Artikel im August 2012

† Ivica Horvat

Vor gut drei Jahren nahm ich seinen Geburtstag zum Anlass, um in diesem Blog an Ivica Horvat zu erinnern. Nach Huub Stevens Schalkes Trainer mit der längsten Amtszeit, 1972 der Trainer von Schalkes „bester Mannschaft aller Zeiten“.

Gestern verstarb Ivica Horvat. Er wurde 86 Jahre alt.

Ärgerlich – Schalke verschenkt zwei Punkte

Zum Saisonauftakt in Hannover spielt Schalke nur 2:2 und verliert zwei Punkte. Über 90 Minuten waren die Blauen die bessere Mannschaft. Weil Schalkes Hintermannschaft aber zweimal pennte, kam Hannover doch noch zu einem Punktgewinn.

Sicherlich war die erste Halbzeit nicht zum zungeschnalzen. Schalke hätte mehr Druck entwickeln können, die Offensivaktionen waren nicht zwingend genug. Schlecht fand ich die Leistung in den ersten 45 Minuten trotzdem nicht. Schalke griff den Gegner früh an und gewann im Mittelfeld recht viele Bälle. Lewis Holtby war bemüht das Spiel zu lenken und spielte immer wieder ordentliche Pässe. Die Defensive ließ eigentlich nichts anbrennen … bis auf in dieser vermaledeiten Szene in der 43. Minute.

Noch extremer war es in der zweiten Halbzeit. Nun war Schalkes Offensive dominanter, nun wurde „bewusster“ gespielt, der Ball wurde nicht mehr so leichtfertig abgeschenkt. Lewis Holtby wurde für mich zum besten Spieler auf dem Platz, er wurde zum Dreh- und Angelpunkt der Schalker Offensive. Weiterhin funktionierte auch das Mittelfeld, weiterhin wurde Hannovers Offensive gut in Schach gehalten, gleichzeitig wurden zwei Tore aufgeholt, das Spiel gedreht. Ein Jammer, dass es trotzdem nicht reichte.

Beim zweiten Gegentreffer schien Joel Matip die Übersicht abhanden gekommen zu sein und Christian Fuchs ging Adrian Nikci nicht konsequent genug an. Natürlich waren das Fehler, dieses Tor wurde aber immerhin noch ordentlich von Jan Schlaudraff kreiert. Wirklich richtig übel war das erste Gegentor.
Ja, Christian Pander hat einen goldenen Fuß, aber mit Verlaub, daran lag es nicht. Diesen Ball hätte jeder Bundeligaprofi dorthin dreschen können. Der Ball war nicht besonders scharf, er war nicht besonders flach. Besonders war nur, wie frei Felipe an den Ball kam, 4 Meter vor dem Tor. Ein Tor, das Schalke in dieser Art in der vergangenen Saison auch schon gefühlte 15 Mal kassiert hat. Mittlerweile mag man bei Freistößen aus dem Halbfeld nicht mehr hinschauen.

Zu Saisonbeginn neigt man zur Gutmütigkeit. Grundsätzlich haben sie ja ganz gut gespielt, die Blauen, und noch ist die Saison ja lang. Wenn am Ende der Spielzeit aber genau 2 Punkte zum Erreichen des nächst höheren Zieles fehlen, könnte einem dieses Spiel wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Ärgerlich.

Zu Gast im Forecheck-Podcast

Christoph Fetzer ist Journalist und unter anderem Laola1.tv-Kommentator. Im Forecheck-Podcast lieferte er in den letzten Tagen ein Hörstück zu jedem Bundesligaverein, in welchem jeweils sowohl zurück – auf die vergangene Saison und die Transferperiode – als auch voraus geschaut wird. In der Folge zu Schalke 04 durfte ich meine Meinung zum Besten geben.

Ein für mich sehr kurzweiliges Gespräch, 20 Minuten zum Stand der Dinge aus meiner Sicht.


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(19:51 Min)
Webseite / mp3

Huub Stevens’ vielleicht entlarvendster Satz aller Zeiten

Wir haben uns auch mit van der Vaart oder de Jong beschäftigt, aber wenn wir sie geholt hätten, wären wir wieder genau da, wo wir vor ein paar Jahren waren. Es gibt keinen anderen Weg! Wir werden den Verein nicht kaputtgehen lassen!

… sagte Huub Stevens in einem Interview mit Bild. Darin zeigt er auf, was ich am meisten an ihm schätze: Dass er Pragmatiker ist, dass er nimmt was kommt und versucht, daraus das Beste zu machen. Generell, egal ob es sich um grundsätzliche Einschränkungen oder um kurzfristige Probleme handelt, beispielsweise durch eine Verletzungsmisere. Huub Stevens ist loyal, auf Schalke ganz bestimmt, sofern ich das überblicke war er das aber stets, auch gegenüber seiner anderen Arbeitgeben.

Diese Loyalität dem Club gegenüber kann man aus dem zitierten Satz herauslesen. Mehr noch finde ich aber, dass grade der oben zitierte Satz und dieses Interview entlarvt, dass es mit der Darstellung vom Umdenken und vom „neuen Weg“ des FC Schalke 04 nicht weit her ist. Das Schalke sparen will, dass man verhalten wirtschaften und auf junge Spieler setzen will, hatte Horst Heldt in der Vergangenheit häufig betont und dafür viel Applaus erhalten.

Nun bestätigt Huub Stevens, dass die Storys um Van der Vaart oder De Jong eben doch keine Ablenkungsmanöver, kein Füttern der Presse oder gar Zeitungsenten waren. Er bestätigt, dass sich Schalke tatsächlich mit diesen teueren Spielern und dem Zahlen von hohen Ablösesummen beschäftigte. Meines Erachtens zeigt das vor allem auf, dass man sich des neuen Weges eben doch nicht so ganz sicher ist und dass man auf Schalke auch in Zukunft mit allem rechnen muss. Wenn es mal weniger ruhig ist, vielleicht weil der Druck durch einen weniger guten Tabellenplatz wieder größer wird, weil ein Champions League-Startplatz außer Reichweite gerät, weil vielleicht der eine oder andere Hoffnungsträger enttäuscht. Dann droht das nächste Basta.



Dieser Beitrag wurde durch Matthias in der Weide provoziert, der heute bei schalkefan.de den Text „Huub Stevens’ vielleicht bester Satz aller Zeiten“ veröffentlichte

04 Jahre Königsblog … und anders weiter

Heute vor 04 Jahren veröffentlichte ich den ersten Beitrag im Königsblog. Es folgten 856 Beiträge in 1460 Tagen. Der Umzug von der twoday.net-Plattform, auf der ich zuvor schon anderthalb Jahre schrieb, in dieses eigene, WordPress-Weblog, gab der ganzen Sache einen Schub. Ich bin stolz auf das, was in dieser Zeit entstand.

In den letzten Wochen gab es hier allerdings wenig zu lesen. Das hatte mehrere Gründe. Zum einen war Schalke 04 in dieser Sommerpause so unspektakulär wie irgend möglich. Zum anderen hatte Vodafone mich und meine Familie für zwei Wochen komplett offline gesetzt. Nachhaltiger wirken aber Veränderungen in meinem sonstigen, nicht Blogger- oder Fußballfan-Leben, beruflich wie privat, die dafür sorgen, dass es hier nicht mehr weitergehen wird wie in den letzten vier Jahren.

Die Prioritäten waren immer klar. Erst die Familie und der Job, dann dieses mir so liebgewordene Hobby hier. Trotzdem waren es unfassbar viele sorglose Abende, die ich schreibend verbracht habe. Purer Luxus, dass ich mir das leisten konnte, dass es in dieser Zeit nichts Wichtigeres zu tun gab, wo es doch hierbei immer nur um Spaß ging.

Das kann und will ich mir in Zukunft nicht mehr leisten. Ich werde weniger schreiben, ich werde sogar weniger Schalke sehen können. Schon das nächste Heimspiel gegen München, am 4. Spieltag, werde ich verpassen, danach wird es hier keinen Text zu lesen geben. Grundsätzlich will ich aber weiterhin in diesem Blog meine Meinung kundtun, weiterhin möchte ich Diskussionen anstoßen, weiterhin hoffe ich auf die Beteiligung der Leser, Eurer Beteiligung, in den Kommentaren. Ob das funktioniert, ob „Halbgas-Bloggen“ Spaß machen kann, nachdem ich die letzten vier Jahre genießen konnte, in denen alles immer größer und immer mehr wurde … ma’kucken.

Als Sofortmaßnahme wird es kein Einwechselspieler-Raten mehr geben. Zwar wurde meine Mühe damit im Allgemeinen überschätzt, ich konnte das Spielchen mit der Zeit halbwegs automatisieren. Aber es fordert eben doch „Pflichbeiträge“ zu jedem Spieltag, einen zur Eröffnung, einen mit den Ergebnissen. Wenn hier aber schon weniger Beiträge und weniger Betrieb insgesamt droht, ist das Letzte was ich will, dass die Mehrzahl der „Aktuellen Artikel“ mit einem immer nur als Gimmick geplanten Spielchen zu tun haben. Weit vor ESR stand und steht das Wort, die Meinung.

Und so geht es also in die nächste Saison, dann also die siebte, die ich als Blogger begleiten werde. Mal sehen wie es wird.

Glück auf!

Schönes Wochenende!

Hier ist’s still, derzeit, sehr still. Das liegt einerseits daran, dass einfach nichts passiert, worüber man sich eine Meinung bilden könnte. Testspiele, T-Fragen, Trainergemurre, nur das alljährliche Aufbauschen von Normalem. Während man unter Felix Magath morgens nicht wusste, ob man abends den Kader noch auswendig aufzählen kann, herrscht nun Ruhe. Fast zuviel Ruhe für meinen Geschmack, ich mag ja Palaver. Den Magath-Transferwahn wünsche ich mir trotzdem nicht zurück.

Andererseits hat Vodafone dabei versagt, den DSL-Anschluss der Familie Wieland vertragsgemäß von 6 Mbit/s auf 16 Mbit/s umzustellen. Der Vorgang sei in einen „großen Fehler“ gelaufen, sagte das Mädel an der Hotline, die vor allem darin geschult zu sein scheint, den Ärger von Kunden zu absorbieren. Tatsächlich sind wir grade ohne Netzanschluss, sowohl was das Internet, als auch was das Telefon betrifft. Ein großes Ärgernis, aber auch nur eins von vielen, derzeit.

Also tippe ich diesen Text hier grade in mein Smartphone und werde nicht zu ausführlich, weil das keinen Spaß macht. Es geht hier weiter, demnächst. Bis dahin belasse ich es bei einem Gruß.
Schönes Wochenende im Allgemeinen und schönen Schalke-Tag im Besonderen!