Nicht gut. Aber eben auch nicht verloren

Schalke 04 kommt in Hoffenheim nur zu einem 1:1. Da die Blauen allerdings mindestens eine Halbzeit außerordentlich schwach agierten und da Borussia Mönchengladbach im Fernduell um Platz 3 sogar verlor, konnte man dieses Ergebnis mit etwas gutem Willen am Ende abnicken. Manchmal läuft es eben nicht.

Ja, Hoffenheim machte in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel. Wenngleich ihre Offensive auch kein Feuerwerk abbrannte erzeugten sie doch im Mittelfeld genügend Druck, um den Ball in Schalkes Hälfte zu halten. Für die Blauen war kein Durchkommen. Schalkes Bemühungen waren aber auch enttäuschend.
Lewis Holtby fand sich im engen Mittelfeld überhaupt nicht zurecht und tauchte völlig unter. Jefferson Farfán wirkte geradezu träge und erfuhr auf der rechten Außenbahn nahezu keine Unterstützung durch Atsuto Uchida. Jones war damit beschäftigt, in der Defensive Löcher zu stopfen und Julian Draxler wollte Hoffenheim im Alleingang besiegen und rannte sich ein ums andere Mal fest. Alles wirkte fahrig und müde. Bis zu Huntelaar kam der Ball so gut wie nie. Ganze drei Mal schoss Schalke in dieser ersten Hälfte ernsthaft auf das Tor von Tom Starke. Das fühlte sich nicht gut an.

So richtig gut fühlte sich auch die zweite Halbzeit nicht an, man konnte aber von Beginn an ein größeres Engagement erkennen. Nun war es an Schalke, die Abwehr aufrücken zu lassen, insgesamt höher zu spielen und das Spiel in Hoffenheims Hälfte zu verlagern. Weiterhin funktionierten kaum Mal gewollte Kombinationen, trotzdem konnte Schalke nun mit langen Bällen und Flankenläufen Druck erzeugen. Mit etwas mehr Glück hätte dieses Spiel auch noch gewonnen werden können. Dem Spielverlauf nach ging dieses Unentschieden aber in Ordnung.

Ein Unentschieden, das 0:0 hätte heißen müssen, und das nur durch Schiedsrichter Markus Schmidt zu einem 1:1 wurde.

Lars Unnerstall brachte Schipplock in der 30. Minute nicht zu Fall, dieser sank von alleine zu Rasen. Diese Szene war für die Schiedsrichter allerdings schwierig zu bewerten, ohne den Zeitlupenblick konnte man diese Entscheidung als vertretbar erachten. Nebenbei bemerkt hätte Lars Unnerstall auch nicht in Papadopoulos-Manier in dieses Zweikampf gehen müssen.

Ich denke wir können davon ausgehen, dass sich Schiedsrichter Markus Schmidt spätestens seit der Halbzeit seines Fehlers bewusst war. Obasis Faller in der 80. Minute war jedenfalls so lächerlich, dass es schon einen wohlwollenden Blick benötigte, um darin ein Foulspiel Becks erkennen zu können.

Im Fernduell um die direkte Champions League-Qualifikation gegen Borussia Mönchengladbach konnte Schalke einen Punkt gutmachen. Drei Punkte und 5 Tore beträgt nun der Vorsprung der Königsblauen. Während Gladbach am kommenden Wochenende zu Hause gegen Hertha BSC antreten darf, muss sich Schalke ohne die gelbgesperrten Joel Matip und Jermaine Jones mit Mirko Slomka und Hannover 96 rumschlagen.



11 Kommentare zu “Nicht gut. Aber eben auch nicht verloren”

  1. Kowski04 sagt:

    Wenn es zählt machen wir einfach nicht die Punkte. Donnerstag nicht und Gestern nicht. Das ist bitter. Hannover macht es vor, gegen MG!
    Gegen Bilbao könnte daher auch die B Elf ein Thema sein.

  2. Matthias sagt:

    Siehste, da sind wir dann doch wieder einer Meinung. Ist ja auch nicht jeden Tag Bilbao zu Gast :)

    Zu den Elfmetern. Klar, beide waren ein Witz. Den ersten kann man aber aus der Sicht des Schiedsrichters sogar geben. Schipplock springt etwas zu früh ab. Hält er sich 10 Zentimeter länger auf den Beinen, kommt es zur Berührung und kein Mensch spricht von einer Schwalbe. Da zeigte sich der gute Lars in der Tat zu ungestüm. Ich fand es dennoch beruhigend, ihn wieder zwischen den Pfosten zu sehen.

  3. Remis | Alles begann gegen Schweinfurt… sagt:

    […] weitaus kompetentere Artikel zum Spiel lesen möchte, dem empfehle ich u.a. die Kollegen Torsten und […]

  4. mettskillz sagt:

    Was ich vor allem zur Zeit nicht verstehe, ist die seltsame Personalpolitik in einigen Bereichen:
    Von Thorsten wurden via Twitter ja schon auf das Fehlen von Pukki aufmerksam gemacht, was sich meines Erachtens durch so ziemlich nichts erklären lässt. Pukki hat die letzten Spiele eigentlich immer gut gespielt und war im Falle einer Einwechslung in jedem Fall ein belebendes Element.
    Dazu kommt, dass ich nicht verstehe wieso Huub bei einem recht „unwichtigen“ Spiel nicht rotiert. Gerade der schon gegen Bilbao schwache Fuchs hätte doch mal eine Pause bekommen können. Stattdessen hätte Escudero mal eine Gelegenheit bekommen sich zu präsentieren. Oder statt des formschwachen Uchidas könnte man doch mal Hoogland die Gelegenheit bieten Spielpraxis zu sammeln. Und Jones hätte sich meiner Meinung nach lieber im nächsten Spiel die 10. gelbe Karte holen dürfen. Wäre durch die Aufstellung von Moritz beispielsweise zu verhindern gewesen. Über die Verpflichtung Obasis muss man an dieser Stelle nichts mehr sagen, denke ich…

  5. hoffedocS04 sagt:

    In Sinsheim zu Schalke zu halten: nicht ganz einfach, aber gesagt getan!

    Habe mir bei diesem Spiel mal erlaubt, was man im TV ja nie kann, über Minuten einzelne Spieler in ihrem Stellungsspiel, ihren Laufwegen, ihrer Zweikampfstärke zu beobachten.

    Kam dadurch darauf, dass mir Raul in Durchgang 1 zunächst durch seine Fehlpässe auffiel. Er war engagiert , forderte oder erlief oft den Ball und spielte ihn dann an einen Hoffenheimer ab. ABER das änderte sich während des Spiels, in dem Maße, in dem die Schalker Pässe insgesamt präziser wurden, und Raul war der wichtigste Spieler für Schalke. Er initiierte Angriffe, antizipierte Hoffenheimer Laufwege, rettete auf der Torlinie das 0:1 als die Hoffenheimer drückten, zeigte eine überragende Spielübersicht, als liefe er nicht auf dem Platz, sondern sähe das Ganze von oben. Das „Gewese“ um Raul war mir nie ganz geheuer, aber gestern war er überragend.

    Dann Papadopoulos. Während Matip, Jones und Holtby, Fuchs und Uchida teilweise planlos wirkten, hatte Papadopoulos immer die Übersicht und klärte mehrfach entscheidend. Er wird ja oft als der „grobe Klotz“ dargestellt, aber wenn Hoffenheimer Angriffe aus der eigenen Hälfte starteten, sah man regelrecht, wie er das Stellungsspiel der eigenen Abwehr abcheckte durch schnelle Kopfbewegungen nach rechts und links, und er dirigierte und lief dorthin, wo die Lücken zu groß waren. Auch er rettete in letzter Sekunde bei einem Torschuss, der sonst drin gewesen wäre.
    Für mich gestern die beiden besten Schalker Spieler, denen man als einzigen während des GESAMTEN Spiels den Willen, die Kraft und die Fähigkeit anmerkte, das Europapokalspiel nicht zum Bundesligakiller werden zu lassen.

    Und noch was: zwei Reihen vor mir ein wunderbarer junger, vielleicht siebzehnjähriger Schalkefan im TSGumfeld verbotenerweise mit Schalkeschal. Er stand alleine auf, als ganz leise aus dem Schalker Fanblock herüberwehte „steht auf, wenn Ihr Schalker seid“, er hielt seinen Schal straff gespannt mit hoch erhobenen Armen und brüllte „ScheißeTSG“, als dort einige in Anlehnung an die Dortmunder Schmähgesänge „Scheiße 04″ anstimmten. Nach dem Elfmeter in der zweiten Halbzeit reckte er hoch die Faust gegen die Hoffenheimer Südkurve und sang allein so laut er konnte „Auf geht´s Schalke schießt ein Tor“, und er hatte so einen Willen und so einen Stolz im Blick! Es war gleichzeitig rührend und beeindruckend…

    In diesem Sinne, ob in Bilbao oder anderswo: Auf geht´s Schalke!

  6. Maddin sagt:

    Gut, weil ich arbeiten musste konnte ich das Spiel gestern nicht sehen. Aber:

    – es gab Zeiten, da hätten wir den einen Punkt gestern eben nicht geholt.

    – könnte dieser einen „Naja-Punkt“ am Ende der Big Point sein, der über Platz drei entscheidet.

    – haben gestern alle ihre Kräfte für das Wunder von Bilbao geschont.

    – ist mein Veltins immer halb voll.

    Glückauf!

  7. Matthias sagt:

    … ist mein Veltins immer halb voll.

    Ernsthaft, da würde ich mich aber beim Zapfer beschweren ;-)

    Hoffedoc, die Sache mit Raúl hast du sehr gut geschildert. Ich sah’s genauso.

  8. Oberwäller sagt:

    Mein Fazit zum Spiel:
    Punktgewinn – auch wenn ich in der 2.HZ auf mehr gehofft habe.

    Beim 2. Elfmeterpfiff hab‘ ich mich driekt gefragt, ob der Schiri ggf. in der Pause „Sky“ geguckt hat und sah, dass der 1. Elfer keiner war ?!

    Auch wenn’s langsam wieder Sommer wird, die „Schwalben“ ätzen und man sollte nachträglich noch durch Spielsperren Strafen aussprechen.

    Donnerstag sehe ich ‚locker‘ entgegen und hoffe nur auf ein ordentliches Spiel – ein Weiterkommen hab‘ ich mir abgeschminkt …. und vielleicht hilft ein Ausscheiden ja auch im Buli-Endspurt.

  9. elbdeichrutscher sagt:

    @hoffedocS04 Danke für die stimmungsvolle Beschreibung des einen jungen Schalkers!
    Schade, dass an einem Spieltag, an dem alle für uns gespielt haben, wir nicht die nötige Präzision haben, um mal Angriffe sauber durchzuspielen und dann auch noch abzuschließen. Die Fehlpasshäufigkeit im Bereich Mittellinie +/- 10 m hat mich gestern an den Rand der Verzweifelung gebracht.
    Sehr schade, dass Starke seinem Namen beim Schuss von Raúl alle Ehre machte und der Hunter nur einen Tick zu hoch lupfte…aber VERDIENT hatten wir eben nur den einen Punkt.
    Mund abputzen und weiter…Platz 3 sichern…

  10. Harald sagt:

    @Hoffedoc

    Merkwürdig, ich sah den Matip gestern als unseren bester Mann auf dem Platz. Alles was der machte hatte Hand und Fuß, er stand immer richtig. Papadopoulos war engegiert und giftig wie immer aber für mich war Joel gestern der bessere Innenverteidiger.

  11. hoffedocS04 sagt:

    @Harald

    Ich weiß nicht, ob Du im Stadion warst. Im TV sieht man das einfach nicht so. Ich habe wirklich mal – egal wo der Ball gerade war – über längere Sequenzen einzelne Spieler beobachtet. Und bei DIESEM Spiel fand ich Papadopoulos planvoller. Bei anderen Spielen, bes. im TV, auch wie Du Matip.

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