Für dumm verkauft

Ich freue mich, dass Jefferson Farfán weiter für unseren Verein spielt. Er ist ein klasse Spieler, eine „Waffe“, die jeder Gegner im Blick haben muss, wenn gegen Schalke gespielt wird. Ich freue mich, dass mein Sohn nach den Bildern von Manuel Neuer und Raúl endlich mal ein Poster über einen Vertrag hinaus hängen lassen kann.

So was kommt ja nie raus, trotzdem bin ich nach wie vor davon überzeugt, dass der Club bei Zeiten dafür gesorgt hatte, dass Farfáns Handgeldforderung (die angeblichen 14 Millionen Euro) in der Zeitung thematisiert wurde. Ab da war Jefferson Farfán der „Gier-Profi“, das ach so perfekte Beispiel für den modernen Fußball-„Söldner“, welcher ja so gerne stets aufs Neue verflucht wird. Verbale Schulterklopfer waren Horst Heldt nach mediengerechtem „Abbruch“ der Verhandlungen sicher. Populistenkäse, der durchaus seine Liebhaber fand, auch im Stadion. Was aber nicht laut zu hören war, weil Jefferson Farfán weiterhin ordentlich spielte, mehr rannte als viele andere, länger schnell rannte als alle anderen, und keine Angriffsfläche bot.

Wenn sich Horst Heldt nun so zitierten lässt …

Die Fans haben sensationell gut verstanden, ihm die Verhandlungen nicht übelzunehmen. Selbst als wir die Gespräche unterbrochen haben, haben sie ihre Enttäuschung nie zum Ausdruck gebracht. Ich glaube, dass er dermaßen unterstützt worden ist, hat ihn emotional bewegt.

… schüttelt es mich.



18 Kommentare zu “Für dumm verkauft”

  1. Tobi sagt:

    Mich schüttelts gar nicht.

    Dass der gute Jeff nicht nur in dieser Handgeldforderung jenseits von Gut und Böse zu Hause ist, hat er in den vergangenen Jahren mehrfach unter Beweis gestellt. Mal kein Bock, mal geile Partys in Peru, mal Wechselgelüste, mal Trikotküssen, mal Inter, mal dies, mal das.

    Dennoch ist ihm sportlich im Großen und Ganzen nichts vorzuwerfen, weshalb die Verlängerung in Ordnung geht.

    Wenn über die Presse die Handgeldforderung kolporiert wird und das Ergebnis ein für Schalke besserer, da günstigerer Vertrag ist, habe ich da in Farfans Fall (bzw. scheint es eher ein Fall des Beraters zu sein) kein Problem mit, denn von seiner Seite aus wurden wie oben angedeutet, bereits genug Böcke geschossen, die der S04 oftmals stillschweigend hingenommen hat.

  2. eisenschleuder sagt:

    ganz richtig: da schüttelt’s einen.

    ich glaub HH macht’s es pädagogisch richtig: zwar weiß er, dass es eben nicht so weit her war mit der unterstützung, doch unterstellt er das richtige verhalten als maßstab. so muss er nicht sagen, dass sich das publikum scheiße verhalten hat, betreibt sachdienliche „geschichtskittung“ und zeigt dem publikum, wie man es richtig zu machen hätte!

  3. Detlef sagt:

    Ich bin weder geschüttelt, noch gerührt.

    Ich glaube nämlich längst nicht alles was in der Zeitung steht. Oder Manager sagen.
    Und ich habe Jeffersons Leistungen aufmerksam verfolgt und bei mir gedacht, entweder rennt er um einen neuen Vertrag, oder er macht sich schön für andere Vereine. Da beides zum Wohle von Schalke war, ist mir beides recht gewesen.
    Jetzt freue ich mich das Jeff dann doch geblieben ist.

  4. Raul04 sagt:

    … Farfan und/oder sein Berater haben gepokert. Europaweit wollte ihn keiner zu den Konditionen haben. Mal sehen ob er dann in der neuen Saison mit neuem Vertrag „motiviert“ ist. Ich find die Verlängerung gut, weil dann nicht wieder 10 Mio. EUR (gezahlte Ablöse) in den Schornstein gehen. Wenn dann aber ein 15 Mio. EUR Angebot kommt, sofort verkaufen!

  5. eakus1904 sagt:

    Alles,was über Farfan gesagt und geschrieben wurde,ist mit Vorsicht zu genießen. Man bekam es ja z.B. noch unter Magath nichtmal richtig hin,ein Interview,welches in Peru am Flughafen aufgenommen wurde, wörtlich korrekt zu übersetzen(Jedenfalls gab es da mehrere Versionen,nicht ganz wie die „Annan-Story“ aber ähnlich.)

    Was aber jetzt von den ganzen Geschichten mit Handgeld usw. wirklich stimmt,kann und will ich nicht beurteilen. Das Zitat von Horst Heldt stößt mir aber dennoch etwas säuerlich auf, denn für mich als Fan ist das eigentlich eine Selbstverständlichkeit! Ich habe auch einen Herrn Neuer nicht ausgepfiffen, als sein Wechsel zu den Bauern schon feststand und er noch im königsblauen Trikot auflief. Diese Selbstverständlichkeit muss man nicht noch so hervorheben,eine derartige Anbiederung hat HH doch gar nicht nötig!

  6. bea04 sagt:

    Ich weiß nicht wirklich, wer hier in den abgelaufenen letzten Monaten wen für dumm verkauft hat….es gibt da mehrere Möglichkeiten.

    Ich glaube auch nicht, dass Jeff immer unbedingt weiß, was seine „Berater“ und die yellow press uns wissen lassen – oft genug hatte ich den Eindruck, dass zwischen dem, was er denkt und sagt und dem, was für uns daraus gemacht wird, nicht nur der Atlantische Ozean liegt.

    Whatever, ein Fußballer muss nicht die Intelligenz mit Löffeln gefressen haben, solang er in unserem Verein wirklich gute Leistungen bringt. Und die bringt FunFun, sofern er Lust dazu hat. Möge sein Spaßfaktor mit der Vertragsverlängerung und dem ‚angepassten‘ Gehalt gestiegen sein ;)

  7. eppinghovener sagt:

    Ich denke man kann das ganze aufgeplusterte Mediengehabe drumherum mal getrost ignorieren und sich einfach freuen dass wir einen so wichtigen Spieler wie Jeff halten konnten.
    Warum er noch hier ist, fragt nächste Saison eh keiner mehr.

  8. RWDJojo sagt:

    Horst Heldt (und auch der restliche Vorstand) versäumt keine Gelegenheit, uns Fans Honig um den Mund zu schmieren. Ich finde das zwar etwas übertrieben, aber wenn man das richtig einordnet, dann passt das schon.

    Bei der Farfan-Geschichte waren sich doch eigentlich alle einig, dass Farfan in erster Linie für Geld Fußball spielt und es ihm egal ist, wo er das tut. Im Gegensatz zu den Spielern aus unserer Region nimmt man es ihm aber nicht übel, da man von Farfan nicht erwartet, dass er sich über ein gewisses Maß mit dem Verein identifiziert. So lange er seine Leistung bringt (und das tut er im Großen und Ganzen) ist alles ok.

    Ich bin froh, dass Farfan auch in der kommenden Saison das königsblaue Trikot trägt, weil er ein guter Spieler ist. Warum er nun verlängert hat, ist doch egal. Ich denke, dass er dort unterschrieben hat, wo das finanzielle Gesamtpaket am Besten passt. Sollten zusätzlich noch ein paar „Soft-Skills“ (Fans, Umfeld, Teamgeist) den entscheidenen Ausschlag gegeben haben, dann ist das ok.

  9. Matthias sagt:

    Im Endeffekt hört doch jeder, was er hören will. Farfán ist da im 1:1-Vergleich mit Raúl ein perfektes Beispiel. Der eine gilt als von seinem Berater fremdgesteuerte Marionette, der andere als der hochintelligente, selbstbestimmte Gentleman. Farfán hätte man eine Aussage wie „Ich werde meinen Vertrag nicht verlängern. Mein Berater und ich werden jetzt damit beginnen, uns die Angebote anderer Vereine anzusehen“ um die Ohren gehauen. Bei Raúl sagt jeder: „Oh, auch im Abschied ist er ganz der Señor!“

    Ich bin übrigens schon der Ansicht, dass die Fans ihren (kleinen) Teil dazu beigetragen haben, dass Farfán sich letztendlich doch wieder für Schalke entschied. „Die Fans“ sind nicht nur im Stadion. Sie stehen auch am Trainingsplatz oder begleiten die Mannschaft schon mal über mehrere Tage bei Auswärtsspielen. Ich hatte das Glück, beim Schalker Spiel in Bilbao drei Tage lang im Mannschaftsflieger und im Mannschaftshotel hautnah dabei zu sein. Und dabei konnte ich auch sehen, wie die Spieler mit den Fans und die Fans mit den Spielern interagieren.

    Da gibt es einige, die lassen es über sich ergehen, andere bieten ganz professionell von sich aus den Fankontakt an (Metzelder saß bspw. am ersten Tag kurz nach der Ankunft eine dreiviertel Stunde in der Hotellobby und erfüllte dort Foto- und Autogrammwünsche, wurde dafür dann aber auch für den Rest der Zeit weitestgehend in Ruhe gelassen). Wieder andere versuchen die „Geistertaktik“ und wollen unsichtbar durch die Maschen zu schlüpfen – und dann war da Jefferson Farfán. Egal ob am Flughafen, vor dem Mannschaftsbus oder in der Hotellobby – er hatte sichtlich Spaß am Bad in der Menge und er ging immer erst dann, wenn auch wirklich der allerletzte Fan, Hotelangestellte oder Flughafenmitarbeiter ihn um ein Autogramm und ein gemeinsames Foto gebeten hatte.

    Kurzum: Farfán hatte in Bilbao Spaß an Schalke. Das hat man gesehen und gefühlt. Vielleicht meinte Horst Heldt eher diese Momente und die vielen, vielen Fankontakte nach den Trainingseinheiten in Gelsenkirchen und weniger das gemurmelte Gemurre auf den Rängen.

    Nichtsdestotrotz wird es eine Kombination aus allem gewesen sein. Wahrscheinlich hat kein Verein aus seinen erklärten Lieblingsländern ein Angebot abgegeben, vielleicht waren die vorhandenen Angebote aus den „Ländern zweiter Wahl“ nicht so lukrativ wie er es sich erhofft hatte und letztendlich hat er dann auch gesehen, dass es sich auf Schalke gut leben und Geld verdienen lässt. Dass Horst Heldt bei seiner Ansprache auf dem Podest den letzten Punkt besonders hervorhob, sorgt bei mir nicht für ein Schütteln, sondern bestenfalls für ein kleines Grinsen.

  10. blues sagt:

    Ich seh es mal so: Horst Heldt bedankt sich bei „den Fans“, die eben gerade nicht der „Gierprofi-Kamagagne“, die von wem auch immer gestartet und unterfüttert wurde, gefolgt sind. Wenn ich sicher wäre, die kolportierten 14 Mill. stammen aus seinem Umfeld, wäre ich auch eher geschüttelt als gerührt.

  11. RWDJojo sagt:

    „Eines ist klar: Wir haben für die Vertragsverlängerung mit Jefferson Farfan nicht unseren gesteckten Rahmen verlassen. Wenn es Jeff nur ums Geld gegangen wäre, hätte er wohl nicht bei uns verlängert. Aber ich denke, dass ihm die Erkenntnis gekommen ist, was er hier aufgeben würde. Die Liga, die Arena, volle Stadien, Champions League und die Anerkennung der Fans, die das bei Jeff ganz fantastisch gemacht haben. Sie haben ihn auch dann unterstützt, als er in der öffentlichen Wahrnehmung nicht unumstritten war. Das hat er nicht vergessen.“

    Diese Zeilen lassen sich in einem Interview der Ruhr Nachrichten mit HH nachlesen.

    http://www.dorstenerzeitung.de.....37,1630999

  12. Ney sagt:

    Vielleicht will Horst Heldt nach den Durchstechereien, welche
    die materiellen Interessen Farfans so in den Mittelpunkt gerückt
    haben, nun ausgleichshalber das Ideelle betonen.

  13. Carlito69 sagt:

    Danke @ Matthias für die geschilderten Eindrücke aus Bilbao! Und ich denke schon, dass auch so etwas eine Entscheidung für oder gegen einen Verein beeinflussen kann. Wenn auch sicherlich nicht alleine, sondern nur on Top.

  14. Ney sagt:

    Horst Heldt hat also den Obasi geholt, damit jemand anderer
    als Farfan das aktuell Ziel des traditionellen Schalker
    Spielerniedermachens wird und die Verhandlungen also
    weitergehen können!

  15. blues sagt:

    @Ney
    Ich glaube weiterhin, dass Obasi nicht nur der Heldtsche Wink mit dem Zaunpfahl für Farfan war. Mit der Verpflichtung von Obasi ruft Heldt gleichzeitig Baumjohann und Jurado ein „Adios“ zu. Und wer weiss es schon, vielleicht war Horst Heldt einfach ein bischen schneller als beispielsweise der zögerliche Herr Favre vom Niederrhein.

  16. Andreas sagt:

    Ich finde es toll, dass wir einen solchen Spieler halten konnten. Vielleicht dämmert es Rafinha inzwischen, was er bei uns einfach weggeworfen hat.

  17. Werner sagt:

    Wenn Horst Heldt nur die eher positiven Gesichtspunkte hervorhebt, ist das keineswegs „Geschichtsklittung“ sondern ein Führungsstil im Sinne einer sich selbst erfüllenden positiven Prophezeiung. Muss nicht immer gut gehen, aber das Gegenteil, immer alles haarklein – auch in der Öffentlichkeit – bemägneln, führt immer zu Mißmut und schlechter Leistung.
    (Wenn z.B. Dein Sohn mit einer guten Klassenarbeit nach Hause kommt, wirst Du ihn auch für seinen Fleiß loben und unerwähnt lassen, dass Du ihn vorher zum Lernen erst stark drängen musstest).
    In diesem Sinne sind derartige Äußerungen von Managern zu verstehen.

  18. Tschöö Jeff! sagt:

    […] Webseiten basierten. Hierzulande fiel Jefferson Farfán nie auf. Auch Schalke ging im Vertragspoker teilweile unschön mit ihm um. Der Club ließ es zu, dass die Zeitungen ihn als „Gier-Profi“ titulierten, angebliche […]

Schreibe einen Kommentar