Ohne Mittel gegen Gladbachs Offensivpressing

Schalke 04 verliert 0:3 in Gladbach und ist dabei über 90 Minuten völlig unterlegen. Wie schon im Pokalspiel gegen Gladbach und wie auch im Spiel gegen die andere Borussia aus Dortmund zeigte sich in diesem Spiel erneut, dass Schalke die Mittel fehlen, um gegen ein gutes Offensivpressing bestehen zu können.

Schalke hat eine tolle Offensive, Gladbachs Stärke ist die Verteidigung und das schnelle Umschalten: Die meisten Vorberichte zu diesem Spitzenspiel des 21. Spieltags hatte diese Aussagen zum Inhalt. Alles das ist ohne Zweifel richtig, greift aber zu kurz. Schalkes Offensive funktioniert leider nicht aus sich selbst heraus, sondern muss von hinten in Gang gesetzt werden. Gladbachs richtig starke Verteidigung ist nicht die Verteidigung, sondern das im Sturm beginnende Pressing. Diese Stärke Gladbachs, kombiniert mit Schalkes spielerischen Schwäche in der Defensivzentrale, führte letztendlich zu diesem krassen Unterschied in diesem Spiel.

Das hat nichts mit mangelndem Einsatz oder fehlendem Willen auf Schalker Seite zu tun. Natürlich kann man immer „mehr geben“ oder „aggressiver sein“, natürlich hätte sich Schalke beim Verteidigen gegen die Gladbacher Angriffe geschickter anstellen müssen, natürlich wurden dabei auch individuelle Fehler begangen. Aber die Unterlegenheit in diesem Spiel wurde eben nicht nur in einzelnen Szenen sichtbar und eben auch nicht nur dann, wenn Gladbach den Ball hatte. Die Unterlegenheit war grundsätzlicher, als dass man sie mit mangelndem Einsatz erklären könnte. Bei dem derzeitigen Entwicklungsstand und den derzeitigen Kadern dieser beiden Clubs würden vermutlich 8 von 10 Spielen für Gladbach ausgehen.

Gladbach presste in der ersten Halbzeit perfekt. Sie schafften es, gleichzeitig die direkten Anspielstationen im Mittelfeld zuzudecken und Druck auf den ballführenden Spieler auszuüben. Schalkes Offensivspieler haben die Qualität für „One-Touch-Football“, sie können auf engstem Raum in hohem Tempo mit dem Ball umgehen, sich mit 3 Kurzpässen Raum verschaffen und dann zu Chancen kommen. Schalkes Defensivspieler können genau das leider nicht. Als sie gegen Gladbach unter Druck gerieten, wurden zunächst 2 bis 3 Querpässe gespielt, bevor der lange Ball folgte, der immer gleichzeitig „hoffnungsvoller“ Pass als auch Befreiungsschlag war. Im Ergebnis war der Ball danach meistens wieder in den Gladbacher Reihen.

Huub Stevens hatte gewusst, dass der übliche Schalker Spielaufbau über die Außenbahnen zugestellt werden würde. Die Aufstellung José Manuel Jurados sollte dem oben skizzierten Mangel entgegenwirken. Gefühlt war Jurado im Mittelfeld auch der Schalker mit der meisten „Ballzeit“. Er hat zweifelsohne die Qualität ein Spiel in Schwung zu bringen, aber er war auch der Einzige, dem Gladbach etwas Raum zukommen ließ. Wohl wissend wurde insbesondere Raúl völlig zugestellt, so das auch Jurados Spielaufbauversuche in der Regel nach spätestens zwei Schalker Ballberührungen beendet waren. Umgekehrt ist José Manuel Jurado defensiv nicht gut genug, als das er seinen Kollegen bei den schnellen Vorstößen der Borussia hätte helfen können.

In der zweiten Halbzeit fuhr Gladbach das Pressing zurück. Über 90 Minuten ist dieses laufintensive System wohl auch kaum durchzuhalten. Gladbach übte weniger Druck auf den ballführenden Spieler aus, ohne allerdings Anspielstationen ungedeckt zu lassen. Nun stand Schalke vor einem Spiel, für das es einen guten José Manuel Jurado gebraucht hätte, der aber just zur Halbzeit ausgewechselt wurde, vielleicht zu diesem Zeitpunkt auch schon verbrannt war. Vielleicht war der Zahn aber auch einfach schon gezogen.

Um gegen ein solch gutes Offensivpressing bestehen zu können bräuchte es technisch sehr starke Rückraumspieler oder ein annähernd gleichwertiges Pressing. Das erste ist kurzfristig, das zweite mit diesem Kader vermutlich auch langfristig nicht zu erreichen. Was bleibt ist, sich auf seine Stärken zu besinnen. Schalke steht völlig verdient auf Rang 4, acht Punkte vor Platz 5. Noch sind 13 Bundesligaspiele zu spielen. 12 dieser Gegner spielen kein so gutes Pressing wie Gladbach, 11 dieser Gegner haben einen schwächeren Kader als Schalke. Diese Spiele bieten reichlich Gelegenheit zu punkten, gar soviel, um am Ende auch vor Gladbach zu stehen.

Gegen Wolfsburg muss ein Sieg her.



26 Kommentare zu “Ohne Mittel gegen Gladbachs Offensivpressing”

  1. blues sagt:

    „Die Unterlegenheit war grundsätzlicher, als dass man sie mit mangelndem Einsatz erklären könnte“.

    Diese Diagnose nehmen wir hier im Blog seit zwei oder drei Monaten als gesichert an. Auch Huub Stevens erzählt Woche für Woche, dass der Mannschaft zur Spitze „Konstanz und Stabilität” fehlt. Nach dem Spiel gegen Mainz kritisiert Horst Heldt die viel zu hohe Erwartungshaltung der Fans an das spielerische Vermögen der jungen Mannschaft!
    Doch dann bringt der Trainer eine Aufstellung an den Start, die diese Aussagen als sinnfrei erscheinen lässt. Der Trainer stellt die Mannschaft ausgerechnet gegen Gladbach derart offensiv auf, dass diese gar nicht anders kann, als das Spiel selbst zu machen. Und das, mit einem halbleeren Koffer an fußballerischem Handwerkszeug, wie wir nicht nur in den letzten Spielen mit den unterschiedlichen Halbzeiten sahen.
    War nun die Woche über „Manna“ in Form von strukturiertem Offensivpotential und modernem Verteidigen vom königsblauen Himmel aufs Schalker Feld gefallen? Sicher nicht. Hatte Huub Stevens wieder ein Bauchgefühl? Wenn ja, war es falsch. Unterlag der Trainer nun selbst der Täuschung, die der Tabellenplatz vorspiegelte? Möglich, aber kaum zu glauben. Wollte Huub Stevens mit dieser Aufstellung zeigen, wo wir, oder genauer: einige Spieler, tatsächlich stehen? Sieht ein wenig danach aus, dass er diese Nagelprobe machen wollte.
    So oder so, die taktische Aufstellung gegen Gladbach war aus meiner Sicht viel zu ambitioniert. Die Niederlage geht deshalb auch auf die Kappe von Huub Stevens. Kann passieren.

  2. wilbor sagt:

    Torsten, Danke für die treffende Analyse. Wie blues richtig schreibt, kann auch ich die Gedankenspiele des Trainers nicht so recht nachvollziehen.

    Wer sich die wahre Borussia in den letzten Wochen und Monaten angeschaut hat, dem wird schnell klar, wie man dieses Team in Bedrängnis bringen kann. Kurzfassung: Man muss ihnen den Ball geben und sie einfach das Spiel machen lassen. Dazu baut man dann ein laufstarkes Defensivbollwerk auf und setzt den ein oder anderen gefährlichen Konter. Punkt – oder sogar 3 Punkte.

    Wer nun die Aufstellung vor dem Spiel gesehen hat, merkte schnell, dass unser Coach diese Idee entweder nicht hatte oder mangels Spielermaterial schnell wieder verworfen hat. Ich bin mir relativ sicher, dass letzteres der Fall war.
    Wir haben einfach momentan nicht den Kader um eine vernünftige defensive Grundordnung einzuhalten.

    Durch die Sperre von Jones und die gleichzeitige Verletzung von Holtby und Kluge fehlten uns quasi alle 6er. Matip kann das zwar, fehlt aber dann in der Innenverteidigung, wo er wesentlich stärkere Spiele gemacht hat. Dadurch wiederum muss Höwedes wieder innen aushelfen und wir haben rechts hinten eine neue Baustelle. Wer hätte vor Jahren gedacht, dass der rechte Aussenverteidiger mal eine Schwachstelle von uns wird.

    Auch die zweite Sechser-Position, die unser Spiel wesentlich stabiler macht, ist nur unzureichrend besetzt.

    So haben wir auf den Schlüsselpostionen unserer Taktik (Torsten hat das sehr richtig aufgeführt) momentan nur eine Notbesetzung und schon stockt das ganze Spiel.

    Hoogland, Moritz, Metzelder – das war alles an Defensivkräften, die am Samstag noch im Kader waren. Vielleicht blieb dem Coach also nichts anderes übrig, als auf die Offensive zu setzen. Das dabei nach 2 Minuten bereits alle Vorgaben über den Haufen geworfen wurden, tat sein übriges…

    Ohne jetzt eine weitere Baustelle aufmachen zu wollen, bin ich immer noch davon überzeugt, dass Unnerstall keine gute Nr.1 ist. Sein Zögern und Nicht-Reagieren in vielen Situationen strahlt große Unsicherheit auf die Abwehr aus, die ja zudem in sich selbst auch kein Bollwerk darstellt. Vom Spielaufbau und den Abschlägen brauchen wir gar nicht erst anfangen…pro Hildebrand (und das nicht erst seit Samstag).

    Das kommende Spiel gegen den Ex-Trainager könnte ein Knackpunkt werden. Nur dumm, dass hier wieder ein Abwehrspieler ausfällt – hoffen wir das Beste.

    Am Saisonende sollte es dennoch zu Platz 4 (oder 3) reichen und damit können wir mehr als zufrieden sein. Im nächsten Jahr sollte dann aber an den richtigen Schrauben gedreht werden, um die aktuell aufgetretenen Lecks doppelt abzusichern.

  3. eakus1904 sagt:

    Danke für diesen Beitrag. Es tut gut, mal Kritik bzw. etwas über unsere Schwächen sehr sachlich aufgeleistet zu lesen, zeitgleich vergisst du aber auch das wichtigste nicht: Nach vorne schauen! Wichtig ist,dass die Mannschaft sich jetzt auf ihre Stärken besinnt als an ihren Schwächen verzweifelt.

  4. Sebastian sagt:

    Gerade in solchen Spielen zeigt sich auch, warum die Neustädter-Verpflichtung goldrichtig war.

  5. meinzu sagt:

    “Das hat nichts mit mangelndem Einsatz oder fehlendem Willen auf Schalker Seite zu tun.”

    Entschuldige, wenn man einen Reus mit drei Mann im eigenen 16er nicht stoppen kann, weil man zusieht wie er den Ball annimmt und sich in Ruhe dreht und das Tor macht. Dann fehlt es nicht nur am Mittelfeld.

    So sah mein Kommentar aus bevor ich den ganzen Artikel gelesen hatte.

    Wenn man deinen Artikel bis zum Ende liest (sollte man immer machen), bleibt eigentlich nichts mehr zu sagen. Deine Analyse ist genauso richtig. Wobei ich noch nicht ganz deiner Meinung bin, das wir auf schnell kurze präzise Pässe spielen können. Ich sehe hier noch massig Fehlpässe auf der Kurzdistanz.

    Aber wir immer gegen Mönchengladbach kann / darf man verlieren, aber bitte nie wieder so.

  6. Patigol sagt:

    … nach den Klatschen in Dortmund und in MG im Pokal hätte ich mir gewünscht, dass Huub Stevens taktische Flexibilität zeigt und eine Taktik verfolgt, wie wilbor sie aufzeigt. Hinten dicht und schnelle Konter. Dann muss man auch mal einen Hunter oder Raul draußen lassen und auf schnelle Spieler wie Pukki und/oder Marica setzen.

    Das dritte Mal mit der selben Formation und Ausrichtung, mit der man schon 2 mal gescheitert ist, das ist es, was mich ärgert.

  7. Matthias sagt:

    Gerade in solchen Spielen zeigt sich auch, warum die Neustädter-Verpflichtung goldrichtig war.

    Spieler wie Neustädter (oder auch Patrick Herrmann) funktionieren m.E. nur in einem starken Kollektiv. Ich weiß nicht, ob er sich da einen Gefallen getan hat und ob wir in ihm einen Heilsbringer sehen sollten. Das Bemerkenswerte an Gladbach ist, dass das Team – mit Ausnahme von Reus – komplett ohne Stars funktioniert. So wie Mainz im letzten Jahr, nur noch auf einem höheren Niveau. Da passt aktuell wirklich alles zusammen. Dortmund ist fußballerisch jedoch schon einen Schritt weiter. Die zeigen mittlerweile auch Drecksspiele en masse, gewinnen diese aber trotzdem.

    Schalkes Stärke ist in diesem Jahr, endlich gegen die “kleinen” Gegner konsequent zu punkten. Zumindest in der Hinrunde hat das super geklappt. Um so wichtiger wäre ein Sieg gegen Wolfsburg, um den Abstand zu Platz 5 zu halten und wieder Sicherheit zu gewinnen. Die letzten beiden Spiele waren nicht dazu angetan, mit eine sicheren Einlauf im Hafen der CL-Quali fest zu rechnen.

  8. FC Schalke Nulldrei « Der gemeine Schalker in Dortmund sagt:

    [...] ich nicht mehr viel zum Spiel selbst hinzuzufügen. Ich mochte das auch gar nicht, das ist schon im Königsblog sehr treffend passiert. Man kann gegen Gladbach verlieren, aber was zum Geier war denn das?! Als [...]

  9. RJonathan sagt:

    Schließe mich blues und wilbor an. Ich verstehe die Gedanken von Stevens kaum. Er hat Jurado eine riesige Verantwortung durch die Hereinnnahme gegeben. Es war doch klar, dass das Zentrum Jurado/Raul nicht in der Lage sein wird durch aggressives Zweikampfverhalten den quirligen Gladbachern Einhalt zu gebieten. Dazu hat Matip als einziger Sechser ständig vergeblich versucht “geniale Pässe” zu spielen anstatt die sicheren Bälle und war nach spätesten 30 minuten komplett verunsichert, wenn er den Ball bekam. Das Scheunentor in der Mitte stand selten so offen.

  10. RJonathan sagt:

    PS: Unnerstall sehe ich übrigens auch schon seit einigen Spielen und auch gestern kritisch.

  11. Christian sagt:

    Ich muss gestehen, ich bin immer noch gezeichnet vom Eindruck dieser
    Vorstellung am Samstag Abend. Und ja ein Platz 4 am Ende der Saison
    wäre ein Erfolg, auch wenn man sich dann zu Recht fragen muss, warum
    eine Mannschaft die auf 16 letzte Saison abgeschlossen hat, soviel
    besser spielt – bei deutlich günstigerem Kader ?!

    Kader ist auch so ein bißchen das Stichwort, da gibt es Baustellen -
    wie immer. Das Auseinanderreißen der IV und Matip auf die 6 war ein
    großer Fehler. Er war klasse als IV neben Papa, aber auf der Jones
    Position ist er schlicht nicht gut. Das wirkt dann doppelt schlecht
    weil ein BH als IV auch eher den Breno gibt. Dazu kommen die ewigen
    Themen LV und RV – beides Positionen die wir nicht gut besetzen.
    Dazu ein Torwart der mit gefühlten 99% seiner Abschläge einen Angriff
    der Gegner einleitet…..
    Personal ist bei uns leider immer auch ein religöses Thema.
    Wir betteln um die Unterschrift eines 35jährigen, während ein Klopp
    wahrscheinlich schon einen 18j sichtet, der seinen 25j Druck macht?!
    Wir werden uns schon entscheiden müssen, Leistungsprinzip oder doch
    nur die Folklore für den Rest der Liga.

    Wir können schon sehr sehr sicher davon ausgehen mindestens noch 2
    Spiele zu verlieren und ich fürchte das Derby wird einer Demütigung
    sehr nahe kommen. Ob es Sonntag gegen Wolfsburg reicht, ich habe da
    Zweifel. Diese fehlenden Punkte gerechnet ist Bremen gar nicht mehr
    soweit weg.

  12. Kowski04 sagt:

    Top auf den Punkt gebracht, Respekt, insb auch hinsichtlich Jurado.

    Das Ziel sollte ab sofort CL 4 sein, mehr geht mit unserem ‘System’ nicht.

    Ich sehe nur die Gefahr das ggf alle Top Leute kurzfristig abgehen, falls cl 4 nicht aufgeht. Hier ist HH in der Verantwortung, wie auch bei der Frage nach dem TW der die entscheidenden Punkte holen muß.

    Glück auf

  13. Detlef sagt:

    Alles richtig was du schreibst. ja Gladbach war überlegen und wenn sie weiter gemacht hätten wie in der ersten halben Stunde, wäre es ganz übel gekommen.

    Was mir bei uns fehlte war der Wille etwas zu ändern. Man ergab sich in sein Schiksal. der einzige der mal was versuchte war Jurado. Nur der wurde ja ausgewechselt. Aber wohl weil er sich nicht an Absprachen hielt.

    Und ja, gegen Wolfsburg müssen wir gewinnen. Und “zwischendurch” noch in Pilsen ;-)

  14. Juwie sagt:

    Ich bin froh, dass hier überwiegend sachlich über das Spiel und die aktuelle Situation diskutiert wird, auch wenn es sich m.E. eingie von Euch viel zu einfach mit Eurer Forderung nach neuen und besseren Spielern machen. Wichtig ist für mich, dass wir nach wie vor sicher auf dem 4. Platz stehen. Das ist noch immer mehr, als ich zu Beginn der Saison erwartet habe. Und ich habe den Eindruck, dass das die meisten von Euch genau so sehen.

    Ich frage mich aber trotzdem, warum die Leistung gerade gegen die Spitzenmannschaften der Tabelle regelmäßig bei Weitem nicht ausreichend ist, um ein Spiel auf Augenhöhe zu zeigen. Das kann doch nicht nur an der “Stärke” der anderen oder an individueller Schwäche der Schalker Spieler liegen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass unsere Leute schon beim Anpfiff die Hosen voll haben.

    Zum Glück besteht dafür gegen Wolfburg absolut kein Grund, und daher bin ich zuversichtlich, dass es am Sonntag zumindest in der zweiten Halbzeit wieder richtig läuft.

  15. Uwe04 sagt:

    Stimme den Ausführungen absolut zu. Insbesondere darf man bei Hereinnahme von Jurado nicht überrascht sein, daß er in der Rückwärtsbewegung seine Defizite hat. Unser Problem gegen gut organisierte und gut pressende Gegner ist die fehlende Klasse (Ballsicherheit) auf der 6er Position. Joel hat einige Spiele auf dieser Position überraschend gut gespielt. Dennoch liegt seine Zukunft auf dem IV. Desweiteren werfe ich mal die Frage in die Runde, ob man es sich leisten kann gegen DIESE Gegner mit Raul PLUS Huntelaar zu spielen.
    Bei Balleroberung muss die Post abgehen, sprich mit hohem Tempo in Richtung Abschluss gespielt werden. Diese Konzeption lässt sich aus meiner Sicht nicht mit BEIDEN GLEICHZEITIG umsetzen.

  16. Ben sagt:

    Also ich teile viele Meinungen, allerdings kann ich nicht verstehen, dass
    unser Kader nicht das Potenzial hat ein solches System zu spielen, wenn Mike Hanke & CO das auch können….

    Ein grosses Problem ist ei Raul, klar hat der gute Tage, aber wenn es nicht läuft kannst du ihn nicht auswechseln bzw wenn du eine Taktik mit schnellen Konter gegen die Topteams nutzen möchtest, sollte auch lieber ein Pukki für ihn spielen..geht leider nicht.

    Ein Komliment an Favre ich vermute dieser hat jeden Schalke Spieler anaylisiert und genau die Schwächen gemusst und jedem Spieler eine Info gegeben wie er zu spielen hat. Ich denke das hat auch mit der Generation bzw der Auffassung als Trainer zu tun, da sind Favre, Klopp, Tuchel & Co. den alten Hasen Magath, Stevenes und Co einfach überlegen…..

  17. Philipp sagt:

    Rangnick hat doch ein System mit Pressing versucht, aber sind halt Raul, Huntelaar, Jurado usw. nicht die passenden Spielertypen für!

  18. Torsten sagt:

    Wir sind uns wohl einig, dass die Aufstellung nicht optimal war. Aber hinterher ist das eben auch einfach. Ich kann Huub Stevens nicht wirklich einen Vorwurf machen, die Personallage ist durch den uns von Jermaine Jones zugefügten Scheiß nun mal so, wie sie ist.

    Ich halte es nicht für falsch, Joel Matip auf der 6 spielen zu lassen. Er ist bezüglich Übersicht der Beste unserer Defensivspieler, Samstag wurde er von seinen Kollegen häufig im Regen stehengelassen. Klar, mit Papadopoulos bot er eine prima Innenverteidigung. Aber Moritz ist immer noch unerprobt, er neben Höger als Doppelsechs wäre auch nur ein Experiment gewesen. Wie ich oben schrieb, ich konnte die Idee, Jurado dort einzusetzen, nachvollziehen. Dass das nicht geklappt hat, habe wir alle gesehen. Wenn es nach ein paar Sekunden schon 0:1 steht, ist die Ausgangslage auch eine schlechte.

    Noch zu der hier aufgekommen Kritik an Raul: Ich glaube auch, dass wir mit ihm taktisch unflexibeler sind. Er macht wie er macht, der Trainer gibt ihm Freiraum, hat er diese nicht, jubelt er nach Toren nicht mehr und das Brimborium beginnt. Andererseits ist er nach wie vor ein klasse Spieler, und gegen 85% unserer Gegner profitiert Schalke von seinem Können, 35 hin oder her.

  19. blues sagt:

    @Philipp
    Richtig, hat er versucht. Farfan würde ich noch dazu zählen. Aber der ist ja quasi schon weg. Viele andere Verträge laufen noch bis 2013. Jones und Jurado sogar bis 2014. Alles Spieler, die bei uns so gut bezahlte Verträge haben, dass sie gar nicht mehr weg wollen. Insofern läuft die Forderung nach einer Spielweise, die an die der Modernisierer Rangnick, Favre, Tuchel und Klopp anküpft, noch bis Ende der Saison 2012/13 mehr oder weniger ins Leere.Schalke ist ja finanziell auf Konsolidierungskurs und der Knickbus ist verkauft. Vielleicht haben wir ja Glück und Rangnick geniest das Leben und reist dabei entspannt durch die Fußballwelt, geht in kleine und große Stadien, scoutet Spieler und stellt gemeinsam mit Horst Heldt seine Mannschaft für sein Comeback in der Saison 2013/14 auf Schalke zusammen…

  20. blues sagt:

    13.2.2011 – Horst Heldt schafft Klarheit:
    „Wir müssen besser Fußball spielen, denn wir wollen unter die ersten drei kommen“, sagte er heute im Interview mit kicker tv.

  21. Philipp sagt:

    Rangnick wäre geil! 2013 könnte aber auch ein Tuchel kommen. Mal schauen, wie er sich bis dahin so macht. Sieht ja wieder besser aus gerade.

    Favre hat halt bei Gladbach auch geile Spieler.
    Genau richtig für sein System. Er spielt ein absolut klassisches flaches 442 (aber das in Perfektion!).

    Die 4 Offensiven alleine erzeugen unheimlich Torgefahr. (Das wird sich wahrscheinlich mit Reus’ Abgang ändern…)
    Dass die 6er hinten bleiben können, genau wie die Außenverteidiger – Daher ist das ja defensiv so stabil.

    Vielleicht bricht Gladbach ja noch ein… vor ziemlich genau 3 Jahren müsste seine Hertha noch auf Platz 1 (mit ein paar Punkten Vorsprung ) gestanden haben und am Ende gabs es nicht mal mehr die Champions League.

  22. Carlito69 sagt:

    Oh, bitte nicht Tuchel, ist genau so ein Psychopath wie Klopp!

    @Torsten: sehr guter Artikel, insbesondere mit dem letzten Absatz triffst Du es aber auf den Punkt, gegen 11 der 13 kommenden Gegner sollte unser Spiel wieder wesentlich besser zum tragen kommen. Hauptsache die Jungs sind jetzt nicht total verunsichert und holen erstmal in Pilsen nen 3er und danach gegen Wolfsburg auch!

    Dann sieht die Welt schon wieder freundlicher aus…

  23. Ney sagt:

    …falls aber nicht, dann nicht!

    @Torsten:
    Auch die Zusammenfassung zum Thema Raul fand ich gelungen.
    Ich suchte schon länger nach einer Formel für das Für & Wider.

  24. hoffedocS04 sagt:

    Mir ist in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar ein ganz lieber, enger, zärtlicher, kleiner vierbeiniger Freund gestorben, und ich habe die Turbulenzen in Hoffenheim, obwohl ich im Stadion bei Minusgraden gefroren habe, und die beiden letzten Schalkespiele nur peripher registriert; habe, ehrlich gesagt, das Gladbachspiel nach 25 Minuten ausgeschaltet, weil ich es nicht ertragen konnte, Höwedes mit durch Maske eingeschränktem Gesichtsfeld (ganz besonders schlecht für einen Innenverteidiger) und auch die anderen Schalkespieler bzgl. Ball und Gegner stets zu spät kommen zu sehen, nicht ertragen konnte, die schnellen Gegentore zu sehen, .. aber umso mehr freue ich mich über die Kommentare hier, die zeigen, WIE VIEL sich hier seit meinem “Mit-Rangnick-Einstieg” verändert hat, wieviel zuversichtlicher und selbstbewusster und konstruktiver alle kommentieren, selbst Kowski04!!!
    Das ist GANZ GROßES KINO hier,
    So eine Freude, das hier zu lesen.
    Ein ganz neues, ganz tolles Schalke 04!

  25. elbdeichrutscher sagt:

    Ich denke, die Idee von Stevens war, Gladbachs Spiel zu konterkarieren – die halten den Ball weit weg vom eigenen Tor, was am besten mit Offensive geht.
    Dumm halt, dass es nur 110 sek bis zum 1:0 dauerte, da war die Idee dann futsch.
    Gladbach zeigt sich unter Favre extrem ballsicher, das fehlt uns leider oft – und wenn der Gegner den Ball laufen lässt, dann läuft man halt nur hinterher. Solch ein Riesenloch im Strafraum, wie Hanke vor dem 2:0 vorfand, gibt es eigentlich nur im griechischen Staatsbudget…
    So waren es zwei individuelle Fehler ( wie beim Pokalspiel) und dann ein guter Freistoß, die anschließend für Gladbach die Sache recht locker sein ließen.
    Für die nächsten Wochen sehe ich das aber immer noch entspannt.
    Selbst Kowski04 malt nicht mehr das Platz-8-Gespenst an irgendwelche Wände ;-)

  26. Roman für Deutschland | FlüstertüteFlüstertüte sagt:

    [...] Barnetta. Ich war schon ziemlich begeistert, als der Transfer im Januar bekannt wurde, wie dieser Kommentar vielleicht in Ansätzen beweist. Für viele andere war Neustädter aber ein klassischer [...]

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