Wörtlich: Huub Stevens

Bei uns ist nach Felix Magath ein Schnitt gemacht worden. Da wurde gesagt: Wir können nicht mehr auf diese Art und Weise weitermachen. Dann kam Ralf Rangnick und wollte seine Philosophie umsetzen. Dann ist Ralf krank geworden, und ich wurde gefragt. Ich habe Manager Horst Heldt gesagt, dass der Weg von Rangnick ein guter Weg ist. Aber ich habe auch gesagt, dass ich diesen Weg nicht so verfolgen kann, wie es Ralf getan hat. Dann würde ich gegen die Wand laufen, wäre nicht mehr ich selbst. Ich kann es nur auf meine Art tun. Und bis bestimmte Entwicklungen greifen, dauert es halt eine gewisse Zeit.

Huub Stevens in einem Interview mit Oliver Müller, in dem der Trainer gewohnt nüchtern Stellung zu den Dingen nimmt und in dem kein „(lacht)“ vorkommt.




36 Kommentare zu “Wörtlich: Huub Stevens”

  1. Marius sagt:

    Wenistens ist er ehrlich.
    Grundsätzlich wird jeder Trainer seine eigene Philosophie haben, allerdings muss man sich schon fragen, ob eine Weiterführung der Idee von Ralf Rangnick durch die Verpflichtung von Stevens nur um eine kurze Zeit verschoben wurde.
    Pessimisten würden dies dann als “vergeudete Zeit” ansehen.

    ich jedenfalls bin mir nicht sicher, dass Huub Stevens nächste Saison noch auf der Schalker Bank sitzen wird.

  2. s_we sagt:

    Ich verstehe einfach nicht, wieso Journalisten grundsätzlich die gleichen 10 Fragen stellen, auf die die Antwort eh zu 95% bekannt ist. Können die sich nicht mal was originelles einfallen lassen?

  3. Torsten sagt:

    @s_we:
    Welche Fragen hättest Du stellen wollen?

    @Marius:
    Ich mir auch nicht. Allerdings wörtlich “nicht sicher”, keineswegs ein “ich glaube nicht, dass” oder “ich gehe davon aus, dass”. Nur “nicht sicher” eben. Wobei man einwenden könnte, dass man sich bei diesem Club ehedem nie bezüglich irgendwas sicher sein kann ;)

  4. Matthias sagt:

    Ja, ehrlich ist er, der Huub. Manchmal sogar etwas zu ehrlich für das Geschäft. Bevor jetzt aber das große Stevens-Bashing ausbricht, möchte ich die historischen Abläufe in Erinnerung rufen. Es war nicht so, dass Stevens sich auf Schalke für den Job angebiedert hat. Und es war auch nicht so, dass Schalke auf dem Trainermarkt aus dem vollen Schöpfen konnte. Nach dem Bayern-Heimspiel brach der Rücktritt von Rangnick wie aus dem Nichts über den Verein hinein. Und da Rangnick selbst der “Plan B” zum alles verschlingenden System Magath war, mache ich auch keinem Verantwortlichen den Vorwurf, dass man ein halbes Jahr nach Magath noch nicht schon wieder einen sofort umsetzbaren “Plan C” in der Tasche hatte.

    Ich sehe deshalb die auf Endlichkeit angelegte Zeit mit Stevens nicht als “vergeudete Zeit” an, sondern als eine Verschnaufpause für den Verein. Sollte Schalke es in dieser Saison mit Stevens in die CL schaffen, wäre das zudem eine riesige Entlastung und ein weiterer Schritt zur wirtschaftlichen Gesundung. Denn auch wenn wir derzeit alle ein wenig neidisch in Richtung Dortmund schielen: Schalke kann es sich nicht leisten, den totalen Neustart zu vollziehen. Wir schleppen Belastungen mit uns herum, die eine Konsolidierung auf hohem sportlichen Niveau notwendig machen. Oder – um es mal drastisch auszudrücken: Das was für uns überlebensnotwenig ist, wäre für zwei Drittel der Liga ein historischer sportlicher Erfolg.

    Ich glaube übrigens nicht, dass Stevens nach dieser Saison schon wieder gehen wird. Das kommende Jahr wird er noch angehen. Und danach wir auch nicht Ralf Rangnick wieder zurückkommen. Aber das sind nur meine persönlichen Vermutungen.

  5. sequencer sagt:

    Die Zielsetzung ist im letzten Satz erkennbar, nach der üblichen Meisterschaftsfrage:

    …und wir stattdessen eine Stabilität in den Verein gebracht hätten, auf der später dann weiter gebaut werden kann, dann wäre das richtig super.

  6. Frank aus Rheinhessen sagt:

    @Matthias
    Genau meine Meinung, bis auf den letzten Absatz. Keine Ahnung wie es weitergeht. Hängt ja immer auch vom sportlichen Ausgang der Saison ab.
    Sicher, ob es mit RR nicht noch mal versucht wird?

  7. Andreas sagt:

    Man kann gegen Huub Stevens sagen, was man will: Er ist kein Meisterschafts-Phantast so wie viele andere Spinner da draußen. Und er macht seine Sache bislang um Längen besser, als ich bei der Wiedereinstellung befürchtet hatte. Letzendlich halte ich ihn für eine der bemerkenswertendsten Persönlichkeiten, die bislang bei uns gearbeitet haben. Gerade, weil er so authentisch wirkt.

    Aber ich schätze auch seine (taktische) Halbwertzeit als begrenzt ein und hoffe darauf, dass Ralf Rangnick noch eine Rechnung mit uns offen hat.

    Nicht nur für den Fall, dass es Toos Stevens wieder schlechter gehen sollte. Was ich ihr weiß Gott nicht wünsche.

  8. matz sagt:

    Huch, jetzt habe ich doch ein Huub-Interview gelesen. Hatte ich mir eigentlich schon in seiner ersten Amtszeit abgewöhnt. Und es steht eigentlich auch wieder nichts drin.
    Eine Rückkehr von RR kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Und ich weiß nicht mal, ob ich sie mir wünsche. Zwei gescheiterte Versuche, das bleibt dann doch hängen.

  9. Ney sagt:

    Ich bin mit Huubs Arbeit weitaus zufriedener, als ich mir zu seinem
    Amtsantritt ausgemalt hätte. Wir haben in der Rückrunde ein dauerndes
    Durcheinander mit Verletzungen, Sperren, Mopsigkeiten (Farfan),
    anhaltend öffentlich diskutierten Vertragsverhandlungen (Raul).
    Da guck’ ich erstmal nur noch auf die Ergebnisse, und die stimmen
    bisher.

  10. werna sagt:

    Ich versteh die Problematik nicht.
    Hey, wir haben ein Drei-Trainer-Jahr hinter uns und spielen um die CL.
    Das ist mehr als man erwarten konnte. Dass zwischenzeitlich die Meisterschaft in Reichweite war, war quasi ein Unfall und nun wirklich zu viel des Guten.
    Und die Vereine, die vor uns stehen, waren im direkten Vergleich halt besser als Schalke. Ich wüsste nicht, warum man den Trainer rauswerfen sollte und mir fällt auch keine wirklich sinnvolle Alternative ein, ausser vielleicht Rangnick.
    Stevens ist halt pragmatischer Realist, so etwas kann einem im Fussball schnell die Stimmung verderben.

    Im Interview find ich Stevens Gegenfrage zum Thema Götze besonders gut.

  11. blues sagt:

    @werna
    “Im Interview find ich Stevens Gegenfrage zum Thema Götze besonders gut”.

    Könnte er richtig liegen. Ist aber manchmal leichter gesagt als getan. Holtby wirkte bei uns vor seiner Verletzung ebenso überspielt wie Fuchs und Matip jetzt. Bei Draxler dagegen achtet Stevens richtig gut auf dessen Einsatzzeiten.

  12. eakus1904 sagt:

    Ich finde das Interview ungewohnt offen. Wann liest man schon mal klare Aussagen,die bei Verpflichtungen getätigt wurden? Wenn man wirklich so offen über ein Engagement gesprochen hat, dann wird man auch (gerne intern!) genau so offen und frühzeitig über ein mögliches Ende der Tätigkeit sprechen, sollten sich die Wege wirklich zum Ende der Saison trennen. Wobei das ja auch nur Mutmaßungen sind, ich für meinen Teil fände es gut,wenn Stevens weitermachen würde und die junge Mannschaft von seiner Erfahrung profitieren kann. Viele meckern ja über die antiquierte,langweilige Spielweise, aber ganz ehrlich: Da haben wir unter Rutten,Slomka,Neubarth usw. doch schon wesentlich grausamere Spiele gesehen!

  13. Torsten sagt:

    @werna:

    Ich denke nicht, dass sich hier irgendjemand wünscht, dass Huub Stevens rausgeworfen wird. Ich jedenfalls nicht, falls es dieser Deutlichkeit bedarf.

    Das man sich jetzt bereits Gedanken über die Nach-Stevens-Zeit macht liegt eben daran, dass Huub Stevens selbst bereits über sein Karriereende sprach.

  14. Patigol sagt:

    Früher oder später wird Buyo unser Trainer und dann geht´s ab für ne Mark! Spielt Fürth eigentlich ´nen attraktiven Fußball? ;-)

  15. Torsten sagt:

    Im Spiel gegen den MSV Duisburg (Buyo vs Reck) taten sie das nicht. Das war das einzige Spiel, welchens ich von Fürth komplett gesehen habe.

  16. Maddin sagt:

    Wenn den schwierigen Spagat zwischen notwendiger CL-Qualifikation, Konsolidierung und traditions-Tamtam bedenkt, habe ich eine noch viel höhere Achtung vor unserem Horst. Pappnasediskusion hin oder her. Auch diese unschönen aber notwendigen Vertragsdebatten werden bald ein Ende haben und in der nächsten Saison werden wir einen schönen Kader haben. Ob dann noch mit Huub oder nem jüngeren Kollegen

  17. blues sagt:

    Hier ganz aktuell was unser Präsident u.a. zu Huub Stevens so meint:

    http://www.focus.de/sport/mehr.....23652.html

  18. Matthias sagt:

    @Frank aus Rheinhessen: Nein, sicher bin ich mir natürlich nicht. Es ist nur ein Gefühl. Und dieses Gefühl sagt mir, dass sich 1) Stevens dafür zu schade ist, den Pausenclown für Rangnick zu spielen und 2) Rangnick dafür zu schade ist, den Schalker Feelgood-Backup-Trainer zu mimen. Die Art und Weise, wie es zu der Trennung kam, war verdammt traurig und ärgerlich für beide Seiten. Aber sie kam nun einmal zustande und hat Fakten geschaffen. Wer jetzt darauf hofft, dass am Saisonende Stevens wieder nahtlos an Rangnick übergeben wird, tut m.E. beiden Unrecht.

    Allerdings – und auch das ist nur ein Gefühl – habe ich nicht den Eindruck, als werde sich Stevens in Zukunft am Schalker Trainersessel festklammern. Sowohl in Freiburg als auch am Sonntag gegen Hamburg fiel mir auf, dass in der Halbzeitpause Markus Gisdol minutenlang mit einem Klemmbrett auf dem Platz herumlief und die sich warm machenden Ersatzspieler “briefte”. Vielleicht trügt mich meine Erinnerung, aber das hat es damals bei Eddy Achterberg nicht gegeben. Der war doch eindeutig mehr der Gute-Laune-Onkel für die Mannschaft. Aber OK, das war natürlich auch noch eine andere Zeit.

  19. s_we sagt:

    @Torsten: Fiese Gegenfrage. Die einfache Antwort wäre: Ist nicht mein Job. Aber ich versuche es trotzdem mal mir ein paar Sachen einfallen zu lassen. Allerdings meine Kritik ist auch eher auf Fragen bezogen die immer wieder gleich gestellt werden und man als Leser vorher schon weiß wie die Antwort aussehen wird.
    Interessiert hätten mich fragen zu Neustädter. Wie sehr war Huub eingebunden, wie passt er in die langfristige Strategie des Vereins. Zur Vorbereitung auf Spiele, ob es wirklich stimmt, dass Huub “nur auf uns schaut”. Wie er entscheidet ob er mit einem oder zwei Stürmern spielt. Statt dessen sind alle Fragen zu einzelnen Spielern fast immer Vertragsfragen, bei denen Huub logischerweise auf den Manager verweist. Auch ob er dieses Jahr eher als Übergangsjahr sieht.
    Gerade bei der Frage zur Homogenität hätte ich gerne nachfragen gesehen. Wo ist die Mannschaft inhomogen. Was beschreibt homogene Mannschaften, wie versucht er es zu erreichen, etc.

  20. Kowski04 sagt:

    Man kann auch sagen, dass sich Wurst

  21. werna sagt:

    @Torsten: Ah, okay, leicht missverstanden. Wenn Stevens vom Karriereende redet ist das halt auch nur wieder sein Realismus. Er hat ja schon zu Krankheitszeiten seiner Frau bewiesen, dass es für ihn nicht nur Fussball gibt. (Für die Prioritätensetzung hab ich grossen Respekt vor dem Mann!) Der wird mit Sicherheit nicht hinschmeissen, solange es bei Schalke nicht bedeutend schlechter läuft als im Moment.

    @blues: Ich bin eigentlich überrascht, wie oft und lange Draxler eingesetzt wird. Dass man Stevens da noch den Vorwurf machen will, dass er nicht bei jedem Spiel dabei ist, halte ich schon für reichlich unsinnig. Da kann Huub dann auch mal kurz andeuten, was das zur Folge haben könnte.

  22. Kowski04 sagt:

    Man kann auch sagen, dass Wurstpelle, HH und HS aktuell eine Ruhe haben, da Schalke eine gewisse Performance zeigt die ausschließlich auf Leistungsträgern basiert, die der verhaßte FM mit seiner Strategie eingekauft hat. Selbst haben Sie bisher Null geleistet. Wurstpelles angkündigtes Sparen und der Hochmut wie mit Raul verhandelt wird ist doch bezeichnend.
    Die fehlende Spielkultur, das Loch im Mittelfeld, ungeklärte offene Verträge, und die gesamte Strategielosigkeit > das ist verlorene Zeit.

  23. derwahrebaresi sagt:

    @kowski04

    #kopfschüttel#

  24. hoffedocS04 sagt:

    @kowski 04
    Du hast “echt” manchmal Aussetzer, aber insgesamt geht die Tendenz nach oben;-))

    zur Trainerfrage: wait and see (zur Zeit auf Schalke ein Luxusproblem)

    aber ich muss einfach – nach mehrmals drüber schlafen – noch etwas völlig offtopic schreiben:

  25. Torsten sagt:

    Nach so häufigem drüber schlafen ist nichts übrig geblieben? *gg

  26. matz sagt:

    nanu, schon aus dem München-Koma aufgewacht -)

  27. hoffedocS04 sagt:

    OT (persönlich)

    EINE ARENA OHNE ATMOSPHÄRE oder DIE GROßE STILLE

    Die, die hier alle Beiträge lesen, wissen, dass ich Bayern München – vorsichtig ausgedrückt – nicht mag;-)

    Meine Kindheit habe ich hauptsächlich aus geographischen Gründen in den Stadien des 1.FC Köln und Borussia Mönchengladbachs verbracht, später aus ebensolchen Gründen auf dem Betzenberg und jetzt als Fan in der Rhein-Neckar-Arena.

    Meinen ersten beeindruckenden Besuch AufSchalke habe ich hier geschildert, aber letzten Samstag gab es wieder eine Premiere für mich, nämlich in der Allianzarena.

    Es handelte sich um die Einladung eines bayerischen Geschäftsmannes, der nach eigenen Angaben seit 34 Jahren zu den Bayernspielen geht.
    (Nebenbei: ich habe im Sport auch verlieren gelernt und der Kantersieg der Bayern gegen Hoffenheim hat mich nicht besonders überrascht, da bei der TSG buchstäblich die halbe Mannschaft fehlte, und es auch so schon schwer geworden wäre. Darüber will ich gar nicht schreiben.)

    Wir kamen um 14 Uhr in der Arena an und sahen schon jede Menge rotes Volk. Ich wusste, dass ich auf der Haupttribüne zwischen lauter Bayernfans schräg hinter den Trainerbänken sitzen würde und hatte nur einen kleinen Button angesteckt: “TSG Hoffenheim for ever” und war ohne Fanbekleidung, aber blau und weiß gekleidet. Dies sahen also die Münchner Freunde des Geschäftsmannes und beeilten sich, mir zu versichern, dass sie “eigentlich” keine Bayernfans seien. Man gehe da halt so hin. Lächel, lächel. Ich sah sie an: rote Kappen, Fanshopjacken, rote Bayernschals, ach so, so sehen “eigentlich keine Bayernfans” aus. Am Getränkestand kam ich mit einem ca. Dreißigjährigen ins Gespräch, der 5 rote Schals als Röckchen trug, und er sagte mir, “ach, eigentlich bin ich ja nicht wirklich Fan. Ich mag nur diese Operette.” Aha! Dann saß ich auf meinem Platz und sah mich um. Der Stadionsprecher kündigte das Aufwärmen an: “Und hier ist unsere Nr. 1, unsere Nr.1(!!) MANUEL NEUER..ein dünner Faden Applaus folgte. Das Stadion füllte sich, die mediale Show lief auf den Videowänden, die Mannschaften machten sich warm, verließen das Stadion wieder, dann der “Herzschlag”, der laut eingespielt wird, ehe die Mannschaften offiziell wieder reinkommen, und dann kamen sie, begleitet von dünnem Applaus, und stellten sich auf. Stille in der Arena. Nur die Hoffenheimer in ihrem Vogelnest unter dem Arenadach waren deutlich zu hören. Ich sah mit warmem Blick zu ihnen hin. Das Spiel begann in Stille. Ich fragte einen Bayernfan hinter mir, ob die Fans die schlechte Bayernleistung der letzten Wochen mit Anfeuerungsstreik bestraften oder warum es sonst so ruhig sei. Er sah mich verständnislos an. Dann fiel das frühe erste Tor. Die Münchner sprangen auf und jubelten, es wurde das Ritual zelebriert: wir Tore 1, Hoffenheim NULL, Torschütze XY. Dann STILLE. Nur die Hoffenheimer waren zu hören. Ich fragte einen Bayernfan neben mir, ob irgendein wichtiger Vertreter des Vereins verstorben sei, weil es so still sei. Er sah mich nur verständnislos an. Dann fiel das ebenfalls frühe zweite Tor. Die Münchner sprangen auf, jubelten, über die Lautsprecher: Wir 2, Gegner NULL, Torschütze XX. Dann STILLE. Nur die Hoffenheimer unter dem Dach waren zu hören.
    Ich erspare Euch endlose Wiederholungen. Nach dem 7:0 ging zweimal, vielleicht auch dreimal eine Laolawelle durch´s Stadion und unterhalb der Hoffenheimer wurde für ca. 180 Sekunden eine Bayernfangruppierung laut. Dann wieder nur die Hoffenheimer, die humorvoll: “Oh, wie ist das schön..” anstimmten und denen mein Herz noch mehr zuflog.
    Es wurde noch einmal für ca 78 Sekunden etwas lauter, als Schweinsteiger eingewechselt wurde.
    NACH dem Spiel liefen dir Rotgekleideten, die sich vor dem Spiel als “Eigentlichkeinefans” bezeichnet hatten, auf mich zu und trommelten sich mit den Fäusten auf ihr Brustkästen und riefen mir zu “Mia san mia!” Aha!
    Später las ich in diversen Medien, diesmal seien die Münchner Fans im Stadion richtig “enthusiastisch” gewesen, es sei sogar die Laolawelle in der allgemeinen Begeisterung angezettelt worden…
    Ich habe immer wieder mal zu Manuel Neuer geschaut. Er stand beschäftigungslos ca. dreißig Meter vor seinem Tor in dieser GROSSEN STILLE, und ich fragte mich, ob er jetzt wohl von der Donnerhalle träumt, von einem Stadion voller Leben, wo die Herzschläge nicht eingespielt werden müssen, sondern vieltausendfach fühlbar sind.

  28. blues sagt:

    @werna
    Huub Stevens könnte z.B. sagen, dass Julian noch Vokabeln lernen musste, und deshalb nicht spielte.-)
    Spass bei Seite. Es zeichnet Stevens in meinen Augen aus, dass er fast nie etwas zu Spielern nach außen dringen lässt.

  29. Maddin sagt:

    Ähm, Hoffedoc, in der Donnerhalle werden die Herzschläge eingespielt… Und im Falle des HSV-Spiels war die Stimmung außerhalb der NK -sagen wir mal- nicht berauschend.

  30. hoffedocS04 sagt:

    Maddin, fahr mal nach München, NICHT im Schalker Fanblock. Sowas habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Dagegen ist die Rhein-Neckar-Arena ein pulsierendes Tollhaus, und das will schon was heißen;-)

    Als die TSG auf Schalke war, habe ich keine eingespielten Herzschläge gehört. Vielleicht wurden sie übertönt?? Wie übrigens auch die Hoffenheimer Fans, obwohl ich in Block U ja unter ihnen saß, habe ich sie in der Veltinsarena außer nach dem Tor nie gehört!

  31. RWDJojo sagt:

    @Maddin
    Was für Herzschläge werden in der Arena eingespielt???

    Die Stimmung gegen den HSV war wirklich nicht berauschend. Insbesondere in der 2. Hälfte. Dies lag aber am Spielverlauf. Die zweite Halbzeit war schlecht, von beiden Teams. Bei einer 3:1-Führung gegen einen Gegner, von dem man nicht erwarten konnte, dass er noch mal gefährlich wird, quatscht man auch mal gerne mit dem Nebenmann und guckt das Spiel eher beiläufig. Hinzu kommt, dass das Spiel sonntags war. Bei Sonntagsspielen ist die Stimmung immer etwas schlechter als samstags, was wohl daran liegen mag, dass der ein oder andere sich beim Alkohol ein bisschen zurückhält.

  32. Ney sagt:

    @hoffedocS04
    Naja, dass es bei den Bayern eigentlich immer fade ist,
    das kennt man von jeher. Hast Du nicht selbst mal eine
    kleine Fan-Typologie entwickelt, mit der sich das erklären
    lässt? Die mögen halt den Erfolg, nicht den Verein oder
    das Spiel. Jedem das Seine.

  33. Maddin sagt:

    Rwdjojo: na vor dem Steigerlied kommt dieses alberne Wummern. Schon die ganze Saison, ich frag mich jedesmal was der Quatsch soll oder ob dj Dirk uns veräppeln will

  34. blues sagt:

    @hoffedocS04
    Immerhin haben die “Roten” ein paar Leute die scheinbar gerne Fan spielen und die sich dabei sogar verkleiden. Andere haben nicht mal das. Laut der offiziellen GfK-Zahl vom Wochenende sahen nämlich 0,00 % der TV-Zuschauer das Spiel Leverkusen gegen Wolfsburg bei Sky. Da passt doch direkt wieder mal der Kalauer, dass die Ultras der einen Mannschaft in einen Polo, und die Ultras der anderen in eine Aspirinverpackung passen…

    @Maddin
    Dieses Gewummere finde ich auch albern. Für so was haben sie doch eigentlich die Trommler rumstehen. Einen Trommelwirbel mit ein paar Standpauken in die Arena zu zaubern hätte vielleicht noch was.

  35. matz sagt:

    Ginge es nach GFK-SKY Zahlen, müssten Hoffenheim, Wolfsburg und Hertha runter. Und Schalke wäre mal wieder Zweiter.

    Als ich nach dem Pokalfinale gegen die Bayern Mitte der 00er Jahre das Stadion verließ, hatten die Bayern kaum die U-Bahn erreicht, da waren sie schon wieder zur Tagesordnung übergegangen. Am Kudamm in der Nacht sangen und feierten die Schalker, die Bayern-Fans spielten Karten. Das hat mein Bayern-Bild auch lang geprägt.

    Im Finale gegen den MSV wurden die Schalker von den Meiderichern ziemlich ausgesungen. Auch hinterher hielt sich die Feierstimmung in Grenzen. Ein Meidericher hinter mir grummelte: Guck dir die an. Die tun so, als hätten sie es gar nicht mehr nötig, einen Pokalsieg zu feiern.

    Tja, man sollte mit solchen Urteilen immer vorsichtig sein. Oft lehnt man sich da zu weit aus dem Fenster, was den eigenen Haufen betrifft. Mir sind übrigens durchaus schon ein paar echte Bayern-Fans untergekommen, nicht nur verkleidete. Auch wenn ich sie nicht ausstehen kann.

    Und ob man das Absingen der Liederfibel der Ultras überhaupt als Atmosphäre bezeichnen kann, ist noch eine andere Frage.

  36. hellwach sagt:

    @ hoffedocS04
    Ich war beim Tanz in den Mai 2011 zugegen, als der damals beste Torwart der Welt nach gut 20 Minuten den Knicker schon drei mal aus dem eigenen Kasten geholt und Richtung Mittelpunkt geschmissen hatte. Wenn ich das Ritual auch nur vier mal und außerdem auf der Gegengeraden über mich ergehen lassen musste: Dein Bericht ist eine absolut treffende Beschreibung. Ergänzend sei erwähnt, dass der Eindruck in der Stadt, in der U-Bahn und vor dem Stadion all das bestätigt und unterstreicht, was ich im Stadion erlebt und empfunden habe.

    @ matz
    Ja, andere Clubs haben auch gute Fans und manchmal ist der eintönige Singsang der Ultras in der Nordkurve auch eher nervig als anregend, aber Hoffedoc hat ein 7:1 einer groß aufspielenden Mannschaft beschrieben und ich ein Spiel in einer von der Neuer-Thematik angeheizten Situation, in der sich die Bayern für das Ausscheiden im DFB-Pokal wenige Wochen zuvor revanchiert haben. Herzblut fließt da echt nicht auf den Rängen. Da ist bei uns auch auf der Haupttribüne mehr los.

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