Nur 10 Minuten „Topduell“

Schalke 04 verliert gegen Bayern München 0:2. Wie bereits im Hinspiel erneut völlig verdient. Lediglich 10 Minuten währte die Gleichwertigkeit. Auch wenn es zwischenzeitlich Gelegenheit zum Aufregen gab blieb am Ende wenig von einem „Topduell“ übrig.

Fußball ist ein arg zufälliges Spiel. Immer wieder gibt es Momente, in denen nicht die Leistungsfähigkeit einer ganzen Mannschaft, sondern Kleinigkeiten, auch mal Zufälle entscheiden. Das erste Tor des Spiels war sehr ärgerlich. Zunächst rammte Luis Gustavo den ballbesitzenden Marco Höger zur Seite. Mit angelegtem Arm zwar, aber eben doch derart hart, wie es in der Bundesliga in 19 von 20 Fällen als Foulspiel abgepfiffen wird. Zwei Augenblicke später entscheidet sich Timo Hildebrand falsch.

Ob der ansonsten starke Timo Hildebrand das Duell gegen Ribery gewonnen hätte, wenn er ihm im Strafraum gegenüber gestanden wäre, wie lange bei anderem Verlauf dieser Szene ein 0:0 gegen immer stärker werdende Bayern hätte gehalten werden können, man weiß es nicht. Wenn man von Zufällen und Kleinigkeiten absieht bleibt, dass Bayern München ab der 10. Minuten die eindeutig bessere Mannschaft war.

10 Minuten attackierte Schalke den Gegner früh und schaltete bei Ballgewinn sehr schnell auf Angriff um. Dabei spielte man mit wenigen Kontakten zügig nach vorne, das sah gut aus, auch wenn zwischendurch Bälle verloren gingen. Doch dann riss dieser Faden ab, den man sich als Leitlinie für dieses Spiel gut vorstellen konnte.

Dann plötzlich lies Schalke den Gegner immer öfter mit wenig Gegenwehr zu tief in die eigene Hälfte marschieren. Das Gleichgewicht im Mittelfeld war plötzlich dahin. Auf den Außenbahnen waren Fuchs und Höwedes mit zuwenig Unterstützung durch Draxler und Farfan auf verlorenen Posten. In der Zentrale nahm Raúl eigentlich nie am Spiel teil.
Dann, wenn München mit mehr als nur 2 Spielern vor Schalkes Abwehrkette auftauchen konnte, machte sich die Klasse der besseren Einzelspieler bemerkbar. Eigentlich war nichts Überraschendes im Bayern-Spiel, es sah aus wie immer. Aber egal ob Robben oder Ribery, ob Müller oder Lahm, lässt man sie mit dem Ball am Fuß in Strafraumnähe kommen sind sie eben alle sehr gefährlich. Um da jeden vernünftig zu doppeln braucht es mehr Spieler als die Regeln zulassen.

Auf der anderen Seite konnte Schalke die eigene Offensive kaum noch ins Spiel bringen. Der Konter, der nach Badstubers Lattentreffer plötzlich Joel Matip vors Münchener Tor brachte, schien auch Schalke selbst zu überraschen. Auch das wieder so ein Moment, in dem es etwas Glück gebraucht hätte. Auch bezüglich des Schalker Angriffs ist aber zu sagen, dass er, nach welchem Plan auch immer, jedenfalls nicht mehr funktionierte.

Schalke steht auf Rang 4. Das entspricht meines Erachtens ziemlich genau den bislang gezeigten Leistungen. Ob man diesem Faktum ein „nur“ oder ein „immerhin“ voranstellt, soll jeder für sich selbst entscheiden.



44 Kommentare zu “Nur 10 Minuten „Topduell“”

  1. derwahrebaresi sagt:

    eines war gestern sehr deutlich zu sehen: höwe ist KEIN rv!

  2. Patigol sagt:

    Ich finde, mit Platz 4 und diesem Vorsprung auf Platz 5 kann/muss/sollte man mehr als zufrieden sein! Dass es zu mehr (noch) nicht reicht, haben doch die Spiele bei den Borussias und gegen die Bauern gezeigt…

  3. Kowski04 sagt:

    Der Verlierer ist Hub.

    HH hat schon zur Halbzeit diese desolate Einstellung kritisiert. Wir haben uns zum Aufbaugegner degradiert. Schon vor dem Spiel kamen Aussagen die eben so einen Auftritt zur Folge haben.

    Das Potential wurde nicht abgerufen, hier steht der Trainer in der Verantwortung.

    HH machte auch danach nicht den Eindruck dies so stehen zu lassen, zu recht.

  4. RWDJojo sagt:

    Schalke hat mal wieder gegen eine Top-3 Mannschaft verloren. Und mal wieder nicht unglücklich, sondern völlig verdient.
    Das macht mich zwar traurig, aber nicht mutlos. Schalke wird auch weiterhin viele Punkte holen. Vielleicht patzen die da oben noch einmal zu oft und Schalke erbt dann den dritten Platz. Alles andere ist unrealistisch!

  5. Torsten sagt:

    @Patigol:

    Schreibst Du noch, weil das die offizielle Sprachregelung ist, oder weil Du wirklich daran glaubst, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird?

    @derwahrebaresi:

    Ich denke, dass sich Benedikt Höwedes selbst auch eher als Innenverteidiger sieht. Allerdings hat Schalkes Kader auf der Position des rechten Verteidigers nunmal ein Loch. Höger soll da nicht spielen, sagte Stevens. Uchida ist nicht gut genug. Da ist Höwedes aktuell wohl die beste Alternative. Er hat da auch schon gute Spiele gemacht. Dass seine Leistung auf dieser Position gegen viele Clubs reicht, aber nicht gegen die ersten drei, hat er mit einer ganzen Reihe Teamkollegen gemein.

  6. Gunnar sagt:

    “Eigentlich war nichts Überraschendes im Bayern-Spiel, es sah aus wie immer.”
    Nicht ganz. Da war doch deutlich mehr Bewegung und Variation zu sehen, z. B. häufiges Wechseln der Positionen von Ribery, Müller, Robben. Dürfte ein nicht ganz unerheblicher Grund gewesen sein, warum das Münchner Angriffsspiel nicht ganz so einfach zu verteidigen war wie zuletzt.

  7. DanielKu sagt:

    Da war er wieder, der Hase vor der Schlange!

  8. Christian sagt:

    Erst einmal Grüße an @hoffedocs04.
    Fußball ist halt keine Mathematik.
    Nicht das ich mich freue, diesmal hätte ich
    gerne falsch gelegen. Für den Rest der Saison
    rechne ich noch mit 3 Pleiten. Im Derby werden
    wir die Hucke voll kriegen, dann noch eine
    Überraschungspleite und die übliche Saison
    Abschlusspleite in Bremen. Sollte am Ende
    trotzdem für Platz 4 best of the rest reichen.

  9. Matthias sagt:

    Der Verlierer ist Hub. (…) Das Potential wurde nicht abgerufen, hier steht der Trainer in der Verantwortung.

    Recht so! Man muss Ross und Reiter klar benennen. Ich weiß noch, letztes Jahr in München und dieses Jahr in der Hinrunde, da sind genau dieselben Spieler unter Rangnick ganz anders aufgetreten. Da wurde bis zum letzten Moment gefightet. Wer, wenn nicht Stevens, trägt für das gestrige Debakel die Verantwortung? HH muss handeln, allein schon der Kontinuität wegen.

    [Sarkasmusmode off]

    Mal ernsthaft: Findest du nicht, dass du es dir hier etwas zu einfach machst?

  10. Patigol sagt:

    @ Torsten
    Ich hoffe, dass sich die Mannschaft entwickeln wird. Dass Heldt und Stevens etwas über den Tellerrand blicken und auf Spieler setzen (und diese verpflichten) werden, die ein ähnliches System spielen können wie derzeit die Borussias.

    Wieso? Weil die nicht zufällig erfolgreich sind (u.a. gegen die Bayern), sondern mit viel Laufbereitschaft den Gegner unter Druck setzen und dann schnell nach vorne spielen.

    Ich habe gestern nur die Zusammenfassung sehen können. Habe aber gefühlte 5 mal gesehen, wie wir keinen Druck auf den Ball ausgeübt haben und Fuchs dann allein gegen Robben stand. Klopps Taktik sah ganz anders aus: Die IV unter Druck setzen, das zentrale Mittelfeld zustellen und Robben und Ribery dann doppeln. Favre und Klopp haben andere Spielertypen zur Verfügung, ich weiß. Das geht nur mit ganz viel Lauferbeitschaft. Deshalb hoffe ich, dass der Kader entsprechend verändert wird. Deshalb das “noch”.

  11. Ney sagt:

    Ich hätte ja gedacht, dass das mit der Laufbereitschaft manchmal auch
    überbewertet wird, aber andererseits sind bei ihren letzten Siegen
    gegen Bayern München der BVB tatsächlich 8 km und Gladbach 10 (!) km
    mehr gelaufen als Schalke gestern.

  12. Harald sagt:

    Das wird überbewertet, jedes Spiel läuft anders. Beim einen muss man weite Wege gehen, beim andern geht alles wie von selbst. Hohe Laufleistung bedeutet nicht gutes oder überlegenes Spiel.

  13. Patigol sagt:

    … das sehe ich anders Harald. Will man den Gegner unter Druck setzen, so geht das nur über Laufbereitschaft. Oder man zieht sich zurück und wartet auf Konter. Das klappt bei spielerisch schwachen Mannschaften Hertha super – ich erinnere mich an die lebhafte Diskussion hier. Weil manche es unpassend sahen, diese in diesem Fall erfolgreiche Taktik zu kritisieren. Gegen starke Mannschaften hat man aber so keine Chance. Weil man schon den Aufbau stören muss. Und das geht nun mal nur über Laufbereitschaft.

  14. ic0n_ sagt:

    Eine Frage lässt mir nach den letzten beiden Spielen (Pilsen und das gestrige) keine Ruhe: warum geht niemand außen die Seite bis zur Grundlinie entlang? Insbesondere ist mir das vor allem bei Jeff aufgefallen, der auch – eigentlich entgegen seiner Natur – sehr oft das Tempo rausgenommen hat anstatt mit letzter Konsequenz ‘durchzustarten’. Da aber auch kaum ein anderer dies mal versucht muss man ja fast davon ausgehen, dass es sich um eine Anweisung seitens Huubs handelt?

  15. eakus1904 sagt:

    Ich finde, der Artikel ist eine treffende Analyse zu dem Spiel gestern. Jedoch wäre mehr drin gewesen, gerade gegen angeschlagene Bayern. Aber vielleicht ist es auch das fehlende Selbstbewusstsein, dass die Spieler lähmt?? Das war bestimmt keine Übermannschaft, gegen die wir da gestern angetreten sind. Aber irgendwie war mir das nach 15 Minuten alles zu kraft-und mutlos!

    Aber egal,nach vorne schauen und weitermachen! Und ganz ehrlich: Wir haben in der Hinrunde gegen die “Top 3 Teams” zweimal verloren und einmal gewonnen!! Wenn das in der Rückrunde auch so ist-also ich kann damit leben,wenn man bedenkt,gegen welche Mannschaft von denen wir noch antreten müssen!!! :-):-)

  16. papajoe sagt:

    Bayern war gestern stark. Zu stark für uns. Leider. Man könnte sagen sie haben gestern zum ersten mal wieder zu elft gespielt, mit normalem Roben und mit Ribery mit Spielfreude !

    Mit der Einwechslung Holtbys wurde unser Mittelfeld zum Mittelfeld. Zu spät. Aber es lässt für kommende Spiele hoffen.

  17. blues sagt:

    @ic0n
    “warum geht niemand außen die Seite bis zur Grundlinie entlang? Insbesondere ist mir das vor allem bei Jeff aufgefallen…”

    Farfan hatte gestern in Lahm einen Gegenspieler, der ihm läuferisch, sowohl im Antritt, als auch über längere Sprintdistanzen, mindestens ebenbürtig, wenn nicht sogar überlegen war und ist. Lahm machte deutlich, wie limitiert Farfan in seinen Aktionen ist, wenn er über seinen Schnelligkeit nicht punkten kann.

  18. Svenja sagt:

    hub kündigte es ja vor dem Spiel an: “In Bayern siegt man nur wenn die Bayern einen schlechten, wir hingegen einen besonders guten Tag haben und sonst alles passt”. Höwedes bestätigte dies in seinem Interview nach dem Spiel, dass er des Trainers Meinung umfänglich teilt: ” Wenn Ribery und Robben einen guten Lauf haben ist es für alle verdammt schwer.”
    Ribery und Robben hatten vor S04 einen sehr schlechten Lauf und spielten unter Erwartung. Man kann sich schon die Frage stellen warum gerade wir Bayern wieder auf die Beine bringen ?

  19. Detlef sagt:

    10 Minuten gleichwertig. Du bist gnädig.

    Die Niederlage war auch in der Höhe absolut gerechtfertigt, was die Pfeiferei des “Unparteiischen” nicht Spielentscheidend werden ließ. Oder vielleicht doch?

    Wir stehen derzeit genau da wo wir hin gehören und da wird sich ( hoffentlich ) auch nichts dran ändern.

  20. eisenschleuder sagt:

    das mit der Laufbereitschaft ordne ich auch als entscheidendes Kriterium ein. Ich glaube, dass die Fehlpasswahrscheinlichkeit des Gegners mit der eigenen Laufbereitschaft korreliert ist. Bestimmt könnte man das auch aus entsprechenden Datenbanken leicht ableiten.

    Aber nichts für ungut: bei der Bewertung der aktuellen Situation bin ich ganz sicher, dass man sehr zufrieden sein kann. Ich sehe die komfortable Situation in der Tabelle nach der letzten Saison nicht als Selbstverständlichkeit an.

  21. McP sagt:

    Punktsieg für Horst – endlich mal kein Treffer für den Hunter. Noch 4-5 Torlos-Spiele plus Kreuzbandriss und man könnte mit ersten Sondierungen beginnen.

  22. Kowski04 sagt:

    @ matthias

    Die Leistung kann sich an dieser Stelle schönreden wer will. Das ist ja bei Niederlagen gegen die Top Drei wohl angesagt. Hinnehmen muß man das aber nicht, nur weil die 97 er Ikone, , ja er ist ein Guter, aktuell verantwortet. Wenn wir gegen die Zecken auch so antreten, bleibt man Montags besser Zuhause. Völlig Panne dies auch noch diskutieren zu wollen. Ja der Gegner war auch super und bei den Bayern nur ein Punkt wäre schon mehr als gut – Hub Oton.
    Sorry die waren angezählt, nur ein Punkt weg und wir haben die aufgebaut. Als Trainer muß da ein anderer Anspruch sein. Ernsthaft, damit kann man doch nicht zufrieden sein, bei dem Kader

  23. Juwie sagt:

    Das größte Problem lag für mich wieder einmal am mangelnden Selbstbewusstsein. In dieser Saison ist gegen die anderen 3 an der Tabellenspitze nichts zu holen, weil die Mannschaft nciht an einen Sieg glaubt. Insofern war das Spiel für mich keine Überraschung. Mit breiter Brust wäre sicherlich mehr drin gewesen.

    Trotzdem bin auch ich nach wie vor der Meinung, dass der Tabellenplatz a) der richtige ist und b) mehr ist, als ich zu Beginn der Saison erwartet habe. Ich bin ganz und gar nicht unzufrieden. Man kann sicherlich den einen oder anderen kritisieren, aber jetzt den Trainer oder einzelne Spieler gänzlich in Frage zu stellen, halte ich für mehr als übertrieben.

  24. Matthias sagt:

    @Kowski04: Ich red’ mir hier keine Leistung schön. Wie kommst du darauf? Ich habe zur Leistung sogar überhaupt nichts geschrieben. Ich finde nur diesen Beißreflex erstaunlich, mit dem nach einer Niederlage der Trainer als Alleinverantwortlicher hingestellt wird. Und ja, ich bleibe dabei, ich finde du machst es dir hier viel zu einfach.

    PS: Huub, mit zwei “u”. Ich bin nicht der Rechtschreibungs-Troll, aber man muss den Namen des Trainers auch nicht konsequent falsch schreiben. Sonst könnte noch jemand eine konkrete Motivation dahinter vermuten.

  25. hoffedocS04 sagt:

    @alle, weil ich einfach jetzt nicht die Zeit habe, mir die Einzelnen rauszupicken, aber es soll schon eine Antwort auf einige Aussagen sein

    Die Stimme und Stimmung einiger, ich habe das gestern in diesem ESR-Topic schon einmal geschrieben, ist mir insgesamt zu fatalistisch.
    Natürlich hätte man vor dieser Saison einen so guten (weil mit großem Abstand) vierten Platz zu diesem Saisonzeitpunkt sofort “unterschrieben”.
    Trotzdem sehe ich absolut nicht, dass mit diesem Kader nicht mehr möglich gewesen sein soll. Ich mag Jens Lehmann nicht besonders, Benny Höwedes sehr. Trotzdem muss ich hier mal ausnahmsweise Jens Lehmann Recht geben, der sich in der Diskussion auf Sky verständnislos zeigte, dass sich der Kapitän der Schalker Mannschaft nach dem Spiel hinstellt und emotionslos sagt: “bei den Bayern kann man schon mal verlieren”.

    Klar kann mann bei den Bayern “schon mal verlieren”, aber wo war denn der ernsthafte, feste Wille, zu siegen??

    Eins war klar, die Bayern würden wie gegen Basel in der ersten Viertelstunde jeden möglichen Druck aufbauen, um ein frühes Tor zu erzielen. Das wäre – bei einer “richtigen” Einstellung – die kritischste Phase gewesen. DIE hat die Schalker Mannschaft mit Mann und Maus erfolgreich verteidigt, und da kein Tor gefangen. Dann hätte das eigene Angriffsspiel aufgezogen werden sollen. Die Bayernabwehr stand auch keineswegs immer sicher, aber ich hatte das Gefühl, die (ungerechtfertigten) gelben Karten in der 20. und 25. Minute haben unserer Mannschaft sofort wieder den Schneid abgekauft. Denn danach war wieder Schluss mit Angriff und man ließ sich hinter einschnüren bis das erste Tor fiel.
    Fuchs auf der Außenbahn wurde gut verteidigt, seine Flanken wurden im Keim erstickt, aber damit musste man doch rechnen. Also wo war das, was die Schalker auch schon gezeigt haben, das schnelle Spiel nach vorn wie z.B. nach der Halbzeitpause, wo Matip (wieso war da der Sechser, der eigentlich ein gelernter IV ist, der vorderste Stürmer?) vergeben hat?
    Leider habe ich jetzt nur kurze Mittagspause, muss mich beeilen, aber liebe Mitfans von Schalke 04, ich möchte Euch ganz sachlich fragen:
    Wo ist denn das SCHICKSALHAFTE an einer Niederlage gegen die Bayern???
    Es WÄRE mehr drin gewesen, und das will ich gegen DORTMUND SEHEN!
    Wieso gibt sich Schalke gegen ausländische Topmannschaften siegesbewusster als gegen Bundesligamannschaften wie Bayern München?
    Bayern München hätte gestern als Verlierer vom Platz gehen können und sollen. Und das wäre DRIN gewesen! Zumindest hätte man sehen sollen, dass die Mannschaft nach der Erfahrung in Gladbach fightet!
    Das Positivste für mich gestern war die offen zur Schau getragene Enttäuschung von Horst Heldt, weil mir das zeigt, dass er auch mit einem Sieg oder einem großen “Kampf” gerechnet hat. DER zumindest sollte vom Trainer und den Fans der Mannschaft gegenüber gefordert werden, nicht durch Pfiffe, aber durch klare (Fan)statements.
    Motto: Auch und gerade Philipp Lahm ist immer nur so stark wie der Gegner das zulässt (s. Freiburg, s. Basel)

  26. Hendrik sagt:

    Ich glaube wenn Aussenstürmer in den Himmel kommen, dürfen sie die ganze zeit gegen schalke spielen.

    Übrigens sehe ich bei der nationalmannschaft auch ein problem, wenn da kein besserer rv als höwedes gefunden wird. Für die buli reichts, aber bei der em sind aussen wie ribéry eher die regel als die ausnahme…

  27. derwahrebaresi sagt:

    @hendrik

    wen interessiert löw und seine nutellatruppe.

  28. blues sagt:

    “Sorry die waren angezählt,… wir haben die aufgebaut”

    Für uns kam die Niederlage der Bauern in Basel leider ein Spiel zu früh. Denn nach diesem Spiel kam für die Bayern der laute Weckruf von ganz oben. Beckenbauer und Hoeneß liefen schon mit “Trainerjacke” im Stadion auf.

    @hoffedocS04

    „wieso war da der Sechser, der eigentlich ein gelernter IV ist, der vorderste Stürmer?“

    Weil Matip früher auch schon mal als Stürmer spielte, er das Spiel lesen kann und weil das ein Konter war, bei dem deshalb situativ alles fast perfekt lief, eben bis auf den ausgebliebenen Querpass im 16er auf Huntelaar . Nach der Ecke prallte der Ball von der Latte ab, Höger spielte den Ball rechts raus zu Farfan, während Matip als Halbstürmer und Huntelaar als Mittelstürmer vom eigenen Strafraum aus mit durchstarteten. Farfan ließ von der Außenlinie, auf Höhe der Mittelinie, nochmals auf Höger prallen, der Matip steil in den Lauf spielte…

  29. Nullviermal jammern auf hohem Niveau … | neunzehnhundertvier sagt:

    [...] der Schiedsrichter abpfeiffen musste, zumindest meiner Meinung nach. Hierzu schrieb Torsten beim Königsblog, dass das 19 von 20 Mal abgepfiffen wird. Gestern nicht. Die Schiedsrichterleistung fand ich [...]

  30. hoffedocS04 sagt:

    @Blues

    Danke für die Antwort. Ich hab´s aber ein bisschen anders gemeint. Wenn doch dieser Angriff möglich war, der nicht zum Tor führte, weil es eben Matip war, der ja nun eine solche Stürmersituation nicht so oft hat, dann hätte das doch als Signal dienen können, solche Angriffe öfter zu erzwingen – mit besserem Ausgang.
    Nochmal: in diesem Punkt ist mir Schalkes Mentalität fremd. Dieses Sichergeben von Seiten der Mannschaft und der Fans. Klar kann man immer irgendwelche Erklärungen finden, aber fest steht, dass sich Mannschaft und Fangemeinde darein fügen, dass ein Versuch, anzugreifen, erst gar nicht unternommen wurde.
    Und mir ist schleierhaft, warum. 2001 ist elf Jahre her.

  31. Torsten sagt:

    Ganz so leicht wäre es für Matip nicht gewesen, den Querpass auf Huntelaar zu spielen. Huntelaar war zum einen doch noch einige Meter zurück, lief zum anderen, von Matip aus gesehen, hinter dem nach hinten geeilten Müller. Frei vor dem Torwart sprach durchaus einiges für den direkten Versuch. Das kann man sich hier noch mal ansehen, ab 2:10 läuft dieser Angriff.

    Außerdem sehr empfehlenswert – wie immer – ist die Taktikanalyse zum Spiel, bei spielverlagerung.de.

  32. Werra sagt:

    Bester deutscher RV ist wohl Castro. Aber der wird ja warum auch immer absolut ignoriert, nachdem er 1,2 mal mitspielen durfte.

  33. Ney sagt:

    Diesmal ist spielverlagerung.de leider geeignet, die Depression
    vollständig zu machen… stets diselben taktischen Fehler, die
    Schalke begeht… Schalke als dankbarer Aufbaugegner…Mann,
    Mann, hat Huub keinen Assi für sowas?

  34. blues sagt:

    @hoffedocS04
    „dass ein Versuch, anzugreifen, erst gar nicht unternommen wurde.“

    @Ney
    „stets dieselben taktischen Fehler”

    Bin ich mir nicht sicher. Huub Stevens stellte die Mannschaft in den Spielen gegen die starken Gegner nie rein defensiv auf. Die Aufstellungen beinhalteten nicht nur die Option auf Konter, sondern auch immer die Möglichkeit das Spiel ggf. selbst machen zu können. Diese Taktik scheiterte bisher jedes Mal gegen die drei in der Tabelle vor uns. Stevens hält trotzdem beharrlich an seiner Taktik der „Balance zwischen Abwehr und Angriff“ fest. Man könnte im vorwerfen er sei taktisch zu unflexibel. Vielleicht setzt er aber auch auf einen Lerneffekt bei der Mannschaft. Dieser Lerneffekt muss ganz sicher auch aus Spielen gegen richtig starke Gegner kommen. Und der Lerneffekt tritt dann wiederum nicht linear als klar erkennbare Folge von dem und dem ein, sondern er tritt blitzartig auf, so als sei er plötzlich vom königsblauen Himmel mitten in die Arena gefallen. Vielleicht so wie die 50 Tore allein in der Bundesliga. Wie viele waren es eigentlich insgesamt?

  35. blues sagt:

    Hab nachgezählt, es waren 81 Tore

    50 Buli
    8 Pokal
    23 EL

  36. Spook sagt:

    Ich denke, dass die von Hoffedoc m.E. zurecht beklagte fehlende Kampfbereitschaft unserer Truppe bei den “Topgegnern” auch ein Resultat der penetrant betonten Formel der noch im Aufbau befindlichen Mannschaft ist. Das ist sie sicherlich, keine Frage, und die reichlich monotone Erinnerung daran mag auch als Schutz vor zu hohen Erwartungen dienen, aber zwangsläufig verinnerlicht eine Mannschaft dies auch als Haltung, traut sich selbst nicht mehr zu und mutiert folglich im Angesicht der vermeintlichen gegnerischen Übermacht zu einem Kaninchenrudel.

  37. Henning sagt:

    8 im Pokal? Gegen Tenningen waren es doch in Runde 1 schon 11?

  38. blues sagt:

    @Henning

    danke, habe da zweimal nur die Halbzeitergebnisse gezählt.
    Macht dann 14 im Pokal insgesamt 87 Tore

    50 Buli
    14 Pokal
    23 EL

    @hoffedocS04 u. Torsten

    Es war auch nicht Huntelaar sondern Draxler der beim Konter zentral mitgelaufen war.

  39. Torsten sagt:

    Richtig, es war Draxler. Ich hatte mich da auf Eure Diskussion verlassen und nicht mehr so genau hingesehen ;-)

  40. Oberwäller sagt:

    Hätte wenn und aber….

    nach der Erduldung der gestrigen, heftigen, aber dennoch kurzfristigen Häme der FCB-Arbeitskollegen sieht die Welt schon wieder besser aus.

    Was ich mich seit Sonntagabend gefragt habe ist, was wohl passiert wäre, wenn Franck in Minute 2 für das offensichtliche Foul im 16er beim Kopfball mit KJH ‘gelb’ bekommen hätte und wir einen 11er?
    Was wäre gewesen, wenn Timo vor dem 1:0 versucht hätte mit dem Kopf zu klären (vielleicht hätten wir dann den 3. verletzten TW)….dann wäre ggf. “hoher Fuß” gerechtfertigt gewesen.
    Nein, es war nicht der Schiri und Timo hat mir insgesamt sehr (!) gut gefallen. Aber irgendwie fand ich die Schiri-Entscheidungen in der 1. HZ ‘unglücklich’ .. es sah – ja, auch etwas durch die blaue Brille geschaut – einseitig aus.

    Vor allem Franck Ribery hat in der 1.HZ unseren Jungs durch Einsatz und Willen (und teilweise grenzwertig – siehe oben) den Schneid abgekauft.
    Hätte mir für HZ 2 gewünscht, dass wir in etwa so auftreten, wie H96 in HZ2 in Dortmund….auch wenn es denen nichts genützt hat… die Niederlage hätte es ggf. etwas erträglicher gemacht.

    Mit Platz 4 muß man – rational betrachtet – zufrieden sein, auch wenn die Emotionen in einem immer noch mehr erhoffen. Der Abstand zu Platz 5 sollte am Wochenende wieder etwas anwachsen.

  41. hoffedocS04 sagt:

    @Torsten @Ney

    Danke für den Link zu Spielverlagerung.de. Da schaue ich sonst selten rein.

    Habe mir den Text vorletzte Nacht mal ausgedruckt und trotz leiser Schnarcher aus dem Nachbarbett mal behandelt wie einen wissenschaftlichen Text an der Uni, d.h. angemarkert und die Essenz herausgezogen.

    Zusammengefasst sagt er tatsächlich Vernichtendes, was aber NICHT an der mangelnden Qualität des Kaders liegt, sondern an der falschen Taktik und/oder mangelhafter taktischer Disziplin bzw. mangelndem Einsatz.

    Erstens bemängeln die Autoren, dass die einzelnen Mannschaftsteile zu weit auseinanderstanden (haben wir ja auch gegen Dortmund schon gesehn).

    Für die Defensivarbeit bedeutet das dann Folgendes: die Mannschaft steht nicht kompakt, die Deckung ist mannorientiert, wird aber nicht konsequent genug gehandhabt.
    Das führen jetzt die Autoren vor, nach dem Motto, Defensivarbeit beginnt bei den Stürmern. Sie attestieren Raul “Freiheiten”, mitzuarbeiten oder nicht mit der Folge, dass er es häufig versäumt hat, Passwege zu Alaba zuzustellen beim bayrischen Spielaufbau, während Huntelaar – nicht von Anfang an, aber ab einem relativ frühen Zeitpunkt – aufhörte, die Passwege zu Luiz Gustavo zuzustellen, mit der Folge, dass Schalke die Bayern beim Spielaufbau zu sehr gewähren ließ und Draxler und Farfan gezwungen waren, einzurücken, um die Defensivversäumnisse der Stürmerstars wettzumachen. Dies wiederum ermöglichte den Bayern, die freie Außenbahn zu nutzen. Die Kettenreaktion fand die Fortsetzung darin, dass Höwedes und Fuchs vorrücken mussten, um Deckung auf der Außenbahn zu schaffen und dadurch riesige freie Räume zwischen Innen- und Außenverteidigung entstanden, in denen Ribery, Müller und Robben Platz hatten, sich zu entfalten.

    Ich erspare Euch – kann sich ja jede/r selbst durch”quälen” durch den Text – die Kettenraktion im Offensivfall.

    Spontan fiel mir da aber wieder die Medienschlacht um Raul-Rangnick zu Beginn der Saison ein. Gegen Spitzenmannschaften fällt der Ausfall auch nur eines Spielers bei der Defensivarbeit ins Gewicht, weil er zu oben etwas vereinfacht beschriebener Kettenreaktion führt.

    Dazu kam die mangelhafte Einstellung. Die Autoren schreiben lapidar, “Farfan kam häufig zum Doppeln” im Mittelfeld “zu spät”. MEIN Eindruck während des Spiels war, Farfan holt während des Spiels den versäumten Schlaf der vergangenen Woche nach, um gegelegentlich aufzuwachen “ach, wir sind ja immer noch im Spiel gegen Bayern München, dann will ich doch mal zum Ball” und unkoordiniert dem Ball hinterherzutraben.

    Nochmal Klartext: die drei Stürmerstars Raul, Huntelaar, Farfan haben die Defensivarbeit völlig vernachlässigt, zwangen dadurch den Rest der Mannschaft zu einer Kettenreaktion, die dem Gegner riesige Räume eröffnete und ein schnelle Umschalten war in der sich daraus ergebenden Konstellation gar nicht möglich.

    Die Autoren unterstellen Huub Stevens eine falsche Taktik, vor allem in der zu großräumigen Spielanlage…

    Dies verstehe ich unter kritischer Fanbegleitung der Mannschaft. Es gibt einiges zu verbessern. Wir werden sehen, ob das umgesetzt wird. Der Kader ist gut genug, er muss nur in die Pflicht genommen werden.

  42. Ney sagt:

    Hieße also, nicht allein bezogen auf Raul: Gegen 14 Mannschaften sind
    unsere Stürmer mit ihrer Spielweise, ihren Eigenheiten und Fähigkeiten
    oft ein Gewinn, gegen die Top 3 ein Manko…

  43. Torsten sagt:

    Ja. Gegen viele Mannschaften fällt diese Schwäche weniger ist Gewicht. Entweder, weil diese Mannschaften diese Schwäche nicht nutzen können, oder weil die individuelle Klasse auf Schalker Seite diese Schwächen wieder wett machen kann.

    Vor zwei Wochen schrieb ich ähnliches so:

    Noch zu der hier aufgekommen Kritik an Raul: Ich glaube auch, dass wir mit ihm taktisch unflexibeler sind. Er macht wie er macht, der Trainer gibt ihm Freiraum, hat er diese nicht, jubelt er nach Toren nicht mehr und das Brimborium beginnt. Andererseits ist er nach wie vor ein klasse Spieler, und gegen 85% unserer Gegner profitiert Schalke von seinem Können, 35 hin oder her.

  44. Ney sagt:

    Ups, wollte eigentlich auch angegeben haben, dass der Gedanke
    von Dir stammt…

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