Wörtlich: WiWo

Bei Abstieg dürfte die Anleihe ausfallgefährdet sein.

So nüchtern klingt in der WirtschaftsWoche die Aussage, dass Schalke 04 einen Abstieg nicht verkraften könnte.



15 Kommentare zu “Wörtlich: WiWo”

  1. RWDJojo sagt:

    Das wundert mich nicht! Schalke benötigt dauerhaft die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben, um die KOnsolidierung fortzuführen. Ein Abstieg wäre der Super-GAU. Ein wenig schwindelig wird mir, wenn ich daran denke, dass wir 2010/2011 gar nicht so weit von diesem Desaster entfernt waren!

  2. Matthias sagt:

    Hat die WiWo die Beispielberechnung auch mitgeliefert in Bezug auf geringere Einnahmen durch TV-Gelder? Was hat der Marketingvorstand von Gazprom Germania zur WiWo gesagt, wie das weitere Sponsoring bei einem etwaigen Abstieg aussehen wird? Welche Zuschauerzahlen kalkuliert die Fachredaktion in der zweiten Bundesliga? Um wieviel geringer werden die Merchandising-Erlöse ausfallen? Welche Spielerwerte wurden ermittelt und wie wird die Gehaltsstruktur in der 2. Bundesliga aussehen? Das (und viel mehr) werden die doch sicherlich alles berücksichtigt und berechnet haben. Oder handelt es sich am Ende nur um einen Allgemeinplatz, der einfach so aus dem Bauch heraus dahingeschrieben wurde?

    Natürlich kommt ein Verein bei einem Abstieg in extreme existenzielle Nöte. Aber braucht es für diese Feststellung eine „Wirtschaftswoche“? Wo genau ist der Unterschied zwischen dem zitierten Satz und einem besoffen dahingelaberten „Wenn die abgeh’n, sind ‚se Fratze“?

  3. Ollis sagt:

    Also ich persönlich finde 6,75% jährlicher Rendite bei einer Laufzeit von 7(!) Jahren auch nicht besonders üppig. Wenn man bedenkt, welche Faktoren beim Fussball eine Rolle spielen und wie schnell eine Fussballmannschaft in einen gewissen Abwertstrend geraten kann. Wer hätte den beim HSV gedacht, das man plötzlich Mitten im Abstiegskampf steckt und harte Einschnitte am Kader vornehmen muss. Wie sich diese Mannschaft in der kommenden Saison schlägt, ist doch noch sehr ungewiss.

    Hinzukommt, das die Schalker ihre Bilanzen nicht komplett offenlegen müssen. Welcher Außenstehende hat den wirklich einen Einblick darüber, wie es um den Verein und seine Tochtergesellschaften gestellt ist?

  4. RWDJojo sagt:

    Also ich finde 6,75% schon in Ordnung. Das Zinsniveau ist eben im Moment sehr niedrig.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass Schalke pleite geht, ist trotz der nicht rosigen Finanzen doch sehr gering. Schalke ist systemrelevant und wird nur schwerlich pleite gehen. Sollte ein Worst-Case eintreten und zum Ablauf der Anleihe wäre kein Geld da, dann könnte ich mir vorstellen, dass Schalke mal wieder umschuldet.

  5. blues sagt:

    @ Matthias
    Seit wann werden an der Börse und der dazugehörigen Finanzpresse, die Ergebnisse einer rationalen Analyse gehandelt? Nichtmal dann, wenn Facebook und Schalke, Dollar und Euro dort notiert sind. Im modernen Finanzkapitalismus, beim ganz schnellen Geld, beim Handel mit Zukunftserwartungen gibts halt eben auch Feststellungen die bei entsprechenden Interessen einfach mal so aus dem Ärmel geschüttelt werden.

  6. Matthias sagt:

    @blues Eben! Aber weil ganz oft auch „das Medium die Botschaft“ ist, wollte ich darauf hinweisen, dass dieser Satz – obwohl in der WiWo veröffentlicht – dadurch nicht an Wahrheitsgehalt, Aktualität, Brisanz oder Relevanz gegenüber einem alkoholgeschwängerten Plausch an der Theke gewinnt.

    Es bleibt somit für mich bei der netten, von Torsten kenntlich gemachten Feststellung, dass das, was wir Fans als „Abstieg“ titulieren, im Vokabular der Wirtschaftsredakteure als „ausfallgefährdet“ bezeichnet wird.

  7. blues sagt:

    @Matthias

    „Aber braucht es für diese Feststellung eine “Wirtschaftswoche?“.

    Leider ja. Weil ein Drittel unserer Schulden jetzt börsennotiert sein soll und der Anleger informiert werden will. Der Hinweis der Wirtschaftswoche auf das Abstiegsrisiko ist für potentielle Anleger bestimmt und zeigt die andere Seite der Anleihe. Wie eine Münze hat sie zwei Seiten. Vorne stehen die 6,75 % Rendite. Hinten wird das Ausfallrisiko im Abstiegsbild konkretisiert.

    „Wo genau ist der Unterschied zwischen dem zitierten Satz und einem besoffen dahingelaberten “Wenn die abgeh’n, sind ‘se Fratze”?“

    Die Wirtschaftswoche zielt mit den finanziellen Risiken des Anlageinstruments auf den Anleger. Der Schalke Fan (so hoffe ich noch) meint eher die sportliche Perspektive des Vereins. Der Schwatzgelbe drückt tatsächlich eher seinen doppelten Wunsch (sportlicher Abstieg des Vereins und finanzieller Ruin des Vereins) aus.

  8. RWDJojo sagt:

    Ich bin aber mal gespannt, wie viel Schalke mit der Anleihe einsammmeln kann. Denn die angesprochenen „Profi“-Anleger sind sicherlich vorsichtiger und kritischer als der normale Fan, der es toll findet, wenn er nen Urkunde im Partyraum hängen hat und dem es weniger um den Gewinn geht!

  9. matz sagt:

    34. Spieltag. Schalke steigt ab. Vermummte Investoren stürmen wütend den Platz, weil ihre Anleihe ausfallgefährdet ist (einer sichert sich zum Schadensausgleich den Elfmeterpunkt).. ich sehe es schon kommen

  10. Henning sagt:

    Ich bin mir sicher, dass im Vorfeld die hauptsponsoren schon die Zeichnung einer größeren Menge zugesagt haben. Dass allerdings 50 mio erreicht werden, kann ich mir auch nicht vorstellen…

  11. Torsten sagt:

    Übringes wurde von Beginn an vom FC Schalke 04 stets von einem „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ gesprochen. Die nun vielzitierten, glatten 50 Mio wurden in den Zeitungen daraus.

    Nur schonmal vorab, bevor demnächst die „Ziel nicht erreicht“-Meldungen ins Kraut schießen.

  12. Carlito69 sagt:

    „Nur schonmal vorab, bevor demnächst die “Ziel nicht erreicht”-Meldungen ins Kraut schießen.“

    Die sicherlich kommen werden. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche! :-/

  13. blues sagt:

    Schalke versucht das Ende seiner finanzierungstechnischen „Kohlezeit“ mit seinen Handschlag-,Geldhai-,Fleischer- und Gemeindekrediten einzuläuten und wählt dazu den Weg über die Börse. Damit wird die Finanzierung ab jetzt stimmungsmäßig auch vom sogenannten „Börsenumfeld“ abhängig. Da gibt es „natürliche“ Schwankungen, Abstürze und Blasen.

    Aber gibt es zur Kreditfinanzierung über börsennotierte Anleihen überhaupt noch viele Alternativen? Wer weiss schon, ob die Europäische Zentralbank Fussballspieler als Sicherheit für Kredite, wie vor kurzer Zeit im Fall des spanischen Bankverbundes „Banika“ für Kaka und Ronaldo, noch akzeptiert?

    Hier der Link zum Bericht im Handelsblatt. Auch die süddeutsche berichtete.

    http://www.handelsblatt.com/fi.....38824.html

    Kleine Randnotiz: Die „Bankia“ wurde zwischenzeitlich vom spanischen Staat mit Steuergeldern in Höhe von 9.000.000.0000 Euro „gerettet“, d.h. quasi verstaatlicht.

  14. Maddin sagt:

    Sommerpausengossip:)

    Ich vermisse Transfergerüchte, persönliche Saisonrückblicke, Erwartungen etc.
    Darüberhinaus lese ich liebe den Kicker und sammle Paninibildchen als mir das Handelsblatt zu irgendwelchen Umschuldungen und Ausfallrisiken anzutun. Trotzdem werde ich in diesem Jahr mal wieder die JHV besuchen, doch auch dort werden wir nur das hören was hören sollen. Eine wirkliche Transparenz unsere Finanzen betreffend habe ich mir schon vor Jahren abgeschminkt. Wäre ja auch total Schalke-unlike….

  15. blues sagt:

    @Maddin
    Transfergerüchte! Genau! Schalke bietet jetzt ja beides, Spekulationen in Anleihen und um Spieler. Wo bleibt eigentlich das klare Statement unseres Kapitäns, dass er bleibt. Statt von Rafinha plus 5 Mill obendrauf, spricht jetzt sogar schon der ARDtext von Dani Alves und Schalke und Alves soll 15 Mill kosten. Das kommt der Ablösesumme ja schon ziemlich nahe. Soll er gehen.In der Spieleröffnung war der Benny sowieso nie spitze.

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