuchen herauszufinden was der Stevensche Plan mit der Mannschaft sein könnte. Es sollte ein Vorschlag sein, in der näheren Zeit bei Analyse und Kritik Gelassenheit aufzubringen. Warum? Weil Huub Stevens bisher kaum in der Lage ist, sein System, also so wie er Fußball heute versteht und spielen lässt, jenseits von fußballerischen Phrasen, zu beschreiben. Man ist darauf angewiesen im taktischen Kaffeesatz zu lesen. Man sieht nur sehr unscharf was der Plan ist und seine Arbeit lässt sich dadurch aktuell nur schwer bewerten und fast nur an den gewonnen Punkten messen.
„die vielzitierten zu hohen Erwartungen“
Horst Heldt hat für die laufende Saison den 8. Platz als Mindestziel formuliert. Soviel Geld war scheinbar da. Zum Ende der Saison hin sollte eine Handschrift erkennbar sein, die einen CL- Platz in der kommenden Saison als realistisch erscheinen lassen konnte. Dann wurde der Trainer krank und ein neuer Trainer übernahm die Mannschaft. Das bringt jetzt ganz sicher das spielerische Entwicklungskonzept und den Zeitplan durcheinander und macht es notwendig, dass man zusätzlich Zeit zur Verfügung stellt. Deshalb müssen für mich die Erwartungen zunächst reduziert werden. Dass es trotzdem anders kommt und das Spiel schneller besser wird, schließt das ja nicht aus.
@blues:
Danke für die ausführliche Antwort. Ich schließe nicht mal aus, dass das Spiel keinen Deut besser wird, wir es aber trotzdem auf Platz 4 schaffen.
Dass Huub Stevens natürlich nicht in der Lage ist, seine Ideen so anschaulich zu beschreiben, wie es bspw Klopp tut, ist klar. Aber deshalb ist man trotzdem nicht darauf angewiesen, im Kaffeesatz zu lesen, weil es nunmal alle paar Tage ein Spiel zu sehen gibt. Und es ist nicht so wahnsinnig schwer, zu sehen, dass die Mannschaft bezüglich der Positionen und deren Aufgaben im Großen und Ganzen gegen Larnaka spielt wie gegen Nürnberg spielt wie gegen Lautern spielt wie gegen Dortmund … ich befürchte, sie werden auch gegen Augsburg, Bremen im Pokal gegen Gladbach und die anderen Spiele dazwischen so spielen, egal obs grade gut läuft oder nicht. Dass ist es hauptsächlich, was mir bitter aufstößt.
Gladbach wird eine harte Nummer. Mal drei Punkte verlieren, ok, aber auf ein Pokalaus als letztes Ereignis vor Feiertagen und Winterpause habe ich überhaupt keine Bock …
[...] Einfallslos und überfordert (Königsblog) – Über die Leistungen des FC Schalke 04 beim Revier-Derby gegen Borussia Dortmund. [...]
@Torsten:
..“dass das Spiel keinen Deut besser wird, wir es aber trotzdem auf Platz 4 schaffen.“
Huub Stevens steht wie schon Ralf Rangnick vor einer meiner Meinung nach für das aktuelle Schalker Spiel zentralen Schwierigkeit, die aus einer Einseitigkeit der Fähigkeiten der meisten Stammspieler resultiert.
Die tragenden defensiven Kräfte (Fährmann/Unnerstall, Höwedes, Papadopulus, Matip, Jones sind in ihrer Abwehrarbeit sehr stark. Wenn sie jedoch nach der Balleroberung umschalten und offensiv werden müssen, also schnell und präzise steil spielen sollen oder wie es neudeutsch heißt, wenn der vertikale Pass in die offensive Zone gefordert ist, offenbaren sie große Schwächen. Das Spiel nach vorne wird durch die limitierten Offensivfähigkeiten der defensiven Spieler ungenau, unsicher, umständlich und ist dadruch insgesamt viel zu langsam. Das eigene holprige Aufbauspiel ist für den Gegner leicht durchschaubar und wegen seiner Langsamkeit durch einfache Maßnahmen des Gegners relativ einfach zu stören.
Bei den tragenden offensiven Kräften Raul, Draxler, Farfan, Jurado, Baumjohann verhält es sich genau umgekehrt. Sie sind im Spiel nach vorne besonders stark, wenn es jedoch um die frühe Balleroberung mit konsequentem und systematischen Pressing, also um Defensivarbeit geht, sind sie schwach.
Die Folge davon ist, dass wir den Ball häufig erst in unserer eigenen defensiven Zone erobern. Und dann wieder mit dem Problem des zu langsamen Umschaltens auf Angriff konfrontiert sind.
Da dieses große Strukturproblem aus der überwiegend Magathschen Transferpolitik auch nur mittelfristig durch Lernerfolge und Transfers zu lösen ist, war meine Forderung weiter oben, mehr Entwicklungszeit für Spieler und Mannschaft zu zubilligen.
Rangnick hat an den defensiven Fähigkeiten der offensiven Kräfte gearbeitet. Er hatte zu wenig Zeit um echte Lernerfolge bei den offensiven Spielern zu erzielen.
Stevens hat dann der kurzfristigen Wirkung wegen, taktisch auf eine Viererkette mit drei Innenverteidigern umgestellt die verstärkt um den defensiv starken Jones auf der sechs, das offensive Herausrücken (Matip nutzt freie Räume und marschiert nach vorne) und defensive Herausrücken (Papadopolus erobert den Ball vor der Abwehr) eines IV zur Stärkung der Spieleröffnung bei gleichzeitiger Absicherung durch zwei gelernte IV möglich macht.
Mit den gegebenen Mitteln ein schlauer Schachzug von Stevens. Aber im Vergleich zu handlungsschnellen und passsicheren IVs in der Spieleröffnung doch weiter eher ein langsameres und umständlicheres Umschaltverhalten.
Weil dieses Strukturproblem des Teams selten durch kurzzeitige Lernerfolge und nicht immer durch eine starke Tagesform von Mannschaft und Spieler kompensiert werden kann, muss man sich vor Spielen wie gegen Mönchengladbach, Bukarest, Kaiserlautern, Larnaca und Dortmund tatsächlich jedesmal aufs Neue fürchten.
Und noch kurz zum taktischen Kaffeesatz. Ok, keine glückliche Formulierung. Gemeint ist, dass bei Stevens kaum ein Plan – Ist Vergleich möglich ist und deshalb kleine taktische Schachzüge, Umstellungen und Lernerfolge schlecht bewertbar sind, so dass die Spielanlage erstmal als Wiederholung des ewig gleichen Konterfussballs erscheint.
Eine Spielanalyse zum Derby gibts jetzt auch bei spielverlagerung.de.
Lesenswert, wie eigentlich immer dort.
spielverlagerung.de.:
“Aus diesen Gründen ist Schalke derzeit nicht zur obersten Spitze der Liga zu zählen, trotz zuletzt guter Ergebnisse.”
Traurig, aber wahr.